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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 3/19 - Nr. 128/September 2019




kennen Sie das Gefühl, das Sie ergreift, wenn Sie einen Bibelvers lesen, der genau Ihren aktuellen Gemütszustand beschreibt? Eine solche „elektrisierende“ Erfahrung habe ich in diesem Sommer gemacht, als ich folgenden Vers gelesen habe:

„Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat große Freude daran.“ (Ps 111,2)

Ich habe mir an den zahlreichen Feiertagen im Frühsommer bewusst Zeit genommen, die Flora und Fauna in unserem Gartenteich und auf den benachbarten naturbelassenen Wiesen zu studieren. Die Bestimmung und Beobachtung ungewöhnlicher Insekten, die Entwicklungsstufen der Molche und Frösche, das flügge Werden von Jungvögeln oder die Vielfalt der Blüten auf der Wiese: Was Gott hier geschaffen hat, ist herrlich und prächtig (V. 3). Ich habe zahllose Fotos geschossen, die meisten mit einem Makroobjektiv, um noch mehr Details sehen zu können. Ich habe erneut staunend festgestellt: Die Welt wird größer, je genauer Du hinschaust.

Ungewöhnliche Schnappschüsse, das Studieren der Details, das Bestimmen der Tiere und Pflanzen und das Erforschen ihrer Umwelt hat mir eine große Freude bereitet und mich neu über die Wunder der Schöpfung staunen lassen. Unglaublich, was Gott alles im Detail geschaffen hat, wo seine Spuren zu sehen waren!  Manches Mal habe ich die hauptamtlichen Mitarbeiter von unserer Studiengemeinschaft beneidet, die das täglich und professionell tun können!

In Vers 4 spricht der Psalmist von einem „Gedächtnis gestiftet seinen Wundern“. Gemeint war wohl eine regelmäßige Festveranstaltung. Für mich ist der Sonntag so ein Fest: Neben der Funktion des Ruhetages und der Erinnerung an die Auferstehung Jesu dient der Sonntag dem Lobpreis Gottes durch seine Schöpfung (2. Mo 31,17).

Ein lieber Bruder und langjähriger Begleiter unserer Arbeit hat mir in einem Gespräch wieder neu wichtig gemacht, welch großartiges Werk Gottes Schöpfung ist, und dass sie nicht nur dem Lobe Gottes dient, sondern auch als sichtbares Werk und Teil der Offenbarung stärker in die Verkündigung eingebaut werden sollte.

Ich möchte Ihnen Mut machen, sich wieder mehr Zeit für diese Entdeckungen der Werke des Herrn zu nehmen. Vielleicht finden Sie Anregungen in den Beiträgen dieses Infos, den aktuellen Publikationen und Neuerscheinungen oder beim Besuch einer Tagung. Ansonsten laden Sie einfach einen unserer Mitarbeiter zu einem Vortragsabend ein, die werden Ihnen die Wunder (schon) zeigen!

Es grüßt Sie herzlich
Stephan Schmitz


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Kleiner Flugroboter „RoboBee“ mit vier Flügeln, integriertem Chip und Solarzellen. Mit freundlicher Genehmigung von Noah T. Jafferis.

Um einen Vorgang vollständig nachzuvollziehen, ist es wohl der einfachste und effektivste Weg, den betreffenden Vorgang nachzuahmen. Schon der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman sagte in Bezug auf das Lösen schwieriger physikalischer Probleme mittels mathematischer Methoden: „Was ich nicht erschaffen kann, das verstehe ich nicht.“ Was auf das Lösen physikalischer Probleme zutrifft, gilt ebenso für die komplexeste Erscheinung, der wir täglich begegnen: das Leben selbst. Um also das Werk des Schöpfers besser nachvollziehen zu können, kann der Versuch, es nachzubauen, sehr aufschlussreich sein.

Gegenwärtig werden zahlreiche Bemühungen unternommen, Lebewesen als Roboter nachzubauen – also Maschinen, die neben der Wahrnehmung auch die Fähigkeit zur Fortbewegung auf schwierigem Terrain haben. Allerdings geht es den Forschern dabei üblicherweise nicht darum, das Handeln des Schöpfers besser zu verstehen. Das Ziel ist ein gänzlich pragmatisches: Die Roboter sollen den Menschen schwierige und gefährliche Aufgaben abnehmen. Ob auf einer Baustelle, bei Rettungseinsätzen oder auf der Suche nach einem Leck in einer Gasleitung – Roboter könnten den Menschen in vielen Bereichen nützlich sein, wenn sie tatsächlich zügig und sicher laufen, klettern oder fliegen könnten.

Doch schon diese erste Hürde zu nehmen, die geschickte Fortbewegung zu Land oder in der Luft in der Konstruktion zu realisieren, ist alles andere als leicht. Das wurde auch anhand zweier kürzlich abgeschlossener Arbeiten an kleinen Flugobjekten deutlich. Ein als „RoboBee“ (Roboter-Biene) bezeichneter, kleiner Flugroboter wurde von Wissenschaftlern an der Universität Harvard konstruiert. Mit einer Flügelspannweite von 3,5 cm und einem Gewicht von 256 Milligramm ist die RoboBee etwa vergleichbar einem großen Insekt (Bienen wiegen etwa 82 Milligramm). Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass der Flugroboter der erste in seiner Gewichtsklasse ist, der ohne Kabel fliegen kann. Denn bei Flugobjekten mit weniger als 500 Milligramm Gewicht ist der relative Energiebedarf deutlich größer als bei analogen großen Maschinen.

Dieses Energieproblem konnte durch Solarzellen nur zum Teil gelöst werden, denn zum Abheben benötigt die RoboBee Licht mit dem dreifachen Energiegehalt von gewöhnlichem Tageslicht. Einsätze unter freiem Himmel dürften also noch auf sich warten lassen. Eine weitere Besonderheit dieser beachtlichen Konstruktionsleistung ist die Bewegung der vier Flügel. Sie rotieren nicht wie bei einem Hubschrauber, sondern schlagen wie bei lebenden Insekten auch. Auf diese Weise ist das Flugobjekt deutlich leiser. Es lohnt sich, Aufnahmen der relativ kurzen Flüge (ca. 1 s) der RoboBee anzusehen: www.youtube.com/watch?v=loHzoeFP9Io.

Eine für Flugmaschinen unerreichbare Eleganz in der Luft: Libellen. (Bild: Pixabay)

Ein ähnliches Projekt wurde an der Universität Washington durchgeführt. Dort wurde ein noch etwas kleineres Exemplar (142 Milligramm) mit der Bezeichnung RoboFly und mit zwei anstelle von vier Flügeln konstruiert. Auch hier wurden Solarzellen zwecks Energieumwandlung eingebaut. Doch in diesem Fall musste sogar ein noch energiereicherer Laser auf die Solarzelle gerichtet werden, um einen kurzen Flug zu ermöglichen. Ähnlich wie bei der RoboBee wurde auch hier ein Chip als eine Art „Gehirn“ verbaut, das die Flügel an- und ausschalten kann. Diese ingenieurstechnische Meisterleistung bedurfte der Arbeit einer Expertengruppe von 20 Jahren. Auch die RoboFly kann bei ihren ersten Startversuchen beobachtet werden: www.youtube.com/watch?v=rgh2bByJly0.

Es ist offensichtlich, dass die Herstellung solcher Flugobjekte eine enorme intellektuelle Herausforderung darstellt. Das Baumaterial darf nicht zu schwer sein und muss die elektronischen Bauteile beinhalten. Für den Flügelschlag braucht es Gelenke und eine Art „Muskel“. Und das Problem des hohen Energiebedarfs kleiner Flugobjekte ist nach wie vor nicht gut gelöst. Dennoch würde niemand ernsthaft bezweifeln, dass es diese Konstruktionen, so plump sie auch neben jedem Fluginsekt wirken mögen, einen intelligenten Schöpfer erfordern. Wieviel näher liegt da der Schluss, dass wendige Libellen, in der Luft schwebende Fliegen oder elegant flatternde Schmetterlinge das Werk eines noch viel intelligenteren Schöpfers sind?

Boris Schmidtgall


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Im August dieses Jahres ist unsere populärwissenschaftliche inter­disziplinäre Zeitschrift ein Vierteljahrhundert alt geworden. Beiträge, die Evolutionstheorien kritisch analysieren und Wissenschaft in einer geschaffenen Welt präsentieren, gibt es in alter Frische.

So sah das Cover des SIJ bis 2010 aus

Studium Integrale Journal (SIJ) ist schon lange nicht mehr aus der Arbeit der Studiengemeinschaft Wort und Wissen wegzudenken. Dieses Jahr dürfen wir uns über das 25-jährige Bestehen unserer evolutionskritischen Zeitschrift freuen. Dank guter Entwicklung der Anzahl der Abonnenten, die deutlich besser war, als ursprünglich erhofft, konnten wir die Ausstattung schrittweise verbessern und den Umfang der beiden halbjährlichen Ausgaben etwas erhöhen. Und dabei konnte der Abo-Preis sogar stabil gehalten werden. SIJ kostet heute immer noch genau so viel (oder so wenig) wie beim Start im Jahr 1994 (wenn man von einer minimalen Preisreduktion bei der Einführung des Euro im Jahr 2002 absieht).

Covergestaltung ab dem Jahr 2011

SIJ hat eine große Bedeutung für die Arbeit von Wort und Wissen. Denn eine regelmäßige Publikationsmöglichkeit motiviert auch Mitarbeiter, publikationsreife Beiträge zu erarbeiten. So kann vieles in SIJ festgehalten werden, was anderenfalls oft „untergehen“ würde, und es wird vieles ausgearbeitet, was sonst vielleicht nur eine Idee geblieben wäre. Auf diese Weise kann zugleich unsere wissenschaftliche Arbeit besser fundiert werden. Nicht zuletzt haben auch die Neuauflagen von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ von SIJ profitiert. Seit Beginn der Herausgabe von SIJ sind immerhin vier Neuauflagen unseres evolutionskritischen Standardwerks erschienen, und manche SIJ-Beiträge haben darin in Kurzform einen Niederschlag gefunden. Die Publikationen in SIJ kommen auch den anderen Arbeitszweigen bei Wort und Wissen zugute, insbesondere den populären Schriften und dem Vortragsdienst.

Auf diese Weise können wir unseren wissenschaftlich interessierten Freunden und auch anderen Interessenten regelmäßig Fakten und Argumente aus der aktuellen Forschung mitgeben – und zwar aus unserer biblischen Perspektive einer geschaffenen Welt. SIJ bietet unseren Lesern aktuelle Informationen über Evolutionskritik und Ansätze der Schöpfungslehre in Biologie, Chemie, Geologie, Astronomie, Archäologie und anderen Disziplinen in konzentrierter Form, wie sie anderweitig nur mühsam zusammenzubringen wären. In diesem Sinne dürfte SIJ im deutschsprachigen Raum, wenn nicht darüber hinaus, einzigartig sein.

Durch die Vielfalt der Themen und Fachgebiete ist jede Ausgabe reich an gewinnbringenden Beiträgen für alle, die sich für Ursprungsfragen in den Naturwissenschaften und für Archäologie interessieren. Die einzelnen Beiträge sind unterschiedlich anspruchsvoll; auch hier versuchen wir, in jeder Ausgabe eine gute Mischung zusammenzubekommen. Die umfangreicheren „Hauptbeiträge“ bringen detaillierte Ergebnisse aus den Studien unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, während Kurzbeiträge und Streiflichter vorrangig Evolutions- und Schöpfungs-relevante aktuelle Forschungen aus der Fachwelt zusammenfassen, popularisiert aufbereiten und aus der Sicht der Schöpfung kommentieren. Dazu kommen gelegentlich Kommentare und Buchbesprechungen.

Vielleicht ist das Vierteljahrhundert-Jubiläum für Sie, liebe Leser, ein Anlass, die Zeitschrift einmal genauer kennenzulernen.

Reinhard Junker


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Moderne Bioethik im Licht der biblischen Offenbarung. Kurzfassung eines Diskussionsbeitrags zur neuen Haltung im Umgang mit Menschenleben.

Nicht lange nach Darwins einflussreichen Publikationen wurden die Begriffe Eugenik und Rassenreinigung salonfähig. Angetrieben von der Überzeugung, dass der Mensch durch Variation und Selektion verbessert werden kann, ergriffen Verantwortungsträger in vielen Staaten weitreichende Maßnahmen wie die Gesetze zur Rassenreinigung. Für Millionen Menschen bedeutete dies die Zwangssterilisation oder gar den Tod.

Mit der Genschere CRISPR/cas9 können einzelne Bausteine des Erbguts gezielt ausgetauscht werden.

Auch wenn diese grausamen Praktiken heutzutage generell verurteilt werden, hoffen viele Menschen weiterhin darauf, das Leid durch Selektion und Manipulation des menschlichen Erbguts überwinden zu können.  Es besteht eine große Erwartungshaltung gegenüber den modernen biomedizinischen Methoden wie in-vitro-Fertilisation oder Präimplantationsdiagnostik. Dass die Anwendung dieser Methoden oft das Töten befruchteter Eizellen beinhaltet, ist heutzutage „ethisch akzeptabel“, da befruchtete Eizellen nicht als Personen gelten.

Mit Fragen zum richtigen Umgang mit Leben befassen sich Bioethiker, von denen praktisch alle die biblische Offenbarungsethik ablehnen. Als Grundlage für den gesellschaftlichen Diskurs über bioethische Fragen werden nur der Verstand und das Paradigma der Evolution zugelassen. Eine Letztbegründung für diese „Diskursethik“ existiert gemäß dem einflussreichen Philosophen Jürgen Habermas nicht.

Eine Folge davon ist die fortschreitende Lockerung des Lebensschutzes. Während der Mensch nach dem Wort Gottes von der Zeugung an die komplette Würde empfängt (Ps 139,16; Jer 1,4-5; Gal 1,15), machen zeitgenössische Bioethiker den Wert des Lebens eines Menschen von dessen Fähigkeiten abhängig. Einige Bioethiker bringen klar zum Ausdruck, dass ihrer Ansicht nach das Menschsein an sich für das Recht auf Leben nicht hinreichend ist. So wurde in einer Fachzeitschrift für Philosophie ein Artikel mit dem Titel „Why should the baby live?“ veröffentlicht. Darin fordern die Autoren die Legitimierung der Tötung von Neugeborenen.

Das Abrücken von den biblischen Leitlinien betrifft über den Lebensschutz hinaus auch die Haltung gegenüber Versuchen, Menschen genetisch umzugestalten. Seit einigen Jahren ist in diesem Zusammenhang vermehrt die Rede von der so genannten „Genschere“ (CRISPR/cas9), einer Methode, mit deren Hilfe einzelne Bausteine des menschlichen Erbguts gezielt ausgetauscht werden können. Die Entwicklung dieser Methode wurde zunächst in den Medien euphorisch kommentiert. Eine Journalistin schrieb auf Zeit Online sogar: „Mit CRISPR kann sich der Mensch die Welt von morgen selbst schaffen.“

Die Stimmung in den Medien schlug allerdings um, als der chinesische Wissenschaftler He Jiankui öffentlich bekanntgab, die Genschere tatsächlich auf zwei Embryonen angewendet zu haben, deren Geburt bald bevorstünde. Andere Wissenschaftler verurteilten die Experimente scharf und He Jiankui verlor seine Anstellung.  Dabei richtete sich die Kritik an He nur auf die „voreilige“ Anwendung einer unausgereiften Methode. Die grundsätzliche Zielsetzung, den Menschen durch genetische Manipulation verbessern zu wollen, wurde von niemandem kritisiert.  

Die genetischen „Verbesserungen“ können in zwei Kategorien eingeteilt werden. Zur ersten Kategorie gehören genetische Korrekturen, welche ausschließlich der Heilung erblicher Krankheiten dienen sollen. Hierbei werden krankmachende Gene denjenigen der meisten gesunden Menschen angeglichen.  Zur zweiten Kategorie gehören Veränderungen, die ein „Re-engineering“, also eine Umgestaltung des Menschen, zum Ziel haben. Dabei soll der Mensch hinsichtlich seiner Fähigkeiten optimiert (z. B. Muskelkraft, Gedächtnis) werden oder komplett neue Fähigkeiten erlangen (z. B. das Sehen von Infrarotlicht). He Jiankuis Experimente sind tendenziell in der zweiten Kategorie anzusiedeln.

Während die Anwendung der Genschere im Sinne der ersten Kategorie aus biblischer Sicht bei hinreichender Sicherheit vertretbar erscheint, ist die Anwendung mit dem Ziel des „Re-engineering“ grundsätzlich abzulehnen. Denn damit gestaltet der Mensch die Schöpfung selbst nach seinem Gutdünken um, anstatt sie zu bewahren, und folgt so dem satanischen Denkmuster, an die Stelle des Schöpfers treten zu wollen. Aus Sicht der meisten Wissenschaftler gibt es gegen die Umgestaltung der Menschen jedoch keinerlei Vorbehalte. Entscheidend sind nur die „Sicherheit“ und der „gesellschaftliche Konsens“.

Die Kritik an He Jiankuis Experimenten war demgemäß nicht eine Reaktion auf einen Verstoß gegen objektive Maßstäbe, sondern resultierte aus der Angst der Wissenschaftler vor einem Vertrauensverlust seitens der Gesellschaft. Vertrauensbildende Maßnahmen wie die gründliche Aufarbeitung des Falls legten offen, dass keiner der Kollegen von He versucht hat, ihn von seinem Vorhaben abzubringen.  Und es zweifelt offenbar auch niemand daran, dass bald weitere Wissenschaftler seinem Beispiel folgen werden, wie der Russe Denis Rebrikov, der vor kurzem öffentlich bekanntgab, ähnliche Versuche zu planen.

Diesmal allerdings blieb der mediale Aufschrei aus. Es zeigt sich also, dass die Appelle der Bioethiker angesichts der Verlockungen neuer Technologien keinerlei bindende Kraft haben – selbst wenn das gravierende Gefahrenpotenzial bekannt ist. Darüber hinaus dürfte die Perspektive einer Umgestaltung des Menschen nicht wirklich aussichtsreich sein. Die genetische Information ist hochgradig komplex und verwoben, sodass bei Veränderungen mit vielen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Christen sind jedoch davon überzeugt, dass eine von Anfang an sehr gute Schöpfung nicht durch in Sünde gefallene Menschen umgestaltet werden sollte.

Boris Schmidtgall

Der ausführliche Artikel ist verfügbar unter www.wort-und-wissen.de/disk/d19/2/d19-2.pdf


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Besprechung eines neu erschienenen Films zur Frage nach der Historizität der Bibel

Beschreibt das erste Buch Mose tatsächliche Geschichte oder handelt es sich um Legenden? Diese für Christen nach wie vor wichtige Frage wird in dem kürzlich in deutscher Sprache erschienenen Film „Die Genesis – von Naturwissenschaftlern bestätigt“ behandelt. Zuvor war der Film bereits 2017 mit dem Originaltitel „Is Genesis History?“ erschienen. In dem Film tritt Del Tackett als Moderator auf und führt Interviews mit etwa einem Duzend Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, darunter Hebraistik, Philosophie, Astronomie, Archäologie, Biologie, Geologie und Paläontologie. Für die Gespräche wurden eindrucksvolle Kulissen gewählt: der Grand Canyon, ein historisches Computermuseum, mit alttestamentlichen Schriften oder bei einer Dinosaurier-Ausgrabung.

In den Interviews stellt Tackett zielgerichtete Fragen. Den Hebraisten Steven Boyd fragt er, ob der biblische Text des Genesis-Buches historisch zu verstehen sei und ob die Sintflut ein globales Ereignis war. Er fragt auch nach der Bedeutung einiger wichtiger Begriffe wie „Toledot“, „Tag“ oder „Völkertafel“ und erkundigt sich, wie es sich mit dem Stammbaum Jesu verhält. Boyd antwortet, dass die Autoren davon überzeugt waren, von tatsächlichen Ereignissen zu sprechen.

Den Paläontologen Marcus Ross fragt Tackett, ob Fossilien von einer Makroevolution zeugen und wie die Fossilüberlieferung als Ganzes zu verstehen sei. Und mit dem Biologen diskutiert er unter anderem, wie die heutige Diversität zu erklären ist und was die biblische Wendung „nach seiner Art“ möglicherweise bedeutet.

In dem Film wird aufgezeigt, dass es zwei herrschende Sichtweisen gibt: zum einen das konventionelle Paradigma, demzufolge das Universum ca. 13,8 Milliarden Jahre alt ist und sich alles aus einem einfachen Ausgangszustand durch naturgesetzliche Prozesse zu dem heutigen komplexeren Zustand entwickelt hat. Dabei ist das Wirken eines Schöpfers ausgeschlossen. Zum anderen gibt es das „historische Genesis-Paradigma“, demzufolge ein intelligenter Schöpfer alles ins Dasein gerufen hat. Gemäß dieser Sichtweise sind alle Dinge vollendet erschaffen worden – das Sonnensystem, unser Planet und das Leben selbst. Das erste Weltbild wird als „naturalistisch“ bezeichnet, das zweite als „biblisch“. Die in dem Film dargestellte Konkurrenzsituation der Weltanschauungen ist nicht unrealistisch oder einseitig, sondern wird von Befürwortern beider Sichtweisen wahrgenommen.

Die interviewten Forscher betrachten allesamt die Welt „im Lichte der Genesis“, wobei die Betrachtung der fossilführenden Gesteine besonders großen Raum einnimmt. Die Entstehung der Gesteinsschichten wird dabei im Gegensatz zur konventionellen Sichtweise hauptsächlich der Sintflut zugeschrieben. Darüber hinaus werden noch Themen wie die Messung der Zeit, die Entstehung von Dinosaurier-Knochenlagern, der genetische Code und Design oder der Zweck der Sterne diskutiert.  Als Schlussfolgerung hält Del Tackett fest, dass „die Welt im Lichte der Genesis am sinnvollsten erklärt“ ist. Demnach ist die Genesis „wahre Geschichte“.

Auch wenn der Film aufgrund der Kürze keine ausführliche Darstellung dieses umfangreichen Themas bieten kann und sich vor allem auf das „biblische Paradigma“ fokussiert, sind die präsentierten Informationen hilfreich, um einen Einstieg in das Thema zu finden und Anregungen für eine vertiefte Auseinandersetzung zu erhalten. Der Film „Die Genesis – Von Naturwissenschaftlern bestätigt“ ist empfehlenswert für alle, die sich mit der Frage befassen wollen, ob die Genesis realhistorisch ist. Wer eine aktuelle Zusammenschau zu diesem Thema sucht und sich noch nicht allzu vertieft damit befasst hat, wird von diesem Film sicherlich profitieren. Der Film eignet sich ebenso für christliche Gruppen als Diskussionsgrundlage. 

Michael Kotulla

Eine längere Version dieser Filmbesprechung von Michael Kotulla kann auf unserer Homepage unter www.wort-und-wissen.de/info/rezens/b65.html abgerufen werden.

Zu empfehlen ist auch die überarbeitete Auflage von „Grönländische Eisbohrkerne und ihre Interpretation: Absolute Datierung durch Zählung  von Jahresschichten?“. Sie ist als pdf online verfügbar unter www.wort-und-wissen.de/artikel/sp/g-19-2_eisbohrkern.pdf


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Ein Kinderbuch, 2009 erschienen beim Alibri-Verlag (Aschaffenburg) und ein YouTube-Video von Dr. Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke möchten Kindern Evolution nahebringen.

Dr. Michael Schmidt-Salomon ist Philosoph und Vordenker der Giordano-Bruno-Stiftung, deren Mitglieder sich als Evolutionäre Humanisten bezeichnen. Die Stiftung ist ein Verband von Atheisten mit ausgeprägtem missionarischem Eifer, die sich beispielsweise für den Zugang zu Sterbehilfe einsetzen und in Kindestötungen bis zur Geburt kein Problem sehen.1 Das Weltbild der Stiftung fußt insbesondere auf der Evolutionslehre, die sie verstärkt auch kleinen Kindern beibringen möchten, damit sie nicht auf den Gedanken kommen, Gott hätte die Welt erschaffen. Dazu wurde u.a. das Projekt „Evokids – Evolution in der Grundschule“ in Angriff genommen.2 Michelle Noe hat darüber bereits früher berichtet (W+W-Disk.-Beitr. 1/15).3

Zum Inhalt: Susis Lehrer behandelt den biblischen Schöpfungsbericht im Unterricht. Der Schöpfungsbericht wird dabei in Susis Kinderphantasie als lächerliches Märchen und Gott als seniler Greis dargestellt. Die Bibel ist dabei klar als Bibel erkennbar. Susi, die etwa zwischen acht und zehn Jahre alt zu sein scheint, ergreift dann das Wort und stellt die naturalistische Weltsicht als unumstrittene Tatsache dar. Sie behauptet, Menschen seien immer noch Trockennasenaffen und mit „dem lieben Gott“ habe das alles nichts zu tun. Der Lehrer verteidigt seine Darstellung, indem er Gott als Urheber der Evolution vorschlägt (theistische Evolution). Susi setzt dagegen, dass es das Böse in der Natur gibt, und erläutert es z.B. anhand einer (angenommenen) sexuellen Selektion bei Homo erectus und am grausamen Brutverhalten der Schlupfwespen.4 Ein „lieber Gott“ hätte doch Tomaten auf den Augen, wenn er eine solche Welt als „gut“ bezeichnen würde. Gott wird dabei mit Tomaten auf den Augen – abgewendet von einem Atompilz senil in die Ferne schauend – dargestellt. Sieht man davon ab, dass man Gott nicht völlig verstehen kann und dass man Gottes Handeln nicht hinterfragen soll, so hat Susi in dem Punkt recht, dass eine solche theistische Evolution nicht zum Gott der Bibel passt. Susi und ihr Lehrer lassen dabei aber Folgendes außer Acht: Nach Genesis 1-3 schuf Gott eine sehr gute Welt. Diese Welt ist aber durch die Sünde des Menschen gefallen und leidet dadurch unter Krankheit, Tod und dem Fressen und Gefressenwerden. Der Sündenfall als wesentliches Element der Schöpfungslehre wird in diesem Buch völlig ignoriert.

Ein ergänzender Gedanke: Dr. Schmidt-Salomon glaubt als Humanist ausdrücklich „an den Menschen“.5 Sollte man im Hinblick auf den gezeigten Atompilz, der ja vom Menschen verursacht wurde, nicht viel eher bekennen: „Ich glaube nicht an den Menschen!“ Oder überspitzt: „Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, denn wie sollten diese so etwas zulassen!“?

Susi vergleicht dann den Glauben an Gott mit einem Glauben an einen „Osterhasen für Erwachsene“, denn „Ebenso wenig wie es einen Hasen gibt, der die Eier versteckt, gibt es einen Gott, der denen hilft, die in Not sind. Sonst hätte er doch eine völlig andere Welt erschaffen, […]“ Die Hoffnungslosigkeit und Bitterkeit dieser Aussagen sind typisch für die evolutionären Humanisten, die sich auch an anderer Stelle über die aus dem Naturalismus folgende Sinnlosigkeit und Verlorenheit ihres Daseins beklagen.5 Das sind vermessene Schlussfolgerungen, die auf der falschen Weltsicht der Evolutionslehre bzw. des Naturalismus beruhen.

Mit seinem beißenden Spott über Gott verdeutlicht das Buch, in welchen Auseinandersetzungen Kinder und Lehrer heute stehen und worauf Christen Kinder vorbereiten sollten. Auswirkungen der Verbreitung der Evolutionslehre sind die im Buch vermittelte Gottlosigkeit und Hoffnungslosigkeit u.v.m. Im Gegensatz dazu kann ein Christ im Glauben an Jesus Christus Hoffnung finden. Er ist unsere Hoffnung, unser Schöpfer und Erlöser. In meinem Leben gab es einen Moment, wo ich größte Zweifel an Gott hatte. In diesem Moment habe ich sehr große Hoffnung in dem gefunden, was ich aus dem Buch „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ weiß. Denn wenn wir z.B. im Kapitel über die chemische Evolution zu Beginn des Lebens lesen und deren Unmöglichkeit und Unsinnigkeit begreifen, können wir ein echtes Zeichen Gottes erkennen, dass er diese Welt erschaffen hat.

Stephan Matthies

Anmerkungen und Quellen
1 Manifest des evolutionären Humanismus, Dr. Michael Schmidt-Salomon, 2006, Alibri-Verlag Aschaffenburg.
2 Evokids – Evolution in der Grundschule, Prof. Dr. Dittmar Graf / Dr. Michael Schmidt-Salomon (Hrsg.), 2017.
3 www.wort-und-wissen.de/disk/d15/1/d15-1.html
4 Die Schlupfwespe hat ein sehr grausames Brutverhalten. Sie legt ihre Eier in die Körper von Raupen ab. Die geschlüpften Wespen fressen ihren Wirt dann bei lebendigem Leibe von innen her auf. Auch Darwin und Dawkins benutzten schon dieses Argument.
5 Öffentlicher Vortrag von Dr. Schmidt-Salomon auf youtube „Die Ungerechtigkeit in der Welt – Braucht der Mensch noch Religion?“, Ketzertag Münster 9.-12. 5. 2018.

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Seit kurzem ist Wort und Wissen auch auf Youtube präsent. Auf unserem Kanal können Sie sich verschiedene Videos rund um das Thema Schöpfung & Evolution ansehen. Sie gelangen zu unserem Kanal, wenn Sie auf Youtube „Wort und Wissen“ eingeben.

www.youtube.com/channel/UC-bfnkB8pODcQi9QDHD2Sfg

Vorträge:
 
Prof. Dr. Nigel Crompton: Paradiesvögel – Meisterwerke des Schöpfers
Holger Lahayne: Charles Darwin – ein beklagenswerter Verlust
Dr. Alexander Fink: Bin ich mehr als mein Gehirn? – Hirnforschung und Glaube
 
Kurzvorträge:
 
Dr. Reinhard Junker: Grundtypen und Schöpfung
Dr. Reinhard Junker: Designmerkmale in der Biologie
 
Themenreihe (Kurzbeiträge):
 
Was unterscheidet Menschen von Affen?
Evolution – ein kritisches Lehrbuch
 
Medienauftritte:
 
Debatte zwischen Prof Dr. Barbara Drossel und Dr. Boris Schmidtgall

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Die Frage nach dem Ursprung des Lebens gilt als „Achillesferse“ der Evolutionslehre. Eine der jüngsten Arbeiten auf diesem Gebiet stammt von der Münchner Forschungsgruppe um Oliver Trapp. Die Autoren beschreiben darin die Synthese von DNA-Bausteinen unter „plausiblen Bedingungen“ einer hypothetischen frühen Erde. Diese Arbeit wurde auf scinexx.de euphorisch als Erklärung für den Ursprung der Erbsubstanz DNA kommentiert. Eine Analyse der Originalarbeit von Boris Schmidtgall in dem kürzlich publizierten Artikel „Rettet die DNA die RNA-Welt?“ (auf Genesisnet) zeigt auf, dass die Daten ein deutlich anderes Bild ergeben: www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n268.php


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Das evolutionskritische Magazin

Themen Heft 1 / 2019

  • P. Terborg:Das Erbgut von Mensch und Schimpanse. Wie groß ist die genetische Verwandtschaft wirklich?
  • R. Junker: Vogelfedern und Vogelflug. 6. Testbarkeit von Flugentstehungstheorien und Fazit: Vogelfedern und Vogelflug als Indizien für Schöpfung
  • M. Kotulla: Ausbruch des Laacher-See-Vulkans. Zwei neue Radiokarbon-Alter eines verschütteten Baumes
  • B. Schmidtgall: Mikroorganismen als Energiekünstler. Der Energiehaushalt anaerober Mikroorganismen ist weder primitiv noch ineffizient
  • H.-B. Braun:Rücksichtsvolle Ameisen
  • H. Binder: Überraschung in Bernstein: Schlüpfende Florfliegenlarven
  • P. Terborg: Überraschende genetische Engpässe. Hinweis auf eine globale Dezimierung der Tierwelt?
  • N. Pailer:Das kurze Leben des Saturnrings
  • R. Junker: Neuigkeiten über alte Vögel
  • B. Schmidtgall: Neu entdeckte Rolle von Introns. Molekularer „Abfall“ erweist sich erneut als funktional
  • B. Schmidtgall:Entstehung von Urzellen – Rätsel endlich gelöst?

Streiflichter: Mit oder ohne Streifen - Evolution pder präexistente Vielfalt? • Überraschender Fund in Bernstein: Larve eines Fächerflüglers • Archaeopteryx albers­doerferi – ein weiterentwickelter Urvogel? • Ursuppe richtig gemischt? Große Sicherheit bei unklarer Faktenlage • Spinne: ein Säugetier! • Tandems nur für Spezialisten • Können Pflanzen hören? • Trilobiten bestätigen die „kambrische Explosion“ • Tausendfüßer in Bernstein – erstaunlich ähnlich den heute lebenden

Jahresabo (2 Ausgaben; je 56–64 S.): 15,– € (außerhalb D: 17,–) / SFr 23,– (Studenten/Schüler: 10,– €; außerh. D: 12,– / SFr 15,–); Einzelheft: 8,50 €; älteres Kennenlernexemplar € 4,– €/ SFr 6,– (jeweils inkl. Versandkosten; Bestellung mit beiliegendem Coupon)


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Aktuelle Termine finden Sie im
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Das Wort und Wissen Info 3/2019 (Nr. 128; September 2019)

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