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„Baumeisterin Natur“
Sind teleologische Begriffe in der Biologie nur Metaphern?

von Reinhard Junker

Artikel als PDF, 220 KB 14 Seiten, 220 KB, Stand 20.06.2013


Zusammenfassung

Beschreibungen biologischer Strukturen machen in großem Umfang Gebrauch von Begriffen, die eine geistige Urheberschaft voraussetzen, also von Begriffen, die nur im Zusammenhang mit Planung, Zielsetzung und Zukunftsorientierung Sinn machen. Solche Begriffe sind teleologisch (von gr. telos, Ziel). Ihre Verwendung hat mit dem Fortgang der biologischen Forschung eher zu- als abgenommen. So wird der Begriff „Design“ in Fachzeitschriften seit 1990 überproportional häufiger als andere Begriffe verwendet oder es ist in neueren Evolutionstheorien beispielsweise von Rekrutierung, Neuprogrammierung oder Flickschusterei die Rede. In der Molekularbiologie hat sich der Begriff „molekulare Maschine“ eingebürgert. Alle diese Begriffe implizieren eine intelligente Planung. Begriffe wie „Bauplan“, „Maschinen“ und „Information“ werden von manchen Forschern zwar als unangemessen und irreführend angesehen, die vorgeschlagenen Alternativen bzw. Erweiterungen implizieren aber eine noch ausgeklügeltere Planung (z. B. Fehlertoleranz, exploratives Verhalten und Plastizität).

Andererseits wird in der Evolutionsforschung der Anspruch erhoben, die hypothetischen evolutiven Wandlungen alleine auf der Basis von naturwissenschaftlich fassbaren bloßen Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben, und Teleologie wird ausdrücklich ausgeschlossen. Die in der Beschreibung biologischer Strukturen und ihrer hypothetischen Entstehungsweise verwendeten Begriffe stehen dazu in krassem Gegensatz. Dies ist den Biologen bewusst und sie verweisen darauf, dass es sich um metaphorische Redeweise handle, die aus Gründen der Einfachheit verwendet werde. Wenn dem so wäre, müssten die Sachverhalte und angenommenen natürlichen Entstehungsprozesse aber auch in der nicht-teleologischen Sprache der Naturwissenschaft formuliert werden können. Dass dies möglich sei, wird zwar behauptet, wurde aber bisher nicht gezeigt. Daher kann mit guten Gründen aus die verwendete Begrifflichkeit als Indiz auf einen Schöpfer gewertet werden.

Der Artikel (PDF, 220 KB) umfasst 14 Seiten.

 


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