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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 3/14 - Nr. 108/September 2014




in der August-Ausgabe des „Materialdienstes“ der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) wird behauptet, die Studiengemeinschaft Wort und Wissen „zerstöre“ Naturwissenschaft, „ruiniere“ Wissenschaft und lasse von Naturwissenschaft „nichts übrig“. Begründet wird dies mit Bezug auf einige Textfragmente aus einer Rezension des Buches „Und Augustinus traute dem Verstand“. Unsere ausführlichen Texte zum Themenkomplex „Wissenschaft, Ursprungsforschung und Schöpfung“ bleiben unerwähnt.  Stattdessen werden Zerrbilder gezeichnet, irreführende Vergleiche gezogen und abwegige Unterstellungen gemacht. Es resultiert daraus ein heftiger Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Arbeit unserer Studiengemeinschaft. Erfreulicherweise wurde uns aber von der EZW die Veröffentlichung einer Antwort – wenn auch in begrenztem Umfang – zugesagt.

Angriffe auf die Glaubwürdigkeit von „Wort und Wissen“

Erstaunlicherweise gehen die Autoren der EZW nicht auf die biblische Begründung der Position von Wort und Wissen ein. Ein im Wochenmagazin IdeaSpektrum im März 2014 veröffentlichter Artikel dazu wird zwar erwähnt, aber mit keiner Silbe Bezug auf den Inhalt genommen. Dieser Artikel ist grundlegend für unser Selbstverständnis und für unsere Arbeit. Idea hat uns erlaubt, diesen Artikel  – „Wäre die Evolution wahr“ – weiter zu verbreiten; wir drucken ihn in dieser Info-Ausgabe ab Seite 2 ab.

Die Methode, an die Stelle einer Sachdiskussion Diffamierung und Diskreditierung zu setzen, verfolgte auch Professor Ulrich Kutschera in einer Buchlesung in Chemnitz und in einer Besprechung der 7. Auflage von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ in der Naturwissenschaftlichen Rundschau (NR). Über die Eindrücke von der Buchlesung berichten wir auf Seite 4. Aber auch hier gab es eine überraschende Wendung. Ausgerechnet unter Vermittlung von Herrn Kutschera bot uns die NR eine Entgegnung in erheblicher Länge an, die mittlerweile abgedruckt wurde. Grund zum Danken und alles andere als selbstverständlich.

Ob durch diese Möglichkeiten, Entgegnungen und Klarstellungen „an Ort und Stelle“ zu veröffentlichen, Vertrauen (wieder) gewonnen kann? Schwer zu sagen. Der Versuch ist es allemal wert. Vertrauen und Glaubwürdigkeit entstehen am ehesten durch direkten persönlichen Kontakt. Daher ist Ihre Mithilfe, liebe Leserinnen und Leser des „Wort und Wissen-Info“ sehr wichtig und für die Verbreitung der von uns erarbeiteten Inhalte unverzichtbar. Für Ihre Unterstützung danken herzlich in geschwisterlicher Verbundenheit

Reinhard Junker und Henrik Ullrich


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Gott kann doch durch Evolution geschaffen haben – wo ist das Problem? Der nachfolgende Text von Reinhard Junker und Henrik Ullrich aus dem Wochenmagazin IdeaSpektrum (Ausgabe 10/2014) nimmt diese Frage ernst und versucht die wichtigsten Gründe in kurzer Form zusammenzufassen, warum Christen nicht leichtfertig die Evolutionslehre akzeptieren sollten.

Stellen Sie sich vor, jemand würde behaupten, es sei zum Verständnis der heutigen Situation Deutschlands unerheblich, ob es die DDR, den Mauerbau, den Grenzzaun und 1989 den Mauerfall gab. Vielleicht sei das alles gar nicht passiert. Es spiele auch gar keine Rolle, was geschehen sei; es komme nur auf die heutigen existentiellen Erfahrungen von Freiheit und Unfreiheit an. Vermutlich würden Sie Ihren Gesprächspartner verdutzt anschauen und tief die Stirn runzeln. Denn schon ein kurzes Nachdenken macht klar: Ohne die Vergangenheit verstehen wir die Gegenwart nicht. Wäre die Geschichte anders verlaufen, würden wir heute in mancher Hinsicht anders leben.

„Fressen und Gefressenwerden“ ist eine maßgebliche Triebfeder des evolutionären Prozesses und wäre das auch bei einer Schöpfung durch Evolution. (Zeichnung: Marion Bernhardt)

Was hier allgemein als selbstverständlich betrachtet wird, scheint für viele auf die biblische Ur- und Heilsgeschichte nicht zuzutreffen. Da heißt es, wir wüssten heute schließlich, dass der Mensch in einem evolutionären Prozess über viele Generationen hinweg während vieler Millionen Jahre allmählich aus dem Tierreich entstanden sei. Dabei stehe Gott natürlich als Schöpfer irgendwie hinter diesem Geschehen. Es spiele aber für den christlichen Glauben keine Rolle, ob es sich mit den Anfängen historisch tatsächlich so verhält wie die Bibeltexte diese schildern. Die Erzählungen über die Schöpfung, über den Fall des Menschen, den Brudermord, die Sintflut und die Völkerzerstreuung wollten allgemeine Menschheitserfahrungen zum Ausdruck bringen. Was das Neue Testament über die Menschwerdung Jesu, sein Leiden, sein Sterben und seine Auferstehung sage, sei in seiner Bedeutung völlig unabhängig von der historischen Wahrheit dieser Berichte.

Wie es Jesus sah

Aber können wir anstelle der biblischen Schilderungen von den Anfängen wirklich eine evolutionäre Geschichte setzen, ohne dass dies Folgen für unser Verständnis von der Geschichte Gottes mit den Menschen hätte? Werfen wir einige Blicke ins Neue Testament. Jesus Christus bestätigt in einem Streitgespräch mit den Pharisäern die Erschaffung des Menschen, wie sie in den ersten Kapiteln der Bibel beschrieben wird. Was darin über den Menschen gesagt wird, ist für Jesus bindend: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen von Anfang an als Mann und Frau geschaffen hat?“ (Mt 19,4) Die Schöpfungstexte versteht Jesus als Schilderungen tatsächlicher Geschehnisse am Beginn der Menschheitsgeschichte. Diese werden weder relativiert noch neu gedeutet. In diesem Gespräch kommt auch die Hartherzigkeit des Menschen zur Sprache. Jesus macht hier klar: „Von Anfang an ist es nicht so gewesen“ (Mt 19,8) – eine Anspielung auf den Sündenfall. Die Hartherzigkeit ist kein Schöpfungsmerkmal des Menschen, sondern erst später hinzugekommen. Wir sehen: Die Vergangenheit macht die Gegenwart verständlich: Hier liefert ohne Zweifel der geschichtliche Hintergrund die Erklärung, weshalb der Mensch Sünder ist und einen Retter braucht – Jesus Christus.

Paulus stimmte ihm zu

Ähnlich argumentiert Paulus. Den gebildeten Athenern erklärt er, dass die ganze Menschheit von einem einzigen Menschen abstammt (Apg 17,26). In einer Gesellschaft, die das biblische Schöpfungszeugnis nicht kannte, hebt er gerade diesen Punkt hervor. Im Römerbrief stellt Paulus einen Zusammenhang zwischen dem ersten, von Gott geschaffenen Menschen und Jesus Christus her (Röm 5,12ff.). Der eine brachte Sünde und Tod, der andere Rechtfertigung (Freispruch trotz Sünde) und Leben. Hier stehen zum einen zwei Personen einander gegenüber: Adam, der erste Mensch, und Jesus Christus; und zum anderen das, was sie bewirkt haben und Folgen für alle Menschen hatte: Das Verlorensein auf der einen Seite und die Möglichkeit der Errettung von Sünde und Tod auf der anderen Seite. Damit wird klar: Das Evangelium ist mit dem biblischen Zeugnis über den Anfang unauflöslich verwoben.

Wenn der Mensch vom Affen her stammen würde

Die Veränderliche Krabbenspinne kann sich farblich an die Umgebung anpassen und hat gerade „zugeschlagen“. (Foto: R. Junker)

Der Konflikt mit der evolutionären Geschichtsschau ist vor diesem Hintergrund unvermeidlich: Wenn der Mensch aus dem Tierreich stammte, gäbe es nicht den einen – Adam –, durch den die Sünde in die Welt kam. Außerdem wäre Sünde genauso ein Evolutionsprodukt wie z. B. der aufrechte Gang. Evolution bedeutet ja nicht nur eine allmähliche Veränderung der Gestalt, sondern schließt auch das Verhalten des Menschen ein. Gewaltbereitschaft, Hass und Neid u. a. sind demnach kreative Elemente der menschlichen Evolution. Evolution funktioniert nur auf der Basis einer Überproduktion von Nachkommen, von denen in der Regel nur die Bestangepassten überleben, während die anderen einer erbarmungslosen Auslese zum Opfer fallen.

Dazu kommt: In der Evolution wird der Tod gleichsam als kreativer Faktor angesehen, da nur durch den Tod eine beständige Fortentwicklung allen Lebens möglich ist. Der Tod wäre also nicht Folge der Sünde (Röm 5,12, Röm 6,23), sondern Mittel einer durch Evolution sich vollziehenden Schöpfung. Der Textzusammenhang in Röm 5,12ff. erlaubt es nicht, den Tod auf den Aspekt der Trennung von Gott zu reduzieren (geistlicher Tod); der leibliche Tod als Folge der Sünde ist eingeschlossen, genauso wie in der Sündenfallerzählung (1. Mose 3). Paulus stellt außerdem fest, dass der Tod der „letzte Feind“ ist, der besiegt wird. Dieser Sieg wurde bereits durch Jesu freiwilliges stellvertretendes Leiden und Sterben errungen.

Wäre also Evolution wahr, hätte die Gegenüberstellung von Adam und Jesus Christus und ihren Taten keine Basis und würde sinnlos.

Machen wir uns an dieser Stelle noch einmal klar, dass und wie die Geschichte die Gegenwart erklärt und verständlich macht. Lukas bezeugt in seinem Evangelium: Jesus Christus ist „gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Luk 19,10). Davon leben Christen! Warum aber ist der Mensch verloren und braucht einen Retter? Weil ihn eine durch Gott gelenkte schöpferische Evolution dazu gemacht hat? Nein, weil er als herrliches Geschöpf Gottes durch seine Abkehr von seinem Schöpfer seinen ursprünglichen Stand verloren hat. Nur vor diesem Hintergrund kann verstanden werden, warum Jesus Mensch wurde, für uns litt und am Kreuz starb.

Viele Befürworter einer Schöpfung durch Evolution können – durchaus konsequenterweise – mit der Botschaft von Jesus als Retter nichts mehr anfangen; Es ist auffällig, dass in vielen Publikationen, die eine theistische Evolution befürworten, Sünde und Errettung durch Umkehr und Gnade kein Thema sind.

Gott ist kein Lückenbüßer

Kommen wir noch einmal auf die biblisch bezeugte Schöpfung zurück. Das Verständnis einer sich durch Evolution irgendwie vollziehenden Schöpfung, leidet neben den bereits genannten Punkten daran, dass völlig unklar bleibt, was Gott eigentlich dabei als Schöpfer tut. Ist er nur der erste Beweger, der alles im Urknall so einstellte, dass Evolution bis zum Menschen funktionieren konnte? Oder greift er immer dort ein, wo die Natur überfordert ist, Neues zu entwickeln? Also eine Art Lückenbüßer der Evolution?

Gott einerseits als Schöpfer zu bekennen und gleichzeitig eine rein nach natürlichen Gesetzen sich vollziehende evolutionäre „Schöpfung“ zu akzeptieren, in der sich Gottes Schöpferweisheit zeige, fordert einen intellektuellen Spagat, der nicht gelingen kann. Das hat übrigens zu Recht Richard Dawkins der modernen Theologie vorgeworfen.

In der Frage nach dem rechten biblischen Schöpfungsverständnis ist für einen Christen besonders der Blick auf das Handeln Jesu maßgeblich. Wie hat Jesus Christus gehandelt, als er vor 2000 Jahren auf unserer Erde wirkte? Schauen wir dazu beispielhaft die Geschichte von der Heilung des Aussätzigen an: Im 1. Kapitel des Markusevangeliums wird berichtet: „Da kam ein Aussätziger zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie nieder und bat ihn flehentlich mit den Worten: ‘Wenn du willst, kannst du mich reinigen.’ Jesus hatte Mitleid mit ihm, streckte seine Hand aus, fasste ihn an und sagte zu ihm: ‘Ich will’s: werde rein!’ Da verschwand der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein“ (Mk 1, 40-42). Hier wird deutlich, was Schöpfung durch das Wort bedeutet: Augenblicklich geschieht etwas, was durch einen natürlichen Prozess gar nicht ablaufen könnte: Durch das Wort Jesu wird der Leprakranke „sogleich“ geheilt. Das ist ein Schöpfungsakt, denn eine solche Heilung bedeutet, dass anstelle des kranken oder abgestorbenen Gewebes gesundes Gewebe geschaffen wurde. Ohne Narben und ohne Nebenwirkungen! Jesu Wille und sein schöpferisches Befehlswort – „Ich will’s werde rein!“ – bewirken das sonst Unmögliche.

Nicht anders ist es bei den Totenauferweckungen. Jesus ruft dem toten Lazarus zu: „Lazarus komm heraus!“ (Joh 11,43) Dem toten jungen Mann aus Nain befiehlt er: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ (Luk 7,14) und zum toten Mädchen des Jairus: „Mädchen, steh auf!“ (Luk 8,54) Vom Tod zum Leben rufen, auch das ist Schöpfung! Wie weit ist diese frohe Botschaft von dem oben kurz beschriebenen evolutionären Verständnis der Schöpfung entfernt!

Jesus ist der Schlüssel für die Schöpfung

Mit diesen Taten erweist sich Jesus als derjenige, der mit göttlicher Macht und Autorität handelt. Daran ist er als Gottes Sohn ausgewiesen und erkennbar. Denn im Alten Testament wird Gottes Handeln ebenso beschrieben: „Wenn er spricht, so geschieht es, wenn er gebietet, so steht es da“ (Psalm 33,9) – ganz anders als naturgesetzliche natürliche Prozesse es vermögen, die hinter der Evolution stehen sollen. Das schöpferische Wirken Jesu gleicht auch der Schöpfung am Anfang: „Und Gott sprach: Es werde! Die Erde bringe hervor! Das Wasser wimmle!“ Hier wird deutlich, dass Schöpfung zum einen das Setzen der geregelten Abläufe der Natur bedeutet und auch ein Eingreifen in die selbigen einschließt – wie am Wirken Jesu anschaulich erkennbar. „Schöpfung durch das Wort“ ermöglicht Dinge, die sich auf natürlichem Weg entweder nicht augenblicklich oder gar nicht ereignet hätten. Wir haben in Jesu Handeln deshalb einen Schlüssel zum Verständnis der Erschaffung der ganzen Welt.

Wer Jesus Christus ist, wie er handelt und was Schöpfung bedeutet – all das gehört zusammen. Die Gottheit Jesu wird gerade daran erkannt, dass er in eigener Autorität auf eine Weise wirkt, wie es im Alten Testament ausschließlich von Gott bezeugt wird.

Neben den hier aufgeführten biblisch-theologischen Argumenten, die gegen eine evolutionäre Geschichtsschau sprechen, liefert die Naturwissenschaft selber unzählige Belege dafür, dass die Natur kreativ gestaltet wurde, aber selbst nicht in der Lage ist, sich selbst schöpferisch hervorzubringen.

Abstrakter und in allgemeiner Form wurde diese Erkenntnis schon vor fast 2000 Jahren im Hebräerbrief prägnant zusammengefasst: „Durch Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort ins Dasein gerufen worden ist; es sollte eben das jetzt Sichtbare nicht aus dem sinnlich Wahrnehmbaren entstanden sein“ (Hebr. 11,3; nach Menge).


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Lesung von Prof. Ulrich Kutschera im Rahmen der Chemnitzer  Literaturtage LESELUST im Kulturkaufhaus Tietz.  Ein Bericht von Stephan Odenwald. 

„Lesung“ trifft den Inhalt der Veranstaltung nicht ganz. Anlässlich der Veröffentlichung seines aktuellen Buches „Design-Fehler in der Natur“ hat Prof. Ulrich Kutschera vor ca. 30 Besuchern seine Sicht auf das Spannungsfeld Evolutionslehre und Kreationismus in Vortragsform dargelegt.

Recht unvermittelt malt Herr Kutschera dem Publikum von Beginn an für insgesamt ca. 70 Minuten in den kräftigsten Farben die Gefahr des voranschreitenden Kreationismus in Deutschland vor Augen. Als maßgebliche Triebkraft dieser Strömung wird die Studiengemeinschaft Wort und Wissen identifiziert. Prof. Kutschera machte von Beginn an mehrfach klar, dass es seine persönliche Mission ist, diese gefährlichen Entwicklungen aufzuhalten.

Unter Nennung konkreter Namen kam es zu einigen persönlichen Verunglimpfungen, die in einem wissenschaftlichen Disput eindeutig fehl am Platz sind. Da aber Herr Kutschera die Vertreter von Schöpfungstheorien nach eigener Aussage nicht als wissenschaftliches Gegenüber wahrnimmt, fehlt für ihn die unentbehrliche Grundlage zu einer sachorientierten Auseinandersetzung.

In einem etwa zehnminütigen Zwischenteil geht Kutschera dann doch kurz auf drei Designmerkmale ein, die seiner Meinung nach zeigen, wie unvollkommen einige in der Natur vorkommende Mechanismen seien. Er folgert, dass ein intelligenter Designer, von manchen „Gott“ genannt, andere Lösungen hätte finden müssen oder einfach ein Stümper wäre. Hierbei zeigten sich allerdings gravierende argumentative Schwächen, wenn z.B. Designfehler gleichgesetzt werden mit nicht vorhandener Anpassung auf gravierende Eingriffe des Menschen in einen abgeschlossenen Lebensraum.

Abschließend wurde noch einmal intensiv vor der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, deren vermeintlich irreführender Argumentation sowie der Hauptpublikation „Evolution. Ein kritisches Lehrbuch“ gewarnt, wobei das Titelcover minutenlang auf der Projektionsfläche zu sehen war.

Die etwa 20-minütige Frage- und Diskussionsrunde im Anschluss an den Vortrag machte Verblüffendes deutlich. Zunächst wies ein ehemaliger Lehrer darauf hin, dass der Kreationismus erschreckenderweise auch in Chemnitz auf dem Vormarsch sei. Darüber hinaus herrschte bemerkenswerte Einigkeit unter den Fragestellern, dass dagegen etwas unternommen werden müsse und man sich Hinweise dazu erbete.

Unter den Eindrücken des Abends und einiger Reflexion der Eindrücke kann die angemessene Reaktion eines Nachfolgers Christi auf die Persönlichkeit Ulrich Kutschera, auf Art und Inhalt dieses Vortrages und ähnlich gelagerte Publikationen nur die Aufforderung des Herrn Jesus sein: „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen“ (Matthäus 5,44).


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Filmbesprechung von Michael Kotulla

Die professionelle Filmproduktion der britischen Truth in Science führt in eine aufschlussreiche und bildgewaltige Entdeckungsreise zu den Britischen Inseln. Es werden eindrucksvolle Landschaften und spektakuläre Gesteinsformationen im Lichte neuer Erkenntnisse präsentiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Vergangenheit unserer Erde zu enträtseln ist.

Geologisch betrachtet sind die Britischen Inseln einmalig. Nirgendwo auf der Erde können die fossilführenden Schichtgesteine über alle geologischen Systeme hinweg auf so einer kleinen Fläche verdichtet beobachtet und studiert werden. So ist es nicht von ungefähr, dass die Britischen Inseln zum „Geburtsort der modernen Geologie“ avancierten.

In In Stein gemeißelt werden zu Beginn die unterschiedlichen Vorstellungen und Ideen über die Erdvergangenheit aufgezeigt, und in der Folge werden sie im Kontext aktueller Erkenntnisse über geologische Prozesse betrachtet. Die unterschiedlichen Prozesse, u. a. Erosion, Sedimentation, Fossilisation, die Bildung von Ton- und Kalkschlämmen und die Entstehung von Graniten und Basalten, werden an zahlreichen Beispielen anschaulich erklärt. Hierbei wird der Zuschauer zu berühmten und gänzlich unbekannten Orten wie Siccar Point, Ogmore-by-Sea, Dartmoor, Giant’s Causeway, Mam Tor und Peacehaven (Kreidefelsen) geführt. Es zeigt sich: Viele der behandelten Einzelphänomene zeugen nach heutiger Auffassung von einer schnellen Entstehung, sodass gängige Vorstellungen langer Bildungszeiten sukzessive aufgegeben werden mussten.   

In Summe führt dies zu der Schlussfolgerung, dass im Wesentlichen Katastrophen unsere Erdgeschichte geprägt haben. Nach den im Film Mitwirkenden – A. Snelling, J. Whitmore und P. Garner – braucht es aber noch eine radikale Reform der vorherrschenden, konventionellen Langzeit-Interpretation der Erdvergangenheit; so P. Garner: „Zwar hat die Forschung in den letzten Jahrzehnten katastrophische Prozesse wiederentdeckt, aber nur erst im Verlauf langer Zeitskalen. Sie werden immer noch als seltene Unterbrechungen einer ansonsten ruhigen Vergangenheit betrachtet.“

UNESCO-Welterbe Giant’s Causeway (Damm der Riesen), Nordirland. Teil der nordatlantischen vulkanischen Großprovinz. Rasch ausfließende, hochfluide Lavaströme führten zur Entstehung sog. Flutbasalte. Etwa 40.000 Basaltsäulen können hier gezählt werden. Foto: Petr Brož (http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Chmee2).

Der sehenswerte und zur Weitergabe empfohlene Film besticht durch eine klare Trennung von Daten und Interpretation und eine ganzheitliche Betrachtungsweise.

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DVD, SCM Hänssler
Laufzeit 60 Minuten
 
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Zusätzlich inklusive: Online-Begleitheft mit 150 Literaturangaben. – Dieser Film darf in Hauskreisen, Jugendkreisen und im Rahmen schulischen Unterrichts aufgeführt werden. Eine öffentliche Aufführung ist kostenpflichtig.


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Viermal Klett-Einrichtung bei Früchten: Bei der Haken-Konstruktion der Klett-Früchte handelt es sich gleichsam um einen Kombi-Werkstoff. Die Spitzen sind als statisch nahezu perfekt geformte Haken gestaltet, die nach der Reife vertrocknen oder verholzen und damit aushärten. Der Übergang zum elastischen Stiel ist fließend und die Konstruktion bleibt in dieser Form eine ganze Weile erhalten. Zunächst elastisch und schließlich ausgehärtet sitzen die Haken also an elastischen Stielen. Diese Stiele biegen sich unter Zugspannung etwas zurück, ohne dass der Haken vom Stiel bricht. Solange die Frucht nicht komplett eingetrocknet ist, können die Haken auf den Stielchen beliebig oft „aufgebogen“ werden, um dann wieder in die Ausgangslage zurückzuschnellen.

Die besonderen Materialeigenschaften von Haken und Stiel sind nicht trivial, wie auch der Nachbau beim Klettverschluss zeigt. „Die Natur hat das mehrfach erfunden“, sagt man. Tatsächlich hat es unser Schöpfer einmal erfunden und mehrfach auf unterschiedliche Weise verwirklicht: A Hochblätter des Korbblütler-Körbchens (Klette), B Auswüchse (Odermennig), C Griffel (Nelkenwurz) und D Borstenhaare auf Spaltfrüchten (Waldmeister). Fotos: A-C: R. Junker, D: CC BY-SA 3.0.


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Nach der heute weit verbreiteten naturalistischen Weltsicht ist die Welt von selbst aus einem nichtgeistigen, nichtrationalen Zustand heraus entstanden und damit ohne Gott erklärbar. Diese Sichtweise gilt oft als Ausdruck wissenschaftlichen und aufgeklärten Denkens.

Eine gründliche Analyse zeigt jedoch etwas völlig anderes: In einer Welt, wie sie der Naturalismus zeichnet, wäre der Mensch lediglich das Produkt blinder, physikalischer Prozesse. Die Würde, Freiheit und Wahrheitsfähigkeit des Menschen würden genauso hinfällig wie eine objektive Moral. Ohne Wahrheitsfähigkeit ist aber Wissenschaft eine bloße Illusion. „Wahrheit“ und „Ethik“ werden zudem zwangsläufig zum Gegenstand politischer Deutungshoheit – eine willkommene Grundlage für moderne, totalitäre Systeme.

Außerdem bleiben die wesentlichen Merkmale der Welt im Rahmen des Naturalismus radikal unerklärt. Beispiele sind die hochgradige, mathematische Ordnung des Universums sowie Geist und Bewusstsein. Stattdessen muss der Naturalist von einer praktisch unbegrenzten, magisch anmutenden Schöpferkraft der Materie ausgehen – eine Vorstellung, die auffällige Parallelen zu heidnischen Mythen zeigt und die die entscheidende Voraussetzung für eine rationale Weltsicht ausblendet: Gott.

Das Buch ist phasenweise recht anspruchsvoll, aber ausgesprochen lesenswert und setzt sich mit der zentralen Weltanschauung kritisch auseinander, ohne die viele ungute Entwicklungen in unserer Welt nicht zu verstehen sind. Aus der Analyse entwickelt der Autor dann abschließend gute Argumente für den Theismus. Wer die heutige Zeit verstehen will, wird durch das Studium dieses Buches wertvolle Einsichten gewinnen.

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Markus Widenmeyer: Welt ohne Gott? Eine kritische Analyse des Naturalismus.
SCM Hänssler, 2014
Reihe STUDIUM INTEGRALE
Hardcover, Format 16,5 x 24, 235 Seiten
 
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Auf unserer Homepage erscheinen in unregelmäßigen Abständen neue Artikel. Nachfolgend einige Neuigkeiten:

• Diskussionsbeitrag zum Naturalismus

Eine missglückte Verteidigung des Naturalismus - Anmerkungen von Felix Hess zu einer Erwiderung von Volker Dittmar auf eine Rede von John Lennox

• Special Paper

Übersicht und Links zu den frei herunterladbaren Artikel-PDFs: www.wort-und-wissen.de/artikel.html

Auch auf Genesisnet gibt es regelmäßig Texte zu aktuellen Forschungsergebnissen:

• Immer rätselhafter: Der „Urvogel“ Archaeopteryx

www.genesisnet.info/index.php?News=216

• Linsenaugen der Tintenfische und Wirbeltiere: Molekulare Konvergenzen

www.genesisnet.info/index.php?News=214

• Von Anfang bis heute fast unverändert: Programmierter Zellabbau

www.genesisnet.info/index.php?News=213

und viele andere.

Klicken Sie sich doch einmal durch unter www.genesisnet.info/aktuelles/news_u.php. Eine Fundgrube interessanter Texte! Ein online-Newsletter kann abonniert werden.


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Das Wort und Wissen Info 3/2014 (Nr. 108; September 2014)

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