Anmerkungen

Bernhard Knieß, Jahrgang 1960, studierte an der Freien Theologischen Akademie in Seeheim und Gießen. 1985 wurde er als Lehrer für Altes und Neues Testament an die Bibelschule Bergstraße nach Seeheim berufen (seit 1990 in Königsfeld/Schwarzwald) und ist dort seit 1987 Studienleiter.

  1. Vgl. hierzu Otto Eißfeldt, Einleitung in das Alte Testament, 3. Aufl., (Tübingen, Mohr), S. 185-216. N.E. Wagner, "Pentateuchal Criticism: No Clear Future", Canadian Theological Journal 13(1967), 225-232. R.K. Harrison, Introduction to the Old Testament, 3. Aufl. (Grand Rapids: Eerdmans, 1969), S. 3-82. Claus Westermann, Biblischer Kommentar zum Alten Testament, Genesis I (Neukirchen, 1974), S. 752-802. Hier findet der Leser eine Fülle von Literatur über die historisch-kritische Meinung zur Entstehung des Pentateuch, sowie einen guten Überblick über die Lage der Pentateuchforschung bis Anfang der 70er Jahre. Gordon F. Wenham, "Trends in Pentateuchal Criticism since 1950", Tyndale Students Fellowship Bulletin 7(1974),1-6. Hans-Joachim Kraus, Die Geschichte der historisch-kritischen Erforschung des Alten Testaments, 3. erw. Aufl. (Neukirchen Vluyn, 1982). John William Rogerson und Bernd Jörg Diebner, "Bibelwissenschaft I,2 - Geschichte und Methoden", TRE VI, S. 346-374, bes. Lit. S. 371-374. Eine exzellente Übersicht bis in die jüngste Zeit bietet C. Houtman, Der Pentateuch. Die Geschichte seiner Erforschung neben einer Auswertung (Kampen: Pharos, 1994), S. 7-342. Erich Zenger (Hg.), Einleitung in das Alte Testament (Stuttgart/Berlin/Köln, 1995), S. 61-75.
  2. z.B. Gnostiker, Markioniten, Manichäer, der jüdische Abtrünnige Chiwi al Baalkhi im 9. Jh. in Afghanistan.
  3. z.B. Celsus im 2. Jh., Porphyrius im 3. Jh.
  4. z.B. Ibn Chazm im 11. Jh. in Cordoba.
  5. Der jüdische Gelehrte Ibn Esra (1167 n.Chr.) betrachtete Gen. 12,6 als nachmosaisch.
  6. Karlstadt (1520 n.Chr.) postulierte aufgrund der stilistischen Nähe des Berichts vom Tod Moses (Dtn 34,5-12) mit dem übrigen Dtn einen von Mose verschiedenen Verfasser.
  7. Der engl. Philosoph Thomas Hobbes betrachtete lediglich Dtn 11-27 als mosaisch (vgl. 2Kön 22-23).
  8. 1655 veröffentlichte Isaak de la Peyrère eine Theorie über nicht-mosaische Teile des Pentateuch.
  9. 1670 betrachtet Baruch Spinoza Mose zwar als Schriftsteller und Gesetzgeber, den Pentateuch aufgrund seiner Komplexität und Heterogenität als eine erst von Esra besorgte Zusammenstellung bzw. Redaktion vieler Sammlungen und Überlieferungen.
  10. Für Richard Simon (1678) verunmöglichen Divergenzen zwischen einzelnen Rechtskorpora, Widersprüche, Dopplungen und Sprachunterschiede in den Erzählungen einen einheitlichen Verfasser. Mose habe zwar einiges selbst verfaßt, aber auch auf vorhandenes Material zurückgegriffen. Nach Mose sei in Schreibschulen weitergearbeitet worden. Die Endgestalt des Pentateuch stamme von Esra.
  11. Zwar interpretierte H. B. Witter bereits 1711 den Wechsel der Gottesnamen als Kriterium für unterschiedliche Herkunft eines Textteiles, doch blieb seine Beobachtung zunächst ohne Wirkungsgeschichte.
  12. Seine bahnbrechenden Arbeiten sind "Die Composition des Hexateuchs" (1876-77) und "Prolegomena zur Geschichte Israels" (1878).
  13. Vgl. Ferdinand de Saussure, Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, 6. Aufl. [= 2. Auflage 1967], (Berlin: de Gruyter, 1982). J.W. Apresian, Ideen und Methoden der modernen strukturellen Linguistik (Berlin, 1971). Roland Barthes, Analyse structurale et exegèse biblique, Essais 'interprétation (Neuchâtel, 1972). Erhardt Güttgemanns und Uwe Gerber, Linguistische Theologie (Bonn, 1972). Kritisch äußerten sich Robert A. Spivey, "Structuralism and Biblical Studies: The uninvited Guest", Interpretation 28(1974), 133-145 und Richard Jakobsen, "The Structuralists and the Bible", Interpretation 28(1974), 146-164. M. van Esbroeck, Hermeneutik, Strukturalismus und Exegese (München: Kösel, 1974). H.C. White, "French Structuralism and Old Testament Narrative Analysis Roland Barthes", Semeia 3(1975), 99-127.
  14. Vgl. Houtman, a.a.O., S. 162. Den Standpunkt der Bibelkommission vertrat z.B. mit großem Eifer die von G. Hoberg herausgegebene 5. Auflage von F. Kaulen, Einleitung in die Heilige Schrift II (Freiburg i. Br., 1913), S. 9ff. Houtman schreibt auf S. 163: "Nach dem Aufkommen eines eher liberalen Klimas durch die Enzyklika Divino Afflante Spiritu (1943) sowie durch den Brief der päpstlichen Bibelkommission an den Kardinal Suhard im Jahre 1948, in dem Ausweitungen und Anpassungen der mosaische Gesetze auch nach der Zeit Moses zugestanden wurden, wurde die Linie der römisch-katholischen Bibelwissenschaft vor 1906 wieder aufgenommen, so daß die Quellentheorie an Einfluß gewann."
  15. Oswald T. Allis, The Five Books of Moses. A Reexamination of the Modern Theory that the Pentateuch is a Late Compilation from Diverse and Conflicting Sources by Authors and Editors Whose Identity is Completely Unknown, 2. Aufl. [1943], (Philadelphia: The Presbyterian and Reformed Publishing Company, 1949), 355 S. sowie The Old Testament: Its Claims and Its Critics (Nutley / New Jersey, 1972).
  16. Edward Joseph Young, An Introduction to the Old Testament (Grand Rapids, 1949; revised Edition 1960).
  17. Gleason L. Archer, Einleitung in das Alte Testament, Bd. 1, Übersetzung aus dem Amerikanischen [1964/74], (Bad Liebenzell, VLM, 1987).
  18. Wilhelm Möller, Die Einheit und Echtheit der 5 Bücher Moses (Bad Salzufflen, 1931) sowie Grundriß für alttestamentliche Einleitung (Berlin, 1958).
  19. Harold Marcus Wiener, Essays in Pentateuchal Criticism (London, 1910) sowie Pentateuchal Studies (London, 1912). Vgl. Houtman, a.a.O., S. 165f.
  20. Moses Hirsch Segal, The Pentateuch its Composition and its Authorship and other Biblical Studies (Jerusalem, 1967). Vgl. Houtman, a.a.O., S. 168.
  21. Vor allem in den Einleitungen zu seinen Pentateuchkommentaren ab 1940. Vgl. Houtman, a.a.O., S. 156f.
  22. Gerhard Charles Aalders, Oud-Testamentische Kanoniek (Kampen, 1952). Vgl. Houtman, a.a.O., S. 159.
  23. Roland Kenneth Harrison, Introduction to the Old Testament (Grand Rapids, 1969). Vgl. Houtman, a.a.O., S. 159f.
  24. Albert Sanda, Moses und der Pentateuch (Münster, 1924). Vgl. Houtman, a.a.O., S. 163.
  25. Johannes Nickel, Die Pentateuchfrage (Münster, 1921) sowie Grundriß der Einleitung in das Alte Testament (Münster, 1924), S. 59ff. Vgl. Houtman, a.a.O., S. 163.
  26. Das Folgende in Anlehnung an Erich Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament. Studienbücher Theologie (Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer, 1995), S. 69-73, der nur fünf Trends unterscheidet, indem er konservative Positionen ignoriert.
  27. Die Behandlung der synchronen Ansätze basiert hauptsächlich auf einem Schreiben von Drs. Walter Hilbrands (FTA-Gießen) an den Autor vom 6. Mai 1998, da Zenger den synchronen Ansatz nur kurz erwähnt.
  28. W.H. Green, The Higher Critics of the Pentateuch (1895; Nachdruck mit einer Einleitung von R. Youngblood, Grand Rapids, 1978) ders. The Unity of the Book of Genesis (1895; Nachdruck mit einer Einleitung von R. Youngblood, Grand Rapids, 1979).
  29. Samuel R. Külling, Fundamentum 3(1981), 30-47 und Cleon Rogers, "Die Entstehung des Pentateuch" in: Fundierte Theologische Abhandlungen, Bd. 3 (Wuppertal: Verlag der Schriftenmission, 1985), 7-63.
  30. Das Folgende mit Houtman, a.a.O., S. 156, Fußnote 93.
  31. H.J. Koorevaar, De Post-Mosaica in het boek Genesis (Dissertation an der Evangelische Theologische Faculteit in Heverlee, 1986) sowie zwei Vorträge für die Facharbeitsgruppe Altes Testament des Arbeitskreises für Evangelikale Theologie in Hattingen und zwar am 13.3.1995 mit dem Titel: Das Mittelbild: die Bücher Exodus - Leviticus - Numeri als literarische Einheit und am 10.3.1997 mit dem Titel: Mose und die Verfasserschaft des Pentateuch: die kanonische Datierung des Gesetzes. Darüber hinaus hat Dr. Koorevaar freundlicherweise dem Autoren in einem Brief vom 27.5.1998 ausführlich seine eigene Position geschildert und den Abschluß seiner Arbeiten zu diesem Thema für das Jahr 2000 angekündigt, aus dem voraussichtlich einige Veröffentlichungen resultieren werden, auf die man schon sehr gespannt sein darf.
  32. Vgl. Houtman, a.a.O., S. 423-427. Zu der Position Gipsens ebd. S. 160f. Gipsen sieht die Endredaktion des Pentateuch jedoch erst bei den Männern Hiskias, Houtman sogar erst im 6. Jh. v. Chr.