Anmerkungen

Bernhard Knieß, Jahrgang 1960, studierte an der Freien Theologischen Akademie in Seeheim und Gießen. 1985 wurde er als Lehrer für Altes und Neues Testament an die Bibelschule Bergstraße nach Seeheim berufen (seit 1990 in Königsfeld/Schwarzwald) und ist dort seit 1987 Studienleiter.

  1. E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament (Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer, 19983), S. 88-103 erwähnt nur noch die Argumente 3-8.
  2. C.F. Keil, Lehrbuch der historisch-kritischen Einleitung in die kanonischen (seit 1859: und apokryphischen) Schriften des AT, 3. Aufl. (Gütersloh: 1873). W. Möller, Die Einheit und Echtheit der 5 Bücher Moses (Bad Salzufflen: 1931) sowie Einleitung in das Alte Testament (Zwickau: 1934). O.T. Allis, The Five Books of Moses, [1943] (Philadelphia: 1949²). E.J. Young, An Introduction to the Old Testament (Grand Rapids/Michigan: 1954²). M.F. Unger, Introductory Guide to the OT (Grand Rapids: 1956²), R.K. Harrison, Introduction to the Old Testament (Grand Rapids: 1973), G.L. Archer, Einleitung in das Alte Testament, Amerik. Origialtitel: Old Testament Survey [1964/74] (Bad Liebenzell: 1987). S.R. Külling, Zur Datierung der Genesis P-Stücke (Dissertation: Kampen: 1964) sowie Fundamentum 3(1981), S. 30-47 (bes. Literaturverzeichnis S. 44-47); C. Rogers, "Die Entstehung des Pentateuch", Fundierte Theologische Abhandlungen, Bd. 3, (Wuppertal: 1985), S. 7-63.
  3. B. Jacob, Das erste Buch der Tora, Genesis übersetzt und erklärt (Berlin: 1934 / New York: 1974). Jacob behandelt die kritische Meinung sehr ausführlich und bringt starke Beweise dagegen, obwohl er die mosaische Verfasserschaft ablehnt. C.H. Gordon, "Higher Critics and Forbidden Fruit", Christianity Today 4(1959). Der jüdische Gelehrte Gordon, der sich nach dem 2. Weltkrieg aus wissenschaftlichen Gründen von der Quellenscheidungstheorie distanzierte, behauptet in diesem Artikel, daß niemand die veraltete Quellentheorie aufgeben will, da diese Theorie immer noch Kriterium interkonfessioneller akademischer Anerkennung ist. Gordon versucht dann anhand der Archäologie die verschiedenen Schwächen der Quellentheorie aufzudecken. U. Cassuto, The Documentary Hypothesis and the Composition of the Pentateuch (Jerusalem: 1961) sowie A Commentary on the Book of Genesis I-II (Jerusalem: 1961-64) bestreitet vehement die argumentative Basis der Quellentheorie und vertritt die Einheit des Pentateuch. Als Entstehungszeit postuliert er die davidisch-salomonische Ära. M.H. Segal, The Pentateuch its Composition and its Authorship and other Biblical Studies (Jerusalem: 1967) wendet sich ausführlich gegen die Quellentheorie und vertritt die Position, daß der Pentateuch im großen und ganzen auf Mose zurückgeht.
  4. B.D. Eerdmans, Alttestamentliche Studien I-IV (Gießen: 1908-1912) wies in einer sehr detaillierten Prüfung der Quellentheorie auf viele Schwachpunkte hin. F. Dornseiff, Kleine Schriften I (Berlin: 1959), S. 203-329 wendet sich in seinen Untersuchungen gegen die Kriterien der Quellenscheidung und vertritt die Einheit des Pentateuch. R. Rendtorff, Das überlieferungsgeschichtliche Problem des Pentateuch (BZAW 147) (Berlin/New York: 1977); vergleiche dazu auch Journal for the Study of the Old Testament 3(1977) sowie R. Rendtorff, Das Alte Testament. Eine Einführung, (Neukirchen-Vluyn: 1983), der die Vier-Quellentheorie als unhaltbar ablehnt. R.N. Whybray, The Making of the Pentateuch. A Methodological Study (Sheffield: 1987) greift die Grundlagen der Quellentheorie an und lehnt auch andere auf Literarkritik beruhende Konzeptionen der Pentateuchentstehung ab. Für ihn ist der Pentateuch das Werk eines Autors aus dem 6. Jhdt. v. Chr. (Näheres bei Houtman, S. 236ff.240.) C. Houtman, Der Pentateuch. Die Geschichte seiner Erforschung neben einer Auswertung (Kampen: 1994) schließt nach ausführliche Diskussion auf S. 419: "Im Lichte obengenannter Betrachtungen meinen wir behaupten zu können, daß die Quellentheorie keine befriedigende Antwort auf die Entstehung des Pentateuch zu leisten vermag."
  5. Vgl. den ersten Teil meiner Artikelserie in W+W-Disk-Beitr. 3/97: Das Zeugnis der Bibel.
  6. Konservative Gelehrte wie Young, S. 64f., 77f., 95f., 106f. bestreitet z.B. daß Gen 12,6; 13,7.18; 14,14; 22,14; 23,19; 36,31; Ex 6,26f; Dtn 1,1 spätere Ergänzungen seien. Ähnlich zurückhaltend äußert sich Möller, Grundriß für alttestamentliche Einleitung (Berlin: 1958), S. 30, 40f., 103ff.
  7. Vgl. H.J. Koorevaar, De Post-Mosaica in het boek Genesis (Dissertation: Evangelische Faculteit in Heverlee, 1986). Er bestreitet mit Ausnahme von 5Mo 34,5-12 jegliche Existenz von Postmosaica im Pentateuch.
  8. U. Cassuto, Commentary on Genesis, Bd. II, S. 327.
  9. Young, S. 64 geht von der Verschiedenheit der Orte aus. Vgl. auch B.S.J. Isserlin, "Israelite and Pre-Israelite Place Names in Palestine. A Historical and Geographic Sketch", PEQ 1957, S. 133-44, wo nachgewiesen wird, daß des öfteren gleichlautende Namen für verschiedene Plätze verwendet wurden, s. Houtman, S. 344. Vgl. auch die 33 Orte namens "Neustadt" in der BRD.
  10. Unger, S. 262 und D. Kidner, Genesis, Tyndale Old Testament Commentary (London: 1968), S. 16.
  11. Vgl. Unger, S. 263 und H.C. Leupold, Exposition of Genesis, Bd. 2 (Grand Rapids: 1959), S. 944.
  12. Young, S. 107f. Vgl. Houtman, S. 345.
  13. J.P.U. Lilley, "By the River-Side", VT 28 (1978), S. 165-71. Houtman, S. 345.
  14. Die Wiedergabe von "'anaw" mit "gebeugt sein" (vor Demut oder vor Last [!]) oder "geplagt sein" ist auch nach KAI Nr. 202,2 möglich und aufgrund der Etymologie, der Wortbedeutung und auch des Kontextes näherliegend, zumal ein Komparativ von "'anaw" in der Bedeutung "demütig" bisher nicht nachweisbar ist.
  15. Zenger, S. 89 verweist zusätzlich auf den Wechsel der Gottestitel El Eljon/El Shaddaj/El Olam usw. und die Erscheinungsweisen Gottes als Engel des Herrn oder drei Männer.
  16. C. Westermann, Genesis, BK I.1, 3. Aufl., (Neukirchen: 1983), S. 770.
  17. G.H.A. Ewald, Die Komposition der Genesis, § 37 (Braunschweig: 1823). Jacob, S. 197 u.a.; Cassuto, S. 15-41. Allis, S. 23-29.
  18. Segal, S. 8ff., 103ff., 120f. D.J. Slager, "The Use of Divine Names in Genesis", BiTr 43(1992), S. 423-429.
  19. Vgl. Houtman, 380. Er nennt auf S. 381-383 noch einen textkritischen Einwand gegen das Kriterium der Gottesnamen (Dahse, Wiener, Engnell) sowie weitere praktische Schwierigkeiten in der Anwendung des Kriteriums, die deutlich machen, "daß die Gottesnamen den Forscher jedenfalls nicht befähigt, auf einfache Weise Quellen abzugrenzen".
  20. Zenger, S. 90f.
  21. Vgl. die Ausführungen in konservativen christlichen und jüdischen Kommentaren zur Genesis. Außerdem die grundsätzliche Bestreitung der Dubletten/Tripletten bei Cassuto, S. 69ff; Segal, S. 20f., 32f., 47; G. Chr. Aalders, Short Introduction to the Pentateuch (London: 1949), S. 86ff u.a. Einen guten Überblick über die Einzelprobleme bietet R. Junker, Leben durch Sterben? Schöpfung, Heilsgeschichte und Evolution (Neuhausen-Stuttgart: 1994), S. 206-208.
  22. Houtman, S. 407.
  23. So Cassuto, S. 82; Houtman, S. 407-410.
  24. Westermann, S. 772ff.; ähnl. S. Mowinckel, Erwägungen zur Pentateuch Quellenfrage (Oslo: 1964), S. 25, 61f.
  25. Zenger, S. 91 nennt 1) die Ursache der Flut, 2) die Tiere in der Arche, 3) die Dauer der Flut, 4) die Art der Flut und 5) das Herausgehen Noahs aus der Arche. R. Smend, Die Entstehung des Alten Testaments (1981²), S. 41 läßt den ersten, Westermann, S. 534f den ersten und den letzten Widerspruch fallen.
  26. So Zenger, S. 91. Smend, S. 41 zählt nur elf, Westermann, S. 535 nur noch acht Dubletten.
  27. Jacob, S. 183-272. Vgl. dazu auch J.A. Emerton, An Examination of some attempts to defend the unitiy of the flood narrative in Genesis, in: VT 37(1987), S. 401-420 (Part I) und VT 38(1988), S. 1-21 (Part II).
  28. Exemplarisch seien zwei Widersprüche erklärt: 1) Über die Anzahl der Tiere in der Arche bemerkt Jacob, S. 196,198f: Gen 6,19f nennt die Tiere als in der Arche Mitzunehmende und zu Speisende, die die Flut überleben und die Schöpfung erhalten werden. In Gen 7,2f bestimmt die Qualifizierung der Tiere als rein und nicht rein diese als Opfergabe, die Noah nach der Flut bringen wird (8,20). 2) Bezüglich der Dauer der Flut kommt Jacob, S. 229-235 nach tiefgehender Untersuchung zu folgendem wohlfundiertem Ergebnis: "Der Regen dauerte, nach 7tägiger Vorherverkündigung am 40. Tage des Jahres, 40 Tage. Die fühlbare Abnahme der Wasser begann 150 Tage nach Beginn des Regens, also hatten die Wasser 110 Tage über den Bergen gestanden, bis sie soweit gefallen waren, daß die Arche (am 17. VII.) festsaß. 110 ist = 40 + 70. Die Erde ist völlig trocken und Noah verläßt die Arche am 27.II., d.i. nach 220 Tagen, also der doppelten Zeit, 220 ist = 2 x (40 + 70). Mit anderen Worten: 40 + 70 Tage dauert es (nach 40 tägigem Regen), bis Noah Land spürt, 2 mal 40 + 70, bis er wieder Land betritt. Damit ist das Problem <die Chronologie der Sintflut> gelöst. Durchsichtiger und folgerichtiger konnte keine Berechnung sein. Sämtliche Angaben des Textes stimmen widerspruchslos zusammen."
  29. Z.B. streng logischer Gesamtaufbau von 6,9-8,22. Bei der Beschreibung der Arche in 6,14-16: Beschränkung auf die notwendigste Information und die strenge Logik des Gedankengangs: a) Materialen, b) Maße, c) Beiwerk, d) innere Struktur. Bei der doppelten Chronologie: absolute Daten zur Fixierung des Anfangs und Endes der Flut, relative Daten zur Orientierung Noahs und der Seinen.
  30. Nach Jacob, S. 231-235 sind alle Summen und Daten von Anfang bis Ende nach den Zahlen 40 und 7 orientiert. Darüber hinaus ergibt die Abzählung der signifikanten Wörter der Fluterzählung (6,9-8,22) jeweils ein Vielfaches der Hauptzahl 12 (Noah, Arche, Wasser bzw. Flut, Erde kommen je 24x vor, das Wörtchen für Totalität 48x).
  31. Zenger, S. 93-101 behandelt diesen Punkt ausführlich und gibt zahlreiche Tabellen dazu an.
  32. O. Kaiser, Einleitung in das Alte Testament (Gütersloh: 1969), S. 69 schreibt: "Die Breite und Nüchternheit des Stils mit seiner definitorischen Genauigkeit, mit seiner Vorliebe für Chronologie und Genealogie lassen den Anfänger schon nach kurzer Übung den priesterlichen Anteil des Pentateuch mit einiger Sicherheit erkennen." In späteren Auflagen wurde diese Aussage zurückgenommen (s. z. B. 5. Aufl. 1984, S. 111).
  33. So schreibt z.B. O. Eißfeldt, Einleitung in das Alte Testament (Tübingen: 19643), S. 243: "Ein drittes Erkennungsmerkmal der einzelnen Schichten und Quellen ist die Verschiedenheit der Höhenlage ihrer religiösen und sittlichen, ihrer rechtlichen und politischen Anschauungen."
  34. Y.T. Radday, H. Shore, M.A. Pollatschek und D. Wickmann, "Genesis, Wellhausen and the Computer", ZAW 94 (1982), S. 467-481. Nach Radday, S. 269 beträgt die Wahrscheinlichkeit, daß mit seiner Methode Goethes Werke auch wirklich Goethe zugeschrieben würden, lediglich 22%.
  35. Ebd. S. 469 und 481.
  36. Die Verwendung von ani/anoki in ugaritischen Texten (um. ca. 1500 v.Chr.) widerlegt die frühere Annahme, wonach die kürzere Form ani für das späte P-Dokument (um 450 v.Chr.) charakteristisch sei. Vgl. hierzu C.L. Feinberg, "ani", Theological Wordbook of the Old Testament, ed. by R.L. Harris, G.L. Archer, B.K. Waltke (Chicago: 1981²), I, 57.
  37. F. Rienecker, Bibellexikon (Wuppertal: 197813), Sp. 946. Vgl. auch Fußnote 42.
  38. Eißfeldt, S. 246f.
  39. Westermann, S. 775.
  40. Nach Zenger, S. 102f.
  41. Ebd. 102 und 66ff.
  42. A. Bea, "Biblische Kritik und neuere Forschung", in: Stimmen der Zeit, 58. Jg., Heft 1 (Freiburg i. Breisgau: 1927); I. Engnell, Gamla Testamentet (Stockholm: 1945); K.H. Rabast, Die Genesis (Berlin: 1951); Young, a.a.O.; C.H. Gordon, Christianity Today (Washington: Nov. 1959) auszugsweise in BuG 3(1962). Gordon lehnt z.B. auch die moderne Voraussetzung ab, daß Prosa und Poesie sich nicht mischen könnten und von daher voneinander zu trennen und verschiedenen Zeiten zuzuweisen seien.