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WORT und WISSEN

Info 4/07 - Nr. 81/November 2007




Die erwartungsvolle Stimmung schlägt schnell in Enttäuschung um. Natürlich dezent, denn als Journalist ist man zur Neutralität verpflichtet. „Wie alt ist die Erde?“ – Auf diese einfache Frage muss es doch eine einfache Antwort geben! „8000, 10 000 oder 20 000 Jahre das würde mir genügen!“ Im Hinterkopf des Redakteurs strahlte schon die erhoffte Schlagzeile: „Wort und Wissen legt das Alter der Erde auf 8000 Jahre fest“. Aber die ersehnte Antwort kommt nicht. Warum nur?

Es gibt auf diese „einfache“ Frage eben keine verkürzte und unreflektierte Antwort von „Wort und Wissen“, weil man damit den biblischen Texten und den naturwissenschaftlichen Befunden nicht gerecht wird. Dies musste auch mein Diskussionspartner bei einem kürzlich ausgetragenen Streitgespräch zum Thema „Entstehung des Lebens“ hinnehmen. Die Medien haben es mehr als einmal gezeigt, wie schnell und leicht auf der Grundlage einer solch gut gemeinten und „klaren“ Antwort die theologische oder wissenschaftliche Kompetenz des Bekenners in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden kann.

Das wäre
eine Schlagzeile ...

Gemeinhin wird Kreationisten nachgesagt (und in diese Schublade gehört ja laut öffentlicher Meinungsbildung die SG Wort und Wissen), sie würden der Komplexität wissenschaftlicher Fragestellungen dadurch entfliehen, dass sie einfache, überschaubare und unkomplizierte Antworten geben. Doch weit gefehlt. Unsere Zurückhaltung bei diesem Thema ist weder Ausdruck von Wissenschaftsfeindlichkeit noch von Resignation. Sie bedeutet auch nicht die Preisgabe alter Fundamente und hat auch nichts mit einer „ernüchternden Bilanz“ unserer wissenschaftlichen Arbeit zu tun. Unsere Bemühungen sind und bleiben darauf ausgerichtet, unsere im Glauben gewonnenen Erkenntnisse über die biblisch geoffenbarte Heils- und Naturgeschichte in Beziehung zu bringen zu allen – und ich betone hier bewusst: zu allen – naturwissenschaftlichen Fakten und Gesetzmäßigkeiten. Selbst dem Laien wird schnell klar, dass dieser Ansatz keineswegs das Prädikat „einfach, überschaubar und unkompliziert“ verdient. Das interdisziplinäre Bezugnehmen auf den aktuellen Stand der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, der Theologie und der biblischen Exegese sowie auf Daten und Hypothesen der Astronomie, der Biologie, der Geologie und anderer Naturwissenschaften ist anspruchsvoll und ergiebig zugleich.

Kommen wir zu unserer Ausgangsfrage zurück: „Wie alt ist die Erde“? „Wort und Wissen“ nähert sich der Antwort bekanntlich auf zwei Wegen.

1. Das Wort

Die in der Bibel bezeugte Geschichte Gottes mit dem Menschen und mit seiner Schöpfung repräsentiert nicht ausschließlich allegorische, symbolische oder metaphorische, sondern auch historische Wahrheiten. Hier spielen das biblische Zeugnis von der Schöpfung, der Zusammenhang von Adam und Christus, von Sünde und Rechtfertigung sowie von Tod und Leben eine zentrale Rolle. Wir haben seit Beginn unserer Arbeit immer wieder betont, dass es diese von unserem Glauben her motivierten Einsichten sind, die uns zur Ablehnung eines evolutionären Geschichtsbildes für Mensch und Natur und zur Annahme einer kurzen Erdgeschichte, mindestens einer kurzen Geschichte des Lebens, sowie zur Überzeugung der Realität einer weltweiten Sintflut oder der leiblichen Auferstehung von Jesus Christus führen. Es gibt nicht den geringsten Grund aus dem Blickwinkel des Glaubens und aufgrund des Zeugnisses der Heiligen Schrift daran zu rütteln, dass Gott in „sechs Tagen Himmel und Erde“ erschaffen konnte. Die Festlegung auf einen festen Geburts-termin der Schöpfung ist demgegenüber exegetisch deutlich schwieriger zu begründen, weshalb unterschiedliche Antworten auch innerhalb von Wort und Wissen diskutiert werden.

In diesem Zusammenhang sollten uns zwei Dinge immer bewusst sein. Erstens: Das unmittelbare göttliche Schöpfungshandeln ist einem rein naturwissenschaftlichen Erklärungszugriff entzogen. Und zweitens: Gottes Schöpfungswerk ist aus dem „Nichts“ in Raum und Zeit gestellte Wirklichkeit. Die spannenden Diskussionen um die Relevanz eines Altersanscheins der Schöpfung haben diese Erkenntnis vertieft.

Es bleibt unbestritten, dass an unsere Schöpfung jede wissenschaftlich formulierbare Frage gerichtet werden kann (z.B. nach der Größe, der Zusammensetzung, der Funktion, der Herkunft, dem Alter einzelner Naturphänomene). Ob jede dieser Fragen auf eine allein wissenschaftlich begründete Antwort hoffen kann, ist dagegen fraglich.

Das Wissen

Das Anliegen, zum allgemein anerkannten Evolutionsparadigma in Biologie, Geologie und Astronomie alternative Erklärungsmodelle zu erarbeiten, die grenzüberschreitend natürliche und übernatürliche Aspekte einbeziehen, wird gewöhnlich als unerlaubte Vermischung von Wissenschaft und Glauben gebrandmarkt. Dieses Urteil ist aber nicht Konsequenz aus der Wissenschaft selbst, sondern folgt aus der weltanschaulichen Überhebung, dass einzig und allein durch Naturwissenschaft Wirklichkeit zuverlässig beschrieben werden könnte.

Die Formulierung eines biblisch orientierten Erklärungsmodells benötigt einen entsprechenden vielseitigen methodischen Zugang, der z.B. bei der Erforschung der Erdgeschichte durch die biblisch-urgeschichtliche Geologie bei Wort und Wissen repräsentiert wird. Dieser Ansatz wird getragen von der Überzeugung einer kurzen Erdgeschichte, die auch die Konsequenzen aus der biblischen Schilderung einer weltweiten Sintflut berücksichtigt. Weiterhin muss sich diese wissenschaftliche Modellierung auch der Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Argumenten stellen, die für das Evolutionsparadigma (z. B. in der Paläontologie), für die großen Zeiträume in der Erdgeschichte (z.B. radiometrische Datierungen) und gegen eine weltweite Sintflut sprechen. Die von uns vertretene biblisch-urgeschichtliche Geologie ist mangels Mitarbeitern und institutioneller Möglichkeiten leider kaum entwickelt. Das gilt auch für die Astronomie. Wir erkennen an, dass es gute wissenschaftliche Argumente für ein hohes Alter des Kosmos, der Erde und des Lebens gibt und setzen uns im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten kritisch mit ihnen auseinander. Neben unserer biblisch begründeten Überzeugung, finden sich aber immer mehr wissenschaftlich begründbare Zusammenhänge in der Paläontologie, Geologie und Astronomie, die zusammen mit wissenschaftstheoretischen Argumenten einer Verabsolutierung der gegenwärtig etablierten Vorstellungen der Erd- und Lebewesengeschichte widersprechen.

Ein Grund für schlechte Schlagzeilen

Unsere biblisch begründete Position hat sich in den Jahren seit der Gründung von Wort und Wissen nicht nennenswert verändert. Wir sehen aber klarer als zu Beginn, dass wir von der Formulierung eines rein wissenschaftlichen Gesamtmodells für eine kurze Geschichte des Kosmos, der Erde und des Lebens weit entfernt sind. Dagegen wird die wissenschaftlich begründete Kritik am Paradigma der Evolution durch die Ergebnisse der Biologie laufend durch neue Befunde bestätigt. Hoffnungsvoll stimmen in dieser Richtung auch manche neue Erkenntnisse der Geologie.

Alle menschlichen Beschreibungen und Erkenntnisse sind Stückwerk (1. Kor. 14) und können falsch sein, das gilt natürlich auch für unser Schriftverständnis und unsere wissenschaftlichen Entwürfe, aber nicht für die Bibel selbst. Ihr Zeugnis lautet: Jesus Christus ist „die Wahrheit“ (Joh. 14,6)! Ein Bekenntnis, das uns auch zukünftig zumeist nur schlechte Schlagzeilen einbringen wird.

Ihr Henrik Ullrich (1. Vorsitzender)


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Abb. 1 Peter van der Veen beim Untersuchen der „Schafan-Scherbe“. (Foto: J. Schweinsberg)

Im letzten W+W-Info (3/07) habe ich kurz von unserer sommerlichen Forschungsreise in Israel berichtet. Es gibt weitere interessante Dinge, die ich Ihnen mitteilen möchte. So arbeite ich z. Z. an einer archäologischen Bestandsaufnahme der Funde Judas im 7. Jh. v. Chr. Als wir im Sommer diesbezüglich bei der Israelischen Antikenbehörde Inschriften aus der Davidstadt fotografierten (Abb. 1), schauten wir uns u.a. eine Scherbe mit dem Namen „Schafan“ an. Nicht nur schien die Lesart dieses Namens die einzig richtige zu sein (ein Forscher hatte ihn als „Zafan“ lesen wollen), sondern wir entdeckten auch hinter dem Namen einen eingravierten Punkt. Da ich während meiner Promotion über Beamtensiegel und Siegelabdrucke aus Juda gearbeitet hatte, wurde mir die Bedeutung dieses markanten Zeichens klar. Auf Siegelabdrucke von hochrangigen Familienmitgliedern des bekannten biblischen Hofschreibers Schafan (z. Zt. des Königs Josia, 640-609 v. Chr.) – der u.a. in 2Kön 22,3 erwähnt wird – finden wir eben genau dasselbe Zeichen, das vielleicht als „Markenzeichen“ der Familie gedeutet werden darf. Wenn dies tatsächlich zutreffen sollte, könnte der hier erwähnte Schafan mit dem bekannten biblischen Hofschreiber identisch sein. Ich möchte jedoch auf diesen Punkt in einem zukünftigen Artikel näher eingehen.

Doch ich traf noch auf einen weiteren erwähnenswerten Fund. In einer Privatsammlung (dessen Besitzer anonym bleiben möchte) entdeckte ich eine Tonbulle, auf der das winzige, ca. 1cm große Siegel eines hochrangigen judäischen Beamten zu sehen ist. Der Stil der Buchstaben und die feine Umrandung mit Granatäpfeln deuten wahrscheinlich auf die Zeit des Königs Hiskia um 700 v. Chr. hin. Als ich das Stück unter dem Mikroskop und bei spezieller Beleuchtung näher untersuchte, konnte ich die leider nicht sehr gut erhaltene Inschrift viel deutlicher erkennen. Dort las ich: „[Gehört dem] Amarjahu, dem [S]ohn des Kön[igs]“. Die Lesart wurde anschließend von Fachkollegen bestätigt. Wer aber könnte dieser Prinz Amarjahu gewesen sein? War er ein Sohn des bekannten Königs Hiskia? Das ist durchaus möglich, denn in Zefanja 1,1 weist der Prophet auf einen Vorfahren dieses Namens hin, der dort als Sohn Hiskias beschrieben wird. Obwohl es nicht absolut sicher ist, ob der genannte Hiskia auch tatsächlich mit dem gleichnamigen König identisch ist, wurde die Gleichsetzung bereits in der Vergangenheit mehrmals in verschiedenen Bibelkommentaren vorgeschlagen. Wenn diese Vermutung zutreffen sollte und die Tonbulle sich in der Tat als echt erweisen sollte (obwohl sie aus dem Handel stammt, scheint bisher nichts dagegen zu sprechen), hätten wir hier einen weiteren außerbiblischen Hinweis für die Zuverlässigkeit der biblischen Geschichtsschreibung.

Peter van der Veen


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Vergleichende Genomik: zunehmend größerer Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse. Der genetische Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse erweist sich durch weitere Untersuchungen entgegen ursprünglichen Annahmen als zunehmend größer. Die häufig zitierte Differenz zwischen den beiden Primatengenomen (Genom = gesamtes Erbgut) von ca. 1 % wird mehr und mehr durch neue Befunde in Frage gestellt. Im Genesisnet-Newsbeitrag „Über den genetischen Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse – der ‘1 %-Mythos’“ hatten wir darüber berichtet (http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n87.php?a=0). In einer Analyse der Genome von Rhesusaffe, Hund, Ratte, Maus, Schimpanse und Mensch untersuchten Hahn et al. (2007) Datensätze mit 119.746 Genen aus 9.900 Genfamilien aus allen 6 Arten. Alle Genome sind nach dem sogenannten „Schrotschuss-Verfahren“ (nach C. Venter) mindestens 6-fach sequenziert und mindestens zu 96 % untersucht worden. Hahn und Mitarbeiter zeigen, dass (unter evolutionstheoretischen Voraussetzungen) die Geschwindigkeit von Genverlusten und -gewinnen in der Linie der Primaten zunimmt, besonders bei den Großaffen. In verschiedenen Genfamilien ist die Änderung der Kopienzahl von Genen auffällig groß, die Autoren sehen darin den Einfluss natürlicher Selektion.

Die Autoren folgern aus den Untersuchungen, dass im Genom des Menschen (seit seiner evolutionär vermuteten Abspaltung von der Schimpansenlinie vor 5-6 Millionen Jahren) 678 Gene dazugekommen sind, während im Schimpansengenom 740 Gene verloren wurden. Dies bedeutet, dass sich für 6,4 % aller menschlichen Gene keine direkt vergleichbaren (orthologen) Gegenstücke im Schimpansengenom finden lassen. Es bleibt spannend zu verfolgen, ob sich dieser Trend im genetischen Unterschied mit wachsenden Kenntnissen fortsetzt. Viel bedeutsamer ist jedoch, die Zusammenhänge und Bedeutungen der im Genom niedergelegten Information zu verstehen. Die großen Unterschiede implizieren zudem ernsthafte Fragen nach den Mechanismen der Veränderungen und auch nach deren Triebfeder.

Harald Binder

Quellen: Hahn MW, Demuth JP & Han S-G (2007) Accelerated rate of gene gain and loss in primates. Genetics (10.1534/genetics.107. 080077); Dolgin E (2007) Evolutionary sprint made us human. (http://sciencenow.sciencemag.org/cgi/content/full/2007/1023/2)


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Eine Reihe von Beobachtungen und Erfahrungen deutet darauf hin, dass nicht nur die Qualität einer Veröffentlichung, sondern auch Glaubensüberzeugungen und Motivationen eines Autors in der Ursprungsfrage maßgeblich für deren Beurteilung sind. In einem neuem Diskussionsbeitrag hat Reinhard Junker dazu einige Erfahrungen zusammengestellt. Der Beitrag ist online unter www.wort-und-wissen.de/disk/d07/4/d07-4.html und kann dort auch als PDF heruntergeladen werden.


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Im Frühjahr dieses Jahres erschien das von Ulrich Kutschera herausgegebene Buch „Kreationismus in Deutschland. Fakten und Analysen“ (Lit-Verlag Münster).

Das 370 Seiten starke Buch erscheint laut Herausgeber zum „20. Jubiläum“ des von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen herausgegebenen Buches „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“, das Ende 1986 erstmals unter dem Titel „Entstehung und Geschichte der Lebewesen“ erschien. „Kreationismus in Deutschland“ möchte u. a. „dunkle Hintergründe der Anti-Evolutionsbewegung erhellen“ und die „Unwissenschaftlichkeit“ kreationistischer Theorien verdeutlichen (S. 7). Außerdem soll gezeigt werden, dass der Naturalismus „für die Realwissenschaften unverzichtbar“ ist. Fast alle Autoren gehören der AG Evolutionsbiologie im Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin (www.evolutionsbiologen.de) an; einige von ihnen haben sich in zahlreichen Internetbeiträgen zum Thema zu Wort gemeldet.

Unter der Rubrik Rezensionen finden Sie die ausführliche Rezension von Reinhard Junker und Henrik Ullrich (auch als PDF). Das Buch bietet eine lose und insgesamt kaum zusammenhängende Sammlung von zehn Beiträgen von acht Autoren, die teilweise in ähnlicher Form schon an anderer Stelle erschienen sind. Trotz des großen Umfangs bietet das Buch keine systematische Auseinandersetzung mit Argumenten von Befürwortern der Schöpfungslehre oder Evolutionskritikern. Die Rezensenten dokumentieren anhand zahlreicher Beispiele, dass die Autoren über weite Strecken eine andere Zielsetzung verfolgen, so dass der Titel „Antikreationismus in Deutschland“ passender gewesen wäre. Im einzelnen besprechen sie das Buch unter folgenden Überschriften:

  • Verneinen einer Kontroverse
  • Heraufbeschwören eines Gefahrenpotentials für Wissenschaft und Gesellschaft
  • Verwechslung einer Fachdisziplin mit einer ihrer Theorien
  • Falsche und irreführende Behauptungen
  • Diffamierung
  • Vermeidung von Sachauseinandersetzung
  • Ignoranz der wissenschaftlichen Arbeit Schöpfungsgläubiger
  • Zur Kritik an „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“
  • Unterstellung verwerflicher Strategien

Junker und Ullrich stellen als Fazit fest, dass über weite Strecken nicht die Sachauseinandersetzung schwerpunktmäßig der Gegenstand des Buches sei, sondern der Gegner als eine persönliche Zielscheibe. (Red.)


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Sehr selten kommt es hierzulande vor, dass zwischen zwei Buchdeckeln Beiträge Pro und Contra „Schöpfung“ / „Intelligent Design“ erscheinen. So geschehen dieses Jahr in der Zeitschrift „Religion • Staat • Gesellschaft – Zeitschrift für Glaubensformen und Weltanschauungen“ (erschienen im renommierten Verlag Duncker & Humblot, Berlin; 290 Seiten. Bestellung: Tel. 030/790006-11). Besonders hervorzuheben ist der Eingangsbeitrag von Robert Schmidt: „Götter und Designer bleiben draußen“ – eine kritische Diskursanalyse der Medienberichterstattung zu Intelligent Design im deutschsprachigen Raum.“

Details

Dieser Beitrag analysiert die mediale Präsentation der neueren Debatte über Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines Soziologen. Schmidt stellt fest, dass diese Debatte „auf dem niedrigen Niveau einer Kampagne geführt wird“ (S. 136). Evolution sei zu einem Denkmodell erhoben worden, „das mit dem Anspruch auf Erklärung des Ganzen der Wirklichkeit auftritt“ (S. 135). Vor diesem Hintergrund müsse wohl verstanden werden, warum die Medienberichte über Intelligent Design „einen überwiegend negativen Charakter haben“ (S. 137). Angesichts der Involvierung verschiedener Institutionen in die Kampagne wirft der Autor die weitere Frage auf, „nach welchen Mechanismen der Umgang mit Evolutionskritik in der Öffentlichkeit denn funktioniert und wie diese zu bewerten sind“.

Der 50-seitige Artikel von Schmidt ist dreigeteilt. Der umfangreiche erste Teil „Intelligent Design im Licht der Medien“ schildert und analysiert zahlreiche Beispiele der Medienberichterstattung, darunter die Berichte über die Sperrung der Website des Genetikers Dr. Wolf-Ekkehard Lönnig, über den Erfurter Dialog und über die Diskussionen um evolutionskritische Unterrichtsinhalte. Es folgen ein Abschnitt „Ergebnisse und Interpretationen“ und eine „Schlußbetrachtung“.

Schmidt zeigt auf, dass die Evolutionsvertreter mit Verweis auf die vermeintlichen oder tatsächlichen Motive der ID-Anhänger selber die fachliche Diskussion umgehen; daher sei die Frage erlaubt, „unter welcher Mission denn eigentlich die intervenierenden Evolutionsbiologen agieren“ (S. 178). Schließlich finde sich auf der Website der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung unter „Organisationen mit ähnlichen Zielsetzungen“ auch der Link der AG Evolutionsbiologie. Aus manchen Meldungen gehe hervor, dass es nicht um das „gesicherte Wissen unserer Zeit“, sondern um eine weltanschauliche Auseinandersetzung gehe. „Das ideologische Wissen des Evolutionismus könnte man in diesem Zusammenhang auch als ‘verschleierndes Wissen’ bezeichnen: die wahren Interessen der Ideenverbreiter, beispielsweise die Zielsetzungen des Evolutionären Humanismus, werden nicht offengelegt“ (S. 180).

Reinhard Junker

Eine ausführlichere zusammenfassende Darstellung des Artikels von Robert Schmidt finden Sie auf Genesisnet: www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n95.php?a=0

Bestellhinweis

Zeitschrift für Glaubensformen und Weltanschauungen
Jg. 7, Heft 2, Hg., 2006, 290 S.
Duncker & Humblot Berlin.

[bestellen] [Details] [Rezension]

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Liebe Freunde von Wort und Wissen, liebe Spender,

ganz herzlich möchten wir uns zum Abschluss dieses Jahres bei Ihnen für Ihre Unterstützung und das darin ausgedrückte Vertrauen bedanken. Auch wenn, während ich dies Anfang November schreibe, noch nicht alle Spenden eingegangen sind, die für die Ausgaben des Jahres nötig sind, wollen wir darauf vertrauen, dass der Herr uns mit dem Nötigen versorgt, vielleicht auch durch Sie.

Bundestag und Bundesrat haben im Herbst dieses Jahres das „Gesetz zur weiteren Stärkung bürgerschaftlichen Engagements“ beschlossen. Darin wird unter anderem rückwirkend ab 1. 1. 2007 die steuerliche Behandlung von Spenden neu geregelt. Für das Jahr 2007 haben Sie die Wahl, ob Sie die neuen oder die alten steuerlichen Regeln angewendet haben möchten. Für die Meisten dürften die neuen Regeln günstiger sein.
Ab 2007 können Sie Spenden für steuerbegünstigte Zwecke in Höhe von maximal 20% der Einkünfte als Sonderausgabe abziehen. Die bisher geltenden Prozentsätze für kirchliche und gemeinnützige, mildtätige und wissenschaftliche Zwecke entfallen. Auch die Grenze von 20450 € an Spenden an Stiftungen entfällt zugunsten der 20%-Grenze.

Sollten Sie zudem in einem Jahr mehr als 20% Ihrer Einkünfte gespendet haben, so kann der die 20% übersteigende Betrag in das Folgejahr übernommen werden. Spenden oberhalb der 20%-Grenze sind also jetzt steuerlich durchaus relevant.

Es ist also künftig steuerlich unerheblich, ob Sie Ihre Spende direkt an die Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V. senden oder an die Wort und Wissen Förderstiftung.

Zusätzlich zu den Spenden können Zustiftungen in den Vermögensstock einer Stiftung jederzeit gemacht und im Jahr der Zustiftung oder auf mehrere Jahre verteilt steuerlich geltend gemacht werden.

Dies sind wesentliche Eckpunkte des neuen Spendenrechts. Spezielle Fragen zu Ihrer Situation besprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.

Die Zuwendungsbestätigung erhalten Sie unaufgefordert im Laufe des Januars des jeweiligen Folgejahres. Sollten Sie also im Februar noch keine Bestätigung erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit der Geschäftsstelle in Verbindung. Die Kontonummern finden Sie im Impressum.

Danke für Ihr Mittragen.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Löschcke


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Das Wort und Wissen Info 4/2007 (Nr. 81; November 2007)

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Letzte Änderung: 14.01.2008
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