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Welt ohne Kopf?

Eine kritische Analyse einer Rezension von „Welt ohne Gott?“

Felix Hess

Artikel als PDF, 216 KB 9 Seiten, 216 KB, Stand 24.11.2015


Zusammenfassung

Markus Widenmeyer zeigt in seinem Buch Welt ohne Gott?, dass die Naturwissenschaft keine Aussagen über die Existenz des Universums (über sein Woher), über die Regelmäßigkeit der Natur (Naturgesetze), über die Substanz der Gegenstände sowie über die zeitliche Reichweite der Gültigkeit der Naturgesetze machen kann.

In einem bei der AG Evolutionsbiologie veröffentlichten Beitrag befasst sich Martin Neukamm mit diesen Grenzen. Er akzeptiert implizit zwei der vier genannten Grenzen, sucht dazu im Rahmen des Naturalismus nach Erklärungen oder erklärt, warum Erklärungen nicht nötig seien. Die beiden anderen Grenzen werden entweder nicht als naturwissenschaftliche Grenzen angesehen oder erst in einer seiner nachfolgenden Buchbesprechungen behandelt. In einem großen Teil seiner Analyse legt Neukamm Gründe dar, weshalb der Theismus auf die naturwissenschaftlichen Grenzen keine befriedigende Antwort geben könne.

Neukamms Kritik an den Ausführungen in Welt ohne Gott? werden in diesem Text analysiert und anhand einer Reihe von Beispielen wird gezeigt, dass Neukamm die Thesen von Widenmeyers Buch nicht annähernd korrekt wiedergibt. Im Einzelnen:

  • Neukamm schreibt oft an Widenmeyers Ausführungen vorbei (z. B. bei der Frage nach der Letztbegründung),
  • befasst sich mit Fragen, die gar nicht Gegenstand von Welt ohne Gott? sind (weshalb gibt es überhaupt etwas und nicht nichts?),
  • versteht manche Argumente falsch und kritisiert in der Folge Positionen, die Widenmeyer gar nie vertreten hat (zum Beispiel über die Substanz der Dinge),
  • definiert Begriffe anders als Widenmeyer und argumentiert dadurch an der Sache vorbei (z. B. „intrinsische Eigenschaft“),
  • verwendet philosophische Termini falsch (Beispiel: „performativer Selbstwiderspruch“),
  • übergeht mehrfach zentrale Aussagen Widenmeyers (z. B. zur Selbstverständlichkeit Gottes; auf die entscheidenden Argumente für den Theismus geht er nicht ein).

Seine eigenen Behauptungen wiederum begründet Neukamm teilweise gar nicht. So bleibt beispielsweise unbegründet, weshalb manche Sachverhalte, die nicht naturwissenschaftlich erklärt werden können (z. B. scheinbar gleiche Größe von Sonne und Mond), auch nicht anders erklärbar seien oder überhaupt nicht erklärt werden müssen (z. B. Regelmäßigkeit der Natur). Manche Fehler in der Vorgehensweise Neukamms können nur Leser bemerken, die das Original hinreichend gut kennen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Argumenten des Autors von Welt ohne Gott? findet faktisch nicht statt.

Der Artikel (PDF, 216 KB) umfasst 9 Seiten.


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