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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 1/19 - Nr. 126/Februar 2019




am 28. November des vergangenen Jahres versuchte der chinesische Wissenschaftler He Jiankui auf einer Tagung in Hong Kong eine Nachricht zu erklären, mit der er Tage zuvor enorme öffentliche Aufmerksamkeit erzielt hatte, und stellte sich den Fragen von Fachkollegen. Laut Pressemeldungen und Videoveröffentlichungen haben er und seine Mitarbeiter mit  genetisch manipulierten Geschlechtszellen durch IVF (In-vitro-Fertilisation, Befruchtung im Reagenzglas) menschliche Embryonen erzeugt. Bei 16 der 22 erzeugten Embryonen konnte das manipulierte Erbgut nachgewiesen werden, und 11 dieser Embryonen waren Leihmüttern eingepflanzt worden. Zwillinge, zwei Mädchen, kamen durch diese Versuchsreihe zur Welt.

Es liegt nach wie vor keine wissenschaftliche Veröffentlichung dieser Arbeit vor und auch sonst haben die Äußerungen von He Jiankui Verwirrung und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Eine Mehrheit – auch der Fachkollegen – kritisiert das Vorgehen und lehnt diese Art von Eingriffen im menschlichen Erbgut (einschließlich dem der Keimbahn) beim derzeitigen Stand der Technik ab. Dieses Ereignis verweist zum wiederholten Mal in jüngster Zeit auf die Diskrepanz zwischen einem grundlegenden Bedürfnis nach verbindlichen Wertvorstellungen und ethischer Orientierung einerseits und der als defizitär wahrgenommenen Kompetenz von uns Menschen, verbindliche ethische Leitlinien zu konzipieren.

Die Menschen bedürfen der ethischen Leitlinien Gottes.

Christen sind herausgefordert, Stellung zu beziehen. Sie sollten jedoch vorsichtig sein, vorschnell vermeintlich klare, biblisch gegründete Wertmaßstäbe und Urteile zu diffizilen und komplexen biotechnologischen Anwendungen zu äußern. In vielen Fällen können wir in der Bibel zu den Fragestellungen zwar keine unmittelbare Antwort finden, dennoch sind Beurteilungen von Sachverhalten solcher Art anhand von biblischen Zusammenhängen möglich und sinnvoll. Daneben sollten sich Nachfolger Jesu gerade angesichts der aktuellen Diskussionen daran erinnern lassen, dass Gott uns in seinem Wort zeigt, dass durch das Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, also aufgrund von Sünde, Gut und Böse alles Tun und Lassen der Menschen grundlegend prägt. Wir erfahren in der Bibel  auch, dass wir Menschen ethische Wertmaßstäbe nicht in uns selbst und auch nicht durch vernünftiges Nachdenken finden können. Die Bibel weist uns auf die von Gott gegebenen Maßstäbe (z.B. im größten Gebot oder den 10 Geboten) hin und fordert uns dazu heraus, ihre Bedeutung für unsere Entscheidungen und unser Verhalten zu suchen.

Gerade deshalb sind wir auch in dem noch jungen neuen Jahr dazu eingeladen, selbst und gemeinsam mit anderen Gottes Wort zu lesen, es zu studieren und dem, der darin redet, gehorsam zu sein.

Ich freue mich darüber, dass wir in diesen Bemühungen gemeinsam unterwegs sein dürfen, und grüße Sie herzlich,
Ihr Harald Binder


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eine Buchbesprechung von Peter van der Veen

Der schwedische Apologet und Journalist Stefan Gustavsson will in diesem Buch Mut machen an der Glaubwürdigkeit der Evangelien festzuhalten. Im spannend verfassten und verständlich geschriebenen Buch geht er dieser Fragestellung wie ein richtiger Detektiv nach, indem er versucht, alle „Steine umzudrehen“. Bereits als Theologiestudent an der Uni Lund und später beim Unterrichten seiner Studenten hat er sich eingehend mit der Thematik befasst (Kap. 1).

Gustavsson eröffnet seine Diskussion in Teil 1 („Jesus und seine Kritiker“) mit der Fragestellung, warum es wichtig ist, die Evangelien als historische Zeugnisse zu verstehen und nicht als „diffuse Ideen und Spekulationen“ der frühen Christenheit (Kap. 2). Denn die Schreiber der Evangelien haben das Leben und Sterben Jesu (von seiner Geburt in Bethlehem an bis zu seiner Kreuzigung in Jerusalem) geschichtlich und geografisch eingebettet und somit überprüfbar gemacht, „als würde der christliche Glaube zur öffentlichen Begutachtung seinen Kopf freiwillig auf den Henkersblock legen“ (Zitat von J. Dickson, auf S. 18).  Nach der Erörterung der zentralen Rolle Jesu Christi für die Weltgeschichte in Kap. 3 beklagt Gustavsson in Kap. 4, dass dennoch während der letzten Jahrzehnte die Kritik an der Historizität Jesu zugenommen habe.

In Teil 2 („Geschichtswissenschaft und die Analyse der Quellen“) beschäftigt er sich mit der Frage, was man überhaupt über Geschichte wissen kann (Kap. 5). Dabei betont er, dass unser Wissen begrenzt ist und dass wir darum die Forschung brauchen. Wichtig ist dabei, eine „konvergierende Beweiskette“ zu kreieren. Diese setzt sich aus Textquellen und archäologischen Funden zusammen. Denn nicht auf das, was wir nicht wissen (viele Kritiker nützen allzu oft die Lücken in unserem Wissen, um Zweifel zu schüren), sondern auf das, was wir wissen, kommt es an. Nur so wird Wissen überprüfbar. Erstaunlich ist jedoch, wie oft Kritiker „mit zweierlei Maß“ messen (Kap. 6.), wenn es um die Zuverlässigkeit der Evangelien geht. Gerade von den Evangelien fordert man eine zeitliche Nähe zu den Ereignissen, während die zeitliche Distanz bei anderen klassischen Autoren akzeptiert wird.

Die Tatsache, dass viele außerbiblische Quellen Jesus nicht erwähnen, ist zudem mehrfach dazu verwendet worden, die Evangelien zu hinterfragen. Dieses vermeintliche Schweigen der Texte, so Gustavsson, beweist jedoch keineswegs, dass es diese Hinweise nie gegeben hat, denn sie könnten ja verloren gegangen sein. So gingen gerade die Bücher des römischen Geschichtsschreibers Tacitus verloren, die sich mit den relevanten Jahren 29 bis 32 n. Chr., in denen Jesu Wirken und seine Kreuzigung stattfanden, befassen (Kap. 8).

Die Frage, warum sie Jesus aber überhaupt hätten erwähnen sollen, ist genauso berechtigt, denn die Geschichtsschreiber gingen bei ihrer Darstellung selektiv vor, indem sie nur das beschrieben, was sie für wichtig hielten. Und wenn sie doch auf Ereignisse und Personen der Evangelien hinwiesen, taten sie das oft nur beiläufig, weil dies eben gut zu dem passte, worüber sie gerade berichteten. Es gibt nach Gustavsson noch weitere Gründe, warum die meisten antiken Quellen schweigen. Die Zeit des Wirkens Jesu war kurz. Auch trat Jesus vorwiegend im politisch wenig relevanten Hinterland Palästinas auf. Zudem verstand er sich gut mit den Römern und vermied politische Konflikte.

Vieles von dem, was vielleicht je darüber in jüdischen Quellen gestanden haben mag, dürfte 70 n. Chr. bei der Zerstörung Jerusalems verloren gegangen sein. Umso erstaunlicher ist es, dass wir dennoch Hinweise auf die Existenz Jesu finden (Kap. 9). So erwähnt der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius, dass im Jahre 62 n. Chr. der Hohepriester Ananus Jakobus den Bruder des Jesus („der Christus genannt wird“) steinigen ließ (Altertümer 20,9,1 §200). Auch der römische Historiker Tacitus erwähnt Jesus (wenn auch nur beiläufig), als er vom großen Brand Roms zur Zeit Neros spricht, da das Gerücht verbreitet worden war, dass die Christen (eben die Jünger des unter Pilatus hingerichteten Christus) das Feuer entfacht hatten (Annalen). Auch wenn es nur wenige solche Hinweise gibt, bestätigen sie dennoch „die Existenz Jesu“ und zerstören keineswegs das Bild, das wir aus den Evangelien kennen. Dagegen sind es gerade die modernen Autoren, wie Dan Brown und James Tabor, die versucht haben, anhand von zweifelhaften, späten Schriften ein abweichendes, fiktives Bild zu kreieren.

Die neutestamentlichen Texte bleiben weiterhin die ältesten uns bekannten Texte über Jesus. Denn Josephus schrieb erst um das Jahr 93/94 und Tacitus um 116 n. Chr. (Kap. 10). Die frühesten Quellen des NTs sind die Briefe von Paulus. Die meisten davon entstanden während der 50er-Jahre des ersten Jhs. Als anfänglicher Gegner der Christen hatte er sich eingehend mit der jungen Gemeinde in Jerusalem befasst und war Zeuge der Hinrichtung des Stephanus. Drei Jahre nach seiner Bekehrung traf er sich mit Petrus und Jakobus. Sein enger Mitarbeiter, der Evangelist Lukas, stellte genaueste Nachforschungen über Jesus an. Paulus selbst nennt in seinen Briefen mehrere Details über Jesu Abstammung, Wirken und Kreuzestod und beruft sich für die Auferstehung zudem auf noch lebende Augenzeugen. Alles, was er sagt, stimmt mit dem überein, was wir ohnehin schon aus den Evangelien über Jesus wissen. In Kapitel 11 nennt Gustavsson Personen und Ereignisse bezüglich der Geburt Jesu (u.a. Augustus, Quirinius, Herodes d. Gr., den Stern von Bethlehem) und seiner Hinrichtung (u.a. Kaiphas, Pilatus, Antipas, die Sonnenfinsternis des Jahres 33 n. Chr.). Während alle diese Personen in antiken Quellen belegt sind, sind auch die astronomischen Ereignisse wissenschaftlich verifizierbar.

Im dritten Teil des Buches („Acht Argumente für die Glaubwürdigkeit der Evangelien“) geht der Autor auf weitere spannende Details ein, wie z.B. die Datierung der Evangelien (Kap. 13), ihre Vorgeschichte (Kap. 14), Augenzeugenberichte (Kap. 15) wie auch das zeitliche und geografische Vorkommen von Eigennamen (Kap. 18).

Im abschließenden 4. Teil des Buches („Einwände und ihre Erwiderung“) scheut sich der Autor nicht, auch brenzlige Themen, wie z. B. Unterschiede zwischen den Evangelien (Kap. 22), anzusprechen, und hebt hervor, dass „Unterschiede“ nicht unbedingt Fehler sein müssen. Auch hier dürfte das Problem vordergründig auf unser begrenztes Wissen über die damalige Zeit zurückzuführen sein.

Dieses Buch ist tatsächlich sehr empfehlenswert. Stefan Gustavsson versteht es hervorragend, komplexe Themen verständlich zu vermitteln. Dabei bleibt er immer sachlich und korrekt.

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Stefan Gustavsson
Kein Grund zur Skepsis! Acht Gründe für die Glaubwürdigkeit der Evangelien.
Institut für Glaube und Wissenschaft, Neufeld Verlag, Cuxhaven, 2018, Pb., 188 Seiten
 
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Das erste Symposium für Kultur und Geschichte der Studiengemeinschaft Wort und Wissen fand wie geplant am 1.12.2018 in den Räumlichkeiten der Freien evangelischen Gemeinde in Karlsruhe statt. Die Tagung war mit etwa 60 Gästen recht gut besucht. Von den geplanten 6 Kurzvorträgen konnten 5 stattfinden.

Frau Dr. Susanne Roßkopf war an der Organisation des ersten Symposiums für Kultur und Geschichte maßgeblich beteiligt. Sie hielt zudem einen interessanten Vortrag über die 68er Bewegung.

Die Themen waren bunt zusammengesetzt. Zwei Vorträge befassten sich mit Theologien, die dem gesunden biblischen Glauben entgegengesetzt sind (Islam, historisch-kritische Exegese), in einem Vortrag wurde eine kirchengeschichtliche Episode der Erweckung vorgestellt (Erweckungsbewegungen nach den Napoleonischen Kriegen). Zudem gab es Vorträge mit ausgeprägtem Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen (68er-Bewegung, Christen in der Minderheit).

Auf sehr breites Interesse stieß der Vortrag von Br. Christoph. Er stellte sehr pointiert dar, dass der Islam in nahezu allen heilsrelevanten Fragen der Lehre des christlichen Glaubens trotz weniger oberflächlicher Ähnlichkeiten genau entgegengesetzt ist. Br. Christoph stellte fest, dass der Islam ein Anti-Evangeliums-Glaube ist, und rundete seinen Vortrag mit dem ergreifenden Zeugnis eines zum christlichen Glauben bekehrten nigerianischen Koranschülers ab. Der Vortrag war frei von jeglicher emotionaler Stimmungsmache und war sehr hilfreich für das Verständnis der Mentalität der Muslime.

Einen ermutigenden Vortrag hielt Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter. Darin fasste er gesellschaftliche Entwicklungen zusammen, die zum heutigen Zustand der Gesellschaft (in Deutschland) geführt haben (Bibelkritik, Neomarxismus), und rief die Zuhörer dazu auf, wachsam zu sein („erkenne die Selbstverständlichkeitsangriffe auf die christliche Lehre“), nicht mit dem Strom zu schwimmen, zu forschen („betreibt Wissenschaft“), die Kultur der jungen Generation zu verstehen und etwas Eigenes entgegenzusetzen. Besonders gefreut hat mich seine Aussage, es müsse Wort und Wissen zehn Mal in Deutschland geben.       

Nach allen Vorträgen gab es angeregte Diskussionen. Die vorgesehene Diskussionszeit reichte praktisch nie aus. Für eine längere, etwas kontrovers geführte Diskussion sorgte der Vortrag von Daniel von Wachter. Auch wenn „Homeschooling“ nicht das Hauptthema des Vortrags war, stellten einige Besucher dazu kritische Fragen. Bildung ist offenbar unter Christen nach wie vor ein Reizthema wie schon zur Zeit der Gründung erster Bekenntnisschulen.

Insgesamt haben sowohl die Gastgeber, Harald und Susanne Roßkopf (FeG Karlsruhe), als auch die Mitarbeiter von Wort und Wissen den ersten Probelauf als gelungen empfunden. Daher ist für kommendes Jahr bereits eine Fachtagung (als Wochenend-Veranstaltung in Neustatdt/Weinstr. vom 29.11. bis zum 1.12. 2019) zu Kultur und Geschichte geplant.

Boris Schmidtgall


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Sind die biblischen Erzählungen theologisch lehrreiche Legenden oder beschreiben sie reale geschichtliche Ereignisse?

Die Auffassung, dass viele der in der Bibel geschilderten Ereignisse nie stattgefunden haben, ist nicht neu. Doch sie findet zunehmend Eingang auch in evangelikale Kreise. So schreibt der Theologe Thorsten Dietz von der Evangelischen Hochschule Tabor in seinem letztes Jahr erschienenen Buch „Weiterglauben“ über den biblischen Sintflutbericht: Die Ansicht, dass der Sintflutbericht historisch verstanden werden wolle, „schiebt dem Bibeltext eine Bedeutungsabsicht zu, die er nach allem, was wir über altorientalische Geschichtsschreibung wissen, nicht gehabt hat. … Wir können den Autoren kein Geschichtsverständnis unterstellen, wie wir es heute kennen. … Althistoriker zeigen, dass es in der Antike erst allmählich zu einer klaren Unterscheidung von geschichtlich, vorgeschichtlich, legendarisch etc. gekommen ist.“

Markus Till, der das Blog „Aufatmen in Gottes Gegenwart“ betreibt (www.aigg.de), hat sich zusammen mit einigen Helfern dankenswerterweise dieses Themas angenommen. Er widmet sich in seinem Text „Streit um das biblische Geschichtsverständnis“ (http://blog.aigg.de/?p=4414) zwei Fragekomplexen:

1. Warum ist die Frage nach der historischen Wahrheit überhaupt wichtig? Reicht es nicht, einfach nur die theologische Aussage ernst zu nehmen? Spielt es überhaupt eine Rolle, ob die Ereignisse sich wirklich ereignet haben?

Hierzu zeigt er auf, dass das Neue Testament die historischen Teile des Alten Testaments, angefangen mit dem Schöpfungsbericht, durchweg historisch versteht, angefangen mit dem Schöpfungsbericht. Und ohne das historische Verständnis geht auch die theologische Aussage verloren. Das zeigen Texte wie die Aufzählung der Glaubensvorbilder in Hebräer 11 überdeutlich.

2. Konnten und wollten die antiken Autoren überhaupt unterscheiden zwischen Geschichte, Legende und Metapher? Hat sich diese Unterscheidung nicht erst in der Moderne durchgesetzt?

Unter maßgeblicher Mithilfe eines Historikers zeigt Markus Till, dass die Behauptung, es habe zur Zeit der Entstehung des Alten und Neuen Testaments allgemein keine klare Unterscheidung von Geschichte und Mythos gegeben, historisch falsch ist. Den antiken Geschichtsschreibern war dieser Unterschied sehr wohl wichtig und das gilt ausdrücklich auch für die Verfasser des Neuen Testaments (z. B. legt der Evangelist Lukas Wert auf die Feststellung, dass er genau recherchiert hat, oder Petrus schreibt in V. 16 seines zweiten Briefs: „Wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, …“).

Wir gewinnen keine „theologischen Aussagen“, wenn wir das in der Bibel bezeugte Handeln Gottes in der Geschichte vergeistigen, sondern wir verlieren sie. Wir werden durch das ermutigt, was und wie Gott bereits in der Geschichte gewirkt hat. Das wird im wertvollen Beitrag von Markus Till sehr deutlich. Und zudem kann man durch die Lektüre aufschlussreiche biblische Zusammenhänge erkennen und sieht manch bekannte Bibelstelle vielleicht in neuem Licht.

Reinhard Junker


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Ein Neues Buch über Indizien für Schöpfung

Wer sich vertieft mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur auseinandersetzt, stellt unweigerlich fest, dass sie auf erstaunliche Art und Weise aufeinander abgestimmt sind. Dieses faszinierende Phänomen wird als Feinabstimmung bezeichnet und  hat schon Wissenschaftler früherer Epochen wie Kepler oder Newton zum Staunen gebracht – sowohl über die Schöpfung als auch über Gott, ihren weisen Baumeister. In unserer Zeit ist die Mehrheit der Wissenschaftler jedoch davon überzeugt, dass das Universum und das Leben auf der Erde allein durch ziellose materielle Prozesse entstanden sind.

Einen anderen Standpunkt vertreten die vier Autoren des neuen Buchs „Das geplante Universum“. Das kompakte und zugänglich geschriebene Buch führt viele gute Argumente für die Auffassung an, dass hinter all dem, was wir im Universum beobachten, der weise Plan eines Schöpfers zu erkennen ist.

Es wird aufgezeigt, dass die verblüffende Verstehbarkeit des Universums mithilfe eleganter und relativ einfacher mathematischer Konzepte keinesfalls selbstverständlich ist. Zudem wird anhand von verschiedenen Aspekten der Architektur der Naturgesetze dargelegt, dass zwanglos auf ein für Leben maßgeschneidertes Universum geschlossen werden kann. Dazu gehören Phänomene wie die äußerst präzise Feinabstimmung der vier Grundkräfte, die für den Zusammenhalt der Materie unverzichtbar sind.

Des Weiteren wird auf die Chemie des Lebens eingegangen, die den Aufbau molekularer Konstruktionen ermöglicht, deren Effizienz und Präzision alles menschliche Schaffen in den Schatten stellen. Abschließend werden Antworten auf kritische Anfragen an die theistische Weltsicht gegeben. Es werden Fragen diskutiert wie: Ist Feinabstimmung eine Illusion? Könnte Leben auch anders sein? Ist es (un)wahrscheinlich, dass Gott diese Welt geschaffen hat?

Das Buch ist sehr lesenswert für alle, die genauer wissen wollen, was „die Welt im Innersten zusammenhält“ und weshalb wir auch heute gute Gründe dafür haben, intellektuell redlich davon auszugehen, dass wir in einem geschaffenen Universum leben und gewollt sind.

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Markus Widenmeyer (Hrsg.)
Das geplante Universum. Wie die Wissenschaft auf Schöpfung hindeutet
SCM Hänssler, 2019, 156 Seiten, 20 Abbildungen, Hardcover 15 x 21
 
[bestellen] [Details] [Inhalt und Einleitung] (PDF)

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Der Naturalismus gilt als nicht hinterfragbare Grundlage für Wissenschaft. Die Schöpfungslehre sei schon lange widerlegt. Paradoxerweise hat die Bekämpfung der Schöpfungslehre und ihrer Vertreter im Verlauf der letzten 30 Jahre deutlich an Schärfe und Ausmaß zugenommen. Was könnte dahiner stecken?

Wissenschaft zu betreiben war den Menschen schon immer ein Anliegen. Getrieben von ihrer Neugier lüfteten viele Denker und Tüftler von frühgeschichtlichen Epochen bis hin zu unserer Zeit viele Geheimnisse der Natur. Maßgeblich für ihren Erfolg waren nicht nur Tugenden wie Fleiß oder  Kreativität, sondern auch geeignete Denkvoraussetzungen. Letzteres resultierte in Konventionen, die maßgeblich die Ausrichtung der wissenschaftlichen Arbeit in verschiedenen Epochen prägten. Dabei waren diese Konventionen nicht immer gut begründet und der Wahrheitssuche dienlich, dafür aber stets von etablierten Eliten argwöhnisch überwacht. Auch wenn Konventionen für die Orientierung und Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Arbeit unerlässlich sind, müssen sie prinzipiell hinterfragbar sein, da Menschen nie vor Irrtum sicher sind.

So sind aktuell viele Wissenschaftler der Ansicht, dass wissenschaftliche Befunde nur auf Grundlage des naturalistischen Leitparadigmas sinnvoll interpretiert werden können. Mit Naturalismus ist die Weltsicht gemeint, dass übernatürliche Eingriffe bei der Entstehung der Welt keine Rolle gespielt haben und zu ihrer Erklärung daher überflüssig sind.  Seit der Zeit Darwins hat sich diese Auffassung, die auch als ontologischer Naturalismus bezeichnet wird, zu einem nicht hinterfragbaren Grundsatz jeglichen wissenschaftlichen Arbeitens entwickelt. Dass an diesem Weltbild auch im Fall einer unpassenden Indizienlage festgehalten wird, zeigt nicht nur eine Reihe von aussagekräftigen Zitaten aus der wissenschaftlichen Fachliteratur, sondern auch der Umgang mit der Schöpfungslehre und ihren Befürwortern.

Es fällt dabei auf, dass Naturalisten alle Mittel recht sind, um die Diskussion um Argumente für Schöpfung bzw. gegen die Evolutionslehre im Keim zu ersticken. In einer Vielzahl an Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachjournalen wird unverhohlen gefordert, jede Form kontroverser Diskussion über Evolution und Schöpfung zu verhindern – und das ungeachtet wiederholter Beteuerungen, die Freiheit der Forschung sei unantastbar. Zudem fehlt es nicht an Artikeln, in denen Kreationisten pauschal wissenschaftliche Inkompetenz, eine destruktive Tätigkeit oder gar Hass unterstellt wird. Dabei bedienen sich die Autoren häufig unangebrachter Mittel wie Spott oder Diffamierung.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Schöpfungslehre und ihrer Befürworter beschränken sich jedoch nicht auf einen unangemessen harten Diskussionsstil. Den Worten folgen oft auch Taten. Universitätsleitungen werden unter Druck gesetzt, Vorträge von Kreationisten im universitären Umfeld nicht zuzulassen. Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften verhindern unabhängig von der Qualität der Arbeit effektiv die Publikationen von Befürwortern der Schöpfungslehre. Dissertationen von Kritikern des Naturalismus werden verhindert und Forscher, die es dennoch wagen, Naturalismus-kritische Publikationen herauszubringen, werden gefeuert. Im Zuge dieser Vorkommnisse spielen Sachargumente üblicherweise keine Rolle.

Woher rühren die zunehmend harsche Kritik an der Schöpfungslehre und die unfaire Behandlung ihrer Vertreter? Wenn die von Naturalisten wiederholt vorgebrachte Behauptung, die Schöpfungslehre sei schon lange widerlegt, stimmt, wären die genannten Maßnahmen kaum nachvollziehbar, weil unnötig. Dennoch hat sich gerade im Verlauf der vergangenen 30 Jahre eine deutliche Zuspitzung der Anti-Schöpfungs-Rhetorik und der erwähnten Maßnahmen gezeigt.

Eine mögliche Erklärung bietet das vermehrte Aufkommen von wissenschaftlichen Befunden, die die Schöpfungslehre stützen und im Rahmen des naturalistischen Paradigmas kaum zu verstehen sind. Dazu zählen neben anderen Befunden insbesondere die wiederholte Entdeckung molekularer Maschinen in der Zelle sowie die Ergebnisse des ENCODE (Encyclopedia of DNA-Elements)-Projekts, die besagen, dass mindestens 80% des menschlichen Erbguts funktional sind (und kein evolutiver „Abfall“, wie oft behauptet worden war). Und die Kernfrage der Evolutionsforschung, wie es zu biologischen Innovationen (neue Organe, Höherentwicklung) kommt, bleibt weiterhin unbeantwortet. Es ist unübersehbar, dass Evolutionstheorien angesichts dieser Befunde zunehmend unter Druck geraten. Eine ganze Reihe von Evolutionsforschern gibt mittlerweile vorsichtig zu, dass eine „Neubewertung“ der lange Zeit unumstößlichen Darwin’schen Theorie nötig ist. Andere dagegen versuchen weiterhin Denkverbote aufrechtzuerhalten.

Es bleibt ungewiss, ob es eine erneute Öffnung der akademischen Debatte um Schöpfung und Evolution geben wird. Die künftige Entwicklung wird maßgeblich von den Einstellungen der Wissenschaftler bestimmt. Jedenfalls wäre eine Rückkehr zu den Tugenden der Gründungsväter der modernen Wissenschaft wie Newton, Pascal oder Kepler wünschenswert, wenn die Wahrheitssuche im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen soll.

Boris Schmidtgall

Der ausführliche Artikel ist abrufbar unter: www.wort-und-wissen.de/disk/d18/2/d18-2.html


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Markus Widenmeyer hat einen lesenswerten Diskussionsbeitrag zur Rolle des naturalistischen Denkens in ethischen Fragen verfasst. Eine kurze Zusammenfassung von Boris Schmidtgall.

Moderne Menschen vertreten oft einen moralischen Relativismus. Sie wollen zwar etwas Gutes tun, obwohl für sie die Begriffe Gut und Böse letztlich Illusionen sind, weil es keine objektiven Kategorien seien. Menschen kämpfen somit für Überzeugungen, die gemäß ihrer eigenen Weltanschauung im Grunde irrational bzw. illusionär sind. Die Ursache dafür ist der Naturalismus, eine Weltsicht, derzufolge es nichts außer dem materiellen Universum gibt. Gott und absolute Maßstäbe für richtig und falsch gibt es daher nicht. Demnach könnte auch z.B. der Massenmord an unschuldigen Menschen nicht objektiv als moralisch falsch bewertet werden.

Wenn aber kein absoluter Maßstab vorhanden ist, bleiben den Menschen nur noch innere Maßstäbe, der Mensch wird zum Maß aller Dinge. Dies führt aber zwingend zu einem System, in welchem stets der Stärkere, Raffiniertere oder Einflussreichere seine Interessen durchsetzt. Es sind dann auch die Mächtigen, die darüber bestimmen, was als gut und als schlecht gilt.

Um zu diesem Ziel zu gelangen, wird der gut klingende Begriff „Fortschritt“ eingesetzt, um eine Veränderung zum Besseren zu suggerieren. Zudem können Andersdenkende als rückständig dargestellt werden. Der Begriff „Fortschritt“ wird zunächst als Worthülse gebraucht, um dann Gut und Böse neu definieren zu können. Entscheidend ist nur, wer die Macht hat, seine Sicht der Dinge als das „Fortschrittliche“ zu etikettieren. Anschließend wird diese Etikettierung durch beständige Wiederholung den Menschen eingeprägt, sodass sie mit der Zeit verinnerlichen, was als richtig und falsch gilt. Diese Strategie wurde erst kürzlich zur Durchsetzung der sogenannten „Ehe für alle“ oder für vorgeburtliche Kindstötungen angewendet.

Wer sich gegen diese Ziele stellt, gilt als „rückschrittlich“, „reaktionär“ und „rechts“, als Feind des Fortschritts und somit des Guten. Und es gilt in der Folge als legitim, solche Feinde zu bekämpfen und gar zu vernichten. Während in der Vergangenheit Karl Marx, Friedrich Engels oder Adolf Hitler davon sprachen, dass die Vernichtung reaktionärer Klassen bzw. Völker ein Fortschritt sei, plädieren jetzt Wissenschaftler wie Peter Singer auf Grundlage der naturalistischen Weltsicht, dass Menschen das Recht haben, über das Leben anderer Menschen, z.B. Säuglinge und Kleinkinder, zu entscheiden. Auch der Gebrauch von Kindern für Experimente ist nach Singer letztlich legitim.

Die naturalistische Weltsicht unterminiert darüber hinaus perspektivisch jede Rechtsprechung, da Begriffe wie „Schuld“ oder „Unschuld“ keine Grundlage haben. Im Naturalismus kann es nur aus der Sicht der Mächtigeren nützliche oder unnütze Dinge, Menschen oder Verhaltensweisen geben. Der Gedanke an eine gerechte Strafe ist ausgehend vom Naturalismus sinnlos.

Dagegen ist im christlichen Glauben die Auffassung einer absoluten Moral verankert. In Jes 5,20 heißt es:

„Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen.“

Diese Denkweise ist grundlegend für die moralische Ordnung, die unsere westlichen Demokratien und Rechtsstaaten begründet hat. Nach dem Römerbrief (Kap. 13) sind Christen verpflichtet, sich der Obrigkeit unterzuordnen, weil der Staat objektiv gute Verhaltensweisen honoriert und objektiv böse ahndet und so auf das Wohl der Bürger fokussiert ist – dies ist das Hauptprinzip eines freiheitlichen Rechtsstaates.

Noch zehren wir von den biblischen Grundlagen, auf denen unsere abendländische Kultur und unser Wohlstand aufbauen. Dafür können wir dankbar sein. Doch nimmt der Kulturkampf gegen das christliche Menschen- und Gesellschaftsbild immer mehr zu. Aber auch angesichts dieser Entwicklung sind wir als Christen aufgerufen, zur Ehre Gottes Gutes zu tun, sei es, dass wir Gottes Wort verkündigen, tätige Nächstenliebe üben oder uns im politisch-gesellschaftlichen Bereich engagieren.

Der vollständige Diskussionsbeitrag ist online hier verfügbar.


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Die Bücher von 2018 sind geschlossen und wir sind sehr dankbar für alle finanziellen Zuwendungen, die Sie als Spender uns haben zukommen lassen. Hatte es im November noch nicht so ausgesehen, dass wir unsere Planziele erreichen könnten, wurden wir im Dezember reich beschenkt.

Wir sind dankbar dafür, dass wir im vergangenen Jahr eine neue Planstelle mit Dr. Boris Schmidtgall besetzen konnten und dass das Vertrauen sich bestätigt hat. Die wissenschaftliche Arbeit konnte u.a. durch die Förderung von Nigel Crompton ausgebaut werden. Auch war es möglich, ein neues Symposium (Kultur und Geschichte) zu starten und die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Schließlich zeigen auch die gut besuchten Tagungen und Konferenzen, dass die Arbeit der Studiengemeinschaft weiter wächst. Ein herzliches Dankeschön an alle Beter und Spender für das Mittragen.

Gerne würden wir die in 2018 begonnenen Film- und Buchprojekte auch in 2019 fortsetzen. Ein wichtiges Anliegen ist die Gestaltung unserer Internetpräsenz. Schließlich würden wir auch weitere Mitarbeiter einstellen, wenn Gott uns diese zeigt und wir Finanzierungsmöglichkeiten sehen.

Die Zuwendungsbescheinigungen für 2018 wurden Ende Januar verschickt. Sollten Sie wider Erwarten diese nicht erhalten haben, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle. Auch Änderungen beim Empfänger der Zuwendungsbestätigung oder von Adressdaten teilen Sie uns bitte rechtzeitig mit.

Dr. Stephan Schmitz (Schatzmeister)


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Das Wort und Wissen Info 1/2019 (Nr. 126; Februar 2019)

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