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WORT und WISSEN

Info 3/17 - Nr. 120/September 2017




in letzter Zeit bin ich wiederholt mit der Frage zur Historizität des Alten Testaments von verschiedenen Seiten konfrontiert worden, sowohl von überzeugten Bibelkritikern als auch von Seiten engagierter Christen. Vertreter beider Position versuchten mir klarzumachen, dass es im Grunde egal sei, ob man die historischen Ereignisse des Alten Testaments glaube oder nicht glaube. Offensichtlich können auch gutgemeinte fromme Überlegungen ziemlich unbiblisch sein. Ein gutes Beispiel dafür ist zweifellos der bekannte Neutestamentler Rudolph Bultmann (1884–1976), der durch seine Jesusforschung erreichen wollte, das Christentum vor dem Untergang des christlichen Abendlands zu retten, indem er versuchte, die Wundergeschichten Jesu, an denen die Leute sich zunehmend störten, zu „entmythologisieren“.

Warum die Historizität der Bibel wichtig ist

Ich glaube nicht, dass uns eine solche Exegese dienlich ist. Nein, im Gegenteil, ich glaube, dass uns die biblischen Autoren sagen wollen, dass die in der Bibel erzählten Ereignisse wirklich stattgefunden haben und dass es wichtig ist, daran zu glauben. Auch sie setzten sich mit Zweiflern auseinander. So entgegnet der Apostel Paulus seinen ungläubigen Zeitgenossen, dass, wenn Jesus nicht leibhaftig auferstanden sei, unser Glaube nichtig wäre (1Kor 15, 17). Zudem betonte er, dass der Auferstandene von vielen Augenzeugen gesehen wurde und dass noch viele als Zeugen am Leben waren (V. 6). Die Bedeutung des historischen Geschehens wird an vielen Stellen in der Bibel klar hervorgehoben. Nicht umsonst wurden die Israeliten immer wieder dazu aufgefordert, weiterzuerzählen, wie Gott das Volk aus Ägypten befreit und ihnen das an Abraham verheißene Land gegeben hatte (Psalm 78, 5ff). Als der Chronikschreiber in nachexilischer Zeit die Geschlechter der Kinder Israels aufschrieb, verfolgte er damit ein klares Ziel, nämlich zu zeigen, wer von wem abstammte und welche Aufgaben ihre Vorfahren im vorexilischen Israel ausübten und welche Gebiete sie nach Gottes Anweisungen bewohnt hatten (z.B. 1Chron 4,23, 43; 6,39ff.). Verfolgt nicht auch Matthäus in Matthäus 1 mit dem Stammbaum Jesu ein ähnliches Ziel? Auch der Evangelist will zeigen, wessen Nachkomme Jesus von Nazareth war, um klar zu machen, dass er der langersehnte Messias ist! Kurz und gut, die historischen Ereignisse der biblischen Heilsgeschichte sind Schlüsselgeschichten, die zeigen sollen, wie Gott in Raum und Zeit gehandelt hat, wie sich sein Plan entfaltet und wie sein Plan in Christus in Erfüllung ging. Diese Ereignisse gelten als Bezugspunkte, ohne die die biblischen Aussagen kraftlos sind, ja sogar in vielen Fällen sinnlos bleiben. Ohne die ursprünglichen historischen Bezugspunkte verliert die biblische Botschaft ihre Bedeutung. Die apologetische Arbeit bei Wort und Wissen will dabei helfen, der Bibel zu vertrauen. Es ist unser Anliegen, dass das Wort Gottes auch heute noch ernstgenommen wird und die frohe Botschaft von Gottes Handeln in der Geschichte Eingang findet. Wir sind dabei dankbar für Ihre Unterstützung.

Ihr Peter an der Veen


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In einem euphorischen Plädoyer für industrielle Nutzung der Biotechnik werden die Möglichkeiten des Menschen weit überschätzt und das Vorbild der Schöpfung weit unterschätzt.  

Kommentar von Harald Binder 

Im Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche (Ausgabe 30 vom 21.7.2017, S. 56–60) wurde unter der provozierenden Titel: „Gott kann jetzt jeder“ ein euphorisches Plädoyer für industrielle Nutzung der Biotechnik veröffentlicht. Der Journalist Andreas Menn schreibt von Start-ups, in denen „Biologie programmierbar“ gemacht wird; da wird Pfirsicharoma oder der Duft von Rosenblüten in Reaktoren mit gentechnisch modifizierten Mikroben hergestellt, oder Sportschuhe aus Spinnenseide. In Start-ups dieser Art wurde 2016 eine Milliarde US$ investiert und laut dem US-Institut „Allied Market Research“ (Portland/US-Bundesstaat Oregon) soll der Markt bis 2020 auf rund 34 Milliarden Euro wachsen. Im Beitrag wird Craig Venter erwähnt, der davon ausgeht, dass sich bald fast jedes Material künstlich für ein paar Cent oder Dollar herstellen lasse. Am Ende seines Beitrags schreibt der Autor: „Vier Milliarden Jahre war die Evolution die treibende Kraft für die Entwicklung des Lebens. Nun ist es der schaffende Mensch.“

Der äußerst optimistische und wenig kritische Artikel verdeckt dabei den Blick auf die hochkomplexen Prozesse in der Natur, die den biotechnischen Anwendungen zugrunde liegen. Diese Naturprozesse aufzuklären, erfordert umfangreichen Forschungsaufwand, und sie sind bisher auch nur teilweise verstanden. Die angeführten Beispiele, wie Mikroorganismen genetisch manipuliert werden, um Pfirsicharoma oder Rosenöl zu erzeugen, verschleiern, dass hier nicht dasselbe komplexe Stoffgemisch produziert wird, wie es in reifen Pfirsichen oder Rosenblüten vorliegt. Was die Mikroben produzieren, sind eine oder wenige der Hauptkomponenten. Deren Nutzung in Lebensmitteln oder Parfums würde den menschlichen Sinnen nur einen verarmten und billigen Ersatz vorgaukeln.

Dass ein berühmter Sportartikelhersteller Prototypen von Sportschuhen aus synthetischer Spinnenseide hergestellt hat und diese bald gewinnbringend verkaufen will, verstellt den Blick dafür, dass das Material nur ein vergleichsweise einfaches Nachahmerprodukt ist, und es würde jeder einfachen Gartenkreuzspinne nur ein müdes Lächeln entlocken; sie macht das viel komplexer, in vielen Variationen und für verschiedene Anwendungen.

Der Beitrag in der WirtschaftsWoche enthält auffällig und verwirrend häufig religiöses Vokabular (Gott kann jetzt jeder, Herr der Gene; Gottvater, Herrgott). Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass wir vergessen haben und leugnen, dass wir unsere Erkenntnisse in einer geschaffenen Welt gewinnen und dort, wo wir den Schöpfer negieren, uns an seine Stelle setzen wollen? In der Bibel wird diese Haltung als Sünde bezeichnet und damit eine Position beschrieben, die sich unabhängig von Gott wähnt und meint, diesem auf Augenhöhe begegnen zu können. Biblisch gesehen führt eine solche Haltung ins Verderben und nicht in eine wünschenswerte, herrliche Welt. Die Entscheidung, „wie Gott sein“ zu wollen, hat sich schon einmal als der Anfang vom Ende des Paradieses erwiesen. Nicht nur jüngste Erfahrungen sollten uns warnen.


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Ein finnischer Professor berichtet über seinen Einsatz für „Schöpfung“ in der akademischen Welt. Das kurzweilig geschriebene Buch vermittelt einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebs.

Buchbesprechung zu Matti Leisola: Evolution – Kritik unerwünscht! Erfahrungen eines Wissenschaftlers.

Wissenschaft ist kein Spielfeld, auf dem jeder antreten darf. Klar, es gibt methodische Standards, die unstrittig sind. An diese „Spielregeln“ muss man sich halten. Aber offensichtlich gibt es noch eine ganz entscheidende Spielregel, die nichts mit Methodenfragen zu tun hat. Diese Regel lautet – oft unausgesprochen: Wissenschaft muss sich in allen Fragen, auch wenn es um Ursprünge geht, im Rahmen des Naturalismus bewegen, und das heißt in der Biologie: im Rahmen der evolutionären Weltanschauung. Das heißt: Wie immer die Antwort im Details aussehen mag, es sind nur physikalisch-chemische Kausalfaktoren (Zufall, Randbedingungen, Naturgesetze) zugelassen, nicht aber geistige Verursachung (Schöpfung). Man sollte ja meinen, Wissenschaft müsse ergebnisoffen sein, und das ist sicher ganz überwiegend auch der Fall. Aber in Ursprungsfragen, wo es um Schöpfung und Evolution geht, ist das anders. Wer das Evolutionsparadigma verlässt, Evolution grundlegend in Frage stellt oder gar – mit guten Gründen! – einen Schöpfer ins Spiel bringt, hat in der Wissenschaftswelt einen schweren Stand, um es vorsichtig auszudrücken.

Der finnische Professor für Bioprozesstechnik Matti Leisola hat sich dadurch nicht beirren lassen. In seiner 40-jährigen Forscherlaufbahn als Naturwissenschaftler und Christ hat er unbeirrt Stellung für den Schöpfer-Gott der Bibel bezogen, wo immer sich Gelegenheit bot: durch eigene Vorträge und Publikationen, durch Interviews bei diversen Medien oder durch die Durchführung von Veranstaltungen gleichgesinnter Freunde. Von seinem Einsatz dafür, dass sachlich begründete Kritik an Evolution und Indizien für einen Schöpfer öffentlich thematisiert werden, wollte er sich nicht abbringen lassen. In 15 spannend zu lesenden Kapiteln berichtet Leisola sehr persönlich von den Erfahrungen, die er dabei gemacht hat: großes Interesse und sachlich-kritische Auseinandersetzung vor allem bei Studenten und auch viel ermutigende Resonanz auf der einen Seite, vielfach aber Ablehnung ohne nennenswerte sachliche Begründung und Vermeidung einer Diskussion auf der Sachebene.

Der Autor: Matti Leisola, Professor für Bioprozesstechnik aus Finnland

Wer die Kontroversen zu Schöpfung und Evolution im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren verfolgt hat, dem wird vieles bekannt vorkommen. Wenn der Mainstream verlassen wird, gelten wohl überall ähnliche „Regeln“; das gilt auch für viele Reaktionen von Kirchenleuten: paradoxerweise wenig Offenheit für einen Schöpfungsansatz, stattdessen ein Arrangement mit dem naturalistisch orientierten Mainstream.

Die Schilderungen von Leisola machen mehr als deutlich: Bei der Auseinandersetzung um Evolution und Schöpfung geht es um weit mehr als um Wissenschaft. Der Leser erhält somit einen interessanten und lehrreichen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebs. Doch neben allem Widerstand zeigt sich: Das Interesse an sachlicher Information über die Schöpfungs-Alternative zur Evolution ist enorm. So gesehen ist Leisolas Buch wirklich ermutigend.

Neben den Berichten über seine vielfältigen Erfahrungen bietet das Buch auch einige Sachinformationen. Die meisten Kapitel enthalten einen Teil mit hilfreichen Argumenten zu den strittigen Themen der Evolutionsforschung, vor allem zu solchen Fragen, mit denen sich der Autor auch in seinem Berufsleben auseinandergesetzt hat. Somit ist das Buch doppelt lesenswert.

Reinhard Junker

Bestellhinweis
 
Matti Leisola: Evolution – Kritik unerwünscht! Erfahrungen eines Wissenschaftlers
SCM Hänssler, 2017, 224 Seiten, 63 Abbildungen, Hardcover 15 x 21
 
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Die Begründungen dafür, dass die sogenannte „Ehe für alle“ mit dem Grundgesetz vereinbar sei, und bibelkritische Bibelauslegung ähneln sich in frappierender Weise. Das Problem ist, dass die Texte nicht beim Wort genommen werden.

Kommentar von Reinhard Junker

Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor 30 oder 40 Jahren einen einfach zu verstehenden Text geschrieben. Nun bekommt heute jemand diesen Text zu Gesicht und sagt: Ja gut, das mag der Schreiber (also Sie) damals so gemeint haben, aber die Zeiten haben sich geändert, die verwendeten Begriffe müssten mit neuen, zeitgemäßen Inhalten gefüllt werden. Ein wörtliches Verständnis sei nicht sachgemäß.

Sie würden sich vermutlich „bedanken“; vielleicht würden Sie sich nach einigen Schrecksekunden fragen, ob Sprache überhaupt noch verstehbar ist, wenn sich ihre Bedeutung in so kurzer Zeit substanziell ändern kann. Und wie weit kann das gehen? Ist die Bedeutung klarer, verständlicher Sprache im Laufe der Zeit so flexibel wie ein Kaugummi? Kann man sich dann überhaupt noch verständigen?

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich immer wieder eine der gängigen Begründungen für die sogenannte „Ehe für alle“ hörte. Und diese Argumentation erinnerte mich stark an die Vorgehensweisen, wie man klare biblische Aussagen umdeutet. Doch der Reihe nach.

Bezüglich der „Ehe für alle“ wird argumentiert, dass Artikel 6, Absatz 1 des Grundgesetzes1 heute anders gelesen werden müsse, nämlich „im Lichte des 21. Jahrhunderts“, während er früher sehr wörtlich verstanden worden sei.2 Es ist die Rede von einem „Verfassungswandel“; beim Ehe­begriff des Grundgesetzes stehe nach heutigem Verständnis der Gedanke im Vordergrund, dass Menschen einander beistünden und Verantwortung füreinander übernähmen.3 Offensichtlich ist also nicht mehr wesentlich, dass ein Mann und eine Frau eine Treuebeziehung eingehen, und es ist nicht mehr wesentlich, dass nur aus einer solchen Beziehung potenziell (!) Nachwuchs hervorgehen kann. Stattdessen soll „dauerhafte Verantwortung“ das Kriterium sein (derzeit noch zwischen zwei Personen). Wenn das keine Umdefinierung und Umdeutung ist! Ein zentraler Begriff des menschlichen Miteinanders erhält eine neue, weitreichend veränderte Bedeutung. Und trotzdem, so behaupten viele, widerspreche das nicht Artikel 6 des Grundgesetzes, obwohl dort in Absatz 1 und 2 nicht nur von der Ehe die Rede ist, sondern unterscheidend davon von Familie und weiter von der Erziehung der Kinder.1 Es ist klar, was das Grundgesetz mit Ehe meint, und dennoch soll sich der Ehebegriff so sehr gewandelt haben, dass man heute etwas signifikant anderes darunter verstehen müsse.

Wenn das wirklich so wäre, hätte jedoch das Grundgesetz an dieser Stelle seine Funktion als Korrektiv verloren. Aber eben nicht nur das: Eine klar verständliche Bedeutung der Sätze des Artikels 6 wäre ebenfalls verloren gegangen. Die Möglichkeit, sich zu verständigen, wäre beeinträchtigt. Es ist noch nicht ganz so wie beim eben genannten Kaugummi, aber es geht mit großen Schritten in diese Richtung.

Was hat das nun mit Bibelhermeneutik zu tun, also mit der Frage, wie wir die Heilige Schrift verstehen können und sollen? Beim Umgang mit der Bibel kann man häufig Ähnliches beobachten. Beispielsweise beim Umgang mit den klaren biblischen Aussagen zur Jungfrauengeburt Jesu. Die Herausgeber der neuen Luther-Übersetzung schreiben jedoch zu diesem Geschehen: „Die Aussage von der jungfräulichen Empfängnis Jesu (Mt 1,23; Luk 1,27) will nicht als biologisches Wunder, sondern als theologische Aussage über seine göttliche Herkunft verstanden werden.“ Was soll diese theologische Aussage aber bedeuten, wenn der Text, so wie er uns gegeben ist, nicht maßgeblich ist? Kann ein theologisch nicht Ausgebildeter die Evangelientexte überhaupt korrekt verstehen? Wer erklärt ihm, welchen Inhalt die „theologische Aussage“ haben soll, und was ist dafür das Kriterium, wenn es der Text selber offenbar nicht ist?

Oder nehmen wir das Thema „Schöpfung“. Die Bibel beschreibt an zahlreichen Stellen unmissverständlich, dass Gottes Schöpfermacht jederzeit in die regelhaften Prozesse der Natur eingreifen kann, nicht nur am Anfang der Schöpfung. Man denke an die Totenauferweckungen Jesu und an manche seiner Wundertaten wie die Heilung eines Aussätzigen (Mk 1,40–42) oder die Verwandlung von Wasser in Wein (Joh 2,1–12). Liest man dagegen Texte von Autoren des heutigen theologischen Mainstreams, bekommt man den Eindruck, dass Gottes Schöpferhandeln irgendwo versteckt hinter den ansonsten innerweltlich voll verstehbaren Prozessen zu verorten sei. Es ist dabei aber völlig unklar, was Gott als Schöpfer tut.4 Oder: Was wäre anders, wenn er nicht als Schöpfer handeln würde?

Eine von vielen „Kostproben“: Nach der ausdrücklichen Ablehnung von „Kreationismus“ und von „Intelligent Design“ schreibt der frühere Ratsvorsitzende der EKD, Wolfgang Huber, in seinem Buch „Der christliche Glaube“ (Gütersloh, 2008, S. 37): „Der Glaube an Gott als den Schöpfer vermittelt die Gewissheit, dass diese Welt die Möglichkeit zum Guten in sich enthält; er erschließt einen Zugang zur Welt, der sich auf diese Güte verlässt und zu ihr beizutragen bereit ist. Dass Gott es mit der Welt im Ganzen ebenso wie mit meinem persönlichen Leben gut meint, ist der Grundsinn des Schöpfungsglaubens.“ Wirklich? Ist das der Grundsinn? Wo bleibt hier Gottes Schöpferkraft, mit der er durch ein bloßes Wort Dinge ins Dasein rufen kann?

Wenn „Schöpfung“ wirklich so unkonkret und im Grunde unwirklich wäre, könnte man wiederum klar verständliche biblische Texte – hier über Gottes Handeln als Schöpfer – überhaupt nicht verstehen, bzw. man würde sie falsch verstehen. Wenn Schöpfung den Inhalt hätte, den Huber und viele andere in ähnlicher Weise beschreiben, dann wäre der Schöpfungsbegriff zum einen weitgehend entleert, zum anderen mit einem völlig anderen Inhalt gefüllt, als die biblischen Autoren ihn verwenden. Nicht nur der Inhalt ginge verloren, auch die Sprache würde unverständlich, obwohl sie doch eigentlich klar ist. Wenn man das Wort nur beim Wort nähme, wie wir das sonst auch ganz selbstverständlich tun.

Quellen
1 Artikel 6 Grundgesetz, Absatz 1 und 2: „(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“
2 www.spiegel.de/politik/deutschland/ehe-fuer-alle-thomas-heilmann-erklaert-seine-position-a-1154998.html
3 www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/ehe-fuer-alle-gastbeitrag-ehe-fuer-alle-15092764.html
4 Vgl. den lesenswerten Beitrag von B. Kaiser, „Die EKD und die Abschaffung der Schöpfung“ unter www.wort-und-wissen.de/disk/d08/3/d08-3.html

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Am 7. Januar 2018 werden wieder viele, zumeist junge Menschen im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) auf der Landesmesse Stuttgart zur JuMiKo erwartet. Sie setzen sich damit auseinander, wie Gott heute in den unterschiedlichen Kulturen zur Sprache gebracht werden kann und wie Menschen ihm heute begegnen können. Wir planen mit dem W+W-Infostand dabei zu sein und wollen den Jugendlichen auch dabei helfen Gott den Schöpfer klarer zu erkennen und zu verstehen. Als Thema ist vorgesehen: „GEBET: GOTT. Machen. Lassen.“

Bitte begleitet die Vorbereitungen und diesen Tag im Gebet, und wenn ihr dabei seid – schön! Schaut doch am W+W Infostand vorbei!


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Ein Statement aus berufenem Munde

James M. Tour (geboren 1959, s. Bild) ist ein bekannter, häufig zitierter und hoch dekorierter Synthesechemiker an der Rice University in Housten, Texas (USA). Er forscht als organischer Chemiker im Bereich Materialwissenschaften und Nanotechnologie. So hat er z.B. sogenannte Nanocars synthetisiert, molekulare 4-rädrige Moleküle, die sich selbständig fortbewegen, oder neuartige poröse Materialien, die in neuartigen Batterien angewendet werden. Zu Beginn dieses Jahrhunderts hat Tour öffentlich seine Zweifel an gängigen Vorstellungen zur Entstehung des Lebens geäußert und daraufhin immer wieder zu diesem Thema gesprochen. In einem seiner Hörsaalvorträge sagte er:

„Wir haben keine Ahnung, wie Moleküle, die lebende Systeme bilden, entstehen konnten, sodass sie durch Zusammenwirken deren biologische Funktionen hätten erfüllen können. Wir haben keine Ahnung, wie ein einfacher Satz von Molekülen Kohlenhydrate, Nukleinsäuren, Lipide und Proteine bilden konnte, wie diese sich in einer geeigneten Abfolge verbunden haben und wie sie sich dann in einem geordneten Aufbau bis hin zur Konstruktion eines komplexen Systems, schließlich bis zur ersten Zelle, umwandelten. Niemand hat irgendeine Idee, wie dies zustande kam, wenn man die bekannten Mechanismen der Chemie zugrunde legt. Diejenigen, die sagen, dass sie es verstanden haben, sind hinsichtlich der chemischen Synthese üblicherweise vollkommen ahnungslos.

Aus dem Blickwinkel der chemischen Synthese können sich weder ich noch einer meiner Kollegen einen präbiotischen, molekularen Weg zum Aufbau eines komplexen Systems vorstellen. Wir können uns nicht einmal einen präbiotischen Weg für die einfachen Bausteine des Lebens vorstellen: Kohlenhydrate, Nukleinsäuren, Lipide und Proteine. Chemiker sind gemeinschaftlich verblüfft. Darum sage ich, dass kein Chemiker die präbiotische Synthese der benötigten Bausteine versteht, ganz zu schweigen vom Zusammenbau in komplexe Systeme.
So ahnungslos sind wir. Ich habe alle meine Kollegen gefragt: Mitglieder der National Academy, Nobelpreisgewinner. Ich sitze mit ihnen in ihren Büros. Niemand versteht es. Wenn dein Professor sagt: ‚Es ist verstanden‘, oder dein Lehrer sagt: ‚Wir verstehen das alles‘, dann wissen sie nicht, worüber sie reden. Es ist überhaupt nichts verstanden.“

Auf seiner Homepage (www.jmtour.com) hat James M. Tour neben akademischen auch persönliche Informationen veröffentlicht, u.a. auch Hinweise auf Videoaufnahmen von Vorträgen.

Dazu eine passende DVD : „Am Anfang“

Bis zum heutigen Tag konnte kein Wissenschaftler zeigen, wie Leben aus toter Materie entstanden ist. Dazu kommt: Wasser kann keineswegs die Entstehung des ers­ten Lebens begünstigt haben, es wäre eher kontraproduktiv gewesen. Auch neue Theorien, wonach das Leben zum Beispiel aus dem Weltall oder aus Paralleluniversen gekommen sein soll, sind in keiner Weise tragfähig. „Am Anfang“ lenkt unseren Blick auf die vernünftigste Erklärung zum Ursprung des Lebens, nämlich auf Intelligenz, Planung und Geist.

DVD, Illustra Media, Laufzeit: 47 Minuten, [Details]

 


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Erst in den letzten Jahren konnte mit neuen Untersuchungsmethoden der Feinbau von Vogelfedern genauer aufgeklärt werden. Die Details sind höchst erstaunlich. 

Nimmt man eine Vogelfeder in die Hand, überrascht immer wieder, wie leicht dieses Gebilde ist. Es heißt nicht umsonst „federleicht“. Gleichzeitig sind Vogelfedern ausgesprochen robust und dennoch biegsam und kombinieren damit sehr unterschiedliche Eigenschaften. Diese Kombination stellt besondere Anforderungen an den Feinbau der Federn. Tatsächlich ist der Feinbau von Schaft und Federästen so kompliziert, dass bis vor kurzem viele Details nicht bekannt waren. Beta-Keratin-Fasern sind nämlich mit einer Matrix zementartig verbunden, was die Aufklärung ihrer Anordnung erschwert, aber zugleich zu ihrer Stabilität beiträgt. Erst in jüngerer Zeit wurden durch Computertomographie und mithilfe federzersetzender Pilze größere Fortschritte im Verständnis des Federfeinbaus erzielt.

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Dabei hat sich gezeigt, dass die Keratin­fasern aus feineren Fäserchen bestehen und selbst in Bündeln angeordnet sind. Diese können verschiedene Schichten bilden, in denen die Fasern unterschiedlich orientiert sein können. Zwei verschiedene Fasersysteme mit unterschiedlicher Orientierung verleihen unterschiedliche mechanische Eigenschaften: „Im größten Teil des Federschafts laufen die Keratinfasern in Längsrichtung, wodurch die Feder verdreht werden kann, ohne zu brechen. In den Seitenwänden des Schafts hingegen liegen die Fasern über Kreuz, was der Feder größere Steifheit verleiht“ (V. Dietrich-Bischoff (2014) Wunderwerk Feder. Die Vogelwarte 52, S. 59). Knötchen in den Keratinfasern, die zu denen benachbarter Fasern versetzt angeordnet sind, schränken das Ausbreiten von Rissen im Federschaft ein.

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Federschaft und -äste sind nicht hohl, sondern sind mit einer schaumähnlichen Struktur ausgefüllt – „ein poröses Netzwerk von Fasern, die mit einem Polymer beschichtet sind, das Gase bindet. So steht die Feder unter schwachem Druck, was dazu beiträgt, dass sie weniger leicht einknickt. Der Schaum wirkt wie ein Energieabsorber und sorgt vermutlich dafür, dass die Feder nach Verbiegen oder Verdrehen wieder in ihre ursprüngliche Position zurückspringt.“ Dietrich-Bischoff (2014) stellt heraus, dass alle Elemente „hervorragend an ihre jeweilige Funktion angepasst“ sind und zusammenwirken, „um der Feder die notwendigen Gesamteigenschaften zu verleihen.“

Lingham-Soliar (2017; Sci. Rep. 7:45162) konnte jüngst zeigen, dass die Verjüngung der Federschäfte nach oben dadurch erfolgt, dass Keratinfasern links und rechts in die Wände der Federäste abbiegen, wodurch die Äste gleichsam tief im Schaft „verwurzelt“ sind. Das ermöglicht Reißfestigkeit und verringert gleichzeitig die Gefahr von Brüchen oder Knicken im Schaft; die Kräfte, die beim Flug auf die Federn wirken, werden so auf die Federn gleichmäßig verteilt. Der Forscher lobt diese Lösung als „biomechanisch genial“ („ingenious“), da auf einen Schlag viele Sollbruchstellen vermieden werden.

Von einer Nachahmung in der Technik ist man weit entfernt. Es ist offensichtlich, dass die Entstehung von Vogelfedern eines enormen geistigen Inputs bedurfte, während Komplexität, vielfache Abstimmungen und Multifunktionalität sicher nicht für eine natürlich-evolutive Entstehung sprechen. Zukunftsblinde Prozesse wie Mutation und Selektion sind nach allem, was wir wissen, völlig überfordert, solche Abstimmungen über mehrere Ebenen der Organisation zu ermöglichen.

Weitere Aspekte und Details zum erstaunlichen Bau von Vogelfedern finden Sie auf „Genesisnet“: www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n248.php


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Schöpfung, Intelligent Design und Evolution bei „Terra X“. Eine launige Verunglimpfung von Kreationismus und Intelligent Design.

Ein 8-Minuten-Beitrag des bekannten TV-Wissenschaftlers Harald Lesch zeigt beispielhaft, wie Einseitigkeit der Darstellung aus Vermischung verschiedener Fragestellungen, aus Unterstellungen, aus Strohmännern und aus selektiver Datenpräsentation resultiert. Ein Kommentar von Reinhard Junker.

www.wort-und-wissen.de/disk/d17/3/d17-3.html 

Spannendes Buch über die grundlegende Krise von Evolutionstheorien

In seinem im Jahr 2016 erschienenen Buch „Evolution: Still a theory in crisis“ formuliert der Biochemiker Michael Denton grundlegende Kritik an (neo-)darwinistischen Evolutionstheorien und untermauert sie mit einer großen Anzahl von verschiedensten Beispielen. Seine Kritik spielt dem Schöpfungsgedanken in die Hände. Buchbesprechung von Reinhard Junker.

www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n249.php 

Kritik an „Vergessene Archäologie“

In dem im September 2011 erschienenen umfangreichen Werk „Vergessene Archäologie. Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier“ von Michael Brandt sind zahlreiche brisante Steinwerkzeuge mit vielen Abbildungen und Zeichnungen dokumentiert, die aufgrund ihres Alters geeignet sind, evolutions­theoretische Vorstellungen zur Entstehung des Menschen zu Fall zu bringen. In einem längeren Beitrag versucht Martin Neukamm, eine wesentliche Grundlage der Argumentation des Buches zu widerlegen: Er möchte zeigen, dass es sich bei den in „Vergessene Archäologie“ beschriebenen Stücken nicht um Werkzeuge handelt bzw. handeln muss. In einem neuen Diskussionsbeitrag legt Michael Brandt dar, warum Neukamms Argumentation falsch ist.

www.wort-und-wissen.de/disk/d17/4/d17-4.html 

Irreführender ARD-Kurzfilm „Wie entstand Leben auf unserer Erde?“ Kommentar von Boris Schmidtgall

Ein 15-Minuten-Dokumentarfilm der ARD vermittelt den Eindruck, die natürliche Entstehung des Phänomens Leben auf der Erde sei eine Selbstverständlichkeit, auch wenn offene Fragen eingeräumt werden. Gewichtige Befunde, die gegen diese Auffassung sprechen, werden verschwiegen. Stattdessen werden Ergebnisse von Experimenten falsch dargestellt und grob irreführende Behauptungen aufgestellt. Dieser Film verbreitet Desinformation und wird dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Senders nicht gerecht.

www.wort-und-wissen.de/disk/d17/5/d17-5.html 

„Naturwissenschaftler reden von Gott“ (Buchbesprechung)

Neun zeitgenössische Naturwissenschaftler schildern, wie sie ihr Fachgebiet und ihre wissenschaftliche Arbeit mit ihrem persönlichen Glauben an Jesus Christus und mit dem in der Bibel sich offenbarenden Gott zusammenbringen. Fast alle äußern sich auch zum Thema Evolution und bis auf einem haben sie keine Probleme mit einer evolutionären Weltsicht. Eine Buchbesprechung von Reinhard Junker.

https://rezensionen.afet.de/?p=215


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Das Wort und Wissen Info 3/2003 (Nr. 64; Oktober 2003)

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