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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 2/98 - Nr. 43 / Juni 1998





Eine ganz grundlegende Frage, deren Antwort erst im Neuen Testament voll offenbart ist, wollen wir aus dem Alten Testament erschließen: Wer ist der Schöpfer?

Philosophen, Biologen, Physiker, Astronomen und andere stellen viele Fragen, aber niemand kann uns verbindlich sagen, woher die Welt und alles Leben kommt. Römer 1,18-21 (Übersetzung: Hoffnung für alle) weist uns darauf hin, daß uns das Betrachten der Werke der Schöpfung erlaubt, durch Schlußfolgerung auf den Schöpfer zu schließen:

"Die Menschen führen ein gottloses Wesen, voller Ungerechtigkeit, und unterdrücken dadurch die Wahrheit. Dabei wissen sie ganz genau, daß es Gott gibt, er selbst hat ihnen dieses Wissen gegeben. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Deshalb kann sich niemand damit entschuldigen, daß er von Gott nichts gewußt hat. Obwohl die Menschen Gott schon immer kannten, wollten sie ihn nicht anerkennen und ihm nicht danken. Statt dessen beschäftigten sie sich mit belanglosen Dingen und konnten schließlich in ihrer Unvernunft Gottes Willen nicht mehr erkennen."

Ob wir die genialen Konstruktionsdetails in der Tierwelt und beim Menschen oder aber die Weiten des Weltalls betrachten, der Schluß ist immer derselbe: Es muß einen genialen, allmächtigen Urheber geben.

Die Antwort, wer dieser Schöpfer ist, können wir nicht den Werken entnehmen. Dazu brauchen wir sein Buch, und das ist die Bibel! Darum steht gleich auf der ersten Seite der Bibel: Am Anfang schuf Gott! Und im Vers 26 des 1. Kapitels der Bibel heißt es: "Dann sagte Gott: Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist."

Wer aber ist dieser Gott, der sich im hebräischen Text nicht im Singular, sondern in der Pluralform "Elohim" vorstellt? Das Alte Testament liefert noch keine vollständige Offenbarung. In Sprüche 8,30 gibt es allerdings einen höchst bemerkenswerten Hinweis: ,Da war ich der Werkmeister bei ihm." Schon tun sich weitere Fragen auf: Wer war dieser Werkmeister? Wer also ist dieser Ausführende der Schöpfung? Und bei wem war er der Werkmeister?

Die tiefste und deutlichste Entfaltung dieses Schöpfungsgeschehnisses finden wir erst im Neuen Testament:

,Im Anfang war das Wort (griech. der Logos), und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist" (Joh 1,1-3).

Diese Aussagen liefern uns weitere grundlegende Informationen:

  • Es war einer, der geschaffen hat.
  • Dieser eine war also der Werkmeister.
  • Dieser Werkmeister war bei Gott.
  • Durch diesen einen ist alles ohne jegliche Ausnahme gemacht (vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos ist alles eingeschlossen).

Aber wer ist es? Welche Person ist damit gemeint? In codierter Form wird er mit ,Wort" bezeichnet. Es bedarf eines Schlüssels, um das ,Wort" zu decodieren. Niemand könnte ihn finden. Weder ist er durch Forschung in irgendeinem Laboratorium der Welt zu ermitteln noch durch Grübeleien von Denkern. Im 10. Vers des 1. Kapitels finden wir diesen Schlüssel: "Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht" (Joh 1,10). Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung der Lösung. Um aus den Milliarden von Menschen den einen herauszufinden, der der Schöpfer war, benötigen wir einen zweiten Code. Im Vers 14 desselben Kapitels finden wir die vollständige Decodierung: "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

Dieser Logos aus Vers 1 ist also eindeutig der Sohn Gottes - Jesus Christus! Gott, der Vater schuf durch seinen Sohn. In Kolosser 1,16-17 wird die Schöpfungstätigkeit Jesu noch weiter gefaßt, indem verdeutlicht wird, daß auch die für uns noch unsichtbare Welt ihm seine Herkunft verdankt: "Denn in ihm (= Jesus Christus) ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Reiche oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm."

Dieses Ergebnis ist für viele kaum faßbar. Doch wollen wir die Identität von Schöpfer und Jesus anhand einiger weiterer Passagen des Alten und Neuen Testaments nachweisen:

Dabei gehen wir von zwei Psalmtexten aus, in denen Gott als der Schöpfer bezeugt wird:

1) Ps 45,7-8: "Gott, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter. Du liebst Gerechtigkeit und hassest gottloses Treiben; darum hat dich der Herr, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen."

2) Ps 102,25-26: "Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk."

Diese beiden Psalmtexte beziehen wir sicherlich auf Gott, den Vater und meinen, dies sei doch deutlich zu erkennen. Vielleicht sind wir überrascht, wenn wir erkennen, daß beide Texte im Neuen Testament (im Hebräerbrief) zitiert werden und dort sämtlich auf Jesus, den Sohn Gottes, angewandt werden:

"Von dem Sohn (spricht er) (Ps 45,7-8): 'Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehaßt die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.' Und (Ps 102,26-27): 'Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk'." (Hebr 1,8-10).

Das Neue Testament legt uns die Psalmtexte aus und offenbart, daß Jesus der Schöpfer ist. Das Kind in der Krippe, der Mann am Kreuz und der Urheber des Universums und allen Lebens sind ein und dieselbe Person. Auch auf diese Aussage trifft der Ausspruch Jesu zu: "Dies Wort fasset nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist" (Mt 19,11).


Herzlich grüßt Sie Ihr
Werner Gitt


Dem Wanderer sind sie bestens vertraut - sie versperren Unbefugten den motorisierten Zugang in den Wald: Schlagbäume. Ein langes und ein kurzes Ende sind über ein Gelenk mit einem Pfosten verbunden. Das kurze Ende ist mit einem Eisen- oder Betongewicht beschwert, damit das lange Ende trotz der ungünstigen Hebelwirkung durch Bewegung des kurzen Endes in die gewünschte Stellung gebracht werden kann.

Abb. 1: Der Wiesen-Salbei blüht ab Mai bis in den Sommer hinein.

Doch der Schlagbaum ist keine Erfindung eines Försters - allenfalls eine "Wiedererfindung"! In miniaturisierter Form ist nämlich jede Blüte verschiedener Salbei-Arten mit dieser zweckmäßigen Vorrichtung ausgestattet, so z. B. der prächtige Wiesensalbei (Abb. 1), der hier und da Böschungen und Magerwiesen schmückt. Auch der wesentliche seltenere gelbblühende Klebrige Salbei besitzt den Schlagbaum.

Was aber hat es mit dem Schlagbaum in der Blüte auf sich? Schauen wir uns eine Salbei-Blüte im Querschnitt einmal an (Abb. 2). Die typische Lippenblüte besteht aus Ober- und Unterlippe. Erkennbar sind zwei lange, gebogene Staubblätter, die direkt unter dem "Helm" der Oberlippe liegen; dahinter befindet sich eingekeilt der Griffel, dessen beiden Narbenspitzen vorne aus der Oberlippe herausschauen.

Die Staubblätter - auf die kommt es jetzt besonders an - sind ganz eigenartig gebaut. Die Filamente (die Stiele, an denen die Staubbeutel sitzen), sind nur ganz kurz und ragen nicht einmal über die Blütenröhre hinaus. Der lange, gebogene Stiel unter dem "Helm" ist ein Teil des sog. Konnektivs, des Verbindungsstücks zwischen den beiden Staubfächern. Dieses Konnektiv ist hier extrem in die Länge gewachsen, und zwar nach zwei Seiten: sehr lang nach oben, mit einem intakten Staubbeutel an der Spitze; und wesentlich kürzer nach unten, wo sich der zweite Staubbeutel befinden müßte. An dessen Stelle sitzt jedoch ein zu einer Platte umgewandeltes Organ. Die beiden Auswüchse (der lange mit dem Staubbeutel und der plattenförmige kurze) sind am Staubblatt mit einem Gelenk verbunden. Da haben wir es ja! Alle Bestandteile des Schlagbaums sind damit beisammen (und zwar zweimal, nebeneinander). Fragt sich nur noch, wozu das Ganze eigentlich gut ist und wer den Schlagbaum betätigt.

Abb. 2: Merkwürdige "Innereien" der Salbei-Blüte.
Abb. 3: Es klappt! Die Biene hat den Schlagbaum heruntergedrückt.
 

Nun, jedes Kind weiß, daß Bienen oder Hummeln und Blumen zusammengehören. Sie landen auf der für sie passend gestalteten Blütenunterlippe, die eine regelrechte "Landebahn" darstellt. Zielsicher steuern die Insekten auf den Blütengrund zu, wo sich Nektar befindet. Doch dabei stoßen sie schnell auf ein Hindernis. Die oben beschriebenen beiden Platten (die übrigens noch verwachsen sind), also die kurzen Enden der Staubblätter, versperren den Weg zum Blütengrund. Doch das ist kein Problem für das Insekt. Die Platte wird nach hinten gedrückt - und was passiert? In dem Moment, wo das Insekt ans Ziel (den Blütenboden) gelangt, schnellen die langen Staubblattenden mit den Staubbeuteln nach unten (Abb. 3). Dabei wird der Pollen aus den Fächern regelrecht auf den Rücken des Insekts herausgeklopft. Beim Verlassen der Blüte schnellen die Platten wieder in die ursprüngliche Stellung zurück - und die Staubfächer wieder in ihre ursprüngliche Position unter der Blütenoberlippe. Die Botaniker haben diesen erstaunlichen Vorgang naheliegenderweise als "Schlagbaummechanismus" bezeichnet. Das Insekt verläßt also mit Pollen eingepudert die Blüte. Kleine Insekten, die auf diese Weise nicht bestäubt werden können, sind zu schwach, um den Hebel zur Seite zu drücken; sie gelangen also nicht zur süßen Nektarquelle. Das Ganze ist auf gegenseitigen Nutzen angelegt.

Abb. 4: Der Griffel ist lasch geworden und hängt wie ein Vorhang vor dem Blüteneingang.

Die "Geschichte" ist damit aber noch nicht zu Ende. Der Pollen muß ja nicht nur abgeholt, sondern auch wieder an der richtigen Stelle abgegeben werden, nämlich auf der Narbe der Blüte einer anderen Pflanze. Wir sahen bereits, daß durch den Schlagbaummechanismus verhindert wird, daß der Pollen den naheliegenden, kürzesten Weg zur Griffelspitze der eigenen Blüte nimmt (was Selbstbestäubung mit ungünstigen Inzuchtfolgen zur Folge hätte). Der Pollen kommt erst an, wenn das Insekt eine Blüte besucht, die schön älter ist. Nach einigen Tagen der Blüte wird der Griffel lasch (das Gewebe verliert Wasser) und hängt aus dem "Helm" heraus (Abb. 4). Jetzt "versperrt" er den Zugang zur Blüte und muß gleich einem Vorhang weggeschoben werden. Das tut das Insekt mit seinem Körper, und dabei wird der mitgebrachte Pollen abgestreift - er ist angekommen.

Alles paßt zusammen: Der ausgetüftelte Blütenbau und der Körperbau des Insekts; mehr noch: die zeitliche Abfolge stimmt auch: Es ist genau programmiert, wann welche Vorgänge ablaufen, z. B. wann der Griffel lasch wird. Wir sehen: die Sache ist durchdacht.


Abb. 5: Am besten selbst einmal ausprobieren und Insekt spielen! Mit einem Grashalm kann man den Schlagbaum der Salbei-Blüte auch betätigen.

Nicht alle Salbeiarten besitzen diesen ungewöhnlichen Schlagbaummechanismus. Bei der Gartensalbei fehlt er; die Staubblätter sind einfacher gebaut. Die Pflanze existiert und gedeiht trotzdem. Warum also umständlich, wenn's auch einfach geht? - Vgl. den Beitrag in Info 2/96 - dort finden Sie die Antwort.

Man muß übrigens nicht Biene oder Hummel sein, um den Schlagbaum in der Blüte betätigen zu können. Ein Grashalm genügt, um mit ihm in der Blüte zu stochern (Abb. 5). Der Blütenboden ist durch die Platte so effektiv versperrt, daß das Hineinstochern fast immer zum Erfolg führt: zur Betätigung des Mechanismus. Den Staubbeutel kann man auf diese Weise beliebig oft herunter- und wieder hinaufschnellen lassen. Der Mechanismus wird dabei nicht zerstört, die Blüte nicht unnötig geschädigt. Das einmal auszuprobieren, macht übrigens nicht nur Kindern Spaß!


Reinhard Junker


Abb. 2,3 und 5: R. Wiskin; Abb. 1 und 4: vom Autor



Immer wieder wird an uns die Frage gestellt, ob es denn stimme, daß die Menschenaffen Gorilla und Schimpanse fast alle Gene (Erbfaktoren) mit dem Menschen gemeinsam haben.

Zunächst: Es stimmt für die Strukturgene. Aber was besagt das? Solche Hinweise auf die Gemeinsamkeit von Affen und Menschen dienen häufig dem Zweck, eine Abstammungsverwandtschaft von Tier und Mensch zu belegen: Mensch und Tier hätten gemeinsame affenartige Vorfahren; das zeige sich insbesondere an ihrer genetischen Ähnlichkeit.

Doch begründen genetische Gemeinsamkeiten eine Abstammungverwandtschaft? Man kann hier nur so herum argumentieren: Wenn gemeinsame Vorfahren von Menschen und Affen gemäß der Evolutionslehre vorausgesetzt werden, dann sind auch genetische Gemeinsamkeiten zu erwarten, die beide von ihrem letzten gemeinsamen Vorfahren geerbt haben.

Allerdings hört diese Argumentation auf halber Strecke auf, denn Gemeinsamkeiten unter den Lebewesen sind genauso zu erwarten, wenn sie erschaffen wurden. Denn die Lebewesen leben häufig in ähnlichen Umwelten, ernähren sich ähnlich usw. Folglich sind auch Gemeinsamkeiten zu erwarten. Ähnlichkeiten zwischen Affen und Menschen, einschließlich der 99% gemeinsamen Strukturgene können auch durch Schöpfung erklärt werden. Der Befund an sich entscheidet nicht zwischen diesen beiden Sichtweisen.

Daß Menschen und Affen einander in besonderem Maße ähneln, weiß man nicht erst aufgrund der Erkenntnisse der modernen Genetik. Vergleichbar weitreichende Ähnlichkeiten zeigen sich im Körperbau und im Verhalten (z. B. in der Mimik). Auch vor dem Aufkommen von Darwins Evolutionstheorie waren sie verstehbar gewesen als Ausdruck abgewandelter Baupläne des Schöpfers. Dies gilt heute genauso für die Ähnlichkeiten der Gene.

Im übrigen: kann es eigentlich überraschen, daß diese genetische Ähnlichkeit vorliegt? Aufgrund der Ähnlichkeiten im Körperbau sind genetische Gemeinsamkeiten unbedingt zu erwarten, alles andere wäre eine Überraschung. Wenn die "Baustoffe" (Skelett, Organe und Gewebe usw.) sehr ähnlich sind, dann muß das auch für deren genetische Grundlagen gelten.

Hinweis: Mit unserer Leih-Diaserie "Fast ein Mord" (D13) kann die Deutung von Ähnlichkeit sehr gut illustriert werden. Die Serie eignet sich für jedes Alter ab ca. 10 Jahren.
Bestelladresse

Und schließlich: Selbst wenn Menschen und Affen genetisch identisch wären, hieße das nicht, daß sie wesensmäßig gleich sind. Machen wir uns das an einem Vergleich klar: Es ist durchaus möglich, aus demselben Baumaterial eine Kirche oder ein Gefängnis zu bauen. Dennoch wird niemand auf den Gedanken kommen, beide Gebäude als gleichartig zu betrachten, nur weil das Baumaterial identisch ist. So auch bietet die Gleichheit oder Ähnlichkeit der Gene von Affen und Menschen kein hinreichendes Argument dafür, beide als wesensgleich aufgrund gemeinsamer Abstammung zu verstehen. Denn die Strukturgene sind nur die Anweisungen für das Baumaterial, nicht jedoch der Bauplan.




Alljährlich besteht für Mitglieder und Freunde der SG Wort und Wissen die Möglichkeit, Mitarbeiter und Verantwortliche von W+W und viele alte oder neue Weggenossen auf der Hauptkonferenz zu treffen. Dieses Jahr waren wir wieder im Christlichen Erholungsheim in Rehe/Oberwesterwald zu Gast, wo die 180 Gäste freundlich aufgenommen wurden und eine rundum wohltuende Atmosphäre vorfanden. Vier Hauptvorträge und vier Seminare boten viel Stoff zum Nachdenken, Verarbeiten, Diskutieren und zum Weitergeben an Freunde und Bekannte in Gesprächen. Alles soll dazu dienen, dem Zeugnis von Jesus Christus und seinem rettenden Angebot Gehör zu verschaffen.

Prof. Dr. Werner Gitt

Den Auftakt machte Prof. Dr. Werner Gitt mit dem Vortrag "Was uns die Schöpfung lehrt". Im Anschluß an Röm 1,19, wo gesagt wird, daß Gott seine ewige Macht und göttliche Größe in den Werken seiner Schöpfung kundgetan hat, stellte er die Frage in den Raum, ob die Schöpfung einen Gottesbeweis darstelle. Tatsächlich zeigt die Schöpfung geniale Konstruktionen, die auf einen genialen Urheber schließen lassen. "Gott hat der Schöpfung seinen Stempel aufgedrückt." Die Schöpfung lehre aber auch die Vergänglichkeit. Weiter zeige sie unsere Denkgrenzen auf, damit wir uns nicht überheben. Die kürzlich in einem Wissenschaftsmagazin zusammengestellten "Top Ten" der ungelösten Probleme der Naturwissenschaft betreffen fast nur Fragen der Schöpfung. Ein weiteres Lehrstück der Schöpfung sei, daß der Schöpfer Schönheit liebt. Von der Pfauenfeder bis zur Schneeflocke könne man dies erkennen. Schließlich lehre uns die Schöpfung auch die Auferstehung, wie die Bildrede Jesu über das sterbende Weizenkorn zeige (Joh 12,24). Die eingangs gestellte Frage beantwortete Gitt damit, daß die Schöpfung einen Indizienbeweis darstelle. Diese Erkenntnis solle dazu führen, daß der Schöpfer anerkannt wird.

Der Althistoriker Dr. Jürgen Spieß befaßte sich mit dem Thema "Kritik an Darwin durch die moderne Philosophie". Er zeigte anhand längerer Zitate, daß wichtige Kritikpunkte heutiger Philosophen bereits 1945 von C. S. Lewis vorweggenommen wurden. Dazu gehört im einzelnen:

Dr. Jürgen Spieß

1. Die Idee der Evolution steht vor der Erfahrung (d. h. der wissenschaftlichen Erkenntnis) und wird nicht von letzterer abgeleitet.

2. Die Evolutionstheorie beschreibt etwas, das unserer Beobachtung widerspricht.

3. Wenn alles Produkt der Evolution ist, gilt dies auch für die Vernunft und speziell gerade für die Auffassung, alles sei evolutionsbedingt; warum sollte dies dann wahr sein, wo Evolution nach dem Überleben, nicht aber nach der Wahrheit ausgerichtet ist?

4. Die Idee eines "Von unten nach oben" komme der Natur des Menschen entgegen, sich als etwas Höheres anzusehen als das Vorherige.

Beispielsweise wird später von Robert Spaemann, einem der führenden deutschen Philosophen, herausgestellt, daß die entscheidenden Übergänge (Vom Nicht-Leben zum Leben sowie der Erwerb des Bewußtseins und der Sittlichkeit) nicht befriedigend von der Evolutionstheorie erklärt würden (vgl. den oben genannten 2. Punkt). Stattdessen werde häufig dadurch "erklärt", daß das zu erklärende Phänomen auf dem Wege des Definierens wegerklärt wird. Dadurch werden die schwerwiegenden Schwachpunkte der Evolutionslehre verdeckt.

Richard Wiskin

Lebendige und plastische Einblicke in die Zeit Abrahams und Sarahs bot Bildungsreferent Richard Wiskin. Unter der Überschrift: "Aufbruch! Abraham und Sarah und die Entstehung des jüdischen Volkes" vermittelte er in seinem Diavortrag eine anschauliche Vorstellung vom Leben Mesopotamiens in der Zeit vor 4.000 Jahren. Schriftliche Quellen und archäologische Funde geben Zeugnis vom Wirtschaftsleben, von der Schreibkunst, von der Schule, vom Hausbau, von der Schmuckindustrie, von der Art der Kriegsführung (der Kampf Abrahams gegen die Stadkönige Sodoms und Gomorrahs wird dadurch besser verständlich) usw. Wir erfahren darüber hinaus vieles vom religiösen Leben und was es bedeutete, daß Abraham und Sarah unter Götzendienern wohnten und daß ihre eigenen Vorfahren Götzen verehrten. Mitten im Götzendienst hat Abraham Gottes Offenbarung empfangen. Für ihn und Sarah war es keine Kleinigkeit, Ur zu verlassen, dazu noch ohne zu wissen, wohin. Es war ein großer Einschnitt für sie, als sie gingen. "Hut ab vor Sarah", meinte Wiskin, "weil sie mitging". Die Linie Abrahams führte schließlich zum Erlöser, zu Jesus Christus. "Zwei gingen im Gehorsam und wir dürfen den Segen erleben", schloß Richard Wiskin. Eine gemeinsam mit unserem Stipendiaten Peter van der Veen präsentierte Ausstellung über das Leben aus der damaligen Zeit unterstützten die Informationen des Vortrags auf "handgreifliche" Weise.

Prof. Dr. Siegfried Scherer

Um ein "heißes Eisen" ging es im Vortrag des Mikrobiologen und 1. Vorsitzenden von W+W, Prof. Dr. Siegfried Scherer, zum Thema "Gentechnik aus christlicher Sicht". Siegfried Scherer erläuterte zunächst den Nutzen der Gentechnik anhand zahlreicher Beispiele. Gentechnik helfe beispielsweise erheblich im Umweltschutz; durch Gentechnik können Allergene aus Pflanzen entfernt werden; durch gentechnisch veränderte Pflanzen könne der Einsatz von Giften vermieden und nachwachsende Rohstoffe leichter erzeugt werden. Dazu komme ein großer Nutzen in der Medizin, vor allem im Arzneimittelbereich. Andererseits gebe es durch Gentechnik keineswegs grenzenlose Möglichkeiten, nur ein kleiner Bereich des Lebens könne beeinflußt werden. Dennoch könnten manche Gefahren nicht ausgeschlossen werden. Hundertprozentige Risikolosigkeit gebe es hier so wenig wie anderswo. Jedoch sei die verbreitete Furcht vor Gentechnik übertrieben; sie hänge vor allem mit Desinformation und mit einem Mißtrauen gegen die Wissenschaftler zusammen, das leider nicht unberechtigt sei. Da gentechnische Verfahren nur Kopien natürlicher Vorgänge seien, stellten sie keinen widernatürlichen Eingriff in die Schöpfungsordnung dar. Ethische Grenzen aus christlicher Sicht seien dort gegeben, wo der geschöpfliche Wert der Umwelt und der Tiere mißachtet und erst recht, wenn die Würde des Menschen verletzt oder gar zerstört werde. Daher sei insbesondere die pränatale Diagnostik fragwürdig, und Keimbahntherapie sowie Klonierung eindeutig verwerflich. Der Einsatz der Gentechnik habe wissenschaftliche, ethische und gesellschaftlich-soziale Grenzen. (Zu dieser komplexen Thematik ist ein W+W-Diskussionsbeitrag geplant.)


In seinem Lagebericht in der Mitgliederversammlung ging der 1. Vorsitzende, Siegfried Scherer, auf einige allgemeine Grundlagen zur Arbeit der SG Wort und Wissen ein. Im Anschluß an das Bibelwort aus Jer 10, wo die Hilflosigkeit der Götzen angeprangert wird, nannte er als einen der Götter, die heute angebetet werden, die Lehre, daß die Welt aus sich selbst entstanden sei. Man schreibe der Materie das zu, was Gott zukomme und bete, wie in Röm 1,21ff. beklagt wird, das Geschöpf anstelle des Schöpfers an. Vor diesem Hintergrund seien die Aufgaben von Wort und Wissen keine Sandkastenspiele, sondern gehörten zum geistlichen Kampf, auch wenn dies vordergründig oft nicht deutlich werde. Alle Arbeit gehe durch manche Anfechtungen, die von außen und von innen kämen. Aber - wie Paulus in Röm 8,32 schreibt - "wir überwinden weit" durch den, der für uns den Sieg errungen hat, durch Jesus Christus. Das sei als Perspektive für die Arbeit wichtig: Durch Jesus Christus ist möglich, was sonst unmöglich erscheint. Dies könne bei Fragen und Nöten gelassen machen. Wichtig sei hier der Kampf im Gebet.

Als bedeutsame Entwicklungen in der Arbeit von Wort und Wissen in der letzten Zeit erwähnte Scherer die starke personelle Ausweitung, insbesondere durch den Vortragsdienst, sowie die Ausweitung der Seminararbeit.

Jürgen Peters
Jürgen Peters

In der Gottesdienstpredigt am Sonntagmorgen sprach der Studienleiter des Bodelschwingh-Studienhauses in Marburg, Jürgen Peters zum Thema "Der Zweifel und seine Überwindung". Zweifel im Leben eines Christen seien normal, als solche keine Sünde und häufig nützlich. Der Zweifel des Glaubenden als ein "Hin-und-Her-Schwanken auf zwei Fundamenten" dürfe aber weder verdrängt noch kultiviert werden. Eine Auseinandersetung sei gefordert mit dem Ziel, zum Vertrauen an Jesus Christus und sein Wort zurückzukommen. Nicht die Antworten auf die Fragen, die immer auch bestritten werden können, sind die Lösung, sondern die Nähe zu Jesus. Wenn einem das Wort der Heiligen Schrift fremd geworden ist, sei dies ein Anzeichen dafür, daß die Nähe zu Jesus verlassen wurde. In diesem Sinne seien Zweifel Symptome, die nicht mit Argumenten bekämpft werden können, sondern als Signale auf das richtige Fundament hinweisen sollen.

Zwischen den Vorträgen, die den Geist forderten, durften die Besucher sich an den Liedern von Cornelius Beck und Sarah Kaiser erfreuen. Mit inhaltsreichen und ausdrucksstarken Stücken richteten die beiden Musikanten die Herzen der Besucher auf Jesus Christus hin und trugen damit auf besondere Weise mit zum Gelingen der Konferenz bei.

Auf das nächste Treffen darf man sich schon freuen. Die 16. Hauptkonferenz ist vom 11.-13. Juni 1999 - diesmal im süddeutschen Raum in der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein geplant.




Seit wenigen Wochen ist es soweit: Die völlig neu bearbeitete Auflage unseres evolutionskritischen Lehrbuchs und Nachschlagewerks "Evolution - ein kritisches Lehrbuch" wurde gedruckt. Zwei Jahre intensive Arbeit von elf Autoren liegen hinter uns.

Das Buch trug früher den Titel "Entstehung und Geschichte der Lebewesen". Der neue Titel wurde nach intensiver und über ein Jahr dauernder Diskussion aus zahllosen Vorschlägen ausgewählt. Klar war zunächst nur, daß der bisherige Titel nicht glücklich gewählt war, denn fast niemand konnte ihn auswendig richtig wiedergeben. Der neue Titel war und ist aber nicht unumstritten - Anlaß für uns, ein paar grundsätzliche Dinge zur Thematik anzusprechen.

Ein Titel sollte prägnant sein; er kann nicht alle wichtigen Aspekte des Inhalts erfassen; daher sind Kompromisse unumgänglich. An der neuen Titelformulierung wird kritisiert, daß die Schöpfungs-Alternative nicht angesprochen wird (was bisher allerdings auch nicht der Fall war); stattdessen stehe derjenige Begriff im Vordergrund, dessen Inhalt kritisiert wird. Auch der Hinweis auf eine kritische Behandlung dieses Bereichs sei nicht signifikant, da auch manche Evolutionstheoretiker selbstkritisch seien. Zudem beinhalte der Begriff "Evolution" mehr als eine wissenschaftliche Theorie, sondern werde mit einer antibiblischen Weltanschauung gekoppelt.

Diese Einwände wurden bei der von den Autoren einstimmig gefällten Entscheidung der Titelwahl gründlich bedacht. Daß die Wahl dennoch auf diese Formulierung fiel, hat folgende Gründe:

Der Titel entspricht sehr gut der Hauptstoßrichtung des Buches, nämlich (Makro-)Evolution zu kritisieren. Die Schöpfungs-Alternative wird nur in 15% des Buches ausdrücklich thematisiert. (Indirekt freilich sprechen sehr viel mehr Ausführungen für Schöpfung, da in vielen Bereichen - nicht überall - Evolutionskritik zugleich Argumente für Schöpfung beinhaltet; darauf wird in Textkästen im Buch mehrfach hingewiesen.) Diese Gewichtung war in den bisherigen Auflagen faktisch auch so gegeben, nur wurden die Argumente nicht so klar auseinandergehalten wie jetzt in der Neuauflage.

Das 328 Seiten umfassende, großformatige (19,5 x 26) und durchgehend vierfarbige Buch kann online bestellt werden. Da Wort und Wissen die gesamte Vorfinanzierung trägt, sind wir darauf angewiesen, möglichst viele Exemplare direkt an die Kunden zu verkaufen, weil wir dadurch die Kosten am ehesten ausgleichen können. W+W-Freunde sollten das Buch deshalb unbedingt bei uns bestellen. (Als Entgegenkommen verzichten wir auf die Versandkosten.) Diese Vorgehensweise ist mit Verleger Weyel vereinbart; der Verlag bedient den Buchhandel, W+W seinen Mitglieder- und Freundeskreis.

Die Konzentration auf Evolutionskritik hat zwei Gründe: Zum einen geht es in weiten Teilen um Mechanismenfragen (wie funktioniert Evolution, wie ist das Leben entstanden?). Hier beanspruchen wir keine naturwissenschaftliche Alternative zu haben (wo Gott geschaffen hat, gibt es keine naturwissenschaftliche Erklärung), sondern kritisieren, was Evolutionstheoretiker behaupten, mit dem Ergebnis, daß Makroevolution unerklärt ist. Der andere Grund ist, daß Schöpfungslehre mangels Mitarbeitern bei weitem nicht so intensiv ausgearbeitet ist wie die Evolutionslehre.

Die Wahl des Titels hat dann aber noch einen anderen Aspekt. Wir hoffen, diesmal mehr als bisher in den säkularen Raum zu gelangen. Und diese Zielgruppe wollen wir durch die Wahl des Titels nicht abschrecken. Auf die inhaltlichen Darstellungen im Buch hat diese Rücksichtnahme jedoch keinen Einfluß, d. h. wir haben uns selbstverständlich bemüht, die Evolutionskritik so stark wie vertretbar zu formulieren. Wenn der Leser zunächst nicht weiß, was mit "kritisch" gemeint ist, macht das nichts; er wird es schnell unmißverständlich merken, eindeutig schon im Vorwort oder durch den Klappentext und durch das Inhaltsverzeichnis. Wir glauben nicht, daß der Titel die Absicht des Buches "verstecken" wird.

Die Gegenargumente haben ihr Gewicht, müssen aber gegen die vorrangige Zielsetzung des Buches, die Evolutionskritik, abgewogen werden. Am stärksten ist vielleicht der Einwand, mit "Evolution" werde ein antibiblisches Weltbild verbunden. Doch werden mit diesem Begriff andererseits auch reale, beobachtbare Naturphänomene beschrieben (wir gebrauchen dann zur Verdeutlichung den Begriff "Mikroevolution"). (Auf diese Problematik soll in einer der nächsten "Info"-Ausgaben ausführlicher eingegangen werden.)

Daß unter den Autoren, die den Inhalt naturgemäß am besten kennen, Einmütigkeit bei der Wahl des Titels bestand, sehen wir als ein Zeichen dafür an, daß wir mit der gewählten Titelformulierung gut beraten sind.

Reinhard Junker




Vor wenigen Wochen ist das 1980 erstmals unter dem Titel "Logos oder Chaos?" in der damaligen "blauen W+W-Reihe" erschienene Buch "In 6 Tagen vom Chaos zum Menschen" in der 5. Auflage erschienen. Das Buch behandelt u. a. folgende Themen:

  • Erkenntnisradien und Wirklichkeitsbereiche
  • Evolutionslehre
  • Biblischer Schöpfungsglaube
  • Bionik, die Wissenschaft, die von den Ideen Gottes lernt
  • Das menschliche Gehirn
  • Genetische Information und genetischer Code
  • Was ist Leben?

Die Neuauflage wurde teilweise stark überarbeitet; manche Teile kamen neu hinzu, andere weggelassen. Die neuen Abschnitte umfassen folgende Themen, die z. T. aus der aktuellen öffentlichen Diskussion aufgegriffen wurden.

  • Drei Arten naturwissenschaftlicher Aussagen
  • Die Ersatzgötter des 20. Jahrhunderts
  • Wer ist der Schöpfer?
  • Naturgesetzliche Informationstheorie
  • Ist das Klonen erlaubt?
  • Gibt es Leben im All?

Das Taschenbuch umfaßt 238 Seiten


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Das Wort und Wissen Info 2/98 (Nr. 43, Juni 1998)

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Letzte Änderung: 03.01.2005
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