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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 2/06 - Nr. 75/Juli 2006




Liebe Freunde der Wort und Wissen Arbeit der „Glaubenskrieg um die Evolution“ („Spiegel“ vom 24. 12. 2005) ging auch im ersten Halbjahr 2006 weiter. Eine typische Begleiterscheinung dafür ist das Mittel der Desinformation. Beispiele dafür gibt es in Hülle und Fülle. So lautet ein Standardvorwurf an die Adresse der Evolutionskritiker, sie seien ignorant. Ein Beispiel von vielen: „Heutige Kritiker Darwins lesen und zitieren gewöhnlich allein dessen Schriften und ignorieren die Berge wissenschaftlicher Literatur der folgenden anderthalb Jahunderte“ (so der Biologieprofessor Axel Meyer in Max Planck Forschung 1/2006, S. 15). Man reibt sich angesichts eines solchen Satzes verwundert die Augen. Ignorant ist hier offenkundig Axel Meyer.

Ignoranz im
„Glaubenskrieg um die Evolution“

Überblickt man die Behauptungen, die über „Intelligent Design“ in den Medien von fähigen Wissenschaftlern verbreitet werden, dann zeigt sich eine geradezu atemberaubende Unkenntnis über die kritisierte Position. Wie oft wurde z. B. behauptet, das Auge des Menschen sei eine Fehlkonstruktion, obwohl dies längst und vielfach durch Fakten widerlegt ist (siehe dazu die neue Ausgabe von Studium Integrale Journal).

Ein besonders krasses Beispiel lieferte Thomas Junker, stellvertretender Vorsitzender der AG Evolutionsbiologie im Verband deutscher Biologen: Er antwortete in der Südwestpresse vom 10. 3. 2006 auf die Frage „Lässt sich denn nachweisen, dass Belebtes aus Unbelebten entstehen kann?“ wie folgt: „Dass das möglich ist, ist seit den 50er Jahren immer wieder experimentell nachgewiesen worden. Zuerst mit der ‘Ursuppe’, in der aus anorganischer Materie Aminosäuren und andere Bausteine des Lebens entstanden sind. Ähnliche Ergebnisse haben später auch andere Versuche ergeben, so dass unbestreitbar ist: Organische Materie, also Leben, kann aus anorganischer Materie entstehen.“ Daß hier organische Materie mit Leben gleichgesetzt wird, ist Irreführung uninformierter Leser. Ignorant sind in diesen Beispielen nicht die Evolutionskritiker, sondern die Evolutionsbefürworter.

Warum geht es so ignorant zu? Rational scheint das kaum verstehbar zu sein. Vielmehr dürfte es sich um ein Symptom dafür handeln, daß die Ursprungsfrage mit Grundfragen des Menschseins eng zusammenhängt. Da ist es nicht mehr leicht, neutral und sachlich-distanziert zu bleiben (obwohl man alles daran setzen sollte, so objektiv wie möglich zu bleiben). Hier wird mit allen Bandagen gekämpft. Man kann dies beklagen, doch sollte man auch die Chance sehen, die sich bieten: Diese Situation macht nämlich deutlich, daß die Herkunftsfrage ein Thema ist, das unsere Zeitgenossen bewegt, man könnte fast meinen, daß es die Menschen außerhalb der christlichen Gemeinde mehr bewegt als innerhalb. „Das ist für die Leute doch kein Thema“ – von wegen! Die Medienkampagne des letzten Jahres bietet für die Christen und die christlichen Gemeinden eine besondere Chance, nämlich ein Thema aufzugreifen, das ihr ureigenstes ist und gleichzeitig die Menschen um uns herum beschäftigt. Wird diese Chance genutzt? Gerne stehen wir Ihnen mit unseren Referenten vor Ort zur Verfügung.

Es grüßt Sie herzlich in der Verbundenheit des gemeinsamen Auftrags

Ihr Reinhard Junker


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Daten legen grundlegende Revision der Menschheitsgeschichte nahe

Michael Brandt: Wie alt ist die Menschheit? Demographie und Steinwerkzeige mit überraschenden Befunden.

In der Kontroverse um die Evolutionstheorie ist die Zeitproblematik von grundlegender Bedeutung. Die Existenz großer Zeiträume ist eine notwendige Voraussetzung für Makroevolution. In „Wie alt ist die Menschheit?“ diskutiert Michael Brandt eine Reihe von Befunden, die völlig rätselhaft erscheinen, wenn die Menschheit (mindestens) zwei Millionen Jahre alt ist (was durch radiometrische Datierungen begründet wird). Anhand des Bevölkerungswachstums und der gefundenen Steinwerkzeugmengen zeigt der Autor, dass selbst ein Alter von 10.000 Jahren für die Menschheit eher noch zu hoch gegriffen ist. Kritik an dieser Schlussfolgerung wird ausführlich behandelt und entkräftet.

Die mittlerweile vorliegenden Befunde zur Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums und zur Menge an hinterlassenen Steinwerkzeugen werden von Michael Brandt erstmals überblicksmäßig dargestellt. Seinen Ausführungen liegen ein umfassendes Literaturstudium und Informationen von Werkzeugsammlern zugrunde. Dass die Daten einer Millionen Jahre währenden Menschheitsgeschichte widersprechen, wird in Fachpublikationen durchaus gesehen; es werden jedoch keine Konsequenzen daraus gezogen. Dies holt der Autor in seinem Buch nach: Die zahlreichen Anomalien, die bei Zugrundelegung eines großen Alters der Menschheit auftreten, können widerspruchsfrei und schlüssig erklärt werden, wenn die Menschheitsgeschichte auf maximal 10.000 Jahre verkürzt wird.

Die Brisanz dieses Buches kann kaum überschätzt werden. Denn die vorgelegten Daten widersprechen der evolutiven Deutung der Menschheitsgeschichte massiv: Sie entziehen nämlich einem wesentlichen Teil der Evolutionsgeschichte des Menschen eine notwendige Basis: die dafür benötigen großen Zeiträume. Gleichzeitig passen die Befunde zu einem Zeitrahmen, der durch die Überlieferung der biblischen Urgeschichte nahegelegt wird.

Der Autor beweist mit diesem Buch nebenbei, dass das Hinterfragen etablierter Lehrmeinungen zu Wissenszuwachs und neuen Erkenntnissen führen kann. Wer dagegen die Evolution des Menschen als nicht mehr hinterfragbare Tatsache wertet, hätte Studien dieser Art niemals durchgeführt und wäre daher auch nicht auf die in diesem Buch vorgelegten Ergebnisse gestoßen. Einmal mehr erweist sich Deutungsvielfalt – namentlich in historischen Fragen – als Motor für die Gewinnung neuer Erkenntnisse.

Das Buch ist trotz seiner wissenschaftlichen Tiefe auch für Laien gut lesbar. Es richtet sich daher an alle an der Vorgeschichte der Menschheit Interessierten, Fachleute wie Laien. Der Leser erhält über das eigentliche Thema hinaus auch viele interessante Einblicke in die Lebensumstände der Menschen der Steinzeit.

Bestellhinweis

Format: 16,5 x 24; Hardcover
160 Seiten, 43 Abb., 29 Tab.

[bestellen] [Details] [Leseprobe]

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Eine aktuelle Gesamtdarstellung von Norbert Pailer und Alfred Krabbe

Norbert Pailer und Alfred Krabbe: Der vermessene Kosmos. Ursprungsfragen kritisch betrachtet.

„Der vermessene Kosmos“ löst nach über zehn Jahren das in mehreren Auflagen erschienene und seit einem Jahr vergriffene Buch „Geheimnisvolles Weltall – Hypothesen und Fakten zur Urknalltheorie“ von Norbert Pailer ab. In dieser Zeitspanne hat sich in der noch jungen Disziplin der Kosmologie so viel getan, dass ein ganz neuer Wurf angebracht war, der nun zusammen mit Alfred Krabbe entstand.

Email eines Nutzers von www.genesisnet.info
„In der Klasse meines Sohnes (7. Gymnasium) mussten alle Schüler (in Gruppen aufgeteilt) zu bestimmten Themen (Evolution) kleine Präsentationen zusammenstellen und dafür vorher im WWW Material zusammentragen. Dabei sind die Seiten von ‘genesisnet’ von einigen Mitschülern verwendet worden (auch der Link wurde von ihnen angegeben), was sicher für die gute Aufbereitung der Themen spricht. Es zahlt sicher also aus, im Internet präsent zu sein, und gerade Schüler kommen ‘in ihrer Verzweiflung’, was Gescheites für ihre Aufgabestellungen zu finden, anscheinend gerne vorbei :-)“

Zwei engagierte Astrophysiker und gleichzeitig überzeugte Christen legen in diesem Buch ihre Position zum Spannungsfeld zwischen Kosmologie und Genesis dar. Es geht dabei nicht um Wiederholung von Meinungen, die von den Massenmedien her bereits geläufig sind, sondern um eine kritische Standortbestimmung aktueller Astronomie, Astrophysik und Kosmologie: Nach einer Einführung in die Möglichkeiten und Grenzen astrophysikalischer Forschung wird in drei Kapiteln eine konzentrierte Zusammenfassung der Faktenlage gegeben. Dabei geht es um den Aufbau des Kosmos, um kosmologische Modelle wie das Standardmodell („Urknall“) und um die sprunghaft gewachsenen Kenntnisse über unser Planetensystem und mögliche Planetensysteme im Weltall. Damit wird der Leser nicht gleich zum Astrophysiker, aber er findet eine ungewöhnlich verdichtete Darstellung aktueller Beobachtungsdaten.

Über die Darstellung soliden Wissens hinaus liegt den Autoren auch an der Vermittlung des Verständnisses der Randbedingungen der Wissensgewinnung. Die geschilderten Fakten deuten über das Faktenwissen hinaus und spitzen sich auf die Position zu, wo die Frage nach Gott unausweichlich wird. So kann man sich als Naturwissenschaftler Rechenschaft darüber geben, dass zwar Naturgesetze formulierbar sind und ihre Gültigkeit über die Zeit hinweg feststellbar ist, dass man aber z. B. ihre zeitliche Konstanz weder begründen noch garantieren kann. Wer beginnt, sich darüber zu wundern, wird vielleicht offen für das Geheimnis hinter der Raumzeit-Kulisse, „denn alles hat in ihm seinen Bestand“ (Kolosserbrief, Kapitel 1 Vers 17). Am Ende ist alles auf eine interdisziplinäre Synthese von Ursprungsvorstellungen angelegt, deren Rahmen der Genesisbericht liefert. Dabei wird kein Schöpfungsmodell entwickelt, sondern ein Interpretationskorridor diskutiert, der den Rahmen für ein mögliches Schöpfungshandeln aufgrund des Genesis-berichts und anhand astronomischer Fakten aufspannt.

Das Buch endet mit dem Kapitel „In den Weltraum gelinst“, in dem anhand praktischer Beobachtungserfahrungen mit einem selbst gebauten Spiegelteleskop Mut zu eigenen Himmelsbeobachtungen gemacht wird.

Sternfreunde und an der Schöpfung und ihrem Ursprung Interessierte werden dieses Buch mit viel Gewinn lesen.

„Vermessen“ – „Ausgemessen“ – spiegelt die Faktenlage wider
„Vermessen“ – sich zum Maß aller Beurteilungen machend – eine gewisse Anmaßung andeutend
„Vermessen“ – falsch gemessen bzw. falsch interpretiert – oder zu kurz gegriffen in seiner Tragweite
  • Komprimierte Schilderung aktueller kosmischer Fakten
  • Fragen kosmischer Ursprungsforschung jenseits ausgetretener „Urknallpfade“
  • Kosmologie und Schöpfung – eine Synthese wird gewagt

„Gläubigen Naturwissenschaftlern stand ihr Glaube an Gott nicht im Wege; er war die eigentliche Quelle ihrer Inspiration.“

„Mit den Augen des Glaubens gesehen läßt sich im Universum durchaus die Handschrift des Schöpfers erkennen.“

„Der Kosmos sieht genau darum geplant aus, weil er geplant wurde.“

Bestellhinweis
Holzgerlingen. Hardcover, Format 17x24
durchgehend farbig, 191 S., 150 Abb.
[vergriffen] [Details] [Leseprobe]

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Edith Düsing: Nietzsches Denkweg. Theologie – Darwinismus – Nihilismus.

Edith Düsing bietet eine Gesamtdarstellung Nietzsches, und zwar entwicklungsgeschichtlich von der Jugendzeit bis zur Spätphilosophie. Nietzsches Werk und Nachlass wird durchweg im Horizont der Philosophiegeschichte von Heraklit und Platon bis Kant und Hegel gedeutet. Seine freigeistigen Schlüsseltheoreme zum Welt-, Seelen und Gottesbegriff werden in ihrer inneren Systematik freigelegt.

Nietzsches Weg vom christlichen Glauben zum Atheismus speist sich aus seinem „Darwin-Schock“, die Arten-Entstehung sei durch Zufall gebildet, und aus den Konsequenzen der historisch-kritischen Bibelhermeneutik, die Jesu Leben entmythologisiert (D. F. Strauß).

Innovativ ist Düsings Ineinander-Spiegeln der naturphilosophischen Problemlinie in Nietzsches Denken: die Welt als Spiel, als Chaos, was auf die Gefahr des pseudolegitimen Biologismus und Immoralismus im Selbstexperiment Mensch zuläuft, und der religions-philosophischen Problemlinie, die Jesu originales Wesensbild sucht, sich zuspitzt zur Theodizeefrage: existiert ein gütiger ohnmächtiger oder aber ein grausamer allmächtiger Gott, und voluntaristisch den „Tod Gottes“ deklariert.

Nietzsches brillanter Diagnose und Prognose des europäischen Nihilismus als Folge der Gottesfinsternis, des drohenden Absturzes der labilisierten Psyche in Sinnverarmung und Werteverlust („Nichts ist wahr, alles ist erlaubt!“), stellt Düsing im Dialog mit Nietzsches verzweifelter Skepsis konstruktiv Lösungsideen der abendländischen Geistesgeschichte als Therapie solcher abgrundtiefer Skepsis gegenüber.

Bestellhinweis

Wilhelm-Fink-Verlag, 2006
Hardcover mit Schutzeinband
Format 16x24, 601 S.

[bestellen] [Details] [Rezension]

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Die 6. Auflage steht kurz vor der Fertigstellung

Gerade während der Zeit der heftigen Medienkampagne über Schöpfung und Evolution im letzten Jahr war einer der „Steine des Anstoßes“ nicht verfügbar – unser evolutionskritisches Lehrbuch. Das Buch wurde in den letzten beiden Jahren gründlich überarbeitet. Besonders erfreulich: Wir konnten einige neue Mitarbeiter gewinnen, die sich Themen detailliert widmen konnten, in denen sie fachlich „zuhause“ sind, und können nun demnächst eine top-aktualisierte Neuauflage bieten, in die neueste Forschungsergebnisse eingeflossen sind.

An dieser Stelle geben wir schon einmal einen kurzen Überblick über die wichtigsten Änderungen der 6. Auflage: Neu wurde ein 17-seitiges Kapitel über Entstehung biologischer Information aufgenommen. Zu diesem grundlegenden Thema gibt es mittlerweile experimentelle Befunde, und auf diesem Gebiet kann man starke Argumente gegen Makroevolution formulieren. Großenteils oder ganz neu geschrieben wurden die Abschnitte über die Abgrenzung von Mikro- und Makroevolution, hypothetische Mechanismen der Makroevolution, Chiralität (Händigkeit wichtiger Moleküle der Lebewesen – ein großes Problem für die Lebensentstehungs-hypothesen), weiter über molekulare Stammbäume und molekulare Uhren, über die Endosymbionten-Hypothese und über neue Ansätze in der Embryologie. Außerdem wurde eine Reihe von Abschnitten über Übergangsformen neu verfasst: Vom Fisch zum Vierbeiner, Ursprung der Amnioten, Ursprung der Vögel, Evolution der Pferde. Hier hat sich in der Wissenschaft in den letzten Jahren sehr viel getan.

Viele weitere Abschnitte wurden teils stark überarbeitet, insbesondere das Kapitel über Wissenschaftstheorie, über molekulare Mechanismen der Mikroevolution, über Vergleichende Biologie und zur Entstehung der Menschheit. Dabei wurden zum einen Kritikpunkte berücksichtigt, die uns Leser übermittelten, zum anderen wurde neuen wissenschaftlichen Entwicklungen Rechnung getragen. Praktisch keine Rolle dagegen spielte die eingangs erwähnte Medienkampagne. Denn viele Behauptungen von Unwahrheiten, die im letzten Jahr über das kritische Lehrbuch verbreitet wurden, lassen sich durch Überarbeitungen nicht verhindern.

Ein genauer Erscheinungstermin steht noch nicht fest, doch stehen die Chancen für Ende August / Anfang September 2006 recht gut. Wir werden Sie durch das „W+W-Info“ und via W+W-email-Newsletter auf dem Laufenden halten. Das Buch kann zum bisherigen Preis bei Wort und Wissen vorbestellt werden.

„Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ ist so gründlich überarbeitet bzw. neu bearbeitet worden, daß sich aufgrund des „Neuigkeitswerts“ der Kauf der neuen Auflage in jedem Fall lohnt.

Bestellhinweis:

Weyel-Verlag Gießen, 6. aktualisierte Aufl. 2006

[bestellen] [Details] [Leseprobe]

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bible-earth.net startete am 1. Mai 2006

Stätten der Bibel aus der Vogelperspektive

Die Erde aus der Satellitenperspektive – unser Planet schwebt im Weltraum, im Hintergrund leuchten Sterne. Dann sich auf einen Kontinent zubewegen, auf ein Land, eine Stadt, immer näher. Soweit heranzoomen, bis man einzelne Häuser, Autos und sogar Personen sieht. Das funktioniert mit „Google Earth“ (zur Installation besuchen Sie die Internetseite „earth.google.com“). Seit Anfang 2006 ist auch Deutschland großenteils in hoher Auflösung zu sehen und viele Menschen werden aus der Vogelperspektive ihre Heimat erkunden.

Besonders spannend ist aber die Entdeckung einer Gegend, in die in den nächsten Jahren vermutlich kaum ein Tourist reisen wird, wo es aber sehr interessante Sehenswürdigkeiten gibt: Der heutige Irak birgt archäologische Juwelen, die aus der Luft betrachtet völlig neue Eindrücke einer längst vergangenen Epoche geben: Die Ausgrabungen in Mesopotamien, das die Bibel als Wiege der Menschheit beschreibt.

Entdecken Sie das alte Babylon, wo heute amerikanische Apache-Hubschrauber neben den sagenhaften Hängenden Gärten stationiert sind. Sehen Sie die Ausgrabungen von Abrahams Heimatstadt Ur. Erforschen Sie Ninive, Assur – das ganze Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Und lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise zum Berg Ararat, zum vermuteten Garten Eden und damit zu den Ursprüngen der Menschheit! Dabei hilft ihnen bible-earth.net.

Stätten der Bibel aus der Vogelperspektive

bible-earth.net ist ein Projekt von MORIJA medien (www.morija.de) in Zusammenarbeit mit der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. Autor ist Timo Roller, wissenschaftlicher Berater Dr. Peter van der Veen, Mitarbeiter von Wort und Wissen im Bereich Biblische Archäologie. Das Projekt startete am 1. Mai 2006 unter der Internetadresse www.bible-earth.net mit den Kapiteln „Babylon“ und „Ur“. Weitere Kapitel folgten bereits. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut.

Für alle an biblischer Archäologie Interessierten ist Google Earth eine Fundgrube. bible-earth.net bringt zum erfolgreichen Suchen die passenden Koordinaten, Karten, Erklärungen. Einer Entdeckungsreise der »biblischen Erde« steht somit nichts mehr im Wege.


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Mit diesem W+W-Info verschicken wir den aktuellen Diskussionsbeitrag „Wo irrt die Bibel …? ‘Bild der Wissenschaft’ und das frühe Israel“. Auf zwei weitere Beiträge möchten wir Sie an dieser Stelle hinweisen.

Wie lang waren die Schöpfungstage? Eine Untersuchung des hebr. jom („Tag“) in Gen 1,1-2,3

In diesem Beitrag (PDF) befaßt sich der Alttestamentler Dr. Walter Hilbrands mit der häufig gestellten Frage nach der Bedeutung von „Tag“ im Schöpfungsbericht (1. Mose 1) aus exegetischer Sicht. Er kommt zu folgenden Schlußfolgerungen, die im Diskussionsbeitrag ausführlich begründet werden:

Das hebräische Wort für „Tag“ (jom) weist ein breites Bedeutungsspektrum auf. In Gen 1,5a ist damit der helle Tag als Gegensatz zur Nacht gemeint. Die Zeitangabe in Gen 2,4b ist mit „zu der Zeit, als“ zu übersetzen.

Der Ruhetag in Gen 2,1-3 ist ein gewöhnlicher Tag und kein symbolischer Gottestag. Wie auch an allen anderen Stellen schließt „der siebte Tag“ einen einwöchigen Zeitraum ab. Der Sabbattag aus Gen 2,2f kann vom Kontext her nicht als unabgeschlossen gelten. Man darf die Argumentation aus Hebräer 4 („ewige Sabbatruhe“) und Ps 90 („1000 Jahre wie ein Tag“) nicht in Gen 2 hineinlesen.

Der exegetische Befund von Gen 1 spricht dafür, auch hier von normalen, kalendarischen Tagen auszugehen. Ein Schöpfungstag ist jeweils durch Licht und Finsternis definiert. Auf Gottes Schöpfungswirken am Tag folgt jeweils die Phase der Dunkelheit („Abend und Morgen“), die den jeweils vorangehenden Tag abschließt. Während die Zeitrechnung im Kultus (Gottesdienst) in der Regel vom Abend ausgeht, ist in der Alltagssprache Israels der Morgen der Beginn des neuen Tages. Dass der Schreiber des Schöpfungsberichtes das Sechstagewerk mit dem anschließenden Ruhetag im Rahmen einer gewöhnlichen Woche von sieben Kalendertagen versteht, ist exegetisch unbestritten, besonders in der kritischen Forschung. Dafür sprechen die Zählungen, die Angabe „Abend und Morgen“ und die Verbindung mit dem Ruhetag. Versuche, diese „Tage“ als lange Zeitperioden umzudeuten, verdanken sich in der Regel einem Interesse, den biblischen Bericht mit der geologischen Zeittafel zu harmonisieren.

Ein weiterer Diskussionsbeitrag ergänzt den mit dem letzten W+W-Info verschickten Text „Das Todesgeschick der Tierwelt – von Adam verschuldet“. Manfred Stephan schreibt darin zu Thema:

Die Tierwelt – am Anfang nicht für das Todesgeschick bestimmt.
Überlegungen zu Genesis 1-3 und Römer 8

Er zieht unter anderem folgendes Fazit (PDF):

(a) Die ursprüngliche Schöpfung war „sehr gut“. (b) Zumindest Landtieren und Menschen war Fleischnahrung ursprünglich verboten. (c) Erst nach dem Sündenfall wird der Tod von Tieren vorausgesetzt bzw. direkt berichtet. (d) Die Landtiere wurden (ähnlich wie der Mensch) auf Befehl Gottes vom Erdboden hervorgebracht (Gen 1,24). – Demnach geht die Aussage, die Tierwelt sei unsterblich geschaffen worden, wohl über das hinaus, was der Text der Urgeschichte sagt. Wenn jedoch „die Todestendenz des ‚Staubwesens’ Mensch ... durch Gottes übernatürliches Wirken im status integritatis [paradiesischer Stand der Unversehrtheit] aufgehoben“ war, muss das – von Röm 8,19-22 her gesehen – auch die Tierwelt mit umfasst haben. Eine theologische Zusammenschau von Gen 3 und Röm 8 könnte dann etwa so aussehen: Gott unterwarf die Tierwelt der Vergänglichkeit, indem er ihr (endgültig) das Joch der zum Tode führenden Lebensform aufzwang. Die Unterwerfung der Tiere unter die Vergänglichkeit geht aber nicht direkt aus der Urgeschichte hervor, auch nicht ihre zukünftige Erlösung aus der Knechtschaft der Vergänglichkeit; das wird in Röm 8,19-22 geoffenbart. Von Röm 8 her kann man schließen: Da die Tierwelt wegen des Ungehorsams des Menschen der Vergänglichkeit unterworfen wurde, wäre der Tierwelt das Todesgeschick erspart geblieben, wenn der Mensch sich im Gehorsam gegenüber Gott bewährt hätte.

Auch dieser Diskussionsbeitrag bietet ausführliche Begründungen und Erläuterungen.


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Das Wort und Wissen Info 2/2006 (Nr. 75; Juli 2006)

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Letzte Änderung: 23.08.2006
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