Anmerkungen

  1. Selbst wenn Gen 1 und 2 ursprünglich literarisch getrennt gewesen wären, bliebe die Möglichkeit uneingeschränkt erhalten, daß der Schreiber von Gen 2 das Zeugnis von Gen 1 voraussetzt und nicht unabhängig davon schreibt.
  2. Die Bedeutung des Waw-Konsekutiv-Imperfekts muß nach dem Zusammenhang bestimmt werden (McDowell). Neben Gen 2,19 gibt es eine Reihe weiterer gleichartiger Satzkonstruktionen im AT, in denen der Textzusammenhang ebenfalls eine Wiedergabe durch den Plusquamperfekt fordert. So z. B. Josua 2,22: Nachdem die Kundschafter Israels durch die Hilfe der Hure Rahab aus Jericho entkommen konnten, heißt es dort:
    "Sie aber gingen weg und kamen aufs Gebirge und blieben drei Tage dort, bis die zurückgekommen waren, die ihnen nachjagten. Denn sie hatten sie gesucht auf allen Straßen und doch nicht gefunden." Eine Übersetzung durch "Und sie suchten sie... und fanden sie nicht" trifft den Sinn nicht. Die Satzkonstruktion ist hier identisch mit der Konstruktion in Gen 2,18f.

Literatur in Auswahl

  • Külling, S. "Die sog. zwei Schöpfungsberichte in 1. Mose 1 und 2." In: Bibel und Gemeinde April-Juni 1976, S. 217 – 220.
  • McDowell, J. & Stewart, D. Antworten auf skeptische Fragen. Asslar 1991. (dort zahlreiche weitere Literaturangaben)
  • Pohl, A. "Der Schöpfungshymnus der Bibel." In: Stimmen der Zeit 84 (1958/59), 252-266.
  • Westermann, C. Genesis. Biblischer Kommentar zum Alten Testament. Neukirchen-Vluyn 1974.