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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 1/03 - Nr. 62/März 2003


Inhalt


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Die „Navigatoren“, eine missionarisch ausgerichtete Gruppe, die unter anderem unter Studenten arbeitet, haben kürzlich eine Umfrage veröffentlicht, in der es um Fragen des christlichen Glaubens ging (www.navigatoren-leipzig.de/frbo.htm). Knapp 1500 Studenten an mehreren Universitäten wurden befragt. Eine Frage stieß bei mir auf besonderes Interesse: „Mit welchen christlichen Grundthemen kannst Du am allerwenigsten anfangen?“ Die beiden „Spitzenreiter“ unter den Antworten waren mit jeweils knapp 25 % die Begriffe „Sünde“ und „Schöpfung“. (Mehrfachantworten waren möglich.)

Mein erster Gedanke: Daß hier der Begriff „Sünde“ auftaucht, hatte ich erwartet, über „Schöpfung“ war ich aber doch etwas überrascht. Schließlich nimmt doch heute jeder dieses Wort in den Mund, wenn es um Gentechnik oder um Umweltschutz geht; in diesem Zusammenhängen spricht man gerne über „Bewahrung der Schöpfung“ oder „Ehrfurcht“ vor der Schöpfung.

Mein nächster Gedanke war: Wie soll eigentlich das Evangelium weitergesagt werden, wenn unsere Zeitgenossen mit dessen Hintergrund nichts oder wenig anfangen können? „Schöpfung“: Der Mensch ist Geschöpf und daher Gott verantwortlich. „Sünde“: Der Mensch ist von Gott getrennt, weil er eigene Wege geht und nicht nach Gottes Willen fragt. Deshalb ist er verloren und braucht einen Retter, weil Sünde den ewigen Tod nach sich zieht. Jesus aber tritt für den Sünder ein und hat durch seinen Kreuzestod den Weg zum ewigen Leben ermöglicht. Ohne die Begriffe „Schöpfung“ und „Sünde“, die mit dem biblischen Inhalt gefüllt werden müssen, können wir das Evangelium nicht erklären.

Dritter Gedanke: Daraus ergibt sich die Aufgabe, unseren Zeitgenossen zu helfen, daß sie den Blick für die Welt als Schöpfung wieder gewinnen. Kürzlich las ich einen Artikel im Deutschen Pfarrerblatt (Jg. 103, 2003, S. 66), in welchem der Autor E. Schmalenberg schrieb, es bestehe „für Gott kein Anhalt an der Wirklichkeitserfahrung“. Kein Wunder, daß viele mit „Schöpfung“ nichts anfangen können. Hier haben wir wirklich als einzelne Christen und als Studiengemeinschaft Wort und Wissen eine Aufgabe!

Daß Sie, liebe Freunde und Leser, dabei nach Ihren Kräften mithelfen, freut mich. Im gemeinsamen Auftrag verbunden grüßt Sie herzlich

Ihr Reinhard Junker


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Zur Geo-Fachtagung trafen sich insgesamt 21 Teilnehmer vom 2. bis 6. Oktober 2002 im Allianzhaus in Bad Blankenburg (Thüringer Wald). Die Tagung war diesmal nicht in erster Linie als Vortrags-Veranstaltung, sondern hauptsächlich als Studienexkursion angelegt.

Am ersten Abend erhielten wir von unserem fachkundigen Exkursionsleiter (Schiefergebirgs-Spezialist) eine geologische Einführung in das angrenzende Thüringische Schiefergebirge. Es besteht vor allem aus mächtigen, gefalteten Sedimentfolgen der „Erdurzeit“ (Präkambrium) und „Erdaltzeit“ (Paläozoikum; Ordovizium bis Unterkarbon). Die hauptsächliche Fragestellung der dreitägigen Exkursion war: Kann die Ablagerung dieser Schichtfolgen sowie die Bildung der Riffkörper des Zechsteins (oberste „Erdaltzeit“; Oberperm) in wesentlich kürzerer Zeit erfolgt sein, als es die Schulgeologie voraussetzt?

Abb. 1: Der Obernitzer Bohlen bei Saalfeld (Thüringen). Die verfaltete Schichtenfolge der Bohlenwand besteht von unten nach oben aus Mitteldevon (Dm), Oberdevon (Do 1-5) und Unter-Karbon. Unterhalb der Bohlen-Hochfläche sind die verfalteten Schichten zunächst flach abgetragen (erodiert) worden. Später bildeten sich darüber erneut waagerechte Kalkbänke des Zechsteins. (Nach SCHÖNENBERG & NEUGEBAUER 1997)
Abb. 2: Abfolge eines Trübestroms (Turbidit). Die gröberen Sedimente unten werden sehr rasch gebildet; darüber verlangsamt sich die Strömungsgeschwindigkeit immer mehr und lagert nach oben immer feinere Korngrößen ab. (Nach REINECK 1984)

Fossilerhaltung belegt viel schnellere Bildung auch von Feinsedimenten. Am Donnerstag (3.10.) starteten wir mit einem Ausblick auf die mächtige Felswand des Obernitzer Bohlens bei Saalfeld. Sie wird als Geotop geführt und steht unter Naturschutz. Dieser bedeutende natürliche Aufschluß ist sogar in einem Lehrbuch über die Geologie Europas beschrieben und abgebildet1. Er zeigt u.a. als Besonderheit verfaltetes Devon und Unterkarbon, darüber waagerechter Zechstein (Abb. 1). Diese „unreguläre“ Überlagerungsweise – hier fehlen mächtige Schichtfolgen – wird als „variszische Diskordanz“ bezeichnet.

Anschließend begannen wir am Fuß des Bohlen mit unserer Exkursionswanderung. Oberdevon und tiefes Unterkarbon liegen hier zumeist als Schiefer mit reichlichen Kalkknollen vor (Kalkknollenschiefer). Dieses Sediment soll sich äußerst langsam abgelagert haben (nur ca. 1-2 cm in 1000 Jahren!). Jedoch werden aus den Kalkknollen zum Teil gut erhaltene Fossilien beschrieben, besonders spiralig aufgerollte Schalen von Tintenfischartigen („Paläo-Ammoniten“; Goniatiten) und Dreilapp-„Krebse“ (Trilobiten). Aus der gesamten Schichtenfolge sind reichliche Fossilfunde vorhanden. Schalen und Gehäuse von Lebewesen müssen jedoch rasch mit Sediment bedeckt worden sein, sonst werden sie im mehr oder weniger sauren Milieu am Meeresboden bald aufgelöst und können nicht fossil werden. Nach Versuchen löst sich selbst in destilliertem, schwach sauren Wasser die Schale einer heutigen Herzmuschel in wenigen Jahren auf2. Bereits dieser Befund legt eine erheblich höhere Sedimentationsgeschwindigkeit dieser Schichtfolgen nahe.

Abb. 3: Unregelmäßig verlaufende, feingeschichtete Partien in massigem Zechsteindolomit (Stromarien). Man nimmt an, daß sie auf kalkfixierende Cyanobakterien („Blaualgen“) zurückgehen, die als Erbauer der Zechsteinriffe gelten. (Döbritz bei Pößneck / Thüringen)

Ähnliches gilt für die dunklen Ruß- und Dachschiefer des mittleren Unterkarbons, die wir unterwegs in mehreren alten Steinbrüchen sahen. Sie haben gelegentlich mehr oder weniger gut erhaltene Reste von Pflanzen (z.B. Farnwedel und Teile von Schuppenbäumen) geliefert. In der ziemlich fossilreichen, feinkörnigen Schichtenfolge über der gut aufgeschlossenen Devon/Karbon-Grenze (!) fanden wir besonders kleine Posidonia-Muscheln und Seelilien-Stielglieder. Letztere hingen zum Teil noch zusammen; auch das spricht für eine erheblich schnellere Sedimentation.

Hochenergetische Trübestrom-Schichtfolgen. Gibt es also Hinweise auf eine raschere Entstehung oberdevonischer und unterkarbonischer Feinsedimente, so trifft das erst recht zu auf die Grauwacken des höheren Unterkarbons, die wir am Freitag (4.10.) sahen. Für diese gröberen, sandigen Sediment-lagen ist eine bedeutend schnellere Entstehung auch von Seiten der Schulgeologie anerkannt. Jede der bis über zwei Meter mächtigen Grauwackenbänke besteht unten aus gröberen und oben aus feineren Korngrößen. Sie wurden jeweils höchstens innerhalb von Stunden als einmaliges Ereignis durch einen sog. „Trübestrom“ (Turbidit) abgelagert (Abb. 2). Wie man aus heutigen Beispielen am Kontinentalabhang weiß, können sich Trübeströme mit der enormen Geschwindigkeit von 100 km/Std. hang-abwärts fortbewegen.

Im Saaletal oberhalb von Ziegenrück wanderten wir an einer gut aufgeschlossenen Grauwacken-Abfolge entlang, die bei der Faltung steilgestellt worden war. Bank für Bank dieses viele Hundert Meter mächtigen Schichtenstapels ist einst als Trübestrom sedimentiert worden. Es wird künftig darum gehen, wahrscheinlich zu machen, daß nicht nur einzelne Bänke, sondern die gesamte Abfolge der Grauwacken-Sedimente ohne große Unterbrechungen nacheinander geschüttet worden sein könnten.

Abb. 4: Nicolai Krasnikov, einer der Exkursionsteilnehmer, steht vor den durch Faltung steilgestellten Schichten der jüngsten „Erd-Urzeit“ (Präkambrium, links). Darüber fehlt nach Mikrofossilien hier das Kambrium; die Schichtenfolge setzt sich vielmehr (nach rechts) mit Unter-Ordovizium fort. (Bei Umgehungsstraße bei Goldisthal / Thüringisches Schiefergebirge.)

Wie rasch können Riffe wachsen? Anschließend fuhren wir an den Rand des Thüringer Beckens in die Gegend um Pößneck. Die malerische Landschaft ist hier durch auffällige kleine Berge gekennzeichnet. Sie wurden von der Abtragung (Erosion) herauspräpariert und gelten als Riffe des Zechsteins (Oberperm). Es war sehr erfreulich, daß wir besonders bei Döbritz an vielen Stellen die welligen, unregelmäßig-kurvig verlaufenden lamellenartigen Partien im massigen Felsgestein fanden. Sie werden als „Stromarien“ bezeichnet und sollen durch Cyanobakterien (sog. „Blaualgen“), die man als eigentliche Riffbildner ansieht, aufgebaut worden sein (Abb. 3). Durch die weitgehende Umwandlung des Kalks in Dolomit sind aber mögliche einstige Zellstrukturen nicht mehr erkennbar. Immerhin kann man bei manchen Stromarien, die durch die Gesteinsumwandlung weniger gelitten haben, ungefähr 50 hell-dunkel-Lagen auf ca. 1,7 cm zählen. Sie werden in einer grundlegenden Arbeit erstaunlicherweise als Tagesrhythmen gedeutet3. Danach hätten tagsüber Cyanobakterien den auf der Mikrobenmatte abgelagerten feinstkörnigen Kalk durch senkrechtes Wachstum „eingefangen“; daraus entstand die helle, dickere Kalklage. Darüber hätten nachts andere Cyanobakterien durch horizontales Wachstum eine sehr dünne, dunkle organische Lage gebildet und den Kalk „fixiert“4.

Wenn diese Deutung zutreffen sollte, könnten (bei einer vereinfachten Rechnung!) die höchsten Riffe von 60 Metern in nur ca. 500 Jahren gewachsen sein5. 500 Jahre – das wäre schon ganz außerordentlich schnell. Zwar würden wir uns im Kurzzeit-Rahmen der biblischen Urgeschichte eine noch raschere Entstehung wünschen, aber hier ist noch weitere Forschung nötig.

Auch Beulenrippeln belegen starke Strömungen. Der letzte Exkursionstag (Samstag, 5.10.) galt den ältesten Schichtfolgen des Thüringischen Schiefergebirges. Sie werden in die „jüngste Erd-Urzeit“ (Proterozoikum) und frühe „Erd-Altzeit“ (Ordovizium) eingestuft. An der neuen Umgehungsstraße des Pumpspeicherwerks bei Goldisthal ist die durchgehende, steilstehende Schichtenfolge hervorragend aufgeschlossen (Abb. 4).

Abb. 5: An vielen Stellen kann in den Sedimentbänken des thüringischen Ordoviziums bei Goldisthal Beulenrippelschichtung beobachtet werden. Sie entsteht bei hohen Strömungs- und Ablagerungsgeschwindigkeiten. (Nach REINECK 1984)

Nach den obersten Präkambrium-Ablagerungen folgten wir straßenaufwärts der viele Hundert Meter mächtigen Schichtenfolge des unteren Ordoviziums. Besonders auffällig waren die in zahlreichen Sandsteinbänken zu beobachtenden „Beulenrippeln“ (Abb. 5). Beulenrippeln werden heute selten gebildet, sie sind jedoch ein häufiger Schrägschichtungstyp in fossilen Sandsteinen. Woanders hat man verstreute Einzelgerölle in Beulenrippel-Schichten gefunden und deshalb auf hohe Strömungsgeschwindigkeiten von über 2 Meter pro Sekunde geschlossen. Auch wurde beobachtet, daß sie hangabwärts in Trübeströme übergehen können. Ein Lehrbuch spricht von charakteristischen, an Trübeströme erinnernde Abfolgen6. Auch diese mächtige Schichtenfolge enthält also viele Hinweise für eine schnelle Ablagerung.

Es war wieder eine gelungene Tagung! Wir haben viel gelernt und sind bezüglich einer biblisch-urgeschichtlichen Kurzzeit-Geologie ein weiteres Stück vorangekommen. Wir möchten Sie, liebe Freunde, herzlich bitten, unsere Geo-Arbeit weiter fürbittend zu unterstützen

Manfred Stephan

Literatur und Anmerkungen

  1. SCHÖNENBERG, R. & NEUGEBAUER, J. (1997) Einführung in die Geologie Europas, S. 290. Freiburg/Br
  2. MÜLLER, A.H. (1992) Lehrbuch der Paläozoologie, Bd. I. Jena-Stuttgart, S. 69
  3. KERKMANN, K. (1969) Riffe und Algenbänke im Zechstein von Thüringen. Freiberger Forschungshefte, C 252, 4-85, hier S. 36
  4. Vgl. FÜCHTBAUER, H. & RICHTER, D.K. (1988) Karbonatgesteine. In: FÜCHTBAUER, H. (Hg.): Sedimente und Sedimentgesteine. Sediment-Petrologie, Teil II, 233-434; hier S. 263f.
  5. KERKMANN (Anm. 3), S. 40, nimmt trotz seiner Deutung als Tagesrhythmen ca. 10.000 Jahre Riffbildungszeit an
  6. FÜCHTBAUER, H. (1988) Transportvorgänge und Sedimentstrukturen. In: FÜCHTBAUER & RICHTER (Anm. 4), 779-863; hier S. 800f.

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Rezension von Peter Imming

John Lennox ist Mathematiker und durch Vorträge und Aufsätze, in denen er sich für die Wahrheit des christlichen Glaubens einsetzt, bekannt geworden. Das hier rezensierte Buch basiert auf einer Vorlesungsreihe, die er im Dezember 2000 am Department of Continuing Education der Universität Oxford hielt, der er als „Research Fellow“ (forschendes Vollmitglied) des Green College angehört. Es stellt – wie im Klappentext beschrieben – „einen Versuch dar, die Argumente der modernen Naturwissenschaften in der Auseinandersetzung zwischen der atheistischen und der theistischen Deutung des Universums zu beurteilen.“ Mindestens diesem Ziel wird es nach Meinung der Rezensenten hervorragend gerecht, und die Vorträge sind in harmonischer und aufeinander aufbauender Weise überarbeitet und zusammengestellt.

John Lennox
„Hat die Wissenschaft Gott begraben?
Eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen.“
R. Brockhaus Verlag Wuppertal 2002
herausgegeben vom Institut für Glaube und Wissenschaft
ISBN 3-417-24358-0, 144 Seiten
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Im ersten Kapitel seines Buches zeigt Lennox, daß es sich in der heutigen Diskussion nicht – wie häufig dargestellt – um einen Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben handelt, sondern vielmehr um einen Dissens zwischen zwei diametral entgegengesetzten Weltbildern: des Naturalismus/Materialismus und des Theismus. In einem historischen Rückblick zeigt er auf, daß viele Naturwissenschaftler ihre Forschungen gerade wegen ihres Glaubens an einen Schöpfergott betrieben. Darwin andererseits entwickelte die Evolutionstheorie, weil er eben nicht von einer theistischen Prämisse ausging, und nicht, weil ihn Beobachtungen und Funde dahin zwangen.

Lennox zweites Thema ist das Wesen der Wissenschaft. Ist Wissenschaft objektiv? Er zeigt auf, daß das jeweilige Weltbild den Rahmen, in dem Wissenschaft betrieben wird, vorgibt und die Forschungsergebnisse und ihre Deutung beeinflußt. Der Ausschluß eines anderen Weltbildes mit seinen Interpretationen der wissenschaftlichen Fakten kann zu falschen Ergebnissen führen und Wisenschaft zu einem Mythos werden lassen, eine subtile Gefahr bei einigen Naturwissenschaftlern und Philosophen heute, wie er meint.

Nachdem Lennox die Begriffe des methodischen, erkenntnistheoretischen und ontologischen Reduktionismus erklärt hat, zeigt er ihre Anwendungsbereiche und Grenzen auf. Anschließend wendet er sich dem Thema „Planung oder Zufall“ zu. Er differenziert Zufallsarten und legt dar, daß aufgrund wissenschaftlicher Entdeckungen in Kosmos und Mikrokosmos inzwischen auch viele naturalistische Forscher unsere Existenz nicht mehr nur dem „historischen Zufall“ zuschreiben wollen.

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Er erklärt anhand von Beispielen die rationale Verständlichkeit, Feinabstimmung und präzise Strukturierung des Universums (das anthropische Prinzip) und zeigt, daß dies alles auf einen intelligenten Planer und Gestalter hinweist; einzige Alternative sei nur die Multiversum-Hypothese, die aber ins Reich der Science Fiction gehört.

Bei der Frage nach dem Anfang des Universums und der Zeit diskutiert er die Unfähigkeit von Naturgesetzen, Naturvorgänge in Gang zu bringen.

Dann wendet er sich der belebten Natur zu und zeigt, wie stark die neuesten Forschungen in Zell- und Molekularbiologie auf einen Bauplan hinweisen. In früheren Zeiten war es ja die Größe und Unbekanntheit des Makrokosmos, die den Menschen in erster Linie von der Kraft Gottes (Röm. 1,19-20) kündete; heute dagegen ist es die nicht-reduzible Komplexität dessen, was wir vom Mikrokosmos verstehen (Zellen, Proteine, biochemische Regulationen). Lennox geht auch auf verschiedene Erklärungsversuche der Emergenz und Selbstorganisation ein. Er widerlegt das Argument des blinden Uhrmachers und zeigt, daß die Aussage, Evolution (ein Mechanismus) schließe die Existenz Gottes (eines Urhebers) aus, ein kategorischer Erklärungsfehler ist.

Er erklärt die Begriffe Variation, Mikroevolution, künstliche Auslese – heute noch immer beobachtbare Phänomene – und kontrastiert sie mit dem Begriff Makroevolution. Letzteres ist eine nicht beobachtbare Theorie über historische Ereignisse. Mutation ist eigentlich chemische Evolution und als solche bei heutigen Organismen fast immer degenerierender Art. Er zeigt, daß aus der Fossildokumentation nicht zwingend auf Abstammung geschlossen werden kann. Er veranschaulicht anhand einiger Rechenbeispiele mit der Affenmaschine, daß der Zufall keine Proteinketten erzeugen kann und widerlegt den Versuch Richard Dawkins, in der Unwahrscheinlichkeit die Zufälligkeit drastisch zu reduzieren.

Im abschließenden Kapitel legt er dar, daß unser Dasein Sinn und Zweck hat, weil das ewige Gott-Wort Architekt und Urheber dieses Universums ist und die Ergebnisse der Wissenschaft dies bezeugen.

Insgesamt ist das Buch eine sehr gelungene Zusammenstellung der Argumente für eine theistische Sicht des Universums. Freilich geht Lennox Detailfragen der geistlichen Auseinandersetzung um Schöpfung oder Evolution aus dem Weg. Gott gibt uns mit Genesis Kap. 1 bis 11 einen Bericht über die Urzeit der Erde, dessen historische Richtigkeit sehr in Frage gestellt wird – leider sogar aus Teilen des christlichen Lagers. Lennox behandelt nicht, wie mit dieser naturalistischen oder theologischen Bibelkritik umgegangen werden kann. Das ist aber auch nicht schlimm, da man in einem Taschenbuch nicht alle Fachfragen und -argumente unterbringen kann. Vielmehr folgt sein Buch der Argumentationsweise der „Intelligent-Design“-Bewegung. Das ist durchaus biblisch gerechtfertigt: Römer 1, 19-20 sagt ja, daß wir Gott in der Natur nicht direkt finden können, sondern Götzendiener würden, wenn wir ihn in der Natur zu finden glaubten. Aber Seine Kraft und Anwesenheit wird in der Natur gesehen. Für alles, was darüber hinaus geht, sind wir auf Seine Selbst-offenbarung in der Bibel und in Jesus angewiesen. Und Lennox geht mit seiner Argumentation gerade so weit, wie man „wissenschaftlich“ gehen kann, wenn man keine naturalistische Brille auf hat.

Lennox’ Buch ist zugleich eine Fundgrube prägnanter Zitate. Dem Übersetzer Jan Carsten Schnurr ist für das sehr gut lesbare Deutsch zu danken. Wortschatz und Duktus machen das Buch nach Meinung der Rezensenten zu einer sehr anspruchsvollen Lektüre für Leser, die wissenschaftliches Vokabular und Argumentationsweise nicht gewohnt sind.

Hoffentlich findet das Buch dennoch eine weite Verbreitung. Studenten der Geistes- wie auch Naturwissenschaften ist es sehr zu empfehlen, auch zum Weitergeben an Nicht-Christen, um über Gründe für und Inhalte des Glaubens an Gott ins Gespräch zu kommen.

Peter Imming


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Das Buch

  • Kein gewöhnliches Naturbuch, sondern eines, das hilft, die Spuren der Schöpfung zu erkennen.
  • Spannende und informative Schilderungen, geschmückt mit einer Vielzahl ästhetischer und aussagekräftiger Abbildungen und Grafiken.
  • Zahlreiche Anleitungen zum Beobachten, Ausgraben, Riechen, Schmecken.
  • Handliches Format
  • Wichtige Argumente in der Auseinandersetzung mit der Evolutionslehre
  • Auch als Geschenk bestens geeignet – zu Ostern, als Geburtstagsgeschenk, für Kollegen, Geschäftsfreunde usw.

Die CD

In Zusammenarbeit mit den Autoren hat Rainer Preiss (Lernmedien-Design, Von-Humboldt-Str. 5, D-91572 Bechhofen) eine interaktive Multimedia CD-ROM für Lehrer, Eltern und Schüler erstellt. Die Lehrplanthemen „Der Wald im Jahreslauf“, „Tiere des Waldes“ und „Pflanzen und Pilze des Waldes“ der dritten Klasse sind darin berücksichtigt. Die CD bietet sowohl dem Schüler als auch dem Lehrer und jedem Interessierten einen „Spaziergang“ durch den Frühlingswald zu den Frühblühern, aber auch zu zahlreichen anderen Pflanzen und Tieren. Erstaunliche Entdeckungen und überraschende Einsichten warten auf Sie. Schließlich runden ein Wissenstest zur Lernzielkontrolle und viele kreative Arbeitsblätter im PDF-Format das Angebot ab. Eine große Anzahl von Arbeitsblättern zum kostenlosen Herunterladen finden Sie unter: www.worksheets.de und www.kreativerUnterricht.de.


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Vor einigen Monaten ist das evolutionskritische Lehrbuch in Portugiesisch erschienen. Die brasilianische Sociedade Criacionista Brasileira hat die Übersetzung herausgegeben. Nachdem die deutsche Originalversion vor kurzem den Deutschen Schulbuchpreis erhielt, wurde nun auch die portugiesische Übersetzung als „bestes Lehrbuch“ des Jahres 2002 in Brasilien ausgezeichnet. Der Preis wurde von der „Union of Editorial and Printing Houses“ vergeben.

Mittlerweile erschien das Lehrbuch auch in Serbisch.

Reaktion des vdbiol auf die Vergabe des Schulbuchpreises

Der Verband Deutscher Biologen (vdbiol) hat die Vergabe des Deutschen Schulbuchpreises an die Autoren von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ scharf kritisiert. In einem Schreiben an alle Kultusministerien wurde die Sorge ausgedrückt, daß das Buch für den Gebrauch an deutschen Schulen zugelassen werden könnte. Es wäre „verheerend, wenn ein ein derart ideologisch motiviertes Buch in der Schule Grundlage für die Ausbildung im Fach Biologie/Evolution würde“. Die Schule sei zudem „nicht der Ort, grundlegende ideologische Auseinandersetzungen zu führen“. Den vdbiol kann man beruhigen: Eine Zulassung als Schulbuch wird nach schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit schon lange nicht mehr angestrebt. Die ideologische Festlegung liegt aber offenkundig auf seiten des vdbiol, wenn Grundsatzfragen wie die Ursprungsthematik an Schulen nicht diskutiert werden sollen. Das bedeutet nichts anderes, als daß die Evolutionslehre der Kritik entzogen bleiben soll. Mit Wissenschaft hat das nicht viel zu tun, dafür umso mehr mit Weltanschauung.


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Hilfreiche Information zum Thema „Glauben und Denken“ und fröhliche Gemeinschaft erlebten die Teilnehmer des letzten Hochschul-Seminars. Unten rechts: einer der Referenten, Dr. Reinhard Junker, daneben Tutor Christian Dreber.

   Sie sind Student/in oder Abiturient/in? Dann könnte das Hochschul-Seminar für Sie zu einer wichtigen Orientierung werden.

     Sie kennen Studenten oder Abiturienten? Dann wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie diese auf das Angebot des Hochschul-Seminars aufmerksam machen würden.

       Prospekte und Informationen erhalten Sie bei der Geschäftsstelle.

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Weitere aktuelle Termine finden Sie unter Veranstaltungen


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Das Wort und Wissen Info 1/2003 (Nr. 62; März 2003)

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Letzte Änderung: 15.06.2008
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