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Am Anfang war die Information

Herkunft des Lebens aus der Sicht der Informatik
Was ist Information?
Herkunft der Information
Naturgesetze über Information
Weitreichende Schlussfolgerungen bezüglich Menschenbild, Evolution und Urknall

von Werner Gitt


Leseprobe aus Kapitel 10, S. 119-187

Schlussfolgerung Nr. 2: Gott ist allwissend und ewig

Die Information, die im DNS-Molekül codiert ist, übertrifft alle unsere derzeitigen Technologien bei weitem. Da kein Mensch als Sender infrage kommt, muss dieser außerhalb unserer sichtbaren Welt gesucht werden. Wir können schließen:

Der Sender muss nicht nur äußerst intelligent sein, sondern über unendlich viel Information und Intelligenz verfügen, d. h. allwissend sein.

(Anwendung von NGI-1, NGI-2, NGI-6)

Nach NGI-6 steht am Anfang einer jeden Informationsübertragungskette ein intelligenter Urheber. Wendet man diesen Satz konsequent auf die biologische Information an, dann ist auch hierfür ein intelligenter Urheber erforderlich. In den DNS-Molekülen finden wir die allerhöchste uns bekannte Informationsdichte vor (siehe [G10], [G12] und Anhang A1.2.3). Führen wir uns weiterhin vor Augen, in welch unnachahmlicher Weise z. B. der Prozess der Embryonalentwicklung des Menschen abläuft, dann bekommen wir einen Eindruck von der genialen Konzeption dieses informationsgesteuerten Ablaufs. Wegen NGI-1 scheiden alle nur denkbaren in der Materie ablaufenden Vorgänge als Informationsquelle prinzipiell aus. Der Mensch, der zwar Information erzeugen kann (z. B. Briefe, Bücher), scheidet ebenfalls als Quelle der biologischen Information aus. So bleibt nur ein Sender übrig, der außerhalb unserer dreidimensionalen Welt gehandelt hat.

Buchcover

Nach einem Vortrag an einer Universität über die biologische Information und über den erforderlichen Sender sagte eine Studentin zu mir: "Ich weiß wohl, worauf Sie hinauswollen, wenn Sie von dem intelligenten Sender sprechen - Sie meinen Gott damit. Ich kann das soweit nachvollziehen, dass es ohne Sender, also ohne Gott, nicht geht. Aber wer hat Gott informiert?" Zwei Erklärungen sind denkmöglich:

Erklärung a): Mir wurde klar, diese Frage war gut durchdacht und verlangte eine präzise Antwort. Stellen wir uns einmal vor, dieser Gott wäre zwar wesentlich intelligenter als wir, aber dennoch begrenzt. Nehmen wir weiterhin an, er hätte so viel Intelligenz (bzw. Information) zur Verfügung, dass er in der Lage wäre, alle biologischen Systeme zu programmieren. Die Frage liegt dann tatsächlich auf der Hand: Wer hat ihm diese dazu erforderliche Information gegeben, und wer hat ihn gelehrt? Nun, dann brauchte er einen höheren Informationsgeber I1, also einen Übergott, der mehr wüsste als Gott. Wenn I1 zwar mehr weiß als Gott, aber auch begrenzt wäre, dann brauchte auch er wiederum einen Informationsgeber I2 - also einen Überübergott. So ließe sich bei dieser Denkweise die Kette beliebig fortsetzen über I3, I4, ... bis Iunendlich. Wie man sieht, benötigte man unendlich viele Götter, wobei in der langen Kette jeder (n+1)-te Übergott immer etwas mehr wüsste als der n-te. Nur von diesem unendlichsten Über-über-über- ... Gott1 könnten wir sagen, er ist unbegrenzt und allwissend.

Erklärung b): Einfacher und befriedigender ist es, gleich nur einen einzigen Sender (einen Urheber, einen Schöpfer, einen Gott) anzunehmen und dann zu fordern, dass dieser unendlich intelligent ist und unendlich viel Information zur Verfügung haben muss.

Beide Erklärungen a) und b) sind denkmöglich, wobei wir uns bei der Schlussfolgerung Nr. 2 bereits für die einfachere entschieden haben. Bis hierhin sind wir nur durch konsequente Anwendung der Naturgesetze der Information gelangt. Die Naturgesetze wurden durch Beobachtungen in unserer dreidimensionalen Welt abgeleitet. Nun könnte jemand einwenden, wir haben Gesetze, die doch nur in unserer dreidimensionalen Welt gültig sind, auf einen jenseitigen Urheber angewandt. Darum weisen wir darauf hin, dass bezüglich des Senders keine Einschränkung gemacht werden musste. Es ist zunächst eine offene Frage, ob er innerhalb oder außerhalb unserer Welt existiert. Dass er sehr wohl auch innerhalb unserer Welt sein kann, können wir an Jesus Christus erkennen, der in unserer Welt war und dennoch über alle Dinge Macht hatte (Mt 28,18). Als Schöpfer (Joh 1,1-3) auch der Naturgesetze ist er selbst keinem Naturgesetz unterworfen und kann frei darüber verfügen (z. B. Ausschaltung der Gravitation beim Gang auf dem See Genezareth, Macht über jede Krankheit und über den Tod).

Damit sind wir an die Grenze unserer Schlussfolgerung angelangt. Wollen wir mehr über die Person des Senders wissen, dann brauchen wir dazu eine Offenbarung. Hier setzt der persönliche Glaube ein, dass wir bezeugen, die Bibel ist diese Offenbarung über jenen unendlich intelligenten Sender. Mithilfe der Informationssätze konnten wir lediglich schließen, dass er existiert und allwissend sein muss.

Prüfung der Schlussfolgerung anhand der Bibel: Damit sind wir durch unsere Schlussfolgerungen genau bei dem angekommen, was die Bibel auch lehrt: Es gibt nur einen Gott: "Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott" (Jes 44,6). Weil er der Unbegrenzte, der Unendliche, der Allwissende ist, darum braucht er selbst auch keine Informationsquelle: "Wer bestimmt den Geist des Herrn, und welcher Ratgeber unterweist ihn?" (Jes 40,13). Ebenso lesen wir in Römer 11,33-34: "O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unausforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?" Auf diese rhetorische Frage lässt der Text nur eine Antwort zu: Niemand!

Weitere Konsequenzen aus dieser Schlussfolgerung: Was bedeutet es, wenn Gott (der Sender der biologischen Information, der Schöpfer) unendlich ist? Diesem Gedanken soll zunächst nachgegangen werden, um danach noch zwei weitere Schlussfolgerungen (2. und 3.) zu ziehen, die sich aus der unendlichen Intelligenz (Allwissenheit) Gottes ableiten lassen.

1. Gott ist unendlich intelligent (allwissend)

Der Begriff "unendlich" wird in der Umgangssprache häufig verwendet, um etwas zu bezeichnen, das räumlich oder zeitlich sehr weit entfernt ist. So sagen wir z. B. etwas liegt unendlich weit zurück und wollen damit ausdrücken, dass es schon sehr lange her ist. Unsere Umgangssprache ist nicht gerade präzise, aber in der Mathematik, in der der Begriff "unendlich" häufig Anwendung findet, muss alles sehr genau definiert sein, um rechnen zu können. Georg Cantor (1845-1918) war der erste Mathematiker, dem es gelang, das Unendliche wirklich in den Griff zu bekommen. Er stellte damit eine Welt - nämlich die damalige Mathematik - auf den Kopf, indem er Unendlichkeiten wie andere mathematische Größen behandelte.

Wenn Gott allwissend ist, dann macht das deutlich, dass wir hier den Bereich des Endlichen längst verlassen haben. Wir befinden uns im Unendlichen, wo wir alle unsere Gesetzmäßigkeiten des Denkens, des Vergleichens und des Beurteilens und Bewertens, die wir vom Endlichen her kennen, nicht mehr in gewohnter Weise anwenden können. Mit Gewissheit können wir sagen: Niemand ist über Gott, und für ihn gibt es keine Frage, die er mit "das weiß ich nicht" beantworten müsste. Dies wollen wir uns anhand einiger Beispiele verdeutlichen, um uns der Reichweite dieser Aussage bewusst zu werden.

a) Beispiele aus der Schöpfung: So wie es bei der Form von Schneeflocken oder Eichenblättern in der gesamten Weltgeschichte keine Wiederholung gibt, gilt das auch für sämtliche andere Strukturen auf unserer Erde und im ganzen Universum. Gott muss folglich jedes einzelne Atom - ob im Innern der Sonne oder in irgendeinem der 100 Milliarden Sterne des Andromedanebels oder sonst wo in irgendeiner der Billionen Galaxien - genau kennen. Er weiß um jedes Sandkorn in der Sahara oder am Strand der Nordsee; auch dort gibt es keine Wiederholung. Und er kennt ebenso alle persönlichen Daten eines jeden Menschen: die Schuhgröße, Augenfarbe, Anzahl der Haare oder Körperzellen und die unterschiedlichen nicht wiederholbaren Strukturen der Fingerabdrücke wie auch die augenblicklichen Abläufe in jeder einzelnen Zelle. Mehr noch: Er ist vertraut mit jedem jemals von uns gedachten Gedanken und jeder von uns begangenen Tat.

Wir wollen noch ein triviales Alltagsbeispiel nennen, um uns auch daran deutlich zu machen, dass Gott wirklich alles weiß. Davon sind auch solche Ereignisse nicht ausgenommen, von denen wir meinen, sie hätten sich zufällig ergeben oder sie wurden von uns spontan aufgrund des freien Willens entschieden.

b) Brötchenkauf: Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Morgen früh gehen Sie zu Ihrem Bäcker, um Brötchen einzukaufen. Im Angebot gibt es diverse Sorten: Mohnbrötchen, Roggenbrötchen, Mehrkornbrötchen und auch ganz normale Brötchen. Sie sind noch unentschieden, welche Sorten Sie nehmen wollen. Nun berät Sie die Verkäuferin und empfiehlt Ihnen die Roggenbrötchen, für die es gerade heute ein Sonderangebot gibt, wenn man drei Stück nimmt. So entscheiden Sie sich spontan für den Dreierpack und nehmen auch noch ein Mohnbrötchen und ein normales dazu. Nun die Frage: Hat Gott wohl schon vorher gewusst, wie Ihr Kauf ausgeht? "Ja, natürlich!" Konnten Sie beim Kauf Ihren freien Willen einsetzen? "Ja!" Fühlten Sie sich in irgendeiner Weise davon beeinflusst, dass Gott bereits vorher von dem Ergebnis wusste? Eindeutig: "Nein!"

Mehr noch: Gott wusste nicht nur fünf Minuten vor Eintritt in den Bäckerladen wie Ihr Brötchenkauf ausgehen wird, sondern bereits vor Grundlegung der Welt. Damit haben wir ein anschauliches Beispiel von der unendlichen Information Gottes!

c) Hat Gott ungeborene Enkel schon gesehen? Da uns das Denken im Unendlichen schwer fällt, möchte ich eine weitere Begebenheit schildern, die uns zum Verständnis dienen kann: Nach einem Vortrag kam eine etwa 35-jährige Frau mit folgender Frage zu mir: "Kann Gott die Zukunft sehen?" Ich versuchte ihr dies schrittweise wie folgt zu erklären: "Aufgrund Ihres Alters nehme ich an, dass Sie noch keine Enkel haben. Haben Sie Kinder?" - "Ja, eine Tochter." - Nun meine Frage: "Weiß Gott wohl jetzt schon, wie viele Enkel Sie einmal haben werden?" - "Ja gewiss!" - "Weiß Gott auch, welche Augen- und Haarfarbe die Enkel einmal haben werden?" - "Ja, das auch!" - "Aber hat Gott Ihre Enkel auch schon gesehen?" Nun überlegte die junge Frau einige Zeit und kam zu dem Entschluss: Nein, gesehen kann er sie noch nicht haben, denn sie sind ja noch gar nicht geboren.

An diesem Gespräch wurde mir klar, auch wenn wir Gott viel zutrauen, so setzen wir ihm dennoch irgendwo eine Grenze. Das ist aber ein Widerspruch zu seiner Unendlichkeit - also seiner Allwissenheit und Allmacht. Zurück zur obigen Frage: Natürlich hat Gott die noch gar nicht geborenen Enkel bereits gesehen und kennt schon ihren kompletten Lebensweg, denn in Psalm 139,16 steht geschrieben: "Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner war." Das ist unserem begrenzten Verstand schwer fassbar. So erging es auch David: "Aber wie schwer sind für mich, Gott deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!" (Ps 139,17).

Ist es da verwunderlich, wenn die Bibel uns sagt, dass Gott ebenso schon vor Grundlegung der Welt davon wusste, dass wir einmal sein werden und ob wir einmal eine persönliche Glaubensentscheidung für ihn treffen werden oder nicht?2 Vielleicht können wir nun leichter verstehen, warum Johannes, der Schreiber des letzten Buches der Bibel, zukünftige Ereignisse sehen und hören konnte:

  • Offenbarung 21,1: "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde."
  • Offenbarung 21,2: "Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem."
  • Offenbarung 21,3: "Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: ..."

Aus dem bisher Gesagten können wir zwei weitere Schlussfolgerungen ziehen, die wir auch biblisch belegen:

2. Gott ist allumfassend

Da er aufgrund seiner Unendlichkeit von jedem Ereignis des Raumes weiß, gibt es konsequenterweise auch keinen räumlichen Bereich, in dem Gott nicht gegenwärtig wäre. Er ist also überräumlich; Gott ist auf keinen Raum zu begrenzen3. Wäre auch nur irgendein Plätzchen in unserem Universum von seiner Gegenwart ausgenommen, dann wäre aus seiner Kenntnis etwas herausgenommen4, und das kann wegen seiner Allwissenheit (siehe 1.) nicht sein. Er durchdringt und erfüllt alles, das ganze Universum und auch jeden einzelnen Menschen. Darum lehrt die Bibel die räumliche Unbegrenztheit Gottes5.

3. Gott ist ewig

Wenn es für den unendlichen Gott keine Frage gibt, die er nicht beantworten kann, dann gehören zu seiner Kenntnis nicht nur alle Dinge der Gegenwart und der Vergangenheit - auch die Zukunft ist ihm nicht verborgen. Wäre Gott zeitlich begrenzt, dann wäre das ebenfalls ein Widerspruch zu (1.). So haben wir durch Schlussfolgerung (ohne Bibel!) herausgefunden, warum in Römer 1,206 steht, dass wir aus den Werken der Schöpfung auf die ewige Kraft Gottes schließen können. Dass Gott ewig ist, bezeugt die Bibel an vielen Stellen7.

Anmerkung zu den obigen Schlussfolgerungen anhand der Bibel:

Wir haben jetzt gesehen, dass die in der Bibel bezeugten Eigenschaften Gottes (1.), (2.) und (3.) aus den Werken der Schöpfung - hier mithilfe der Naturgesetze über Information - durch Schlussfolgerung gefunden wurden. Sie gelten gleichermaßen für Jesus, wie es folgende Bibelstellen belegen: In Kolosser 2,3 heißt es von Jesus: "In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis."

Kolosser 1, 15 bezeugt: "Er [Jesus] ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung."

In Johannes 10, 30 bezeugt Jesus: "Ich und der Vater sind eins." Somit gelten alle oben genannten Eigenschaften Gottes gleichermaßen auch für Jesus. Er ist ebenfalls unendlich intelligent, überräumlich und ewig. Nur während seiner Zeit auf der Erde war er auch Mensch: "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt" (Phil 2, 6-7).

Anmerkungen:

  1. Die hier verwendete Sprechweise könnte den Eindruck erwecken, als wäre "unendlich" eine abzählbare Zahl, zu der man gelangt, wenn man nur hinreichend lange zählt. Das ist jedoch nicht der Fall.
  2. Epheser 1, 4-5: "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens."
  3. 1. Könige 8, 27: "Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?"
  4. Eine alternative Denkmöglichkeit wäre, dass Gott ein "unendliches Auge" hat, mit dem er gleichzeitig überall hin und damit alles sehen könnte.
  5. Apostelgeschichte 17, 28: "Denn in ihm leben, weben und sind wir."
    Psalm 139, 8-10: "Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten."
  6. Römer 1, 20: "Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben."
  7. Psalm 90, 2: "Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit."


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Im vorliegenden Buch stellt der Autor, ein Informatiker, Ergebnisse aus seiner über 20-jährigen Forschungstätigkeit am Informationsbegriff vor. Er präsentiert seine Naturgesetzliche Informationstheorie, und es gelingt ihm, in klarer und verständlicher Sprache seine neuartigen Ergebnisse lesefreundlich darzustellen. Die vorliegende dritte Auflage des Buches ist sstark erweitert und ergänzt, daß sie weit über die Vorgängerversion hinausgeht. Sie ist in drei Teile gegliedert und enthält zur weiteren Erläuterung außerdem einen ausführlichen Anhang.

Im ersten Teil erfährt der Leser Grundlegendes über Naturgesetze. Diese sind sämtlich aus der Erfahrung und Beobachtung der Natur heraus erkannt und dann als feststehende Sätze formuliert worden. Als einführendes Beispiel wird der Energiesatz erläutert, der besagt, daß Energie weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Er wurde bereits im 19. Jahrhundert erkannt und wird heute weltweit in Wissenschaft und Technik angewendet. Er ist wie alle Natur-gesetze in der belebten und unbelebten Natur gültig. Mit Hilfe dieses Satzes ist es möglich, Voraussagen zu treffen und Schlußfolgerungen zu ziehen. Skann man behaupten, daß es kein Perpetuum mobile - alseine Maschine, die ohne Energiezufuhr ständig läuft - geben kann. Der Energiesatz ist zwar beliebig oft reproduzierbar, dennoch kann er nicht bewiesen werden. Mit nur einem einzigen Gegenbeispiel wäre seine allgemeine Gültigkeit widerlegt. In dem neu aufgenommenen Kapitel "Physik ist eine Kunst" weist der Autor darauf hin, daß Natur-gesetze nur dann formulierbar sind, wenn zuvor geeignete Größen aufgespürt wurden, mit deren Hilfe die Abläufe in der Natur allgemein beschrieben werden können. Aus diesem Grunde widmet er einen nicht unerheblichen Teil des Buches der Suche nach einer präzisen und zur Formulierung von Naturgesetzen geeigneten Informationsdefinition.

Der zweite Teil des Buches beschreibt das Wesen der Information. Das der Umgangssprache entlehnte Wort "Information" muß für die wissenschaftliche Anwendung äußerst präzise gefaßt werden. Behutsam und mit vielen Beispielen wird der Leser an diesen im Computerzeitalter swichtigen Begriff herangeführt. In jeder Art von Literatur, den Computerprogrammen, bei der optimalen Konstruktion der Lunge, in technischen Zeichnungen zum Bau von Maschinen, bei der prozeßrechnergesteuerten Synthese eines Kunststoffs und bei den Abläufen in der lebendigen Zelle - überall begegnet uns Information in codierter Form. Sie ist neben Materie und Energie eine weitere zentrale Grundgröße in unserer Welt. Während Materie und Energie materielle Größen sind, ist Information wesensmäßig etwas anderes - sie ist eine nicht-materielle Größe.

Den Kern des Buches bildet die vom Autor entwickelte Naturgesetzliche Informationstheorie, in deren Zentrum ein genau definierter Informationsbegriff mit klarem Abgrenzungsgebiet steht. Es ist gelungen, zehn Naturgesetze über Information zu formulieren, die ihrem Wesen nach in Analogie zu den bekannten Naturgesetzen der Materie stehen. Das Herzstück ist das Kapitel 10, in dem Schritt für Schritt die Schlußfolgerungen aus dem zuvor Erarbeiteten gezogen werden. Diese Schlüsse sind in ihrer Tragweite äußerst weitreichend. Es werden nicht nur kritische Einwände gegen Evolution, Urknall, Atheismus und wissenschaftlichen Materialismus erhoben, vielmehr wird diesen Lehren eine naturgesetzliche Absage erteilt. Außerdem sind eine Reihe von überraschenden Schlußfolgerungen bezüglich des Schöpfers und des Menschenbildes möglich.

Im dritten Teil des Buches wendet der Autor den Informationsbegriff auf die Bibel an und geht dabei auf sunterschiedliche Texte wie den Schöpfungsbericht oder die Reise des Kämmerers aus dem Mohrenlande ein.

Der Anhang enthält vertiefende Erläuterungen. Swerden u. a. die statistischen Informationsmengen vieler Beispiele aus dem täglichen Leben genannt. Die immense Informationsdichte des genetischen Speichermediums wird anhand verschiedener Vergleiche veranschaulicht. Hinweise zur Optimierung von Energie durch Information und Beispiele dazu aus biologischen Systemen, z. B. dem Flug der Zugvögel, runden das Buch ab.

Das gut verständliche und mit 47 Bildern ausgestattete Sachbuch nimmt den Leser zu neuartigen Betrachtungen mit und befähigt ihn, sich ein wissenschaftlich fundiertes Urteil über viele Fragen der Gegenwart zu bilden. Das preiswerte Buch sollte jeder gelesen haben, der im Computerzeitalter mitreden will.

Dipl.-Phys. Karl Sauer


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Dieses Buch ist zur Zeit leider vergriffen:
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Hänssler-Verlag, Holzgerlingen; 2002
Pb., 360 S.

6,95 EUR / 10,50 SFr



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Letzte Änderung: 25.12.2010
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