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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 1/13 - Nr. 102/Februar 2013




Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist herausgefordert, gegen die medienmächtigen Botschaften säkularisierter Wissenschaften auf die absolute Verlässlichkeit der von Gott geschenkten Wahrheit in seinem Wort zu verweisen. Wir glauben an den Gott der Bibel, der als der Schöpfer und Erlöser dieser Welt zu bezeugen ist. Und wir wollen dies in Demut tun, damit unsere Worte, egal ob über das Mikrophon oder in schriftlicher Form, Menschen wirklich weiterhelfen und wohl tun.

Ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr und einige Ausblicke

In verschiedener Hinsicht haben die Schwierigkeiten und Hindernisse in den letzten Jahren zugenommen, aber es gab gerade im vergangenen Jahr auch erfreuliche Veränderungen. So sind wir sehr dankbar dafür, dass unsere Stelle eines geologischen Mitarbeiters seit November letzten Jahres durch Michael Kotulla besetzt werden konnte. Er hat sich im letzten „W+W-Info“ vorgestellt und ist dabei, sich einzuarbeiten. Wir wünschen ihm Gottes Hilfe und viel Weisheit bei der Bearbeitung der mannigfaltigen geologischen Fragestellungen in Bezug auf die biblische Urgeschichte.

Nach langer Vorbereitung und hervorragender professioneller Umsetzung durch Timo Roller konnte im letzten Jahr die erste DVD der Reihe „de facto“ mit drei Filmbeiträgen unter der thematischen Überschrift „Wissenschaft auf den Spuren Gottes“ veröffentlicht werden. Wir freuen uns sehr über den großen Absatz und das gute Echo vieler Nutzer. Weitere Filmbeiträge für eine neue DVD sind in Vorbereitung. Bewusst haben wir den Verkaufspreis niedrig gehalten, um dieser DVD auch durch Ihre Mithilfe eine weite Verbreitung zu ermöglichen.

Nachdem das Studium Integrale Journal seit dem Jahr 2011 in einem neuen grafischen Gewand erscheinen konnte, haben wir im letzten Jahr mit der 100. Auflage auch unser „W+W-Info“ aufgefrischt. Gerne dürfen Sie sich an der inhaltlichen Gestaltung mitbeteiligen. Bitte schicken Sie entsprechende Beiträge mit Erfahrungen oder Erlebnissen Ihrer Arbeit vor Ort an unsere Geschäftsstelle.

Seit März 2012 sind wir auch auf facebook präsent und hoffen, auf diesem Wege neue Interessenten gewinnen zu können, die wir sonst nur schwer erreichen würden.

Unseren Mitarbeiter Christian Dreber, der vor allem im Gemeindeverkündigungsdienst und in der Infostandarbeit tätig war, verabschiedeten wir im Frühjahr in den offiziellen Ruhestand. Wir freuen uns sehr, dass er uns weiterhin als ehrenamtlicher Mitarbeiter zur Verfügung stehen wird.

Ein Sorgenkind ist nach wie vor die Neuauflage von „Evolution – Ein kritisches Lehrbuch“. Entgegen unserer Hoffnungen konnte im letzten Jahr die Überarbeitung der Texte  nicht fertiggestellt werden. Berufliche Überlastungen und gesundheitliche Probleme mehrerer ehrenamtlicher Mitarbeiter sind wesentliche Gründe für die Verzögerung. Mittlerweile stehen die Chancen aber recht gut, den Manuskriptabschluss in einigen Wochen schaffen zu können. Bis zum fertigen Druck wird es dann noch zwei bis drei Monate dauern, aber wir sehen nun fast die Ziellinie. Beten Sie für die Mitarbeiter an diesem Buch und für eine gute Fertigstellung!

Abschließend möchte ich ganz bewusst meine Anerkennung allen gegenüber zum Ausdruck bringen, die unvermindert die große Spannung zwischen einigen derzeit gut begründeten evolutionären Erklärungsansätzen mit ihren Zeitvorstellungen und den biblischen Aussagen in aller Treue aushalten. Unser Wissen ist und bleibt Stückwerk. Viele Daten und die damit aufgeworfenen Fragen und Zusammenhänge werden sich vielleicht auch in Zukunft nicht in dem von uns gewünschten bzw. erwarteten Sinn erklären lassen. Dieses Unvermögen soll uns aber niemals an einem Einsatz hindern, der sich allein der Wahrheit des Wort Gottes und seinem Heilshandeln in Jesus Christus verpflichtet weiß.

Durch einen Anruf, eine E-Mail oder ein Gespräch auf einer Tagung können Sie unseren Mitarbeitern nachhaltig dokumentieren, dass sie keine vergessenen Einzelkämpfer sind und von Ihnen mitgetragen werden in dem Werk, in dem sie stehen.

In der Verbundenheit des gemeinsamen Glaubens grüßt Sie herzlich

Ihr Henrik Ullrich


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Müssen Christen, die der Heiligen Schrift als Gottes verlässlichem Wort Vertrauen schenken, angesichts der Fortschritte in der Evolutionsforschung nun doch endlich den Widerstand gegen eine evolutionäre Weltsicht aufgeben? Und kann man Evolution mit der Heiligen Schrift auf eine Weise versöhnen, dass man beidem, dem Anliegen der Bibel und den Inhalten der Evolutionslehre gerecht werden kann?

Immer mehr Christen aus dem evangelikalen1 Umfeld bejahen diese beiden Fragen. Mehr noch: Einige werben mit z.T. fast schon missionarischem Eifer für die „Wahrheit“ der Evolution und ihre Vereinbarkeit mit der Bibel. Das geht manchmal so weit, der Widerstand gegen die Akzeptanz von Evolution als Hindernis für das christliche Zeugnis angeprangert wird, so von manchen Mitarbeitern der amerikanischen Organisation „BioLogos“ oder von Denis Alexander, einem britischen Autor, in seinem Buch „Creation or Evolution: Do we have to choose?“.

Ende letzten Jahres erschien eine deutsche Übersetzung eines amerikanischen Buches, das für eine „theistische Evolution“ (Schöpfung durch Evolution) wirbt: „Evolution für Evangelikale“ von Darrel Falk. Eine Reihe von Argumenten für eine Zusammenschau einer natürlichen Evolution mit der übernatürlichen Schöpfung wird auf der Internetseite www.schoepfung-durch-evolution.de vom Ehepaar Mark und Kerstin Marzinzik in eigenen oder übersetzten Texten präsentiert.

Reinhard Junker hat sich mit den genannten Publikationen beschäftigt und zwei Artikel sowie eine Besprechung des Buches von Darrel Falk auf unserer Homepage veröffentlicht:

Artikel:
Theistische Evolution nach Denis Alexander und nach BioLogos; Evolution – passend für Evangelikale? Anmerkungen zur Internetseite www.schoepfung-durch-evolution.de
Buchbesprechung:
Evolution für Evangelikale. Friedensschluss zwischen Glaube und Biologie.

Nachfolgend sollen in aller Kürze einige Argumente der Befürworter einer Harmonisierung und Entgegnungen darauf zusammengefasst werden. Wir empfehlen die Lektüre der verlinkten Artikel, da sie detaillierte Begründungen und eine vertiefte Analyse biblischer Zusammenhänge bieten, die einer Akzeptanz von Evolution2 deutlich entgegenstehen.

Veraltete historische Vorstellungen als austauschbares Gefäß für theologische Wahrheiten? Dieser Auffassung steht entgegen, dass die Historie in den biblischen Texten mit heilsgeschichtlichen und ethischen Aussagen untrennbar verquickt ist. Würde das alte „Gefäß“ der biblischen Urgeschichte – als tatsächliche Geschehnisse verstanden – durch die „moderne“ Evolutionsanschauung ersetzt, könnten wesentliche Aussagen über den Ursprung des Menschen, seiner Sündhaftigkeit und der Notwendigkeit der Errettung durch Jesus Christus nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Aussage, dass die theologischen Wahrheiten unabhängig von der Historie seien, widerspricht dem Selbstzeugnis der Bibel. Die biblischen Texte sagen Wichtiges über das konkrete Handeln Gottes in und an der Welt und gerade daraus beziehen sie ihre Bedeutung. Ohne diesen historischen Bezug würden die theologischen Aussagen geradezu verfehlt.

Zwar gibt es zahlreiche bildhaft verwendete Begriffe und Redewendungen in der Heiligen Schrift, aber sie erklären sich in den jeweiligen Kontexten zwanglos als Ausdruck poetisch-bildhafter Sprache oder aus der Verwendung allgemeinverständlichen Sprache des Augenscheins, die wir auch heute benutzen. Aus der Verwendung solcher Begriffe und Texte kann nicht gefolgert werden, dass das, worüber berichtet wird, gar nicht geschehen sei.

„Erlösung“ als fortwährende „Schöpfung“? Schöpfung und Erlösung werden von Befürwortern einer theistischen Evolution weitgehend gleichgesetzt. Die Erlösung durch Jesus Christus wird gleichsam als eine fortgesetzte Schöpfung Gottes verstanden. Der Tod als Motor im Konkurrenzkampf der Evolution wird in eine Linie mit dem stellvertretenden Sterben Jesu Christi für die Sünde der Menschheit gestellt. In den biblischen Texten wird dagegen das Leiden und Sterben Jesu vor dem Hintergrund eines Bruches in der Schöpfung (Sünde) und nicht in der Kontinuität einer andauernden Schöpfung dargestellt. Dieser Bruch verschwindet faktisch in Ansätzen einer durch Evolution sich vollziehenden Schöpfung. Sünde kann dann nur als Evolutionsprodukt gesehen werden, für das der Mensch nicht zur Verantwortung herangezogen werden kann – mit fatalen Folgen für das Verständnis des Evangeliums.

Ist der Tod als Folge der Sünde nur „geistlich“ gemeint? Diese Auffassung ist unvermeidbar, wenn man eine Abstammung des Menschen aus dem Tierreich bejaht, denn in diesem Fall gab es den physischen Tod bereits, als der Mensch zum Menschen wurde und er ist als unmittelbare Folge der Sünde (Röm 5,12; 6,23 u.a.) nicht mehr denkbar. Paulus stellt aber z. B. in Röm 5,12ff. den Todals Folge der Sünde (= geistlicher Tod) dar. Der Tod wird also von der Sünde unterschieden, weshalb der Tod an dieser Stelle ganzheitlich verstanden werden muss. Im weiteren Zusammenhang von Röm 5,12ff ist ebenfalls vom leiblichen Tod die Rede. Diese und weitere in den Artikeln ausführlich erläuterten Argumente zeigen, dass der Tod als Folge der Sünde Adams den leiblichen Aspekt einschließt.

Wie sind die Sünde des Menschen und sein Fall in einem evolutionären Geschehen zu verstehen? Das Kernproblem einer evolutionären Sichtweise der Schöpfung besteht darin, dass „Sünde“ als Folge von Evolution gesehen werden müsste, als notwendige und unvermeidliche Begleiterscheinung des schöpferischen Prozesses. In einen solchen Vorgang passt ein Bruch zwischen Geschöpf und Schöpfer nicht hinein. Das aber widerspricht dem biblischen Zeugnis. Die Heilige Schrift schildert das Hereinkommen der Sünde in die Schöpfung als eine Art „Einbruch“ (Röm 5,12). Es erscheint willkürlich zu behaupten, ein allmähliches Hereinschleichen während der Evolution sei mit der Schrift kompatibel.

Wissen vor Wort? Die Autoren, die für die Akzeptanz von Evolution plädieren, begründen dies  damit, dass es sicher sei, dass es eine Evolution von Tieren zum Menschen gegeben habe, während die Auslegung biblischer Texte unsicher sei. Somit bestimmen die wissenschaftlichen Daten und Theorien aus Biologie und anderen Naturwissenschaften, so wie die Autoren sie einschätzen, die Auslegung biblischer Texte und die Herangehensweise, um sie zu verstehen. Der Vorrang des Wortes Gottes wird dadurch aufgegeben.

Sagt die Bibel (fast) nichts über das „Wie“ der Schöpfung? Die Behauptung, die Bibel sage nicht wesentlich mehr über die Schöpfung als dass sie durch den Befehl Gottes geschehe, resultiert aus einer selektiven Betrachtung einzelner Bibelstellen. Selbst die (anfechtbare) Auffassung, dass die Heilige Schrift offen lasse, ob Gottes Erschaffen schrittweise über große Zeiträume erfolgt sei oder nicht, erlaubt nicht die Schlussfolgerung, dass sich die Schöpfung evolutionär in einem natürlichen Prozess, der durch Naturwissenschaft prinzipiell beschreibbar wäre, vollzog. Denn auch diese Schlussfolgerung bliebe nicht ohne Konsequenzen für das Verständnis von Sünde, Tod und Errettung, welches dann im Widerspruch zur biblischen Heilsgeschichte stünde (s. o.). (Red.)

Anmerkungen

1  Zum Begriff „evangelikal“ siehe: Holthaus S (2007) Die Evangelikalen. Fakten und Perspektiven. Lahr/Schwarzwald. Bei allen Unterschieden ist Evangelikalen u. a. (!) wichtig, dass die Bibel Gottes inspirierte Offenbarung an den Menschen ist, dass Jesu Tod ein Sühnetod für die Sünde der Menschen ist, dass Jesus leiblich auferstanden ist, dass jeder Mensch Sünder ist und Jesus als Retter von Sünde und Tod braucht.

2 Mit Evolution ist hier eine evolutionäre Gesamtgeschichte des Lebens gemeint, nicht die empirisch nachvollziehbare Anpassungsfähigkeit der Lebewesen.


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Anmerkungen  von MIchael Kotulla

Das Wetter ist ein chaotisches System. Zu komplex. Eine sichere Wetterprognose über drei Tage hinaus ist kaum möglich. Das ist uns bekannt, das verinnerlichen wir Tag für Tag. Aber: Auch die Erde ist ein chaotisches System. Zu komplex. Erdbeben, beispielsweise, sind kaum vorhersagbar. Das ist weniger bekannt – wie der Fall L’Aquila zeigt. 

Zerstörtes Rathaus von L'Aquila (GNU Freie Dokumentationslizenz)

Dort hatte am 22. 10. 2012 ein Gericht sieben Experten aus Wissenschaft und Zivil-schutz wegen ungenügender Warnungen vor möglichen schweren Erdstößen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Bei dem schweren Erdbeben in L’Aquila (Abruzzen) am 6. April 2009 starben 309 Menschen und mehr als 10.000 Häuser stürzten ein.

Das sog. Erdbeben-Urteil sorgte weltweit für Aufsehen. Tags darauf berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ, 23. 10. 2012) und lässt zahlreiche Experten zu Worte kommen. So Christian Bönnemann, Leiter des Seismologischen Zentralobservatoriums der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover: „Die Wissenschaft ist nicht in der Lage, Erdbeben vorherzusagen“. Des Weiteren Anselm Smolka, Leiter der Abteilung Geo-Risiken der Munich Re: Eine „wissenschaftlich fundierte Erdbebenvorhersage ist nicht möglich“. Oder Peter Herzig, Direktor am Kieler Geomar-Institut: „Das ist keine Wissenschaft, in der man zwei und zwei zusammenzählt, und dann kommt vier heraus“, „mit letzter Sicherheit“ sei eine Vorhersage von Beben nicht möglich.

Besonders interessant ist die Äußerung von Jochen Zschau, Geophysiker beim Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam: „‚Wissenschaftler müssen einfach korrekt die Ergebnisse wiedergeben - mehr nicht‘. Es sei nicht ihre Aufgabe, die Leute zu beruhigen. ‚Das ist Aufgabe des Zivilschutzes oder anderer.‘ Der Experte begrüßte, dass das Urteil eine Diskussion über die unsicheren Erkenntnisse der Wissenschaft anrege.“

An der Schnittstelle Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit ist anscheinend Klärungs- und Handlungsbedarf, nicht nur bezogen auf eine Unvorhersagbarkeit von Erdbeben. Ist es nicht die Pflicht der Wissenschaft(ler) und hat nicht die Politik und Öffentlichkeit ein Recht darauf, über die „unsicheren Erkenntnisse der Wissenschaft“ unaufgefordert aufgeklärt und vollumfänglich informiert zu werden? Das wäre in der Tat ein Fortschritt. Eine neue Offenheit, die es der Gesellschaft erlauben würde, eine Neuabwägung von Chancen und Risiken vorzunehmen, nicht nur wissenschaftlich-technisch, sondern auch wissenschaftlich-weltanschaulich. Ersteres war den Menschen in L’Aquila jedenfalls versagt. Sie wurden – fälschlicherweise – in Sicherheit gewogen.


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Wer hat sich das einfallen lassen: Mistkäfer können sich – wenn alle Stricke reißen – an der Milchstraße orientieren. Foto: Emily Baird; http://www4.lu.se/vision-group/people/senior-scientists/marie-dacke/photos-for-press

Was versteht ein Käfer von Astronomie? Vermutlich gar nichts. Aber Mistkäfer können die Orientierungsmöglichkeit nutzen, die ihnen die Himmelskörper  bieten. Und das tun sie auf eine besondere Weise. Ein Wissenschaftlerteam aus Schweden und Südafrika hat vor kurzem herausgefunden, dass afrikanische Mistkäfer in der Lage sind, sich anhand der Milchstraße zu orientieren, wenn andere Möglichkeiten nicht gegeben sind. Mistkäfer ernähren sich von den in Tierkot verwertbaren Stoffen, formen aus dem Kot Kugeln und rollen diese in eine gewünschte Richtung mit ihren Hinterbeinen weg. Wegen der unterwegs lauernden Gefahren sind sie dabei darauf angewiesen, möglichst geradlinig eine geeignete Stelle zu erreichen, an der sie ungestört die Mistkugeln verwerten können.

Und genau dazu brauchen sie eine entsprechende Orientierung, auch bei Nacht, und auch dann, wenn es kein Mondlicht gibt. Bei klarem Himmel hilft dann das blasse Band der Milchstraße. Der entsprechende Nachweis gelang den Forschern dadurch, dass sie den Käfern Klappen aufsetzten, die verhinderten, dass sie nach oben sehen konnten. Daraufhin liefen die Käfer orientierungslos hin und her. Um herauszufinden, welche Marker die Orientierung ermöglichen, machten die Wissenschaftler Experimente in einem Planetarium, wo helle Sterne aus- und angeknipst werden können. Auf diese Weise konnten verschiedene Varianten ausprobiert werden, bis klar war: Es ist das Band der Milchstraße, das die Orientierung ermöglicht, wenn andere Marker nicht zur Verfügung stehen. Es handelt sich um den erstmaligen Nachweis, dass Tiere sich mit Hilfe der Milchstraße orientieren. (Red.)

Eine ausführliche Beschreibung der Experimente findet sich hier: http://tinyurl.com/ayyf5bg

Die Originalarbeit: Marie Dacke, Emily Baird, Marcus Byrne, Clarke H. Scholtz & Eric J. Warran (2013) Dung Beetles Use the Milky Way for Orientation. Current Biology, http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2012.12.034


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Bericht von Friedrich Abel

Am 27. Oktober 2012 fanden sich etwa 110 Teilnehmer zur 7. Münchner Regionaltagung ein, um „Neues von Wort und Wissen“ zu erfahren.

Dr. Michael Brandt sprach in seinem Vortrag über „Steinwerkzeuge fast so ‚alt‘ wie Dinos“. Er bezog sich dabei auf seine Forschungsergebnisse, die er in seinem 2011 erschienenen Buch „Vergessene Archäologie“ veröffentlich hat. Die von ihm vorgestellten Steinwerkzeuge aus Schichten, die dem frühen Tertiär (Miozän, Oligozän und sogar Paläozän) zugeordnet werden, passen nicht zu der heute vertretenen Ansicht, dass der Mensch frühestens am Ende des Tertiärs aufgetreten sei. Damit haben wir einen krassen Widerspruch zu den Leitvorstellungen heutiger Vorgeschichtswissenschaft. Und wie so oft in der Wissenschaftsgeschichte werden diese sperrigen Daten von der Fachwelt ignoriert und nicht diskutiert, offensichtlich deshalb, weil durch sie das herrschende Paradigma zur Entwicklung des Menschen in Frage gestellt wird.

Dr. Reinhard Junker zeigte in seinem Vortrag „Abschied vom Darwinismus?“, dass sich in den letzten Jahren in der Evolutionsbiologie eine neue Forschungsrichtung etabliert hat, die unter der Bezeichnung „Evo-Devo“ (evolutionary developmental biology) eine Synthese von Erkenntnissen der Ontogenese und der kausalen Evolutionsforschung herzustellen versucht. Im Gegensatz zum klassischen Neodarwinismus, dessen Vertreter behaupten, dass alle wesentlichen Fragen der kausalen Evolutionsforschung längst beantwortet seien, halten viele Evo-Devo-Forscher wesentliche Fragen der Entstehung evolutionärer Neuheiten für ungeklärt. Nicht dass diese Forscher grundsätzlich an einer Makroevolution zweifeln würden, sie sind jedoch der Meinung, dass die Mechanismen dieser hypothetischen Evolution beim derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis als unbekannt zu gelten haben.

In seinem zweiten Vortrag „Staunenswertes aus dem Tierreich“ stellte uns Herr Junker viele Tiere vor, die so phantastische Fähigkeiten haben, dass es ein Rätsel ist, wie sich diese evolutionär hätten entwickeln sollen.

Als Organisator dieser Tagung erlaube ich mir nun, mein ganz persönliches Resumee aus dem Gehörten zu ziehen: Ich sehe mich in meiner Ansicht bestärkt, dass alle gängigen Vorstellungen der angeblichen evolutionären Entwicklungsgeschichte mit so vielen Fragezeichen zu versehen sind, dass ich keinerlei Veranlassung habe, diese Vorstellungen als wirklichkeitsgerecht zu betrachten. So kann ich weiterhin „ein intellektuell befriedigter“ Christ sein, der sich nicht für einen „unwissenschaftlichen Zeitgenossen“ halten muss, wenn er glaubt, dass alles Seiende durch Gottes Wort geschaffen wurde.

Abschließend noch zwei Hinweise: Die 8. Münchner Regionaltagung ist für den 16. November 2013 geplant. Als Schwerpunktthema ist Astrophysik vorgesehen.

Eine CD mit den drei Vorträgen der Tagung im mp3-Format kann für 5 Euro in der Geschäftsstelle (s. Impressum) bestellt werden.


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Judäische Gefangene während der Zerstörung von Lachisch durch die Assyrer um 700 v. Chr. (Bild: P. v. d. Veen, British Museum London).

Ankündigung der nächsten Fachtagung Biblische Archäologie vom 27.-29. September 2013 im Chr. Gästezentrum Württemberg (Schönblick).

Großmächte kommen und gehen ... und doch prägen sie langfristig die Geschichte und das Selbstwertgefühl, ja die Identität ganzer Völker. Auch die Geschichte des alten Israel und die Archäologie des Heiligen Landes widerspiegeln den nachhaltigen Einfluss der militärischen Feldzüge und der kulturellen und religiösen Prägung durch die fremden Besatzungsmächte.

Während der zweiten Hälfte des 8. Jhs. v. Chr. erlebten Israel und Juda eine besonders bedrückende Zeit, die Zeit der „assyrischen Krise“. Innerhalb weniger Jahre war es König Tiglatpileser III. von Assyrien (744-727 v. Chr.) gelungen, weite Teile des Vorderen Orients unter seine Herrschaft zu bringen. Zuerst durch hohe Tributzahlungen, später durch Belagerung, Annektierung und Deportation, wurde dem Nordreich Israel ein rasches Ende gesetzt. Solche Spuren (wie auch Spuren der noch früheren aramäischen Besatzung) lassen sich exemplarisch in der eisenzeitlichen Wallfahrtstadt Tel Dan nachweisen. Auch Juda bekam die ganze Härte des assyrischen Machtapparats zu spüren, wie die Entdeckung der assyrischen Belagerungsrampe und Spuren großflächiger Verwüstung in Lachisch zeigen.  Die Hauptstadt Jerusalem überlebte die Katastrophe, auch wenn ihre Könige sich dem assyrischen Joch beugen mussten.

Wir freuen uns, dass wir erneut in der Lage waren, renommierte Wissenschaftler für Vorträge zu gewinnen, deren Ausgrabungen in Tel Dan und Lachisch weltweit Beachtung fanden. Als Hauptreferenten wurden eingeladen: Dr. David Ilan (Nelson Glueck Institut in Jerusalem) und Prof. Dr. David Ussishkin (Universität Tel Aviv).

Infos und Anmeldung: Konrad Meier,  Lindenweg 6B, 08118 Hartenstein, Tel. +49(0)37605/60420, Email, online: www.wort-und-wissen.de/fachtagungen.html


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Die Jugendkonferenz für Weltmission (JuMiKo) ist für viele Jugendliche zum Jahresanfang ein wichtiger Termin, bei dem sie sich mit Gleichaltrigen in Stuttgart treffen. Erstmals waren wir, die Studiengemeinschaft Wort und Wissen, durch einen Infostand auf der großen Missionsausstellung vertreten. Durch den Hinweis in der vergangenen W+W Info-Ausgabe hatten sich Freunde zur Mitarbeit angeboten; vielen Dank! Gemeinsam mit Uwe Gitschier konnte ich dann viele Gespräche führen, Interessierte und Neugierige informieren. Einige Besucher zeigten auch großes Interesse an der Literatur und vor allem der neuen DVD "de facto – Wissenschaft auf den Spuren Gottes". Martin und Oslinde Ernst kamen auf der Rückreise von einer Tagung vorbei und unterstützten uns am Infostand für einige Stunden. Diese Veranstaltung bot viele Kontaktmöglichkeiten vor allem mit christlichen Jugendlichen und wir hatten gute Gelegenheiten, die Arbeit von Wort und Wissen bekannt zu machen.

Wir wollen diese Plattform auch zukünftig nützen und ausloten, ob wir uns auch inhaltlich (z. B. durch ein Seminar) bei diesem Treffen engagieren können.

Es ist erfreulich mitzuerleben, wie viele christliche Jugendliche daran interessiert sind, wo und wie heute in unserer Welt Gott bekannt gemacht werden kann und wie Menschen mit Ihm in Kontakt gebracht werden können. Dort sollte auch zukünftig unser Platz sein, um unsere Erfahrung und Kompetenz einzubringen, damit intellektuelle Fragen und wissenschaftliche Erkenntnis diese Bemühungen nicht hindern, sondern fruchtbare Ergänzung werden.

Vielen Dank für alle Unterstützung gerade auch im Gebet: dafür, dass die Arbeit von Wort und Wissen dazu beiträgt, dass noch viel mehr Menschen, die gern und gründlich nachdenken, ernsthaft nach Gott fragen!

Harald Binder


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Das Wort und Wissen Info 1/33 (Nr. 102; Februar 2013)

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