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WORT und WISSEN

Info 3/11 - Nr. 96/September 2011




vor vielen Jahren erschien einmal ein Buch mit dem Titel „Das Glaubensbekenntnis der Evolution“. Zu dieser Zeit war ich Biologiestudent und fand weder Titel noch Inhalt glücklich. Schließlich hatte ich es im Studium der Biologie in Sachen „Evolution“ zweifellos mit Wissenschaft zu tun und ich hatte keine guten Gründe, Evolution als bloßes Glaubensbekenntnis abzutun.

Nach über 30 Jahren bleibe ich mit meinen Kollegen bei Wort und Wissen bei der Einschätzung, dass im Rahmen der Evolutionslehre anspruchsvolle Wissenschaft betrieben wird, ausgeklügelte Forschung mit interessanten Ergebnissen. (Wie die gewonnenen Ergebnisse interpretiert werden, ist eine andere Sache und hier nicht mein Thema.) Aber es gibt noch eine andere Seite, die wir zunehmend beobachten: Immer mehr wird unterschwellig oder ausdrücklich von Menschen, die wissenschaftlich oder pädagogisch tätig sind, eine Art Bekenntnis zur „Tatsache Evolution“ verlangt. Das wird uns so persönlich geschildert, aber auch in Artikeln mehr oder weniger offen gesagt. Ein Beispiel aus dem Rundschreiben einer christlichen Bekenntnisschule:

Wird Evolution zum Glaubensbekenntnis?

Es gab einen Besuch vom zuständigen Schulrat. Dabei wurde, wie vor wenigen Jahren schon einmal, geprüft, ob an dieser Schule die Evolutionstheorie überhaupt ein Thema sei. Der damalige Bericht habe die höheren Stellen beruhigt, denn eine Bekenntnisschule dürfe schließlich nach ihrem Bekenntnis unterrichten. Dennoch lernen die Schüler die evolutionäre Weltentstehungstheorie kennen, die ihnen ja auf Schritt und Tritt begegnet oder begegnen wird. Ebenso aber sollen ihnen die wissenschaftlichen Argumente bekannt sein, die als Indizien für Schöpfung interpretiert werden können.

Die Mitarbeiter der Schule schreiben nun weiter, dass der erneute Besuch eines staatlichen Vertreters jedoch neues Licht auf das werfe, „was sich in fast allen Publikationen und Medienaussagen hartnäckig, autoritär und äußerst intolerant in den Vordergrund und in das Bewusstsein drängt: Die Theorie der Evolution ist wahr, hat wahr zu sein und muss als Wahrheit, als Faktum gelehrt werden!“ An dieser bewiesenen Tatsache soll niemand mehr rütteln. Die Menschen sollen einfach glauben, dass es sich bei der Evolution um Wahrheit und nichts als die Wahrheit handelt. Soweit die Eindrücke des Rundschreibens.

Warum wird so hartnäckig ein Bekenntnis zur „Wahrheit der Evolution“ eingefordert? Nicht erst seit der denkwürdigen Warnung des Europarats im Oktober 2007 vor den „Gefahren des Kreationismus“ wird immer wieder eine Begründung genannt, die Kelly Smith in der philosophischen Zeitschrift „Synthese“ kürzlich so formuliert hat: Kernpunkt ist, dass der „Kreationismus“ eine Bewegung sei, „die die akademische Welt bedroht, weil sie die Fähigkeit untergräbt, objektiv Befunde zu bewerten“ (Kelly C. Smith, 2011. Foiling the Black Knight. Synthese 178, 219-235).

Nun mag dieser Vorwurf hier und da zutreffen, aber sind atheistisch motivierte Wissenschaftler objektiver im Umgang mit den Daten? Voraussetzungslos in der Einordnung von Daten? Die Gefahr, Daten einseitig zu interpretieren, ist allgemein vorhanden. Mir scheint die Begründung von Smith lediglich vorgeschoben zu sein. Es ist ja gerade andersherum: Zu einem objektiven Umgang hilft der kritische Abstand zu Theorien, besonders zu den eigenen, und da sind die Evolutionstheorien keine Ausnahme. Wissenschaftliche Theorien sind vorläufig und revidierbar – das ist anerkanntes Allgemeinwissen bei Wissenschaftlern jeder Weltanschauung. Wirklich jeder? Auch einer Weltanschauung, die ihr Lieblingskind als reine Wissenschaft ausgibt, aber Glaubensbekenntnisse dazu verlangt? In der letzten Veranstaltung einer universitären Vortragsreihe über alle möglichen Aspekte von Evolution stand der Organisator am Ende im Hörsaal auf, breitete die Arme aus und rief „Es lebe die Evolution!“ Das fehlte nur noch das „Amen“ ...

Vorgänge wie die geschilderten zeigen klar, dass es hier um mehr als Wissenschaft geht. Als Menschen fragen wir nun einmal nach Sinn und Ursprung. Das aufzuzeigen und die weltanschaulichen Vorgaben offenzulegen, die den Evolutionstheorien und unseren schöpfungsbasierten Ansätzen zugrunde liegen, ist eine der Aufgaben von Wort und Wissen. Mit Wissenschaftsfeindlichkeit hat das nichts zu tun, im Gegenteil: die Wissenschaft soll ihren angemessenen Platz erhalten oder behalten. Unsere eigenen Glaubensvoraussetzungen wollen wir gerne bekennen und sie beim Namen nennen. Was uns die Bibel über Gott als Schöpfer und Erlöser zu sagen hat, geben wir als Einladung weiter.

Ihnen, liebe Freunde von Wort und Wissen, danken wir für alle Unterstützung bei diesem gemeinsamen Bekenntnis,
Ihr Reinhard Junker


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von Harald Binder

Argyroneta aquatica mit einer von der Oberfläche geholten Luftblase an (nicht sichtbaren) Spinnfädenfäden auf dem Rückweg zur Taucherglocke um diese mit Luft zu befüllen.

Alle Aufnahmen Stefan HETZ, Humboldt-Universität, Berlin; Abdruck mit freundlicher Genehmigung.






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Spinnen kommen in Lebensräumen an Land, in der Luft, auf und unter dem Wasser zurecht. An Land leben sie in fast allen denkbaren ökologischen Nischen. Die Luft nutzen Spinnen aktiv, indem sie an Spinnfäden durch die Luft tragen lassen (Altweibersommer); eine Fortbewegungsweise die als „balooning“ bezeichnet wird. So praktizieren es meistens Jungspinnen, aber nicht nur diese. Eine Reihe von Spinnen lebt und jagt am und auf dem Wasser. Die Wasserspinne Argyroneta aquatica1 verbringt praktisch ihr gesamtes Leben unter Wasser. Die Jungspinnen schlüpfen unter Wasser in der Taucherglocke der Mutter (s. u.) und bauen nach kurzer Zeit ihre eigenen Taucherglocken.

A. aquatica ist für ihre Atmung auf Luftsauerstoff angewiesen und verfügt nicht über Kiemen, die es ihr ermöglichen würden, dieses lebenswichtige Gas direkt aus dem Wasser zu gewinnen. Um unter Wasser atmen zu können baut sich die Wasserspinnen aus Spinnenseide ein Netzgewebe, das sie als Taucherglocke nutzt, indem sie es mit Luft befüllt. Luftblasen holt sie von der Wasser/Luft-Grenzfläche mit ihrem Hinterleib. Dazu begibt sie sich an ihren – an Wasserpflanzen fixierten – Spinnfäden an die Wasseroberfläche und streckt ihren Hinterleib durch die Grenzfläche in die Luft. Der Hinterleib (eigentlich die gesamte Körperoberfläche) ist mit wasserabweisenden (hydrophoben) Härchen bedeckt und diese halten beim Abtauchen der Spinne einen Luftfilm fest, der den Hinterleib umgibt und auch eine Luftblase mit beträchtlichem Volumen darstellen kann. Diese Luftblase kann die Spinne auch unter Zuhilfenahme des hinteren Beinpaares balancieren und so durch wiederholte Auf- und Abstiege die vorbereitete gesponnene Taucherglocke befüllen.2 Durch die so genannte Oberflächenspannung des Wassers, ein Phänomen, das sich an der Flüssigkeit/Luft-Grenzfläche zeigt, wird die Luftblase von dem einhüllenden Gespinst festgehalten und am Aufstieg zur Wasseroberfläche gehindert.

Der luftumhüllte Hinterleib der Spinne erscheint durch Lichtreflexion und brechung silberglänzend und dieses Phänomen hat zur Namensgebung der Wasserspinne beigetragen (argyros: Silber).

Größeres Bild ... Die Wasserspinne sitzt mit ihrem – aufgrund einer dünnen Lufthülle – silberglänzendem Hinterleib auf ihrer Taucherglocke, die sie mit Hilfe eines Spinnennetzes zwischen Wasserpflanzen fixiert hat. Der Einstieg in dieselbe befindet sich unten.




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Vermutlich kann die Wasserspinne diese am Hinterleib haftende Luftblase bzw. den Luftfilm direkt zur Atmung (mit ihrem Tracheensystem) nutzen (dies ist bisher noch nicht experimentell nachgewiesen, aber von anderen Wasser¬insekten bekannt). Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Plastron-Atmung.

Bereits 1915 hat EGE beschrieben, dass Luftblasen, die verschiedene Wasserinsekten unter Wasser nutzen, über die Wasser/Luft-Grenzfläche Sauerstoff aus dem Wasser durch Diffusion aufnehmen können. Die Luftblasen wirken damit wie physikalische Kiemen. Durch den Diffusionsprozess kann die Luftblase unter Wasser mehr Sauerstoff zur Verfügung stellen, als sie ursprünglich enthalten hat. Jetzt haben zwei Wissenschaftler, SEYMOUR & HECHT an der Humboldt-Universität in Berlin die Wirksamkeit der Taucherglocke von Argyroneta aquatica als physikalische Kiemen untersucht. Dazu nutzten sie optische Sensoren, um den Gehalt an Sauerstoff in der Taucherglocke zu bestimmen. Für ihre Untersuchung gingen SEYMOUR & HECHT von denkbar ungünstigen Bedingungen aus, indem sie abgestandenes Wasser aus einem großen Aquarium für die Experimente verwendeten und die Taucherglocke von A. aquatica in stehendem Gewässer untersuchten (typischerweise legt die Wasserspinne ihren Luftvorrat in fließendem Gewässer an).

Die untersuchten Wasserspinnen bauten unterschiedlich große Taucherglocken, wobei die kleineren gerade dazu ausreichten, dass die Spinne ihren Hinterleib hineinstecken konnte (dort sitzen bei Spinnen Öffnungen ihrer Atemorgane (nicht wie bei uns; die wir vor allem durch Nase und Mund atmen). In die größeren Taucherglocken konnten die ganzen Spinnen hinein sitzen und zwei Spinnen haben im Verlauf der Untersuchungen in ihren Taucherglocken auch Kokons gesponnen.

Größeres Bild ...
Ein A. aquatica-Weibchen verlässt seine Taucherglocke (im Laboraquarium), worin sie bereits einen Kokon gesponnen hat. In dieser Aufnahme sind die Spinnfäden, die die Luftblase stabilisieren, deutlich zuerkennen.

Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Taucherglocken von A. aquatica tatsächlich als physikalische Kiemen wirken und durch Gasaustausch mit dem umgebenden Wasser (bei entsprechender Größe3) genügend Sauerstoff liefern, um zumindest eine ruhende Spinne langfristig zu versorgen. Dies funktioniert selbst unter den genannten ungünstigen Bedingungen wie stehendes, d. h. auch sauerstoffarmes Wasser und hohe Temperatur (25° C). Die Spinnen mussten nur zusätzliche Luftblasen von der Wasseroberfläche holen, wenn sie sehr kleine Taucherglocken gebaut hatten, oder in Wasser, das extrem arm an Sauerstoff war. Die Untersuchung von SEYMOUR & HETZ zeigten außerdem, dass die Wasserspinnen ausgesprochen flexibel beim Bau der Taucherglocke sind und diese jederzeit sich ändernden Bedingungen anpassen können. Nach längerer Zeit muss die Spinne in der Taucherglocke allerdings den Luftvorrat nachfüllen. Daher gehen die Autoren davon aus, dass die Spinnen nicht den gesamten Winter über unter einer geschlossenen Eisdecke darin verbleiben können. Wie und wo überwintert sie aber dann? Hier besteht also noch weiterer Forschungsbedarf.

SEYMOUR RS & HETZ SK (2011) The diving bell and the spider: the physical gill of Argyroneta aquatica. J. Exp. Biol. 214, 2175-2181.

Anmerkungen
1 Argyroneta aquatica wird aktuell den Gebirgstrichterspinnen (Cybaeidae) zugerechnet.
2 Zwei faszinierende Video-Aufnahmen der BBC Natural History Unit von Argyroneta aquatica sind im Interent unter folgender Adresse zu finden: http://www.arkive.org/water-spider/argyroneta-aquatica/video-03.html
3 Der Gasaustausch, die Diffusion ist abhängig von der Größe der Grenzfläche.

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Nicht nur Nektar, verlockender Duft oder auffällige Blütenfarben werden von Pflanzen benutzt, um Insekten oder Fledermäuse anzulocken. Die Forschungsgruppe um Ralf SIMON von der Universität Ulm konnte anhand ausgeklügelter Experimente zeigen, dass auch die Blattanatomie einzelner Pflanzen dazu beiträgt, Fledermäuse für die eigenen Blüten zu begeistern. Die fliegenden Säugetiere orientieren sich im Dunkeln bekanntlich durch ihre Fähigkeit zur Echoortung.

Fledermaus Leptonycteris aus der Familie der Blütenfledermäuse. Arten aus dieser Familie orientieren sich mit Hilfe der im Text beschriebenen schüsselförmigen Blätter. (Wikimedia Commons, Public Domain)

Die tropische Pflanze Macgravia evenia (Familie Heidekrautartige), welche in Kuba beheimatet ist, fällt durch ein satellitenschüsselartig geformtes Blatt auf, das in strategisch günstiger Lage über dem Blütenstand angeordnet ist. Messungen zur Bestimmung des Reflexionsverhaltens gegenüber Schallwellen an normalem Laub sowie an dem speziell geformten Blatt bestätigten die Vermutung der Forscher, dass diesem eine besondere Funktion in der Beziehung zu Fledermäusen zukommt. Das schüsselförmige Blatt reflektierte Schallwellen unterschiedlicher Frequenzen aus unterschiedlichen Richtungen in den Experimenten deutlich effizienter als normale Blätter oder anderer lediglich leicht veränderter künstlicher Blattformen.

Das von Macgravia ausgehende Echo, welches eine deutlich erkennbare Signatur trägt, nutzen Fledermäuse, um die Blüte, die auf die Bestäubung durch Fledermäuse angewiesen ist, zielsicher unter anderen Gewächsen herauszufinden.

Dieses interessante und profitable Zusammenspiel zwischen Tieren und Pflanzen wirft die Frage auf, wie sich ein solches System im Verlauf der Evolution herausgebildet haben konnte. Während in anderen Fällen von Koevolution die unmittelbar korrespondierenden Organe aufeinander abgestimmt sind (zum Beispiel Anpassung von Schnabelformen oder Zungen von Kolibris an Blüten), steht hier ein Hilfsorgan der Pflanze im Mittelpunkt. Dieses zeigt keinen direkten Kontakt mit einer anatomischen Struktur des bestäubenden Tieres und ist dennoch optimal auf dessen physiologische Anforderungen eingestellt. Die bislang favorisierten Mechanismen des evolutionären Wandels können dieses Phänomen nicht begründen.

SIMON und seine Mitarbeiter sind überzeugt, dass noch mehr Variationen dieser speziellen Form von Anpassung zwischen Fledermäusen und Pflanzen existieren, die äquivalente oder vielleicht auch fundamental unterschiedliche akustische Signalwege nutzen, um aufeinander anziehend zu wirken.

Jedes weitere Beispiel dieser faszinierenden und beeindruckenden Interaktionen wird – wie das hier beschriebene – deutlich Zeugnis darüber ablegen, welch hohe kreative Intelligenz der Natur das Leben möglich macht.

Henrik Ullrich

SIMON R, HOLDERIED MW, KOCH CU, VON HELVERSEN O (2011) Floral Acoustics: Conspicuous Echoes of a Dish-Shaped Leaf Attract Bat Pollinators. Science 333, 631-633.


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Der 1. Vorsitzende von Wort und Wissen, Dr. Henrik Ullrich, hat bereits auf der diesjährigen Hauptkonferenz auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd unseren geologischen Mitarbeiter Manfred Stephan mit herzlichen Worten persönlich in den Ruhestand verabschiedet. Damit auch unser gesamter Freundeskreis von Wort und Wissen daran Anteil hat, möchte ich an dieser Stelle einen kurzen Rückblick auf die Arbeit von Manfred Stephan für die Studiengemeinschaft geben.

Manfred Stephan wurde im Herbst 2000 vollzeitlicher Mitarbeiter bei Wort und Wissen, war aber viele Jahre davor bereits sehr engagiert als Ehrenamtlicher aktiv.

Exkursionswochenende in die Wutachschlucht: Manfred Stephan (rechts) bei Erläuterungen an einem Aufschluss.

Bereits vor seinem Teenager-Alter wurde Manfred auf das Thema Schöpfung, Evolution und Erdgeschichte aufmerksam. Anregungen kamen durch das im Jahr 1957 erschienene Buch „Der Kosmos, die Erde, das Leben, der Mensch“ von Raymond Cartier. Hätte er damals von seinem Elternhaus aus die Möglichkeit gehabt, das Gymnasium zu besuchen, wäre Manfred sicher als ein intelligenter und begabter Schüler aufgefallen, hätte sein Abitur gemacht und eine Hochschulausbildung absolviert.

So aber begann er als Jugendlicher eine Lehre als Maschinenschlosser und musste hart an der Werkbank arbeiten. Indem er viel las, stillte er dennoch „nebenbei“ seinen Wissensdurst. Sein Interesse an der Naturkunde, speziell an den Gesteinen war zu dieser Zeit schon stark ausgeprägt. In seiner damaligen Umgebung (Raum Siegen-Dillenburg) gab es lohnende Gelegenheiten, auf den Spuren des früheren Bergbaus unterwegs zu sein und sich anhand von Fachliteratur mit der Entstehung von Lagerstätten und Gesteinen zu beschäftigen.

Im Frühjahr 1966 kam Manfred als 18-jähriger durch das Lesen des Neuen Testaments zum lebendigen und persönlichen Glauben an unseren Herrn Jesus Christus. Besonders durch die Zeitschrift des Bibelbundes „Bibel und Gemeinde“ wurde sein Glaubensverständnis von der Schrift her ausgerichtet. Manfred begann die Evolutionslehre und später auch die langen geologischen Zeiträume anzuzweifeln. Die Bücher von A. E. Wilder Smith waren für ihn dabei sehr hilfreich und prägend.

Sein Zivildienst Ende der 1960er-Jahre in der diakonischen Einrichtung „Bethel“ bei Bielefeld gab den Ausschlag, sich beruflich neu zu orientieren. Manfred wurde Krankenpfleger und lernte in dieser Zeit seine Frau Doris kennen. Gemeinsam haben sie zwei inzwischen erwachsene Töchter. Von 1979 bis 2000 war Manfred als Krankenpfleger und Werkstattgruppenleiter in der Diakonie Stetten im Remstal im Bereich für behinderte Menschen tätig.

1980 bekam Manfred durch Horst W. Beck und Joachim Scheven Kontakt zur Studiengemeinschaft Wort und Wissen und wurde im Jahr 1981 Mitglied. Durch zahlreiche Exkursionen mit J. Scheven lernte er sehr viel über Geologie und Paläontologie. Sein sehr großes Interesse besonders an der allgemeinen und regionalen Geologie hat Manfred durch umfangreiche autodidaktische Studien gestillt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass er sich so im Laufe von 20 Jahren das Wissen wesentlicher Teile eines Geologie-Studiums neben seiner Arbeit angeeignet hat.

Seit 1989 engagierten wir uns gemeinsam für den Bereich der Geowissenschaften bei Wort und Wissen und leiteten die Fachtagungen. Manfred zeigte von Beginn an eine außerordentlich intensive ehrenamtliche Mitarbeit, ein Großteil der Geo-Arbeit lag von Anfang an auch auf seinen Schultern.

Im Jahr 2000 erhielt Manfred eine klare Berufung zur vollzeitlichen Mitarbeit bei Wort und Wissen, was der Leitungskreis einhellig begrüßte. Manfred gab deshalb seine damalige ungekündigte Stellung – auch als über 50-jähriger – im Vertrauen auf Gottes Führung auf. In den letzten elf Jahren konnte er außerordentlich wichtige Publikationen und Beiträge für die Studiengemeinschaft ausarbeiten und veröffentlichen.

Es ist sein großes Anliegen, geologische Abläufe im Kurzzeitrahmen der biblischen Urgeschichte zu verstehen. Dazu beschäftigt er sich besonders mit der Entstehung von Ablagerungsgesteinen und der Bildung von Fossillagerstätten. Gleichzeitig untersucht er intensiv das Spannungsfeld zwischen neuzeitlicher Weltanschauung und Bibelverständnis. So ist der Fachbereich Geowissenschaften bei Wort und Wissen seit Mitte der 90er-Jahre maßgeblich von Manfred Stephan geprägt worden. Besonders die 3. Auflage des Buches „Sintflut und Geologie“ zeigt, welch substantiell wertvolle und zukunftsweisende Arbeit Manfred erbracht hat.

Auch kritischen Fragen des Verständnisses biblischer Aussagen in Bezug auf Geologie geht Manfred nach und müht sich sehr um deren saubere exegetische Analyse im Kontext der Bibel. Sein Buch „Der Mensch und die geologische Zeittafel. Warum kommen Menschenfossilien nur in den obersten Schichten vor?“ ist ein wichtiger Beleg dafür. Viele seiner Diskussionsbeiträge stellen Meilensteine unserer Arbeit dar – auch über die Geowissenschaften hinaus!

Angesichts vieler offener Fragen in den Geowissenschaften schätze ich an Manfred seine Treue zur Heiligen Schrift – unseren sicheren Anker – nicht nur in den Stürmen unseres Lebens. Folgende Bibelverse aus 2. Korinther 10, 4-5 sind ihm sehr wichtig: Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernunftschlüsse und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi.

Als Leitungskreis danken wir Manfred – und auch seiner Frau Doris – sehr für seinen intensiven und engagierten Einsatz.

Seine neueste – sehr umfangreiche – Publikation ist bereits in der Vorbereitung zum Druck: Die Schmiedefeld-Formation und das Fehlen geologischer Indizien für 20 Millionen Jahre.

Wir wünschen Manfred Stephan für seinen wohlverdienten Ruhestand den reichen Segen unseres großen Gottes!
Martin Ernst


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Menschliche Werkzeuge bis fast zur Zeit der Dinosaurier (Neuerscheinung)

Vor wenigen Tagen ist dieses Buch mit brisantem Inhalt nun erschienen. Bereits in den beiden letzten Ausgaben des W+W-Info haben wir darauf hingewiesen.

Michael Brandt präsentiert in diesem umfassenden und gründlich recherchierten, weltweit einmaligen Buch eine Fülle von gut bearbeiteten Steinwerkzeugen aus den verschiedensten tertiären Epochen Europas. Deren Hersteller lebten lange vor den Mensch-Tier-Übergangsformen der herkömmlichen Entstehungstheorien.

Damit ist die Bedeutung der Thematik für die Kontroverse um Schöpfung und Evolution klar: Die gegenwärtigen Hypothesen über die affenartigen Vorfahren des Menschen sind falsch, wenn diese Werkzeuge echt sind. Und für ihre Echtheit bringt der Autor viele überzeugende Belege – unterstützt durch zahlreiche brillante Fotos der Originalfunde aus Museen Europas. Kritische Einwände werden detailliert entkräftet.

Das Buch gewährt zudem interessante Einblicke hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebs und das Zustandekommen mancher „bewiesenen“ Erkenntnisse.

Das übersichtlich gegliederte, mit Begriffserklärungen versehene und trotz der wissenschaftlichen Tiefe leicht verständlich geschriebene Buch wendet sich an alle an der Vorgeschichte interessierten Laien und Wissenschaftler.

Bestellhinweis

Michael Brandt: Vergessene Archäologie. Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier.
Holzgerlingen. 2011, Festeinband, farbig, Großformat 23,0 x 30,0 cm
472 Seiten und viele hundert Abb.

[bestellen] [Details] [Vorwort] [Leseprobe]

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In diesem bestens illustrierten Buch (Hardcover, 240 Seiten) fasst der Astrophyiker Norbert Pailer die Themen seiner Vorträge über Themen der Astronomie und Astrophysik anschaulich und allgemeinverständlich zusammen. Sein Anliegen: Im Kosmos die Spuren des Schöpfers entdecken!

Der Astronomie-Büchermarkt boomt: Zu groß ist die Faszina¬tion neuer Welten, über die ausführlich berichtet wird. Dieses Buch geht darüber hinaus. Es ist die Spurensuche eines Astrophysikers, die ihn bis zur Sinnfrage führte. Zusam¬menhänge in der Astrophysik, welche ihrem Wesen nach die Wirklichkeit nur unvollständig abbildet – mit ihren teilweise messerscharfen Abstimmungen – führten den Autor zur Einsicht, dass die Welt ohne Gott im Leeren hängt.

Bestellhinweis

Norbert Pailer: Licht.Welten – Spurensuche eines Astrophysikers.
SCM Hänssler 2011, 240 Seiten, zahlreiche Farbabb.
Hardcover, Format 17 x 24

[bestellen] [Details]


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www.genesisnet.info

Über den Ursprung der Fledermäuse. Über Fossilien von Fledermäusen und über Hypothesen zu ihrer Entstehung.
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n175.php

Fällt eine Ikone vom Sockel? Ein neuer Fund könnte den berühmten Urvogel Archaeopteryx degradieren.
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n174.php

Moderne Optik im Kambrium. Die ältesten fossilen Augen gleichen denen heutiger Gliederfüßer.
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n173.php

... und weitere Beiträge unter
www.genesisnet.info/aktuelles/news_u.php

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Jetzt in Farbe

Themen Heft 1/2011

  • H. Kutzelnigg: Grundtypstudien an Papageien
  • R. Junker: Der Ursprung der Fledermäuse. Teil 1: Fossilien und der Flugapparat
  • J. Sohns: Emergenz und Selbstorganisation in der Natur
  • R. Junker: Konvergente Kooption von Pax-Genen. Oder: Was einmal taugt, taugt auch mehrmals
  • R. Junker & H. Ullrich: Spezialisierter Sauerstofftransport: zweimal unabhängig „erfunden“
  • H. Binder: Bernsteinfunde in Afrika und Indien: Einschlüsse geben Einblick in vergangene Lebensräume
  • H. Binder: Dunkle Seiten des Genoms
  • W. Lindemann: Gleiches Gift bei Spitzmaus und Echse
  • H.-B. Braun: Pünktchen und Streifen. Warum sind die Raubkatzen so schön und doch so unterschiedlich?

Streiflichter: Füchse ähnlich wie Hunde zähmbar • Immer wieder „explosiv“: Fossilien des Kambriums • Landpflanzen bereits im Kambrium? • Neues von den Dinos • Langzeit-Experiment mit Drosophila – weniger Evolution als gedacht • Hummeln lösen das Problem des Handlungsreisenden • Bakterien mit Arsen-Biochemie? • Erbsenlaus-Bakterien-Symbiose auf molekularer Ebene untersucht • Hornissen erzeugen möglicherweise Solarstrom • Meeresschildkröten navigieren mit dreidimensionalen Magnetfelddaten

Rezensionen: R. Junker: Evolutionstheorie – Akzeptanz und Vermittlung im europäischen Vergleich (Dittmar Graf, Hg.) • S. Namsor: Geology and Religion – A history of harmony and hostility (Martina Kölbl-Ebert, Hg.)

Das Journal ist ab sofort durchgehend farbig, mit neuem Layout und Änderungen, die die Lesefreundlichkeit verbessern. Schauen Sie doch mal rein und bestellen Sie ein Probeexemplar! Damit Sie die neue Gestaltung kennenlernen können, senden wir als Probeexemplar die aktuelle Ausgabe.

Link zum Bestellen: http://www.si-journal.de/bestellen.html


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Das Wort und Wissen Info 3/11 - Nr. 96/September 2011

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Letzte Änderung: 15.09.2012
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