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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 4/13 - Nr. 105/Dezember 2013




kürzlich ging es in der Talksendung Nachtcafé, die seit über 30 Jahren von Wieland Backes (SWR) moderiert wird, um das Thema „Nur wer glaubt, wird selig?“ Überzeugte Atheisten und Christen saßen einander gegenüber. Natürlich äußerten sich diejenigen, die nichts oder nichts mehr mit Gott zu tun haben wollten, zur Frage warum es so ist bzw. wie es dazu kam. Alle nannten die Frage nach dem Leid, sei es aus schwerwiegender persönlicher Betroffenheit oder eher allgemein aufgrund dessen, was in der Welt alles passiert. Ohne Zweifel, es ist die Frage, die jeden umtreiben muss, der an einen persönlichen, liebenden Gott glaubt, der den Menschen geschaffen hat und dem jeder Einzelne wichtig ist – so wie es die Bibel bezeugt –, spätestens dann, wenn er oder sie persönlich ernsthaft betroffen ist.

„Wo warst Du, als ich die Erde gründete?“ – Gottes Entgegnung auf die Frage nach dem Leid

In einem Interview in der Zeitschrift Impulse berichtet die Buchautorin Esther Maria Magnis, dass auch sie durch diese Frage aus der Glaubensbahn geworfen wurde und mit Gott gebrochen habe. Der anschließende Versuch, einen „nihilistischen Materialismus wirklich zu leben“ (und nicht nur theoretisch im Munde zu führen) sei aber gescheitert. Was sie wieder auf die Spur gebracht habe, sei die Frage nach der Wahrheit gewesen. Damit sei sie schon wieder in der Nähe des Gottesgedankens gewesen. Sie erwähnt in diesem Interview auch das Buch Hiob und die Frage Gottes mitten im Leid Hiobs: „Wo warst Du, als ich die Erde gründete?“ Gerade in der Frage des Leides ist das Schöpfungszeugnis enorm wichtig. Und die Frage nach Wahrheit.

Ähnliches erzählte mir vor schon längerer Zeit einmal ein treuer Freund unserer W+W-Arbeit. Er sei dabei gewesen, den Glauben über Bord zu werfen, doch dann habe es ein schwerwiegendes Problem gegeben: Woher kommt all das, was die Schöpfung zu bieten hat und das trotz allem Leid so klar auf einen Schöpfer verweist? Der Schöpfungsgedanke habe ihn damals zurückgehalten, den Weg des Glaubens und der Nachfolge Jesu zu verlassen.

Kommen wir zurück zur eingangs genannten Talkrunde. Ich weiß nicht, wie die dort versammelten Atheisten über die Schöpfung denken und inwieweit sie sich mit der Schöpfungsfrage auseinandergesetzt haben. Im Allgemeinen kommt neben der Frage nach dem Leid als weiteres Standbein des Atheismus die Meinung hinzu, es brauche sowieso keinen Schöpfer, und das sei wissenschaftlich geklärt. Nicht umsonst sind die sogenannten Neuen Atheisten gerade besonders aktiv, wenn es darum geht, den Schöpfungsglauben schlecht zu machen. An dieser Stelle scheint mir das biblische Schöpfungszeugnis ausgesprochen wichtig zu sein. Auch wenn die Warum-Frage bei persönlichen leidvollen Erfahrungen wohl kaum beantwortet werden kann, bleibt doch die Frage: Wer hat das alles geschaffen? Was ist die wahre Antwort darauf?

Und hier können wir den Menschen wirklich Hilfreiches weitersagen. Aus dem Hiobbuch können wir lernen, dass der Hinweis auf Gott als Schöpfer wichtig ist. Gott stellt dem geplagten Hiob ein Geschöpf nach dem anderen vor Augen. Das darf auch ein Vorbild für unsere Arbeit bei Wort und Wissen sein. Sicher, die Betrachtung der Schöpfung alleine führt nicht zum Glauben, aber sie ist ein Wegweiser, den wir nicht verachten sollten. Ich bin dankbar dafür, dass Sie als unsere Freunde sich dafür einsetzen, solche Wegweiser zu sein.

Ihr Reinhard Junker


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Notizen von der Wirtschaftsfachtagung im November 2013 von Stephan Schmitz

Dieser Slogan einer großen deutschen Bank wurde auf der diesjährigen Wirtschaftsfachtagung von mehreren Referenten zitiert. Kein Wunder, hieß doch das Tagungsthema: „Wirtschaftskrisen und der Vertrauensverlust in Wirtschaft und Politik – Ist das Vertrauen mit christlichem Ethos wieder zu gewinnen?“

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, war einer der Redner auf der gemeinsamen Wirtschaftstagung von W+W und GWE. (© Christliches Medienmagazin pro)

Ca. 60 Teilnehmer fanden sich vom 7.-10. November in Bad Liebenzell ein, um mit Wissenschaftlern, Theologen, Politikern, Unternehmern, Studenten und anderen Interessierten die Gründe für Vertrauensverluste in der Wirtschaft und mögliche Erklärungen und Gegenmaßnahmen aus der Sicht von Christen zu diskutieren.

Die Schuldenkrise in Europa, die Stabilität des Euro oder die Höhe von Managergehältern sind nur einige Beispiele, die zu erheblichen Vertrauensverlusten in der Bevölkerung geführt haben. Und ohne Vertrauen funktioniert gesellschaftliches Leben nicht.

Es ist immer wieder zu beobachten, dass Vertrauenskrisen auch Wirtschaftskrisen auslösen (und umgekehrt!). Vertrauen ist demnach ein wichtiger Faktor in unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Kann man einmal verlorenes Vertrauen zurückgewinnen? Muss man sich Vertrauen erst „verdienen“? Ein Top-Manager der Deutschen Bank, Daniel Hoster, hat eindrücklich davon berichtet, wie nicht nur sein Arbeitgeber sich um das Vertrauen seiner Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit bemüht, sondern auch Erfahrungen aus der eigenen Familie dargestellt. Für Hoster schaffen Zuhören, Interesse am anderen, Zuverlässigkeit und Zeit neues Vertrauen.

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel hat in seinem Referat verdeutlicht, woran es in der Ethik in Wirtschaft und Politik mangelt und wie es dadurch auch zu Vertrauenserosion kommt. Für Teufel ist Ethik Orientierungswissen und ebenso wichtig wie Fachwissen. Er forderte die Teilnehmer auf, dass das Wissen um die Orientierung auch das Handeln wieder bestimmen muss. An 15 Beispielen zeigte er auf, wie ein Verhalten gemäß der biblischen Werte erfolgreich ist. So sind die soziale Marktwirtschaft, der deutsche Rechtsstaat und das Kartellrecht Ergebnisse der Umsetzung von christlichen Werten. Auch die Erfahrungen des „Ehrbaren Kaufmanns“, die goldene Verhaltensregel (Mt 7,12), die Verantwortung des Menschen in Technik und Naturwissenschaft oder der Umgang mit den Mitarbeitern eines Unternehmens (Stichworte „Lohndumping“, „Generation Praktikum“) zeigen den Wertewandel auf. Da der Einzelne zunehmend sich nur noch seinen eigenen Wertvorstellungen gegenüber verantwortlich sieht, zählt für Erwin Teufel letztlich nur noch das gelebte Vorbild.

Die Absolutsetzung des Individuums ist neben der Pluralisierung der Wahrheitsvorstellungen und dem Verlust eines allgemein akzeptierten Wertekonsenses das Kennzeichen des postmodernen Menschen. Heinzpeter Hempelmann hat an Liedtexten der Popgruppe Silbermond gezeigt, dass der postmoderne Mensch noch immer eine tiefe Sehnsucht nach Vertrauen hat. Nach Hempelmann entsteht in unserer postmodernen Gesellschaft Vertrauen da, wo jemand sich nicht selbst behauptet, sondern dem anderen dient: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele (Mk 10,45). Und warum tat Jesus das? Weil er an uns glaubte. Weil Gott schon am 6. Tag der Schöpfung etwas gewagt hat, in dem er den Menschen geschaffen hat (1. Mo 1,26).

„Vertrauen ist ein Schöpferakt“ formulierte Prof. Volker Gäckle in der Abschlusspredigt. Ohne dieses Wagnis des Vertrauens hätte es keine Zukunft gegeben. Und Jesus baute auch auf Petrus, obwohl er seine Schwächen kannte (Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen; Mt 16,18a). Paulus ermunterte die Korinther ihm zu vertrauen und ihm als Vorbild zu folgen, so wie er Jesus vertraute und seinem Beispiel gefolgt war (1.Kor. 11,1). Das Vertrauen Jesu hatte hier eine Persönlichkeit geschaffen, an der sich wieder andere orientieren konnten. Es ist unsere Herausforderung, dass wir als Christen in unserer Gesellschaft vertrauenswürdig sind, so dass andere sich uns als Vorbild nehmen. Das ist in der eigenen Familie genau so wichtig wie in der Gemeinde, der Wirtschaft oder der Politik. So können wir als Christen dazu beitragen, Vertrauen zu schaffen.

Neben den mutmachenden Referaten zu den Fachthemen, dem persönlichen Austausch mit vielen z.T. langjährigen Teilnehmern konnten wir auch Eindrücke vom segensreichen Wirken der Liebenzeller Mission und der damit verbundenen Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) gewinnen. Die Wirtschaftsfachtagung wurde in bewährter Kooperation mit der GWE (Gesellschaft zur Förderung von Wirtschaftswissenschaften und Ethik e.V.) durchgeführt. Das Tagungsthema der nächsten Fachtagung, die wieder von Wort und Wissen organisiert werden wird, ist die Bewertung der Energiewende (6.-8. November 2014).


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Markus Haller

Vor dem Hintergrund eines revidierten chronologischen Modells für Ägypten ergibt sich in der Region „Goschen“ in Nordost-Ägypten ein äußerst stimmiges Bild zwischen dem archäologischen Befund und dem biblischen Bericht über den Aufenthalt der Israeliten im Land der Pharaonen.

Viele weitere archäologische Indizien aus der Zeit der biblischen Erzväter werden in diesem reichlich farbig bebilderten Buch beschrieben. Es kann mit beiliegendem Coupon bei den W+W-Medienstellen bestellt werden.

Auf Tell el-Daba geht es geschäftig zu. Ein österreichisches Team, geleitet von der Ägyptologin Irene Forstner-Müller, betreibt hier seit Jahren erfolgreich Ausgrabungsarbeiten. Hier, das ist die Region im nordöstlichen Nildelta Ägyptens und gleichzeitig eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Landes. Auch manche Bibelleser haben Interesse an der dort betriebenen Forschung, wird die Region um Tell el-Daba doch mit dem Land Goschen gleichgesetzt, in dem sich die Familie Josefs, des nach Ägypten verschleppten Sohnes von Israels Stammvater Jakob, ansiedelte.

In der Ausgrabungsschicht H auf dem sogenannten Areal F/I fand man vor mehr als zwanzig Jahren die Reste einer Siedlung. Forstner-Müllers Vorgänger, Manfred Bietak, erklärt: „Eselbestattungen in Verbindung mit Grabmälern und der Typ der Häuser erweisen … die Bewohner der Siedlung als Kanaanäer, jedoch stark ägyptisiert.“ Ihren Anfang hatte die Siedlung während oder kurz nach der Regentschaft des Pharaos Amenemhet III. Vor dem Hintergrund einer aktuell diskutierten Revision der ägyptischen Chronologie lässt sich diese Siedlung zeitlich mit der biblischen Josefserzählung in Verbindung bringen. Die von Wissenschaftlern um Uwe Zerbst und Peter van der Veen vorgeschlagene Revision der ägyptischen Chronologie versetzt die Regentschaft Amenemhet III. in die Zeitspanne von 1679 bis 1633 v. Chr., was den beiden zufolge auch die Zeit ist, in der Josef sein hohes Amt in Ägypten antrat (um 1670 v. Chr.) und seine Familie ins Land Goschen siedelte (1661 v. Chr.).

Die Bibel gibt noch weitere Informationen, die sich im archäologischen Siedlungsbild widerspiegeln. So hatte der Pharao offenbar Interesse daran, fähige Ausländer in seinen Dienst zu stellen und weist Josef in Bezug auf dessen Familie an: „Wenn du erkennst, dass tüchtige Männer unter ihnen sind, setze sie als Oberhirten ein über das, was ich habe!“ (1. Mose 47,6). Siegelfunde aus Tell el-Daba belegen, dass die Bewohner im Dienst der ägyptischen Verwaltung standen. Weiter legt der Bericht in 1. Mose 46,28-34 nahe, dass Josefs Verwandte ansonsten von den Ägyptern weitgehend in Ruhe gelassen wurden. Archäologisch gibt es sogar Hinweise auf eine lokale Selbstverwaltung der Kanaanäer. In der frühen 13. Dynastie (revidiert ca. 1600 v. Chr.) wurde ein nordsyrisches Mittelsaalhaus durch einen Palast ersetzt, „der als administratives Zentrum gedient haben muss“, wie van der Veen und Zerbst in ihrer Ausarbeitung „Volk ohne Ahnen?“ ausführen. Vorderasiatische Begräbnisrituale in der Grabanlage des Palastes weisen darauf hin, dass hier Kanaanäer und nicht Ägypter die Verwaltung übernahmen. Der Bibel zufolge war diese Zeit der Freiheit jedoch vorbei, als ein neuer König an die Macht kam, „der nichts von Josef wusste“ (2. Mose 1,8), und schon bald wurde aus einer Duldung der Israeliten eine Unterdrückung. Van der Veen und Zerbst schreiben mit Blick auf diese Bibelstelle: „Die archäologisch dokumentierten Vorgänge in Tell el-Daba während der zweiten Hälfte der 13. Dynastie [ca. 1550 v. Chr.] sind wie eine Illustration des Umbruchs, der sich zu dieser Zeit für die angesiedelten Israeliten ereignete.“ Ab einem gewissen Punkt wurde „der Eigenverwaltung der ausländischen Würdenträger vor Ort ... offensichtlich ein Ende gesetzt.“ Dieser Umbruch ist für weite Teile Ägyptens durch Inschriften bezeugt und wird allgemein der Herrschaftspolitik des Pharao Sobekhotep III. aus der 13. Dynastie zugeschrieben.

Auch die Ergebnisse von Robert Schiestl vom Deutschen Archäologischen Institut untermauern den biblischen Bericht. Schiestl führte Untersuchungen an einer überlebensgroßen Statue durch, die in einer Grabanlage des vorher erwähnten Palasts entdeckt wurde. Sie stammt aus der 12. Dynastie – revidiert ist das die Zeit Josefs – und stellt einen hohen vorderasiatischen Würdenträger dar. Darüber hinaus weist sie Spuren von mutwilliger Zerstörung auf, die Schiestl auf die zweite Hälfte der 13. Dynastie ansetzt. Der Bibel nach muss dies die Zeit der beginnenden Unterdrückung der Israeliten gewesen sein, und es ist gut möglich, dass man nun die Andenken an die Tatsache ausradieren wollte, dass die Kanaanäer einst im Staatsdienst tätig waren. Eine Minderheit unter den Archäologen sieht in der Statue sogar ein Porträt des biblischen Josef, wofür es zwar den ein oder anderen Hinweis, aber keinen zwingenden Beweis gibt. Dass eine solche These trotzdem diskutiert wird, liegt vielleicht auch an der ausgezeichneten Übereinstimmung des biblischen Berichtes mit dem archäologischen Gesamtbild auf Tell el-Daba.

(Erstpublikation in der Zeitschrift „factum“; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.)

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Hänssler-Verlag
Studium Integrale
349 Seiten, 195 meist farbige Abbildungen, zahlreiche Tafeln und Tabellen
(Lieferung in Deutschland versandkostenfrei)
 
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Nach jahrelanger Vorbereitungszeit ist Anfang November die 7. Auflage von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ erschienen. Damit endet eine längere Zeit, in der das Buch vergriffen war.

Das Werk wurde in einigen Teilen stark überarbeitet, durchweg aktualisiert, einige Teile wurden neu verfasst und das Buch hat 32 Seiten mehr Umfang als bisher. Der Preis wurde entsprechnd geringfügig um 2,-€ bzw. 3 SFr auf 26,90 € (A: 27,70 € / 41,50 SFr) angehoben. Aufgrund der zahlreichen Überarbeitungen dürfte sich der Erwerb des Buches dieses Mal auch für Besitzer einer der früheren Auflagen lohnen.

Die wichtigsten Änderungen

Aufgrund der ra­santen Entwicklung in der Molekular­biologie wurde Kapitel IV.9 (Molekulare Evolutionsmechanismen) sehr stark erweitert. Ergänzungen aufgrund neuer Erkenntnisse gibt es auch in IV.7 (Chemische Evolution - Schritte zum Leben?) und in V.11 (Embryologie und Stammesgeschichte). Aus demselben Grund wurde Abschnitt V.10.3 (Endosymbionten-Hypothese) in wesentlichen Teilen neu verfasst. Neue Funde und neue Untersuchungsergebnisse führten zu stärkeren Überarbeitungen einiger Teile von Kapitel VI.15 (Entstehung der Menschheit) und Abschnitt VI.14.6 (Entstehung der Säugetiere). Auch der Abschnitt über den mittlerweile immer populärer gewordenen „Evo-Devo“-Ansatz (III.6.3.8) wurde stark erweitert.

Weitgehend neu bearbeitet wurden weiterhin das wissenschaftstheore­tische Kapitel I.1 sowie der Abschnitt über das Design-Argument (VII.16.6). Wir sind der Überzeugung, dass wir hier stringenter argumentieren können als bisher und eine gute Argumentationshilfe bieten können, warum der Schöpfungsansatz in der Ursprungsforschung unverzichtbar ist. Dabei geht es auch um Grundfragen des Wissenschaftsverständnisses und um die Grenzziehung zwischen Wissenschaft und Weltanschauung.

Aber auch alle anderen Kapitel wurden in geringerem Umfang aktualisiert, erweitert und gelegentlich gestrafft.

Unter www.evolutionslehrbuch.info/inhalt/vorwort.html steht das neue Vorwort online. Die Internetseite des Lehrbuchs (www.evolutionslehrbuch.info) bietet schon bisher einen detaillierten Überblick über den Inhalt des Buches. Außerdem können die meisten Bilder kostenlos für Präsentationszwecke heruntergeladen werden. Und last but noch least gibt es Zusatztexte, die laufend ergänzt und bei Bedarf und nach Möglichkeit auch aktualisiert werden sollen.

Bestellhinweis
 
Weyel-Verlag Gießen, 7. aktualisierte und erweiterte Auflage 2013
368 S., ca. 440 Abb., ca. 30 Tab.
durchgehend farbig, umfangreiches Glossar,
Stichwortverzeichnis und Literaturverzeichnis,
Festeinband, Großformat 19,5x26
 
Für das Lehrbuch zahlen Sie innerhalb Deutschlands keine Versandkosten.
 
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Anmerkungen von Reinhard Junker

Einer der häufigsten Kritikpunkte an Befürworter einer Schöpfungslehre und speziell an die Adresse der SG Wort und Wissen ist, nicht „wissenschaftlich“ zu arbeiten. Das geht oft noch weiter bis zum Vorwurf der Wissenschaftsfeindlichkeit, woraus dann weitergehend eine Gefahr für die Gesellschaft abgeleitet wird. Im letzten „Info“ wurde das an einem konkreten Beispiel kurz illustriert.

Der Vorwurf ist aus verschiedenen Gründen fadenscheinig; darauf soll an dieser Stelle nicht im Einzelnen eingegangen werden. Tatsächlich ist es doch so (und damit trifft der Vorwurf diejenigen, die ihn vorbringen): Wer in Ursprungsfragen, zu denen keine Experimente (und in der Regel auch keine Simulationsversuche) gemacht werden können, eine gut begründete Erklärungsoption – wie Schöpfung – von vornherein aus den Antwortmöglichkeiten ausschließt, agiert unwissenschaftlich. Denn damit hat man sich a priori, also unabhängig von empirischen Untersuchungen, auf den Naturalismus festgelegt, der nur natürliche, (ggf. statistisch) gesetzmäßig beschreibbare Prozesse als Antwortoption zulässt. Damit könnte aber – allein schon aus wissenschaftstheoretischer Sicht – die wahre Antwort ausgeschlossen werden. Der Mainstream der institutionalisierten Wissenschaft geht leider genauso vor und sucht ausschließlich Antworten, die der naturalistischen Weltsicht entsprechen. Es wird nicht nach der wahren Antwort gesucht, sondern nach der besten naturalistischen Hypothese.

Der sich als Atheist bekennende Philosoph Bradley Monton (University of Colorado) kritisiert in seinem Buch „Seeking God in Science“1 genau diese Vorgehensweise. Es sei eine Konsequenz der Wissenschaftskriterien des naturalistischen Ansatzes, dass das Ziel der Wissenschaft nicht Wahrheit sei (S. 48). Wenn Wissenschaft sich generell dem methodologischen Naturalismus verschreibe, folge daraus, dass das Ziel der Wissenschaft nicht sei, wahre Theorien zu entwickeln (S. 58). Wenn aber Wissenschaft nicht wahrheitsorientiert sei, verkomme sie zu einer irrelevanten sozialen Praxis.

Nicht mehr streng wissenschaftlich, aber intellektuell redlich und daher legitim ist jedoch, wenn die weltanschaulichen Voraussetzungen – auch falls sie nicht beweisbar sein sollten – ehrlich und klar als solche bekannt werden. Nicht gerechtfertigt ist es dagegen, den Naturalismus (oder eine andere unbewiesene Weltanschauung) als wissenschaftlich und methodisch alternativlos für die Beantwortung allerFragen hinzustellen, mit denen sich die Wissenschaft befasst, also auch für die Ursprungsfrage. Wir bei der Studiengemeinschaft Wort und Wissen machen in unseren Lösungsansätzen auch Vorgaben und zwar solche, die wir der biblischen Überlieferung entnehmen. Das müssen wir ebenso benennen und tun dies auch, inklusive der dabei auftretenden schwierigen Probleme und ungelösten Fragen, die es aber auch für den naturalistischen Deutungsrahmen gibt und zwar, wie wir meinen, in sehr grundlegender Art. Wir wünschen uns, dass die ehrliche Benennung der weltanschaulichen Voraussetzungen bei anderen Ansätzen auch geschieht. Worin bei einem biblischen und, allgemeiner, einem nicht-naturalistischen Ansatz eine Gefahr für den Wissenschaftsbetrieb und gar für die Gesellschaft bestehen soll, ist erst noch zu zeigen.

Wissenschaftsfeindlichkeit mit Gefahrenpotential für die Gesellschaft gibt es jedoch tatsächlich, aber an ganz anderen Stellen. Einige Beispiele aus heutiger Zeit: So soll in Bundesland Niedersachsen ein Unterrichtsprojekt über Gentechnik gestrichen werden.2 Damit wird den Schülern das Verständnis für deren Methoden und eventuellen Gefahren vorenthalten; zurück bleibt dadurch vermutlich eine diffuse Angst vor dieser Technik. Und mit Angst kann man bekanntlich gut Politik machen.

Wissenschaftsfeindlich ist es auch, wenn Befürworter der so genannten Gender-Studies sich gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse sperren, die ihren Vorstellungen über angeblich nicht vorhandene (beziehungsweise lediglich sozial konstruierte) Unterschiede zwischen Mann und Frau entgegenstehen. Oder wenn in Fragen frühkindlicher Betreuung die verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisse aus der Bindungsforschung ignoriert werden. Auf diesen und anderen Feldern gibt es wirklich gefährliche wissenschaftsfeindliche Tendenzen, die letztlich massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben werden.

Und schließlich ist es auch wissenschaftsfeindlich, nur diejenigen Antwortoptionen als „wissenschaftlich“ zuzulassen, die mit den weltanschaulichen Voraussetzungen des Naturalismus und Atheismus vereinbar sind – und entsprechend anderslautende Optionen aus der Wissenschaft oder gar der Gesellschaft auszugrenzen.

Auf angebliche Wissenschaftsfeindlichkeit bei Wort und Wissen herumzuhacken, ist dagegen in jeder Hinsicht verfehlt – und selbst ein Indiz der Wissenschaftsfeindlichkeit.

Quellen

1 Monton, B. (2009) Seeking God in Science. An Atheist Defends Intelligent Design. Toronto: Broadview Press.
2 „Aufklärung über Gentechnik verboten: Niedersachsen schafft Schülerlabor HannoverGEN ab“, ScienceBlogs, tinyurl.com/buka2qo; vgl. auch: „Seid nicht so neugierig. Niedersachsens Schulen sind jetzt gentechnikfrei“, www.gute-gene-schlechte-gene.de/niedersachsen-gentechnik-frei-schulen

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Geschöpfe des Himmels ist der erste Film in der neuen Illustra Media-Reihe: „Die Gestaltung des Lebens“. Jede Folge wirft einen neuen Blick auf die Tierwelt und die erstaunlichen biologischen Systeme, die das Leben auf der Erde erst ermöglichen.

Mit Bildern aus Nordamerika, England, Peru, Grönland und der Antarktis erforscht Geschöpfe des Himmels die Geheimnisse der Anatomie, der Instinkte und der Embryologie der Vögel. Wir erleben Kolibris, die mit Hilfe ihres einzigartigen Skelett- und Muskelsystems atemberaubende Kunststücke vollführen, Seeküstenschwalben, die mit unglaublicher Ausdauer und unfehlbarem Navigationssinn jedes Jahr von einem Pol der Erde zum anderen fliegen – und wieder zurück, Stare, die sich zu riesigen Schwärmen vereinen und wie ein einziger großer Organismus einem unsichtbaren Dirigenten folgen. Und wir lernen die Feder kennen, ein Instrument aus Millionen von Bestandteilen, mit dem jeder Vogel zu einem aerodynamischen Meisterwerk wird.

Der Dichter William Blake schrieb: Wenn du einen Adler siehst, siehst du einen Teil des Geistes. „Geschöpfe des Himmels“ liefert überzeugende Belege für diesen Geist.

Ein fasziniernder Film in bewährter Illustra-Media-Qualität.

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DVD, Illustra Media, Laufzeit 63 Minuten
 
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Der Film darf in Hauskreisen, Jugendkreisen und im Rahmen schulischen Unterrichts aufgeführt werden. Eine öffentliche Aufführung bedarf der Genehmigung durch den Herausgeber.


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Ein neues online-Publikationsangebot

Seit kurzem ist eine erste Lieferung von zehn kurzen Texten unseres geologischen Mitarbeiters Michael Kotulla online. Die Texte stehen unter dem Gesamtthema „Gültigkeit und Grenzen geologischer Zeitbestimmung“. Es handelt sich um eine fortlaufende und wachsende Sammlung einzelner, selektiver Kurzbeiträge über die in der Geologie entwickelten Zeitbestimmungsmethoden. Schwerpunkte sind die Struktur der Methoden, ihre Vernetzungen und Abhängigkeiten untereinander sowie ihr jeweiliger Aussagewert und die Art und Weise der Kommunikation. Die Methoden werden insgesamt und an Einzelbeispielen kritisch betrachtet. Zum weiteren Verständnis werden auch historische und wissenschaftstheoretische Aspekte aufgezeigt.

Die Texte können als PDF-Dateien kostenlos heruntergeladen und dürfen auch weitergegeben werden: www.wort-und-wissen.de/loseblattsammlung.html. Weitere Texte sind in Arbeit. Die nächste Lieferung ist für Januar 2014 geplant.

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Liebe Freunde und Mitglieder,

viele von Ihnen haben in diesem Jahr Wort und Wissen gerne unterstützt durch Gebet, durch aktive Mitarbeit und auch durch Spenden. Dafür danken wir Ihnen herzlich. Wir wissen Ihre Treue sehr zu schätzen, sind wir doch bei den vielfältigen Aufgaben darauf angewiesen.

Über Ihre Spenden erhalten Sie Ende Januar 2013 unaufgefordert eine Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt. Manchmal sind die von der Bank übermittelten Absenderangaben leider unvollständig. Sollten Sie wider Erwarten keine Bestätigung erhalten, wenden Sie sich bitte im Februar an die Geschäftsstelle.

Wie Sie wissen werden, stellen die Banken zu Anfang Februar von Kontonummer und BLZ auf die IBAN um. Die IBAN unserer Spendenkonten und finden Sie im Impressum jeder Info-Ausgabe, bzw. unter www.wort-und-wissen.de/impressum. Daueraufträge werden in der Regel von den Banken auf die IBAN umgestellt, so dass Sie nichts ändern brauchen.

Im Vertrauen darauf, dass unser treuer Herr alles Nötige durch Sie der Studiengemeinschaft zukommen lassen wird, grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Christian Löschcke


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Das Wort und Wissen Info 4/2013 (Nr. 105; Dezember 2013)

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