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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 2/05 - Nr. 71/Juni 2005




Die Sprache verrät, was Sache ist. In Ursprungsfragen sei der Schöpfer „radikal ausgebootet“ worden, schrieb einmal der Verhaltensforscher Wolfgang Wickler. Doch der Schöpfer verfolgt die evolutionär orientierten Wissenschaftler weiter in vielen Formulierungen, die sie verwenden. Ein besonders eindrückliches Beispiel lieferte eine Meldung über die wahrscheinlich mehrmalige Entstehung der Gehörknöchelchen der Säugetiere (Antje Findeklee: Mein Ohr, dein Ohr. Entstanden die Gehörknöchelchen der Säugetiere zweimal? www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/77319).

Worum geht es? Aus einem neuem Fossilfund wird geschlossen, daß die säugertypischen Gehörknöchelchen Hammer, Amboß und Steigbügel mindestens zweimal unabhängig entstanden sein müssen. Dies ist evolutionstheoretisch sehr überraschend, da die Konfiguration der Gehörknöchelchen als eines der wichtigsten Schlüsselmerkmale der Säugetiere betrachet wird. Die Bedeutung dieses Fundes für das Verständnis der Säugerevolution wird in der Herbstausgabe von Studium Integrale Journal diskutiert werden; hier interessiert uns jedoch ein anderer Aspekt. Antje Findeklee schreibt dazu in wissenschaft-online (Hervorhebungen nicht im Original): „Hören ist eine verflixt komplizierte Angelegenheit. Und das dafür notwendige knöcherne wie häutige Inventar des Säugetierohr-Baukastens wirkt so hochspezialisiert, dass man nur staunen kann, wer wann im Laufe der Evolution dieses ausgeklügelte System entwickelt und seinen zahlreichen Nachfahren vom Schnabeltier bis zum Menschenkind hinterlassen hat.“ Das ist Schöpfungsvokabular: Ein Akteur („wer?“) hat etwas „ausgeklügelt“ und benutzt einen Baukasten – nur, wer ist „er“?

Im Weiteren schreibt die Autorin: „... so etwas Raffiniertes würde selbst die höchst einfallsreiche Evolution wohl kaum zweimal erfinden, so verschlungen und überraschend deren Ideen auch manchmal sein konnten.“ Da hat sich also jemand eine raffinierte, überraschende Idee einfallen lassen!

Am erstaunlichsten sind jedoch die Schlußsätze. Nach der Feststellung, daß ein herausragendes Merkmal der Säugetiere seine einzigartige Stellung verliere, schreibt Findeklee: „Der Sache an sich tut das keinen Abbruch, im Gegenteil: Wie viel erstaunlicher ist nun die Erkenntnis, dass Mutter Natur den raffinierten Trick unabhängig ein zweites Mal entwickelte. Evolution sollte man einfach nie unterschätzen.“ So wird ein evolutionstheoretisch ursprünglich völlig unerwarteter Befund ins Evolutionsgebäude eingebaut, indem man „der Evolution“ (die außerdem auch noch als „Meister“ und als „höchst einfallsreich“ bezeichnet wird) schöpferische Qualitäten zuspricht. Alles klar?

Richtig, das sind ja nur Metaphern! Man kann das auch anders sagen. Ja, schon, allerdings wird es dann ziemlich kompliziert und irgendwie wird das betreffende Phänomen so gar nicht mehr angemessen beschrieben.

Man könnte noch einwenden, daß dies die Sprache des Wissenschaftsjournalismus sei, doch dasselbe Vokabular wird auch in Fachartikeln verwendet. Offenbar drängt sich das Schöpfungsvokabular auf. Es gilt wohl auch für Biologen, was Paulus schreibt: Gottes Macht und Größe kann man an seinen Werken deutlich erkennen (Römer 1,18ff.).

Reinhard Junker


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Keine Posaunen vor Jericho?

Uwe Zerbst & Peter van der Veen (Hg.) Keine Posaunen vor Jericho? Beiträge zur Archäologie der Landnahme. 155 Seiten, 60 Abb., zahlr. Tab., Hardcover, großes Format 16,5 x 24. Reihe Studium Integrale. Hänssler-Verlag, Holzgerlingen, 2005 

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Eroberung Jerichos durch die Israeliten unter ihrem Feldherrn Josua? Sieben Tage lang hatte das israelitische Heer immer wieder die Stadt umkreist, als die Mauern unter den Tönen der Posaunen plötzlich „in sich zusammenstürzen“. So imposant die Geschichte ist, die meisten Wissenschaftler halten nicht nur das Wunder, sondern den ganzen Bericht heute für wenig glaubhaft. So argumentierten unlängst die Autoren Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman in ihrem Bestseller „Keine Posaunen vor Jericho“, daß die Eroberung Kanaans definitiv nie stattgefunden habe, da im 13. Jahrhundert v. Chr., d.h. in der Zeit, in der das Ereignis hätte stattfinden müssen, jegliche Spuren einer gewaltsamen Zerstörung der Stadt fehlen. Sind die Argumente jedoch tatsächlich so stichhaltig, wie diese Autoren vorgeben?

Finkelstein und Silberman behaupten zurecht, daß die Israeliten um 1200 v. Chr. (am Ende der Spätbronzezeit) Kanaan nicht erobert haben können. Viele der Städte aus dem Josuabuch waren zu dieser Zeit nicht besiedelt. Jericho war bereits seit ca. 1550 v. Chr. (am Ende der Mittleren Bronzezeit) keine befestigte Stadt mehr. Das Städtebild im 13. Jh. v. Chr. paßt außerdem nicht zur biblischen Beschreibung der Festungen Kanaans, die als uneinnehmbar dargestellt werden. Damals waren die Städte oft nicht befestigt.

Die Autoren des jetzt vorliegenden Bandes, Uwe Zerbst und Peter van der Veen, sind dennoch davon überzeugt, daß es die „kanaanäische“ Stadt Jericho gab und daß sie tatsächlich von den Soldaten Josuas erobert wurde. Dabei nehmen sie Bezug auf die Forschungsergebnisse des britischen Althistorikers John Bimson. Dieser datiert die israelitische Landnahme am Ende der Mittleren Bronzezeit (bisher um 1550 v. Chr) und schlägt eine zeitliche Verschiebung von ca. 150 Jahren vor. So kommt er zu erstaunlichen Ergebnissen.

Neben der Darstellung der Theorie Bimsons gehen die Autoren in mehreren Aufsätzen auch auf eine Anzahl weiterer Fragen bezüglich der Zuverlässigkeit der biblischen Auszug- und Landnahme-Überlieferung ein. Außer einer kritischen und aufschlußreichen Einführung in die Gesamtthematik wird neues Licht auf das vieldiskutierte Problem der Größe des Volkes Israel zur Zeit des Auszugs aus Ägypten geworfen. Der hebräische Begriff für „Tausend“ wird eingehend untersucht und mehrere Thesen zu einem alternativen Verständnis werden vorgestellt. Die Autoren gehen auch auf die Geschichte der 10 Plagen in Ägypten ein und versuchen, sie aus der religiösen Sicht der alten Ägypter zu verstehen. Im vorliegenden Band behandelt John Bimson in einem separaten Aufsatz weiterhin die Frage, warum die konservative Landnahme-These des amerikanischen Wissenschaftlers Bryant Wood im Licht der jüngsten Forschung nicht standhalten kann.

Keine Posaunen vor Jericho? Die Autoren sind überzeugt, daß die israelitischen Posaunen tatsächlich erklangen und daß trotz scharfer Kritik mit guten Gründen an der biblischen Überlieferung festgehalten werden kann.

Angesichts der Tatsache, daß die historische Glaubwürdigkeit der Bibel immer massiver angegriffen wird, ist dieses Buch besonders wichtig. Wir hoffen auf eine weite Verbreitung, besonders auch unter Religionslehrern.
„Keine Posaunen vor Jericho?“ ist leicht zu lesen und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Sie erhalten interessante und aktuelle Einblicke in die biblische Archäologie und wertvolle Argumentationshilfen.


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Von Gunda Perteck

Vom 21. bis 23. Januar fand die 16. Fachtagung Informatik (zum zweiten Mal in Krelingen) statt, die alljährlich im Rahmen der Fachgruppenveranstaltungen von Wort und Wissen durchgeführt und von Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt geleitet wird.

Den ersten Vortrag am Freitagabend hielt Pastor Joachim Schulze mit dem Thema „Kann das Turiner Grabtuch das Grabtuch Jesu gewesen sein? – Geben neue wissenschaftliche Informationen aus Physik, Chemie, Medizin und Biologie eine Antwort?“ Er nannte eine Fülle von Indizien, die auf Jesus hinweisen: Das wirkliche Bild wurde erst erkennbar als das Tuch 1898 fotografiert wurde. Aus der Negativdarstellung auf dem Tuch kam erstmals das viel aussagefähigere Positiv zum Vorschein. Auf dem Tuch fand man bemerkenswerterweise Pollenkörner von 38 Pflanzenarten aus der Gegend von Jerusalem; darunter 13, die ausschließlich dort zu finden sind. Bei den Kreuzigungsdarstellungen des Mittelalters befinden sich die Nägelmale in der Handfläche. Beim Turiner Grabtuch erkennt man sie jedoch in der Handwurzel, und dadurch bedingt klappt der Daumen nach innen weg. Auf dem Tuch sind die Hände tatsächlich nur mit vier Fingern dargestellt. Nach Abschätzungen von Wissenschaftlern beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, daß das Tuch nicht echt ist, 1 zu 200 Milliarden. Der Vortrag löste zahlreiche anregende Gespräche aus.

Prof. Dr. Daniel Keim ging in seinem Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Wahrnehmung“ auf den Gegensatz zwischen der rapide ansteigenden Informationsüberflutung, die durch eine fast unbegrenzte Speicherkapazität begünstigt wird, und die Probleme der Datenanalyse ein, deren Bewältigung kein lineares Problem ist. Den technischen und von Menschen geschaffenen Möglichkeiten stellte er die phantastischen Fähigkeiten der Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns gegenüber. Die immensen Möglichkeiten der Wahrnehmung, Sortierung und schnellen Handlungsentscheidungen führte er mit anschaulichen Beispielen des Gesichtssinnes vor.

Im zweiten Teil ging er auf die geistliche Wahrnehmung ein und behandelte dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Selbstwahrnehmung. Dabei unterliegt der Mensch Wahrnehmungstäuschungen auf Grund von Gefühlen und Stimmungen, rationalen Überlegungen, Erfahrungen und Erwartungen, die der Korrektur bedürfen, z. B. durch die Bibel. Durch diese Täuschungen kommt es zu Störungen im Verhältnis zu den Mitmenschen (Egoismus) und zur Welt (Zukunftsangst). Eine andere Perspektive bringt die Betrachtung von der Ewigkeit und von Gott her.

In der Diskussion wurde vor allem festgestellt, daß die von Gott gegebenen menschlichen Fähigkeiten immer noch den von Menschen geschaffenen technischen Möglichkeiten weit überlegen sind. Diese wunderbaren Eigenschaften können unmöglich evolutiven Zufallskonzepten zugeschrieben werden. Das biblische Zeugnis der Schöpfung paßt zu dem, was wir beobachten.

Beim anschließenden Seminar über den „Informationsbegriff“ wurde deutlich, welch zentrale Rolle die Information bei der Beurteilung von Fragen zur Herkunft des Lebens spielt. Parallel dazu lief ein zweites praxisorientiertes Seminar mit J. Schweinsberg „Von HTML bis PHP – Die Sprachen des Internets zur Website-Gestaltung“.

Der Sprachwissenschaftler und Theologe Dr. Roger Liebi referierte zu dem Thema „Herkunft und Entwicklung der Sprachen“. Im ersten Teil seines Vortrages nannte er zahlreiche Fakten der Sprachforschung über den Spracherwerb des Kindes (Lernfähigkeit der Muttersprache nur etwa bis zum 10. Lebensjahr) und über die Verwandtschaft der Sprachen und der Gesetze der Sprachentwicklung, soweit diese durch historische und linguistische Forschung erfaßbar sind. Über die Fakten sind sich die Forscher weitgehend einig, über die Interpretation weniger. Dr. Liebi stellte Theorien aus Sicht der Evolutionslehre den Modellen, die aus der Bibel ableitbar sind, vergleichend gegenüber. Dabei ging er ausführlich auf die Annahme der Evolutionslehre ein, die davon ausgeht, daß es eine Höherentwicklung von primitiven Anfangssprachen bis zu heute hochentwickelten Sprachen gegeben haben muß. Anhand zahlreicher Beispiele wies er nach, daß es gar keine primitiven Sprachen gibt. Alle Sprachen waren, soweit man es zurückverfolgen kann, am Anfang hochkompliziert, vor allem in ihrem Formenreichtum und ihren präzisen Ausdrucksmöglichkeiten. Im Laufe der Geschichte veränderten sie sich in Richtung Vereinfachung der Formen und Entwicklung neuer Ausdrucksmöglichkeiten. Es gibt heute mehr als 6800 Sprachen (ohne Dialekte), die man in einige Dutzend Sprachstämme einteilen kann. Innerhalb dieser Stämme sind Verwandtschaften deutlich feststellbar. Über ihre Grenzen hinaus sind Syntax und Wortschatz so unterschiedlich, daß Sprachen nicht eins zu eins übersetzt werden können. Daran scheitern regelmäßig alle Versuche, Übersetzungsprogramme für Computer zu erstellen. Allerdings ist jeder Gedanke oder Sachverhalt in jede Sprache übertragbar, wenn man sie kann, d.h. gelernt hat. Es liegt daher auf der Hand, daß die Sprachen nicht aus einer einzigen Ursprache entstanden sein können. Ebenso spricht alles dafür, daß Sprache und Sprachfähigkeit dem Menschen von Anfang an gegeben waren. Das Vorhandensein der unterschiedlichen Sprachstämme und ihre Sprachentwicklungsgeschichte deuten klar darauf hin, daß das Ereignis der Sprachverwirrung in Babel so stattgefunden haben kann, wie es in der Bibel geschrieben steht.

Auch bei dieser Tagung gab es am Samstagabend einen Diavortrag von Prof. Gitt. Er berichtete von zwei missionarischen Vortragsreisen, die er im abgelaufenen Jahr nach Moskau und nach Paraguay unternommen hatte.

Die Tagung schloß am Sonntag mit einem Gottesdienst, in dem Prof. Gitt ein über ein ausgefallenes und interessantes Thema predigte: „Die 7 Seligpreisungen der Offenbarung.“


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Erstaunliche Resonanz bei älteren Schülern / von Harald Binder

Die Überschrift trifft in doppelter Weise auf das Nachfolgende zu. Zuerst handelt es sich bei dem Geschilderten um Erfahrungen, die unterwegs als Referent bei verschiedenen Anlässen gesammelt wurden und zum anderen um Eindrücke, die – zumindest häufig – auf der Rückreise in der Bahn oder am Abend in einem Zimmer bei freundlichen Gastgebern notiert wurden.

Jüngst wurde ich im Anschluß an einen Vortrag in einer Gemeinde von einem jungen Mann gefragt, ob ich auch bereit wäre, in Schulen ähnliche Vorträge zu halten. Ich signalisierte ihm gerne meine grundsätzliche Bereitschaft, wies aber darauf hin, daß er ein solches Vorhaben zuvor mit den zuständigen Lehrkräften und ggf. mit der Schulleitung absprechen müsse.

Einige Wochen später erhielt ich die Nachricht, daß die Religionslehrerin mit einem Vortrag zum Thema: „Schöpfung oder Evolution“ mit anschließender Diskussion einverstanden sei; auch die Schulleitung habe Zustimmung in Aussicht gestellt. Der Schüler sollte als Vorbereitung ein Referat zum Thema vorbereiten und vortragen. Wir trafen uns, um das Referat zu planen und auch auf den geplanten Vortrag abzustimmen. Die Reaktionen auf das Referat zeigten, daß bei den Schülerinnen und Schülern großes Interesse an diesem Thema vorhanden ist.

Geplant waren zwei Unterrichtsstunden mit Vortrag und Diskussion in zwei Klassen, d.h. mit mehr als 60 Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Als ich zum vereinbarten Termin zusammen mit dem Schüler, der die Veranstaltung organisiert hatte, in der Schule eintraf, wurden wir von der Religionslehrerin freundlich begrüßt und ich konnte im vorgesehenen Raum meine Präsentation einrichten und hatte noch etwa 30 Minuten Zeit bis zum Start des Vortrags.

Bis 8,50 Uhr, dem geplanten Beginn waren fast alle Schüler, einschließlich der beiden Lehrkräfte im Raum versammelt. Nach einer kurzen Eröffnung durch die Religionslehrerin stellte ich mich und die Arbeit der Studiengemeinschaft Wort und Wissen mit wenigen Worten vor. Zunächst versuchte ich dann kurz naturwissenschaftliche Arbeitsweisen zu skizzieren, bevor ich einige allgemeine Gedanken zu Evolutionskonzepten vorstellte. Diese wurden anschließend am Beispiel der Frage nach der Herkunft des Menschen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Lebensentstehung vertieft.

Die anschließende Diskussionszeit wurde von den Schülern intensiv genutzt um zu klären, warum ich denn so überzeugt sei von biblischen Aussagen; aber auch Fragen, wie das mit den Dinosauriern sei, ob ich deren Existenz leugnen würde, wie alt die Erde sei oder wie es sich mit den beiden, sich „widersprechenden“ Schöpfungserzählungen in der Bibel verhielte. Viel zu früh kündigte die Schulklingel das Ende der zweiten Schulstunde an.

Alle Schüler waren sich einig, daß die Diskussion fortgesetzt werden sollte. Der Raum allerdings war anderweitig belegt und auch die Stundenpläne sahen – obwohl letzter Schultag vor den Osterferien – anderes vor. Trotzdem engagierten sich die Schüler spontan für eine Fortsetzung und setzten sich mit den entsprechenden Lehrern in Verbidnung, um die Angelegenheit abzuklären. Schließlich zogen wir in ein anderes Klassenzimmer und setzten dort mit dem Einverständnis des entsprechenden Fachlehrers (er blieb im Klassenzimmer und verfolgte die Diskussion) die Gespräche fort.

Die Themen der Diskussion verlagerten sich zunehmend und bald konnten wir über elementare Anliegen der Bibel reden. So konnte ich aufgrund von entsprechenden Fragen erklären, wie die Bibel eine zunächst sehr gute Schöpfung vorstellt, die durch die Emanzipation des Menschen von seinem Schöpfer zu der Natur geworden ist, die wir kennen, mit Krankheit und Tod, mit Fressen und Gefressenwerden. Ein Schüler wollte dann im weiteren Verlauf der Diskussion wissen, warum denn die Bibel so großen Wert darauf lege, daß man nur durch Jesus gerettet werden könne. Darauf konnte ich mit Freude grundlegende Linien vom Rettungshandeln Gottes an der Tafel skizzieren.

Schließlich waren noch mehr Lehrer mit einer spontanen Umwidmung des Unterrichts einverstanden. Bevor ich die Schule anstatt wie geplant um 10,50 Uhr erst um 12,30 Uhr verließ, übergab ich der Lehrerin für die Schulbibliothek noch ein Exemplar von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“.

Einige Züge verpaßt! Aber ich denke, der Einsatz hat sich gelohnt und es ist meine Bitte an unsern Schöpfer und Heilland, daß vieles von dem, was gesagt wurde, im Leben dieser jungen Menschen zu Impulsen zu ihrer Rettung wird.


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Spannende Podiumsdiskussion an der Uni Düsseldorf
Bericht von Peter Wiebe

Eine Veranstaltung der ganz besonderen Art hat sich der christliche Studentenkreis (CSK, www.csk-aktuell.de ) an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf einfallen lassen: Im Rahmen des Semesterprogramms zum Thema „Genesis – Greatest Hits“ wurde gleich mit der No. 2 der 13-teiligen Veranstaltungsreihe eine sehr spannende und kontroverse Podiumsdiskussion zum Thema „Gibt es Gott?“ organisiert. Dabei standen sich am 26. April 2005 folgende zwei Kontrahenten dieser Debatte gegenüber:

  • Für die biblisch-theistische Position: Dr. Dr. William Lane Craig, Philosophie-Professor an der „Talbot School of Theology“ in La Mirada, Californien, und
  • Für eine atheistische Auffassung: Dr. Michael Schmidt-Salomon, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Giordano Bruno Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus.

Um eine geordneten und fairen Ablauf zu garantieren, wurden klare Regelungen für den Ablauf der dreiteiligen Debatte vereinbart und auch weitestgehend eingehalten.

In der ersten Runde begann Prof. Dr. Craig mit seinem etwa 20-minütigen Vortrag und brachte 6 logische Argumente vor, die – wie er sagte – die Waagschale zu Gunsten der Existenz Gottes ausschlagen lassen. Gleichzeitig forderte Prof. Craig seinen Kontrahenten damit auf, diese Argumente doch bitte zu entkräften bzw. Argumente für die Nichtexistenz Gottes vorzubringen. Anschließend hielt Dr. Schmidt-Salomon seinen ebenfalls 20-minütigen Vortrag, den er damit begann, daß die Frage „Gibt es Gott?“ sinnlos sei, solange unbeantwortet bleibt, was unter dem Begriff „Gott“ zu verstehen ist.

Im zweiten Teil der Debatte gingen die Kontrahenten in jeweils ca. 12 Minuten auf die Argumente des anderen ein.

In einer abschließenden dritten Runde konnten Fragen aus dem Auditorium an die Vortragenden gestellt werden, wovon sehr reger Gebrauch gemacht wurde, sodaß die vorgesehene Zeit von drei Stunden bei Weitem nicht ausgereicht hat. Besonders beeindruckend war hierbei das ausführliche persönliche Lebenszeugnis von Prof. Craig, wie er zum Glauben an den Gott der Bibel gekommen ist: Und zwar nicht so, wie Dr. Schmidt-Salomon es in seinem Vortrag angenommen hat, daß er nur deswegen glauben würde, weil ihm sozusagen jene spezifische Gottesvorstellung zufälligerweise als Kind nahegebracht wurde, nämlich die christliche. Nein dies war nicht der Fall – es war eine höchst persönliche bewußte Entscheidung, Jesus Christus Herr im Leben werden zu lassen, trotz mancher erfahrenen Enttäuschung und Heuchelei seitens der „Frommen“ in den institutionalisierten christlichen Kirchen.

Dr. Schmidt-Salomon hat sich erstaunlicherweise anerkennend dazu geäußert, daß Prof. Craig tatsächlich das glaubt und auch öffentlich vertritt, was er sagt – nicht wie so viele heuchlerische Fromme, die zwar vom Glauben reden, aber in der Realität nicht wirklich persönlich dahinterstehen. Obwohl Dr. Schmidt-Salomon den Gott der Bibel und die Erlösung durch seinen Sohn Jesus Christus kategorisch ablehnt – aber das muß ja nicht so bleiben! – entstand der Eindruck, daß er offenbar zumindest versucht, ein aufrichtig fragender Atheist zu sein (sofern dies nach der Bibel überhaupt möglich erscheint, vgl. Römer 1,19-22), und nicht ein heuchelnder Theist.

Wie es wohl kaum anders zu erwarten war, haben die Disputanten sich leider nicht auf ein gemeinsames Votum über die Frage nach der Existenz Gottes einigen können. Jedoch zeigte diese Veranstaltung in sehr anschaulicher Weise, daß auch ein öffentlicher Disput, wie er kontroverser nicht sein kann, dennoch sehr fair und konstruktiv ablaufen kann und sogar mit einem aufrichtigen Handschlag der intellektuell argumentierenden „Streithähne“ beendet werden kann!

Die Vorträge der Podiumsdiskussion können in elektronischer Form über die folgenden Internetseiten frei bezogen und nachgelesen werden:

www.csk-aktuell.de/duesseldorf/html/debatte.html

www.giordano-bruno-stiftung.de/Archiv/existgott.html

Es lohnt sich sehr, dort einmal hineinzuschauen!

Darüber hinaus existiert eine private Videoaufzeichnung der Veranstaltung (insbesondere mit dem nicht schriftlich fixierten Fragenteil), die der CSK von der Veranstaltung angefertigt hat.

Wer mehr über die Disputanten erfahren möchte, kann auch dafür das Internet zu Rate ziehen. Die Internetseite von Dr. Schmidt-Salomon befindet sich unter: www.schmidt-salomon.de/homepage.htm.

Die Adresse der Internetseite von Prof. W. L. Craig lautet: www.leaderu.com/offices/billcraig/index.html

Hier ist u. a. eine Liste der vielerorts abgehaltener Debatten zu unterschiedlichen Themen aufgeführt. Auf Wunsch und Einladung kommt Prof. Craig sicherlich sehr gerne aus den USA mal wieder nach Deutschland, um an weiteren Debatten teilzunehmen.

Prof. Craig hat sich verwundert darüber gezeigt, daß während der Diskussion im dritten Teil fast keine konkreten Anfragen zu seinen vorgebrachten, streng logischen Argumenten aus dem Publikum erfolgten. Entweder sind Prof. Craigs Argumente derart „wasserdicht“, daß sich (speziell in Deutschland) niemand herantraute, oder aber scheinen Studenten in Deutschland sog. „Gottesbeweise“ kaum bekannt zu sein bzw. werden hierzulande als längst überholt betrachtet.

Und, ... was würden Sie auf die Frage eines Zuhörers der Debatte antworten, ob es nicht schon eine „Sünde“ sei, wenn man es einem „Ungläubigen“ wie Schmidt-Salomon gestatte, seine Thesen öffentlich zu vertreten? Nun – sicherlich ist es zumindest so, daß mit der öffentlich stattgefundenen kontroversen Debatte an der Uni Düsseldorf manch ein Student motiviert wurde, die Frage nach Gottes Existenz nicht einfach zu ignorieren, sondern wieder neu zu stellen. Wenn wenigstens dies erreicht werden konnte, so hat sich die Veranstaltung wirklich gelohnt! Im Übrigen scheint der Disput so ausgegangen zu sein, daß keines der vorgebrachten logischen Argumente für Gottes Existenz widerlegt worden ist, insbesondere das zwingende Argument von Gottes Existenz, falls man objektive ethische Werte voraussetzt. Die Argumentationsansätze von Dr. Schmidt-Salomon waren in diesem Sinne ein Paradebeispiel dafür, das wir stets objektive ethische Werte voraussetzen und daher Gottes Existenz voraussetzen müssen.

Dem Christlichen Studentenkreis sei an dieser Stelle sehr herzlich für die gelungene Organisation und Durchführung der Podiumsdiskussion gedankt! Dies ist sicherlich ein genialer Weg, um ehrlich fragende, kritische Kommilitonen und Akademikern eine Hilfe auf dem Weg zum Glauben an Jesus Christus und den Gott der Bibel zu sein.


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Auf www.genesisnet.info soll nach und nach die Fülle der Themen rund um die Ursprungsfragen um Schöpfung und Evolution abgehandelt werden – bibeltreu und fachlich qualifiziert. Die meisten Artikel werden in zwei Schwierigkeitsgraden angeboten – für Einsteiger und Fortgeschrittene. Schauen Sie mal rein bei

Der Genesisnet-Newsletter informiert über Neuigkeiten und neu eingestellte Texte.

Stimmen von Genesisnet-Nutzern

„Vielen Dank für Eure Arbeit bei genesisnet. Ich bin seit etwa einem Jahr Christ und bin Physikstudent. Das bedeutet, dass ich des öfteren mit Evolution und Urknalltheorie konfrontiert werde, von Seiten der Professoren und meiner Mitstudenten. Ihr habt mir dabei des öfteren schon geholfen.“

„Auf der Suche nach Informationen zu der Galaxie NGC 4414 bin ich auf ihre Webseite gestoßen - und ich bin überwältigt. Nun lese ich in diesen Seiten seit einger Zeit und es kommt mir so vor, als das alles, was ich auf den Seite lese, ein geradezu unerschöpflicher Quell für meine unstillbare Faszination gegenüber dem Lebendigen schlechthin ist. Die Klarheit des Geschriebenen, die wissenschaftliche Präzision (soweit ich diese als Molekularbiologe beurteilen kann) und die Ehrlichkeit im Anliegen sind bestechend. Eine ganz großartige Seite!“


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  • Sie suchen eine leicht lesbare Einstiegslektüre zum Thema „Schöpfung / Evolution“?

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  • Leben – woher?“, soeben in der 3. Auflage erschienen, bietet Ihnen dafür eine Fundgrube von Sachinformationen und Ideen.

Zwei von vielen ähnlichen Leserstimmen: „Eine sehr gelungene Zusammenfassung zur Frage, warum wir uns überhaupt mit diesen Themen auseinandersetzen. (In der Kürze liegt die Würze ...). Sehr geeignet für Gemeinden und Schulen.“

„Das Buch hat uns in unserer Familie schon oft geholfen.“

228 S., 149 Abb., Format DIN A 5, Festeinband

Kompakte und leicht lesbare Übersicht über alle wichtigen Gebiete des Themas „Schöpfung / Evolution“ aus biblischer Sicht; mit den wichtigsten Argumenten und häufig gestellten Fragen.


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Ein Diskussionsbeitrag von Christian Knobel

Am Ende des Schöpfungsberichts heißt es in Gen 2,1-2: „So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“ Das Universum mit den Sternen („ihr ganzes Heer“) ist ausdrücklich eingeschlossen. Die Lebewesen wurden in fertiger Form geschaffen, der Garten in Eden war ein von Gott gepflanzter Garten, der von Anfang an blühte und gedieh, und auch die Sterne waren bereits sichtbar trotz ihrer weiten Entfernung. Es war eine „erwachsene Schöpfung“. Während nach der biblischen Überlieferung der Kosmos sehr jung zu sein scheint, legen die großen Entfernungen der Sterne, Sternsysteme und Galaxien nach heutigem Verständnis ein hohes Kosmosalter von vielen Milliarden Jahren nahe – eine schwerwiegende Diskrepanz. Zu diesem Problemfeld gibt Christian Knobel, Physikstudent aus Zürich, in einem ausführlichen und sehr informativen Diskussionsbeitrag Gedankenanstöße, diskutiert Lösungsvorschläge und zeigt, welche naturwissenschaftlichen Fragen mit einer erwachsenen Schöpfung verbunden sind. Der Beitrag kann als PDF-Datei heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle angefordert werden.


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Das Wort und Wissen Info 3/2003 (Nr. 64; Oktober 2003)

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Letzte Änderung: 09.12.2007
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