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Neue Sintflut-, Turmbau- und Ursprachesagen

von Fred Hartmann

Diskussionsbeitrag 2/07


1999 erschien die erste Auflage meines Buches „Der Turmbau zu Babel – Mythos oder Wirklichkeit?“.1 Bei den Recherchen zu dieser Publikation konnte ich 60 Turmbau- und Ursprachesagen aus aller Welt zusammentragen.2 Des Weiteren berichtete ich im Anhang über Sintflutsagen, die ebenfalls weltweit anzutreffen sind und gleich den Turmbau- und Ursprachesagen als Indiz für die Authentizität der biblischen Überlieferung gewertet werden können. Im Folgenden sollen die vorliegenden Sammlungen von Sintflut-, Turmbau- und Ursprachesagen um vier weitere Geschichten ergänzt werden:


Inhalt



Die Akhas in Nordthailand – ein „Volk des verlorenen Buches“


Die Akhas sind ein Bergstamm, der in China und Nordthailand beheimatet ist. Ca. 50000 von ihnen leben im Norden Thailands. Auch wenn inzwischen viele Angehörige dieses Volkes Christen geworden sind und in zahlreichen Dörfern Gemeinden gegründet wurden, hält doch ein Großteil der Ahkas noch am Animismus fest, der in der Ahnenverehrung, im Geisterglauben und im Opferkult sichtbar zum Ausdruck kommt. Eine der schlimmsten Bräuche dieser Religion ist die Tötung von Zwillingen, weil man glaubt, dass sie durch die Einwirkung von Dämonen entstanden seien.

Trotz der Dominanz heidnischer Kulte weiß aber auch die Akha-Tradition – ähnlich wie die Traditionen vieler anderer Völker3 – dass die Anbetung von Geistern und Dämonen nicht ihr ältester und ursprünglicher Glaube ist. Wenn aber nicht der Animismus, was ist es dann? Es ist der Glaube an einen höchsten Gott und Schöpfer der Welt, dessen Name bei den Akhas Jabi-oelâ ist.4 Neben Jabi-oelâ wird im Animismus Apoemiyeh verehrt, der als Obergeist der Geisterwelt gilt und auch als „der große Vorfahre“ bezeichnet wird. Apoemiyeh zeugte Mgâh und acht weitere Personen, aber nur Mgâh hatte Nachkommen und gilt als Stammvater sowohl der Menschen als auch der Geister. Nach der Erschaffung der Menschen ließ Apoemiyeh Jabi-oelâ entstehen und beauftragte ihn, die Erde zu machen. Jabi-oelâ ließ Wasser aus den Felsen fließen, schuf Himbeersträucher, Bambusbäume und Gräser. Der erste Vogel war die Taube, die ersten landbewohnenden Tiere die Ameise und die Termite.5

Abb. 1: Akha-Frau in traditioneller Tracht.

Jabi-oelâ entwickelte durch seine anstrengende Schöpfertätigkeit einen gewaltigen Appetit (u.a. bestand sein täglicher Speiseplan aus hundert Büffeln, Schweinen und Hühnern) Aus diesem Grunde lehnten die Menschen sein Angebot ab, ihr Lehrer zu sein, denn sie befürchteten, dass sie dann auch für seine Nahrung hätten sorgen müssen.6

Als Jabi-oelâ starb, wurden zwei himmlische Wesen, Pìtso und Pìsà, beauftragt, über die Menschen zu regieren. Sie verließen aber den Himmel und rekrutierten unter den Erdbewohnern eine große Armee. Darüber wurde Apoemiyeh wütend und zwang die beiden, wieder in den Himmel zurückzukehren. Nun konnten die Menschen keine Kriege mehr führen und hatten auch ihre irdischen Herrscher verloren. Aus diesem Grunde aßen die Akhas ihre Bücher aus Büffelhaut, in denen ihr Wissen über Gott aufgeschrieben war, um „es in ihrem Inneren aufzubewahren“.7

Die Akhas kennen auch die Überlieferung von einer gewaltigen Flut, die die erste große Epoche der Menschheit beendete. Nur zwei Personen hatten sie überlebt. Apoemiyeh gab ihnen einen Zauberstab. Was immer sie mit dem berührten, erwachte wieder zum Leben.8

Die Überlieferungen der Akhas wurden niemals aufgeschrieben, sondern mündlich von Generation zu Generation in Form von Gedichten durch besonders erwählte Personen, den Pimas, weitererzählt. Die Pimas genießen in kulturellen und geschichtlichen Fragen höchste Autorität, denn sie kennen nicht nur die alten Sagen und Legenden, sondern auch die Familienstammbäume und die frühen Wanderungsbewegungen des Volkes.8

Unter den Überlieferungen der Akhas gibt es auch eine Geschichte, die Parallelen zu dem biblischen Turmbaubericht aufweist. Lothar Sommerfeld, der als Missionar der Marburger Mission in Nordthailand seit 1990 unter diesem Bergstamm arbeitet, hat sie von führenden Männern eines Akahdorfes gehört:9

„Einst wuchs ein Weltbaum, dessen Wurzeln auf der Erde sind, und dessen Krone bis zum Mond reicht. Dieser Baum garantierte auch die Einheit der Menschenfamilie.
Als der Baum gefällt wurde – von wem, ist nicht bekannt – und der Stamm fiel, riss die Krone ab und ist heute noch im Mond zu sehen (das sind die dunklen Flecken). Damit zerriss auch das Band der Menschen. Manche flohen in die Täler, manche auf die Berge. Die Akhas flohen am weitesten (am höchsten in die Berge). Akha heißt: Menschen, die weit weg sind.
Durch das Fällen des Baumes, der die Verbindung nach oben zum Himmel war, wurde auch die Einheit der Menschen zerrissen und jede Kleinfamilie sprach in einer neuen Sprache.“

Soweit zu dieser aufschlussreichen Überlieferung, die alle vier wichtigen Elemente der biblischen Turmbauüberlieferung enthält: 1. Soziale und sprachliche Einheit der Menschen vor dem Ereignis, 2. Eine – allerdings stark abgewandelte – Geschichte vom Turmbau, 3. Die Sprachenverwirrung und 4. Das Auseinanderreißen der Menschheit durch Migration. Hinzu kommt die Aussage, dass im Zuge dieses Ereignisses auch die Verbindung zum Himmel abriss.

Der Weltbaum in dieser Überlieferung erinnert an die indische Turmbausage vom Vata-Baum10, der ebenfalls für die Einheit aller Menschen stand. Im Unterschied zur Version der Akhas werden aber in der indischen Fassung Verursacher und Hintergrund für das Fällen des Baumes angegeben: Demnach waren die Menschen selber die Ursache: In ihrem Hochmut wollten sie den Baum als Leiter benutzen, um zu den Göttern zu gelangen. Damit erregten sie deren Zorn. Die Götter zertrümmerten den Stamm des Baumes und zerstörten damit die Einheit der Menschen.

Die Ähnlichkeit dieser beiden Traditionen lässt vermuten, dass die Akhas früher im indischen Raum beheimatet waren oder durch Kontakte zu Völkern dieser Region Kenntnis von der Geschichte bekommen haben.

Auch von einem verlorenen Buch weiß Lothar SOMMERFELD zu berichten:

„Die Akhas besaßen ursprünglich ein Buch von Gott, in dem Gottes Wille für die Menschen aufgeschrieben war. Das Buch war eine beschriebene Büffelhaut. Auf ihrem Zug über die Berge wurden die Lebensmittel knapp und die Haut wurde gegessen. Seitdem ist das Buch für die Menschen verloren.“9

Vermutlich handelt es sich bei dieser Episode um eine Variante der schon w.o. erwähnten Erzählung von den Büchern aus Büffelhaut, die die Menschen nach dem Fortgang ihrer Herrscher aufgegessen hatten, um die darin enthaltene Weisheit inwendig zu haben.

Don RICHARDSON erzählt in seinem Werk „Ewigkeit in ihren Herzen“ von den „Völkern des verlorenen Buches“11, die gleich den Akhas das Wissen über den Besitz eines Buches aufbewahrt haben, in dem der Wille Gottes aufgeschrieben war, und das ihnen vor langer Zeit verloren ging. Neben den Karen, den Kachin, den Lahu und Lisu und einigen weiteren Völkern, die u.a. in Nordthailand ihren Lebensraum haben, können also auch die Akhas, die bei RICHARDSON unerwähnt bleiben, zu den Völkern des verlorenen Buches gezählt werden.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass ihre Überlieferungen Anklänge an die Genesis enthalten. Woher haben diese Menschen das Wissen um einen Himmelsgott und Schöpfer des Universums, vom Sündenfall, von einer großen Flut und einem Turmbauprojekt, das die soziale und sprachliche Einheit der Menschheit zerstörte? Die von vielen Theologen und Ethnologen vertretene Missionarshypothese besagt, dass jene Völker irgendwann in der Vergangenheit Besuch von Missionaren bekommen hätten, aus diesem Grunde seien den Menschen diese Geschichten in der Erinnerung geblieben. Aber warum sind ihnen dann nicht auch andere Begebenheiten aus der Bibel bekannt, vor allem Ereignisse aus dem Neuen Testament? Dass die Übereinstimmungen nur bis zum Turmbau reichen, spricht eher für eine Erklärung im Sinne des biblisch-heilsgeschichtlichen Ansatzes: Die ersten Kapitel der Bibel (Genesis 1-11) bezeugen einen gemeinsamen Ursprung aller Völker und eine einheitliche Geschichte bis zum Turmbauereignis. Erst danach kam es zur Aufsplitterung der Menschheit. Demnach ist zu erwarten, dass es eine – zumindest fragmentarische – Erinnerung von dem gemeinsamen Anfang in den Erzählungen der Völker geben müsste. Dies ist tatsächlich der Fall: Während Johannes RIEM 1925 über 300 Sintflutsagen aus aller Welt veröffentlichte, konnte Hermann LÜKEN bereits 1856 Sagen und Legenden verschiedener Völker zu den wichtigsten Ereignissen der biblischen Urgeschichte zusammentragen. Erwartungsgemäß stimmen diese Erinnerungen nicht in jedem Detail mit der biblischen Entsprechung überein, sondern sind vielfach vom Geister- und Dämonenglauben durchsetzt und den lokalen Gegebenheiten ihres Verbreitungsraumes angepasst (wobei vor allem bei den Flutberichten sicher einige nicht mit dem biblischen Sintflutereignis korreliert werden können, sondern eine lokale Überschwemmung meinen), aber sie lassen in ihren Ähnlichkeiten den gemeinsamen Ursprung erkennen, vor allem dort, wo ein Volk sowohl den biblischen Sintflutbericht als auch die Turmbauüberlieferung kennt und um die Existenz einer Ursprache weiß. Die Bibel bezeugt, dass das Ausbreitungsgebiet der Menschheit bis zur Zeit des Turmbaus nur einen eng begrenzten Raum umfasste (damals Sumer/Mesopotamien, heute ungefähr das Staatsgebiet des heutigen Irak). Erst nach dem in Gen 11 bezeugten Ereignis kam es zur Sprachenverwirrung und zur Aufteilung der Menschheit über den gesamten Planeten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass das Entstehen der großen Weltzivilisationen in einer aufgrund der biblischen Überlieferung zu erwartenden zeitlich abgestuften Reihenfolge verlief: In Sumer/Mesopotamien findet sich die älteste bekannte Kultur, dann folgen Ägypten, Indien, China, Japan, das Reich der Maya und das der Inka) Die Verträglichkeit der Entstehungsfolge der großen Kulturen mit dem biblisch-heilsgeschichtlichen Ansatz sowie die Existenz von Überlieferungen, die mit Inhalten von Genesis 1-11 übereinstimmen, stellen ein Indiz dar für die historische Zuverlässigkeit der biblischen Überlieferung.

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Ursprungssagen der Fayu in West-Papua (Neuguinea)


Im April 2005 erschien in einem säkularen Verlag12 die Selbstbiographie von Sabine KUEGLER, die als Kind deutscher Missionare im Dschungel von West-Papua (Neuguinea) bei den „Fayu“ aufwuchs, einem Stamm, der im 20. Jahrhundert kulturell noch auf der Stufe der Steinzeitmenschen gestanden hat. Man entdeckte die Fayu erst 1978 in einem schwer zugänglichen Teil des Dschungels von Neuguinea, den man nur auf dem Wasser oder durch die Luft erreichen kann. Bis vor kurzem lebten sie dort in ständiger Feindschaft mit Nachbarstämmen. Angst vor blutigen Fehden und vor Racheaktionen und Überfällen sowie Geisterglaube, Mord und Kannibalismus bestimmten den Alltag dieser Menschen, bevor sie das Evangelium annahmen und Christen wurden. Ihre ethnische Herkunft liegt bis heute im Dunkeln, ihre Sprache ist mit keiner der sonst auf dieser Insel bekannten Sprachen verwandt.

In mündlichen Überlieferungen erzählen sich die Fayu von ihrem Ursprung, und der erstaunte Zuhörer wird plötzlich mit Geschichten konfrontiert, die er von der Bibel kennt:

„Vor langer Zeit gab es ein großes Dorf, mit vielen Menschen, die alle nur eine Sprache hatten. Diese Menschen lebten in Frieden. Doch eines Tages kam ein großes Feuer vom Himmel, und plötzlich gab es lauter verschiedene Sprachen. Nur jeweils ein Mann und eine Frau sprachen dieselbe Sprache, mit den anderen konnten sie sich nicht mehr verständigen. Sie wurden über die ganze Erde verstreut.“13

In dieser Überlieferung finden sich – ähnlich wie bei der Turmbausage der Akhas – mehrere Elemente wieder, die von der Erzählung aus Gen 11 bekannt sind: 1. Die soziale und sprachliche Einheit aller Menschen, 2. Ein einschneidendes Ereignis, das die Aufspaltung der Ursprache in viele verschiedene Sprachen zur Folge hatte, so dass die Menschen sich nicht mehr verstanden, und 3. Die Verteilung der Menschheit über die gesamte Welt.

Nach der Sprachenverwirrung und der Zerstreuung der Menschen über die Erde folgt in der Tradition der Fayu eine weitere Geschichte, die aus der Genesis bekannt ist: die Sintflutüberlieferung. Sollte es sich bei der Fayu-Version nicht nur um den Bericht über eine lokale Katastrophe handeln, sondern um die Erinnerung an das biblisch bezeugte globale Flutereignis, dann ist in ihrer Tradition die Reihenfolge vertauscht, was aber bei aller Erfahrung mit mündlichen Überlieferungssträngen nicht unbedingt verwundern muss und keinesfalls als ein Indiz gegen die Authentizität ihres Kerns gewertet werden muss. Folgen wir der Sintflutüberlieferung der Fayu. Es ist die Geschichte von Bisa und Beisa:

„Unter den Verstreuten waren auch ein Mann und eine Frau, die Bisa und Beisa hießen. Sie sprachen die Sprache der Fayu. Nachdem sie tagelang gelaufen waren, um ein neues Heim zu finden, gelangten sie zu einem Urwald. Da fing es an zu regnen – tage- und wochenlang. Das Wasser stieg immer höher.
Bisa und Beisa bauten sich ein Kanu und nahmen viele Tiere auf. ... Das Wasser stieg, bis alle Bäume versunken waren. Alles kam in den Fluten um! Bisa und Beisa und die Tiere, die sie in ihrem Kanu hatten, waren die Einzigen, die noch am Leben waren.
Nach vielen Tagen, als sie die Hoffnung schon aufgegeben hatten, stießen sie plötzlich auf Land. Sie stiegen mit ihren Tieren aus dem Boot und fanden sich auf einem kleinen Hügel wieder. Vor sich sahen sie eine Höhle, die ins Innere der Erde führte. Erleichtert krochen sie hinein und fanden den ersehnten Schutz.
Bald darauf hörte es auf zu regnen, und das Wasser verschwand. Die Tiere schwärmten aus in den Urwald, doch Bisa und Beisa blieben in der Höhle und bauten sich ein Heim, bekamen Kinder, die wiederum Kinder bekamen, bis sie zu einem großen Stamm heranwuchsen. Sie nannten sich die Fayu.
Bisa und Beisa leben noch heute dort, aber nicht in menschlicher Gestalt. Sie haben sich verewigt, indem sie zu Stein wurden. Es sind die großen Steine an der Höhle. Rücken an Rücken sitzen sie, und wenn die Fayu Probleme haben, gehen sie zu ihnen, setzen sich daneben und erzählen ihnen ihre Sorgen.“14

Ein Vergleich mit Gen 6-9 zeigt, dass sich in der Flutsage der Fayu drei der wichtigsten Elemente aus der biblischen Sintflutüberlieferung wiederfinden: 1. Ein großer Regen zerstört alles bis auf einige wenige Menschen (in diesem Fall zwei). 2. Die Menschen überleben in einem Schiff (Boot). 3. Tiere werden mit auf das Boot genommen, damit auch sie die Katastrophe überleben können.

Welche Schlussfolgerungen können aus dem Befund gezogen werden, dass ein Steinzeitvolk – auf einer pazifischen Insel in einem fast unzugänglichen Dschungel und weit entfernt von jeder Zivilisation – zwei der wichtigsten Episoden der biblischen Urgeschichte kennt? Wenn die Missionarshypothese ausgeschlossen werden kann, wofür es überzeugende Gründe gibt (s.o.), dann bietet sich als plausible Erklärung die Erinnerung an einen gemeinsamen Ursprung aller Völker an. Evolutionstheoretiker behaupten, dass die Menschheit eine allmählichen biologische, kulturelle und religiöse Entwicklung durchlaufen habe, aber Gott hat das Wissen um unsere wahre Geschichte in der Erinnerung der Völker aufbewahrt. Sie stimmt – abgesehen von lokalen Varianten – in ihrem Kern mit den Aussagen der biblischen Urgeschichte überein. Damit erweist sich die Bibel als eine zuverlässige Quelle über unsere Vergangenheit.

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Abschließender Kommentar


Die Forschung nach den Ursprüngen der Menschheit ist nicht beendet und auch die Suche nach neuen Sintflut-, Turmbau- und Ursprachesagen wird weitergehen. Wie die in diesem Bericht gezeigten Beispiele zeigen, tragen auch die neusten Entdeckungen dazu bei, das Bild über unsere Vergangenheit abzurunden. Dabei erweisen sich die ermittelten Fakten als Indiz für die Richtigkeit des biblisch-heilsgeschichtlichen Ansatzes mit den in der Urgeschichte bezeugten Ereignissen von Sintflut, Turmbau und Ursprache. Es hat sich gezeigt, dass es neben den Ethnologen vor allem die Missionare sind, die eine wertvolle Arbeit leisten. Sie helfen mit ihren Entdeckungen, unsere auf den Aussagen der Heiligen Schrift basierende Vergangenheit immer besser zu verstehen und die Historizität der biblischen Urgeschichte zu untermauern.

Dank und Bitte: Ich bedanke mich bei Lothar SOMMERFELD, Thailand, für Informationen und Korrekturlesen. Ohne seine Mitarbeit wäre der Bericht in der vorliegenden Fassung nicht zustande gekommen. Julian KORTH, Porta-Westfalica, danke ich für das Foto von den Akhas. Ich bitte alle Leser, die Flut-, Turmbau- und Urspracheüberlieferungen kennen oder von Missionaren bzw. Ethnologen wissen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, die Studiengemeinschaft WORT UND WISSEN darüber zu informieren, damit wir unsere Sammlung relevanter Geschichten weiter ausbauen können.

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Anmerkung


  1. siehe Hartmann (1999).
  2. Im genannten Buch ist aus redaktionellen Gründen nur ein Teil der Sagen publiziert. Die vollständige Sammlung ist in der Geschäftsstelle der Studiengemeinschaft WORT UND WISSEN erhältlich.
  3. Don RICHARDSON berichtet in seinem Buch „Ewigkeit in ihren Herzen“, dass Anfang des 20. Jahrhunderta evolutionistisch orientierte Ethnologen die sog. primitiven Völker erforschten und dort – analog zu den philosophischen Paradigmen des 19. und 20. Jahrhunderts – nach Indizien für eine Evolution der Religionen (vom Animismus über den Polytheismus bis zum Monotheismus) gesucht haben. Zu ihrer großen Überraschung stellten sie fest, dass bei den meisten dieser Völker nicht der Glaube an Naturgeister (Animismus) die älteste Religion darstellt, sondern der Monotheismus (die Überzeugung von der Existenz eines einzigen allmächtigen Gottes, der Himmel und Erde erschaffen hat). RICHARDSON schreibt, dass „90% der Urreligionen auf dieser Welt von monotheistischen Anschauungen durchsetzt sind“ (a.a.O. S. 59).
  4. Persönliche Mitteilung Lothar SOMMERFELD, Thailand, Missionar unter den Akhas. Einige inhaltliche Aussagen über den Ursprung der Akhas differieren von Stammgruppe zu Stammgruppe. Bei den folgenden Informationen folge ich den Ausführungen aus „The Akha – Guardians of the Forest“ (GOODMAN 1997), S. 67ff.
  5. a.a.O. S. 67f.
  6. a.a.O. S. 68
  7. a.a.O. S. 70
  8. Lothar SOMMERFELD, persönliche Mitteilung.
  9. HARTMANN (1999), S. 20f.
  10. RICHARDSON (1988), 2. Kapitel.
  11. KUEGLER S (2005) Dschungelkind. Droemersche Verlagsanstalt, München.
  12. a.a.O. S. 281
  13. a.a.O. S. 281ff.
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Literatur


HARTMANN, Fred (1999)
Der Turmbau zu Babel – Mythos oder Wirklichkeit? Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart.
RICHARDSON, Don (1988)
Ewigkeit in ihren Herzen. Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell, 3. Auflage.
GOODMAN, Jim (1997)
The Akha – Guardians of the Forest. Asian Firm Distributors, Limited, Teakhouse, New Zealand.
KUEGLER, Sabine (2005)
Dschungelkind, Droemersche Verlagsanstalt, München.
RIEM, Johannes (1925)
Die Sintflut in Sage und Wissenschaft. Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg.
LÜKEN, Hermann (1856 / 1869)
Die Traditionen des Menschengeschlechts. Aschendorff’sche Buchhandlung, Münster.

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Letzte Änderung: 11.07.2007
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