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WORT und WISSEN

Info 2/02 - Nr. 59/Juni 2002


Inhalt:



Einen recht denkwürdigen Abend erlebte ich kürzlich anläßlich eines Vortrags, den das Jugendwerk in Neuenstein bei Heilbronn veranstaltete. Es ging um das Thema "Stammt der Mensch von Adam ab?" Im Vorfeld wurden Bedenken geäußert: das sei ein emotionales Thema - ob es überhaupt gut sei, eine solche Veranstaltung durchzuführen? Wort und Wissen hat an manchen Orten leider keinen guten Ruf. "Wie könnt ihr nur solche Leute einladen?" - diese Frage mußte schon mancher Veranstalter im Vorfeld hören. Vorurteile sind oft schwer zu überwinden. Der verantwortliche Jugendwerk-Mitarbeiter hatte denn auch die Sorge, es könnte Unfrieden geben. Zum Vortrag kamen dann über 100 Besucher, darunter viele Schüler, aber auch einige Lehrer und Theologen.

Interessant und bemerkenswert war die anschließende Diskussion, die einiges von den vorab geäußerten Bedenken erahnen ließ. Ein Lehrer warf mir vor, die Bibel als Naturkundelehrbuch zu mißbrauchen. Ein weit verbreiteter Standardvorwurf, der sich allerdings nicht aus meinen Ausführungen speiste. Natürlich ist die Bibel kein Naturkunde-(lehr)buch; sie macht aber maßgebliche Aussagen für das Verständnis der Geschichte der Natur. Anschließend meinte der Kritiker, es sei bedenklich, der Evolutionstheorie eine gleichgewichtige Alternative entgegenzustellen. Nanu, weshalb ist das bedenklich? Es gehört doch zum Wesen der Wissenschaft, daß ihre Aussagen nicht verabsolutiert werden; andernfalls wird sie zu einer Weltanschauung, was für die Evolutionslehre zweifellos zutrifft.



unterwegs notiert ...

Ein Biologielehrer meldete sich zu Wort: Er finde diese Veranstaltung einseitig; es würde einseitig kritisch mit der Evolutionstheorie umgegangen. Darauf konnte ich nur entgegnen, daß in der Schule und der Öffentlichkeit die biologischen Sachverhalte noch viel einseitiger nur im evolutionären Deutungsrahmen präsentiert werden. Nebenbei war ich in meinem Vortrag gar nicht so einseitig, denn ich habe auch evolutionstheoretische Argumente präsentiert.

Der Biologielehrer hatte dann aber auch eine Frage. Ich hatte etwas Biologisches erwartet, aber er stellte eine theologische Frage: Warum hat Gott eine Schöpfung mit soviel Leid geschaffen? Das ist zweifellos ein gewichtiges und brennendes Thema. Die Frage machte beispielhaft deutlich, daß es in der Ursprungsthematik um viel mehr geht als um Wissenschaft.

Mein Vortrag beinhaltete zu 3/4 naturwissenschaftliche Aspekte und eingangs einige Bemerkungen zur Bedeutung der Thematik und zur theistischen Evolution. Obwohl also Naturwissenschaft im Vordergrund stand, kamen nachher viele Fragen zur Bibel. Das ist sehr häufig so und zeigt die Verwobenheit der Ursprungsfrage mit Grundfragen des Menschseins und des christlichen Glaubens.

Ein Theologe plädierte dafür, den Bezug zum Übernatürlichen wegzulassen, um gesprächsfähig zu bleiben. Ich fragte zurück, was von seinem Christ-sein dann noch übrigbleibe. Denn wenn man Übernatürliches wegläßt, ist Jesus nicht auferstanden und gibt es auch keine Auferstehung der Toten am jüngsten Tag. Ich persönlich würde mein Christ-sein dann an den Nagel hängen. Wenn ich für manche Leute nicht mehr als Gesprächspartner akzeptiert werde, weil ich an einen Schöpfer glaube, der übernatürlich wirkt, muß ich damit leben.

Im kleinen Kreis wurde anschließend noch lange diskutiert. Macht es wirklich für den Glauben etwas aus, wenn Evolution akzeptiert wird, war eine mehrfach gestellte Frage. Manch einer verneinte; man brauche sich darum gar nicht zu kümmern. Viele Zeitgenossen lehnen aber - vereinfacht gesagt - mit Blick auf die "Naturwissenschaft" und die Evolutionstheorie das Zeugnis der Bibel ab. "Das ist denen ihr Problem", meinte jemand daraufhin. Doch nein, ganz und gar nicht! Hier konnte ich darauf hinweisen, weshalb es Wort und Wissen überhaupt gibt: Wir wollen doch denjenigen helfen, denen der Zugang zur Wahrheit der Bibel aufgrund vermeintlicher Widerlegungen biblischer Aussagen im Namen der "Wissenschaft" verbaut ist.

Schön, daß viele unter Ihnen, liebe Wort-und-Wissen-Freunde, an dieser Aufgabe mithelfen. In diesem gemeinsamen Auftrag verbunden grüßt Sie herzlich

Ihr Reinhard Junker

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Peter van der Veen & Uwe Zerbst (Hrsg.) Biblische Archäologie am Scheideweg? Für und Wider einer Neudatierung archäologischer Epochen im alttestamentlichen Palästina. Hänssler-Verlag Holzgerlingen, 2002. Reihe Studium Integrale, 536 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format 16,5 x 24, Hardcover, € 29,95 / sfr 55,-.

Wie kann man es sich erklären, wenn ein Buch gleich von mehreren Kritikern öffentlich heftig kritisiert wird, bevor es überhaupt erscheint? Am Inhalt kann es offensichtlich nicht liegen, denn den konnten die Kritiker schon rein technisch überhaupt nicht kennen. So ist es wohl das behandelte Thema, das als besonders herausfordernd empfunden wird.

Tatsächlich bildet die gegenwärtige wissenschaftliche und theologische Diskussion den Hintergrund, der die "Biblische Archäologie am Scheideweg" von Peter van der Veen und Uwe Zerbst zu einem aufreizenden Buch macht, und jede Erörterung seines Inhaltes tut gut daran, zunächst die wesentlichen Punkte dieser Diskussion anzureißen.

Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten lehnt das Gros der Forscher, Theologen wie Archäologen, die Histo-rizität, d.h. die geschichtliche Zuverlässigkeit weiter Teile des Alten Testaments ab. Dabei geht es nicht etwa nur um die biblische Urzeit, Schöpfung, Sintflut usw. Auch die Patriarchengeschichte um Abraham, Isaak und Jakob ist für die überwiegende Mehrheit der Gelehrten längst kein Thema mehr und dasselbe gilt für den Aufenthalt Israels in Ägypten, die Landnahme in Kanaan und die Richterzeit.

Die gegenwärtige Frontlinie in der Auseinandersetzung hat sich in die Zeit des vereinigten Königreiches verschoben. Etliche Gelehrte halten Gestalten wie David oder Salomo inzwischen ebenso wenig für historische Persönlichkeiten wie König Arthur oder Robin Hood. Andere, denen diese Kritik zu weit geht, lehnen zumindest die biblische Schilderung des frühen Königshofes mit seiner Prachtentfaltung ab.

Wie ist eine derartige Ablehnung der Geschichtlichkeit eines großen Teils der Bibel zu erklären? Man wird nicht fehl gehen, eine der wichtigsten Ursachen in der bibelkritischen Theologie seit dem 19. Jahrhundert zu suchen. Die ganze Erklärung ist dies jedoch nicht. Ein wesentlicher Faktor liegt auf wissenschaft-licher Ebene.

Mit zunehmender Verbesserung der Grabungstechnik, namentlich bei der Datierung der Funde mußten die Archäologen in zunehmendem Maße eine deutliche Diskrepanz zwischen den biblischen Berichten und ihren Entdeckungen feststellen. Das vielleicht markanteste Beispiel ist die Stadt Jericho, die längst verlassen gewesen sein soll, als Josua und seine Israeliten sie vermeintlich eroberten. Wie ist ein solcher Befund zu deuten?

Eine durchaus naheliegende Erklärung ist, daß die biblischen Berichte einfach historisch unzuverlässig sind - und 90% der Forscher haben dies je nach persönlichem Hintergrund mit Genugtuung oder auch mit Bedauern akzeptiert.

Bleibt eine Minderheit, zu der die Autoren des vorliegenden Buches, aber auch die eingangs erwähnten Kritiker zählen, die diese Folgerung nicht einfach hinnehmen wollen, sondern den Fehler an anderer Stelle, nämlich bei der Interpretation des archäologischen Fundes suchen. Hier scheiden sich jedoch die Geister.

Während ein Teil der Gelehrten im großen und ganzen an der konventionellen Einordnung der Funde festhalten will, sich jedoch gegen deren bibelkritische Ausdeutung wendet, hält der andere Teil dieses Unternehmen aufgrund der Argumente aus der Archäologie faktisch für gescheitert. Diese Gruppe, zu der neben etlichen anderen der Althistoriker Peter James und der Ägyptologe David Rohl, aber auch so bekannte Gelehrte wie John Bimson gehören, vertreten einen größeren Versatz bei der Datierung der archäologischen Schichten. Sie begründen dies mit Fehlern in der ägyptischen Chronologie des Neuen Reiches und der Dritten Zwischenzeit, an die die archäologische Datierung Palästinas gebunden ist.

In die Archäologie übersetzt heißt dies, daß nach den biblischen Ereignissen in den falschen Schichten gesucht wird. Da sie aufgrund des von ihnen angenommenen Fehlers in der Chronologie von vornherein keine Übereinstimmung zwischen Altem Testament und Archäologie erwarten, sehen sie die Versuche, beide Seiten durch diverse Zusatzannahmen doch noch miteinander zu harmonisieren, ähnlich skeptisch wie die große Mehrheit der heutigen Archäologen. Die Gemeinsamkeiten hören freilich auf, wenn sie chronologische Korrekturen vorschlagen und nachzuweisen versuchen, daß die Widersprüche bei richtiger zeitlicher Einordnung der Funde gegenstandslos werden. Die Bibel wäre ungeachtet aller skeptischen Kommentare als Geschichtsbuch rehabilitiert. Sollte sich diese Ansicht eines Tages durchsetzen, so käme das einer Revolution nicht nur auf dem Gebiet der Archäologie, sondern auch hinsichtlich ihrer theologischen Interpretation gleich.

Van der Veen und Zerbst stellen verschiedene Varianten einer möglichen chronologischen Revision vor, setzen den Schwerpunkt der weiteren Diskussion dann aber auf das von Rohl vertretene Modell ohne freilich die andere Vorschläge abzuqualifizieren. In der Diskussion fließen letztere denn auch an verschiedenen Stellen ein. Die Autoren sind sich sehr wohl bewußt, auf welch umkämpften Boden sie sich bewegen.

Da ihnen nicht an Sensationen, wohl aber an einer möglichst sachlichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung gelegen ist, haben sie verschiedene Kritiker der revidierten Chronologie zu eigenen Beiträgen eingeladen, die sie in ihr Buch mit aufgenommen haben. Darüber hinaus haben sie alle ihnen zugängliche Kritik zusammengestellt und sich damit in betont fairer Weise auseinandergesetzt.

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Ausgrabung in der Stadt Davids
Das wichtigste Ergebnis ist, daß der Ansatz Rohls und seiner Mitarbeiter, wiewohl bislang ein Außenseitermodell, den meisten Argumenten sehr wohl gewachsen ist. Dort, wo kritische Anfragen derzeit nicht oder noch nicht befriedigend beantwortet werden konnten, heben die Autoren dies ausdrücklich hervor.

Primäres Ziel des Buches ist die wissenschaftliche Diskussion und es deutet sich bereits an, daß diese über den kleinen Kreis evangelikaler Forscher hinaus tatsächlich stattfinden wird. Daß die Thematik darüber hinaus auch für Laien wichtig ist, geht aus den oben gemachten Ausführungen hinlänglich hervor. Die Autoren kommen diesem Aspekt dadurch entgegen, daß sie die Beiträge von insgesamt 11 Autoren durchgehend kommentieren und, wo nötig, zusätzliche Erläuterungen einfügen, die das Verständnis auch technischer verfaßter Beiträge erheblich erleichtern. Es macht den Wert des Buches aus, daß teilweise anspruchsvollste wissenschaftlicher Beiträge in einer Weise bearbeitet sind, die es auch Nichtfachleuten erlaubt, sich in die Thematik einzulesen.

Darüber hinaus enthält das Buch eine beträchtliche Fülle an Informationen zu alttestamentlichen Themen wie Auszug/Landnahme, Späte Richterzeit (die Philister, die Könige Saul und David), das vereinigte Königreich unter David und Salomo und die getrennten Reiche bis zum Untergang Judas unter Nebu-kadnezar, die für sich genommen das Buch zu einer sehr wertvollen Lektüre machen.

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Was als Notlösung (wegen Terminkollision) entstand, wurde zu einem Höhepunkt in unserer Fachtagungsarbeit. Die 9. Fachtagung der Arbeitsgruppe Biblische Archäologie von Wort und Wissen fand dieses Jahr am 10.-11. 5. 2002 im Rahmen der und parallel zur Hauptkonferenz in Rehe statt und stieß auf besonders großes Interesse. Unsere zwei Hauptreferenten Dr. Bryant Wood, Direktor der Associates for Biblical Res-earch in Landesville/Pennsylvania, und Dr. John Bimson, Dozent am britischen Trinity College/Bristol, hielten Vorträge zum Hauptthema "Auszug und Landnahme - Mythos oder Realität?" Da beide bibelgläubigen Wissenschafter unterschiedliche Modelle vertreten, die nie zuvor in der Öffentlichkeit vor einem größeren Publikum debattiert wurden, besuchten um die 100 deutsche, englische und niederländische Teilnehmer die diesjährige Tagung.

Viele Wissenschaftler behaupten, daß es weder im 15. Jahrhundert (biblisches Datum) noch im 13. Jh. v. Chr. (in der Wissenschaft meistfavorisiertes Datum) genügend Anhaltspunkte für die Historizität der biblischen Überlieferung einer militärischen Eroberung Kanaans gebe. Diese Meinung wird nicht von den beiden zur Tagung eingeladenen Wissenschaftlern Wood und Bimson geteilt. Beide sehen in der Archäologie eindeutige Hinweise für die Landnahme um 1400 v. Chr.

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Bryant Wood, Hauptreferent der Archäologie-Fachtagung, an der Befestigungsmauer in Jericho.
Nach Bryant Woods Auffassung hat die britische Archäologin Kathleen Ken-yon, die zwischen 1952-1958 in Jericho grub, die letzte befestigte Stadt (‚IV') auf dem alten Tell es-Sultan falsch datiert. Als sie bemerkte, daß bestimmte Typen von Keramiken aus der ägäischen Welt, die für die frühe Spätbronzezeit I (1550-1400 v. Chr.) so kennzeichnend sind, fehlten, datierte sie das Ende der Stadt zwischen 1580-1550 v. Chr. und folgerte, daß Josua die Stadt um 1400 v. Chr. nicht hätte einnehmen können. Dabei hatte sie aber im ärmeren Stadtviertel gegraben und andere Keramiken wie einfache Haushaltstöpfe und Vorratskrüge, die reichlich vorhanden waren, zu wenig beachtet. Diese Stücke, so Wood, hätten aber zeigen können, daß die Stadt noch bis 1400 v. Chr. (am Ende der Spätbronzezeit I) bewohnt war. Nicht nur Skarabäen aus der früheren 18. Dynastie aus naheliegenden Gräbern, sondern auch wenige Scherben der Zweifarbenkeramik waren bei früheren Grabungen bereits ans Licht gekommen und bestätigen laut Wood, daß Jericho tatsächlich zur Zeit Josuas um 1400 v. Chr. zerstört wurde. Die archäologischen Überreste zeigen weiter, daß diese Stadt während der Erntezeit von einem schweren Erdbeben und von einer gewaltigen Feuerbrunst getroffen wurde. All dies passe hervorragend zur biblischen Geschichte.

Dies sah auch der zweite Hauptreferent John Bimson so. Bimson, der ebenfalls die biblische Datierung der Landnahme um 1400 v. Chr. anerkennt und die Zerstörung derselben Stadt Jericho (Stadt ‚IV') den Israeliten unter Josua zuschreibt, glaubt jedoch nicht, daß die Stadt bis ans Ende der Spätbronzezeit I (konventionell um 1400 v. Chr.) existiert habe, sondern - darin schließt er sich der Meinung der meisten Archäologen an - bereits am Ende der Mittlerenbronzezeit (konventionell zw. 1580-1550 v. Chr.) gefallen war. Auch wenn diese Datierung nicht mit der biblischen Datierung (um 1400 v. Chr.) übereinstimme, spräche vieles dafür, daß die militärische Eroberung Kanaans zu dieser Zeit stattgefunden habe:

a) Die Städte der Mittlerenbronzezeit entsprächen nämlich am ehesten der Beschreibung der "mächtigen" kanaanäischen Festungen in der Bibel (z.B. 3. Mose 13,28; 5. Mose 1,28) und nicht die der Städte der darauffolgenden Spätbronzezeit I-Periode, die zum großen Teil nicht oder nur sehr geringfügig befestigt waren.

b) Mehrere Forscher haben sich die Frage nach der Identität der Eroberer/Zerstörer dieser mächtigen Städte der Mittleren Bronzezeit gestellt. Ein Experte schreibt die Welle der Zerstörung dem Zustrom der aus Ägypten vertriebenen Asiaten (die sog. Hyksos) zu, die daraufhin in Kanaan zu politischen Spannungen und Rivalität zwischen den einheimischen Stammesverbänden und Städten führte. Bimsons Meinung nach war es nicht die Vertreibung der wenigen Hyksos-Asiaten, sondern eher der gewaltige Zustrom von israelitischen Stämmen, die eine solche Wirkung in Kanaan hätte auslösen können.

c) Auch ließe sich Woods Datierung für Stadt IV in Jericho am Ende der Spätbronzezeit I um 1400 nicht ohne weiteres auf andere Städte aus der Landnahme-Tradition übertragen. So wären bestimmte Städte wie Gibeon, Horma und Arad zu dieser Zeit gar nicht besiedelt gewesen.

Woods Hinweis auf spätbronzezeitliche Keramiken und Skarabäen aus der 18. Dynastie in Jericho stammten möglicherweise nicht aus der von Josua zerstörten Stadt, sondern, wie dies auch aus Grabungsberichten abzuleiten wäre, aus einer Siedlung, die nach der Zerstörung Jerichos entstanden sei und, wie es scheint, von dem in Richter 3 erwähnten Moabiterkönig Eglon gegründet wurde.

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Keilschrifttafel aus Hazor von König Jabin, möglicher Zeitgenosse Josuas (Jos 11).
Wood und Bimson waren sich also beide einig, daß es ausreichende Hinweise auf eine Landnahme entsprechend der biblischen Schilderung gibt. Die Frage jedoch, aus welcher Epoche die Funde stammen, blieb dabei weiterhin offen. Bimson schlägt für die Datierung der Funde am Ende der Mittleren Bronzezeit eine chronologische Verschiebung von bis zu 200 Jahren vor, was aber für die gesamte Chronologie der ägyptischen Pharaonen (worauf sich die archäologische Datierung stützt) drastische Folgen hat.

Am Samstagnachmittag gab es abschließend mit weiteren geladenen Wissenschaftlern aus Europa und Amerika eine mehrstündige Diskussion über die Datierung der Landnahme und über die Chronologie der archäologischen Epochen und somit auch die der Pharaonen. Auch wenn die Tagung keine endgültigen Antworten auf noch immer offene Fragen bot, waren sich viele der Beteiligten einig: es gibt mehr überzeugende archäologische Anhaltspunkte für die biblische Eroberung Kanaans als manche Wissenschaftler wahrhaben wollen.

Und somit sind wir als Organisatoren der Fachgruppe für biblische Archäologie erneut in der Überzeugung gestärkt worden, daß die Spurensuche nach Überresten aus biblischer Zeit einen wichtigen Beitrag liefern kann. Wir hoffen und beten, daß Gott für unsere Arbeit auch in Zukunft neue Türen öffnen wird.

Peter van der Veen

Manfred Stephan: Der Mensch und die geologische Zeittafel. Warum kommen Menschenfossilien nur in den obersten geologischen Schichten vor? Hänssler-Verlag Holzgerlingen, 2002. Paperback, 230 Seiten, 87 Abbildungen, € 9,95 / sfr 18,95.

Klicken Sie auf das Bild für eine VergrösserungEs gibt jedoch einen alternativen Erklärungsansatz für das Fehlen der menschlichen Fossilien. Heute erklären Forscher das Fehlen gewisser Pflanzen- und Tierfossilgruppen, die in bestimmten Schichtfolgen gefunden werden müßten, mit "geologisch nicht überlieferten Lebensräumen". Manfred Stephan, geologischer Mitarbeiter bei der Studiengemenschaft Wort und Wissen, vertritt im Rahmen der schöpfungsorientierten Grundtypenbiologie in diesem Buch allgemeinverständlich die These: Die Menschen haben in solchen nicht überlieferten Lebensräumen existiert, und menschliche Fossilien treten aus ökologischen Gründen erst (weit) oben in der Schichtenfolge auf.



Der Autor behandelt eine der meistgestellten Fragen zur biblischen Schöpfungslehre

Gemäß der Bibel schuf Gott alle Lebewesen und den Menschen während der Schöpfungswoche. In der mächtigen Abfolge fossilführender Gesteinsschichten fehlen jedoch Menschenreste weitgehend; erst (weit) oben werden sie fossil gefunden. Dieser Befund gilt als eine der Hauptstützen für eine evolutive Entstehung des Menschen. Das Argument lautet: Menschenfossilien werden erst so weit oben in der geologischen Abfolge gefunden, weil es vorher noch keine Menschen gab. Diese Erklärung aber widerspricht der biblischen Schilderung von der Erschaffung des Menschen.

Der Autor hat sich große Mühe gegeben, die Materie auch dem nicht geologisch vorgebildeten Leser durch Verwendung einer einfachen Sprache und Vermeidung von Fachbegriffen zugänglich zu machen; dies ist ihm zweifellos gelungen. Das Buch ist reichlich illustriert und ist auch über das eigentliche Thema hinaus sehr informativ.

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Baut das mal nach!

Ein Flugzeug gibts seit langem: Nicht sehr groß, Design und Leistung sind ganz makellos. Es wird von keinem Fachmann je gewartet; erstaunlich: Niemand staunt, wenn es dann startet im Bruchteil der Sekunde aus dem Stand! Genialer Konstrukteur, der das erfand.

Mit einem Looping hängt es sich kopfüber dort an der an der Decke auf - und tut nichts lieber, als hier auf meinem Blatte, ganz schön keck, zu tanken an dem Marmeladenfleck...

Wolf Rahn


Reinhard Junker: Ähnlichkeiten - Rudimente - Atavismen. Design-Fehler oder Design-Signale? Hänssler-Verlag Holzgerlingen, 2002. Reihe Studium Integrale. 204 Seiten, 100 Abbildungen, Format 16,5 x 24, € 19,95 / sfr 37,95

Klicken Sie auf das Bild für eine VergrösserungDie vielfältigen Ähnlichkeiten der Lebewesen untereinander gelten zum einen als wesentliche Belege für eine allgemeine Abstammung der Lebewesen im Sinne der Evolutionsanschauung. Ein großer Teil evolutionstheoretischer Argumente hat mit diesem Befund zu tun. Zum anderen bilden sie auch die Basis für Stammbaumrekonstruktionen.

Tatsächlich aber ermöglicht das Ähnlichkeitsmuster der Lebewesen weder eine Schlußfolgerung auf Makroevolu-tion noch stellt es einen Wegweiser für ein Nachzeichnen der postulierten Stammesgeschichte der Lebewesen dar. Vielmehr fungiert die Evolutionsanschauung als Vorgabe, als Leitvorstellung für die Deutung der Beobachtungsdaten. Dies zeigt der Autor anhand zahlloser Argumente auf und kommt dabei zu ungewohnten Einsichten.

Das Argument der Unvollkommenheit

Eine Reihe von Merkmalen der Lebe-wesen wird von Evolutionstheoretikern als "Konstruktionsfehler" oder mangelhaftes Design interpretiert. Dazu gehören zum Beispiel "seltsame Konstruktionen" und die sog. "rudimentären Organe", die als Verkümmerungen im Laufe von Evolution gedeutet werden und gleichzeitig gegen eine durchdachte Schöpfung sprechen sollen. Doch diese Deutungen stehen auf schwachen Füßen, wie der Autor anhand zahlreicher Beispiele und Argumente zeigt.

Der Gebrauch rudimentärer Organe und Atavismen als "Evolutionsbeweise" erweist sich ebenso als zirkelschlüssig wie das "Argument der Unvollkommenheit", wonach im Bau der Lebewesen "Design-Fehler" nachweisbar sein sollen. Der Autor dreht den Spieß um und weist nach, daß zahlreiche Befunde der Vergleichenden Biologie im evolutionstheoretischen Deutungsrahmen unerwartet, im Rahmen einer alternativen Schöpfungslehre jedoch eher verstehbar sind.

Biologen, Biologiestudenten und biologisch Interessierte erhalten mit diesem Fachbericht eine Fundgrube wertvoller Argumente und Einsichten.

Aus dem Inhalt

  • Der Ähnlichkeitsbeweis der Evolution - ein Zirkelschluß?
  • Problembereiche der evolutionären Deutung von Ähnlichkeit
  • Das Argument der Unvollkommenheit
  • Die Ordnung der Lebewesen als Design-Signal?
  • Rudimentäre Organe - Beweise gegen Schöpfung?
  • Rudimentäre Organe im Kontext der Evolutionslehre
  • Rudimentäre Embryonalorgane und Biogenetische Grundregel
  • Atavismen

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... denn viele im Buch beschriebene Details (z. B. Besonderheiten bei Früchten) sind jetzt erst beobachtbar.

Natur als Schöpfung wahrzunehmen und darin Strategien eines genialen Planes zu entdecken, das ist Ziel und Absicht der Autoren dieses Naturführers besonderer Art für Jung und Alt.Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrösserung

Erstklassige Fotos und Grafiken machen das Buch wirklich sehenswert.

Zahlreiche Anleitungen zum Beobachten, Ausgraben, Riechen, Schmecken animieren zu eigenen Entdeckungen.

Das Buch thematiert starke Argumente für Schöpfung: Design-Signale / Der "Salzstreuer Gottes" und das Baukastensystem / Vielfalt statt Standardlösung

Unsere Leser meinen: "Das Buch ist wirklich äußerst lehrreich und gut verständlich. - "Der ,Naturführer' ist wunderschön, leicht verständlich und sehr informativ." - "Ich bin von dem Buch richtig begeistert!"

96 Seiten, durchweg vierfarbig, Format 11x19, 100 z.T. ganzseitige Farbabbildungen, darunter 12 informative Grafiken; € 9,90 / sfr 18,90.

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In Heft 9/1 (Mai 2002) finden Sie u. a.:

  • Überraschende Beute bei der Jagd nach fernen Planeten. Planetenbildungstheo-rien auf dem Prüfstand
  • Homologien in der Biologie: Von Beweisen zu Problemfällen der Evolution
  • Bewegte sich der "Vormensch" auch auf allen Vieren? Wie der Hominidenstatus der Australopithecinen schwindet
  • Zur Bildungsdauer des Nusplinger Plattenkalks. Teil 1: Einführung, Sedimente sowie Zerfall und Einbettung von Fossilien
  • Vögel - gefiederte Dinos?
  • Befiederte oder behaarte Dinosaurier?
  • Landtiere bereits im Oberkambrium?Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrösserung
  • Erste Landpflanzen und molekulare Uhren
  • Regulation der Tagesrhythmik bei Organismen weit entfernter Taxa
  • Die Erdkruste: Alt, älter ... am ältesten?
  • Zu Wasser, zu Lande oder in der Luft - Widersprüchliche Vorstellungen vom Ursprung des aufrechten Ganges
  • Neues über die Beziehung zwischen dem Neandertaler und dem anatomisch modernen Menschen
  • Homo erectus in seiner Jugendentwicklung intermediär zwischen Mensch und Affe?
  • Sind die Lemuren doch nicht in Afrika entstanden?
  • Wie menschlich sind Affengehirne?
  • Schlangensterne: Sehen mit Kalklinsen
  • Käferflügel: hohe Tragfähigkeit bei kompakter Verpackung
  • Rasche Mikroevolution bei Finken
  • Bakteriengenome im Vergleich
  • Chemie im Weltraum - fruchtbare Beiträge zur Lebensentstehung?
  • Moderne DNA-Sequenz bei Bakterien aus dem Perm
  • Der judäische Krieg und das Kolosseum in Rom

Jahresabo (2 Ausgaben; je 48-56 S.): € 15,- (außerhalb D: € 16,-) / sfr 28,-; (Studenten/Schüler: € 10,-; außerhalb D: € 11,- / sfr 18,-; ÖS 15,-; Einzelheft: € 8,50; älteres Kennenlernexplar € 4,- / sfr 8,- (jeweils inkl. Versandkosten; Bestellung mit beiliegendem Coupon)

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Das Wort und Wissen Info 2/02 (Nr. 59; Juni 2002)

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Letzte Änderung: 13.05.2012
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