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Informationen aus der Studiengemeinschaft
WORT und WISSEN

Info 2/99 - Nr. 47 / Juni 1999


Inhalt:



In den Geowissenschaften steht die Schöpfungsforschung vor zahlreichen Herausforderungen. Das Bild zeigt karbonische Sandsteinbänke (Steinbruch Rauen bei Witten).

Als neues Leitungskreis-Mitglied (seit 1998) möchte ich mich Ihnen vorstellen. Ich bin Jahrgang 1948 und wurde 1981 Mitglied der Studiengemeinschaft. Seit dieser Zeit habe mich ziemlich intensiv mit Geologie befaßt. Beruflich bin ich allerdings ganz anders einzuordnen, da ich als Werkstattgruppenleiter in der Werkstatt für Behinderte einer diakonischen Einrichtung in der Nähe von Stuttgart arbeite. Mit meiner Frau und zwei Töchtern gehöre ich zu einer Baptistengemeinde.

Von Beginn meiner Mitgliedschaft bei Wort und Wissen war es mir wichtig, zum Aufbau einer Biblisch-urgeschichtlichen Geologie beizutragen, die den kurzen Zeithorizont zwischen der Schöpfungswoche und der Erwählung Abrams ernstnimmt, den das Wort Gottes uns in der Biblischen Urgeschichte (1. Mose 1-11) vorgibt.1 Seit 1989 veranstaltet die langsam gewachsene geologische Arbeitsgruppe von Wort und Wissen, für die ich gemeinsam mit dem Geologen Dr. Martin Ernst (Leitungskreismitglied) und dem Mineralogen Dr. Thomas Fritzsche (hauptamtlicher Mitarbeiter) mitverantwortlich bin, jährlich geologische Fachtagungen bzw. Exkursionen. Bei der geologischen Arbeit beschränke ich mich im wesentlichen auf Schichtgesteine im südwestdeutschen Raum, zumal bei der Fülle der Aufgaben und dem Mangel an Zeit und Mitarbeitern nur begrenzten Fragestellungen nachgegangen werden kann. Es geht mir darum, an Beispielen zu zeigen, daß die Entstehung von Ablagerungsgesteinen sehr oft in einem viel kürzeren Zeitrahmen verstanden werden kann, als ihn die Historische Geologie mit ihren langen Zeiträumen vorgibt. Zum Teil sind auch Hinweise in der regulären geologischen Literatur hilfreich.2 Ohne unsere Gesamtsicht auch nur im entferntesten zu teilen, ist etwa in einem neuen, allgemeinverständlichen Buch zur Erdgeschichte Südwestdeutschlands zu lesen, die geologischen Merkmale der Entstehung von Kiesel- und Stubensandstein des Keupers sprächen "für einen schwebenden Transport" der Sandmassen "in turbulenten Schichtfluten, weniger in ständig strömenden Flüssen. Das zeigt heftige episodische Regenfälle in dieser Zeit an".3

Manfred Stephan (Mitte) mit einigen Mitarbeitern der Geo-Arbeitsgruppe im Steinbruch Kleu (Unterdevon) bei Much-Huven.

Neben positiven Ergebnissen, die ich nach Möglichkeit publizieren möchte, gibt es aber genügend Probleme. Nicht wenige Gesteinsstrukturen wiedersetzen sich zunächst einer Deutung durch schnelle Prozesse. Beispielhaft seien fossile Riffe genannt. Fragen sind nun: Handelt es sich in jedem Fall um wirkliche Riffe, oderwerden sie von der Historischen Geologie zu Unrecht als solche gedeutet? Und wenn es tatsächlich Riffe sind, wie schnell sind sie damals gewachsen? Wieweit kann man gegenwärtige Wachstumsprozesse in die Vergangenheit übertragen?4

Ein wichtiger Diskussionspunkt ist die eindeutige Identifizierung geologischer Strukturen des Sintflutjahres und ihre Einordnung in eine Biblisch-urgeschichtliche Geologie.5 Nicht erst heute werden von schöpfungsorientierten Geologen weltweit sehr unterschiedliche Antworten gegeben.6 Das war schon vor langer Zeit ebenso. Zumindest seit dem berühmten Sintflutgeologen N. Steno (1638-1687) wird diskutiert, welche Gesteine vor, während und nach dem Sintflutjahr gebildet wurden.7 So trat der Stuttgarter Theologe E.F. Hiemer in einem Briefwechsel mit dem bedeutenden Züricher Naturforscher J. J. Scheuchzer im Jahr 1724 dafür ein, daß eine im Sedimentgestein des Vorlandes der Schwäbischen Alb gefundene fossile Seelilienkolonie von weither durch die Sintflut nach Württemberg geschwemmt worden sei. Scheuchzer jedoch – obgleich entschiedener Sintflutgeologe – äußerte die Vermutung, die Seelilien hätten in einem Meer gelebt, das einen Großteil Deutschlands und der Schweiz schon in vorsintflutlicher Zeit bedeckte.8

Über die heutige Diskussion dieser Fragestellung soll in Kürze eine kleine Schrift herausgegeben und unsere Sicht als Geo-Arbeitsgruppe von Wort und Wissen begründet werden.9 Wir legen uns bei der Beantwortung dieser schwierigen Frage eine große Zurückhaltung auf und sehen unsere Hauptaufgabe darin, zunächst weiterhin zu zeigen, welche Gesteine während kurzer Zeit entstanden sein können.10 Wenn zahlreiche offene Fragen einmal besser geklärt sind, kann vielleicht eher eine tragfähige und zuverlässige Identifizierung und Einordnung geologischer Strukturen der Sintflut in eine Biblisch-urgeschichtliche Geologie vorgenommen werden. Nicht akzeptabel ist die Sicht des Geologen-Ehepaares A. und E. Tollmann in ihrem Buch mit dem verheißungsvoll klingenden Titel "Und die Sintflut gab es doch" (1993). Zwar wird hier eine weltweite Überflutung (hervorgerufen durch einen Kometeneinschlag) historisch ernst genommen. Sie wird aber – wie schon der Untertitel des Werkes zeigt – bibelkritisch und religionskritisch ausgewertet und das Sintflutmodell der Autoren in die reguläre Historische Geologie eingebaut.11 Noch problematischer ist das neue Buch "Darwins Irrtum" (1998). Zwar bejaht der Verfasser eine kurze Erdgeschichte mit der Sintflut und verneint die Makro-Evolution. Aufgrund mangelnder geologischer Kenntnisse leugnet er die gutbegründete Abfolge der geologischen Systeme (die an sich nichts mit Evolution und langen Zeiten zu tun hat). Schon deshalb ist seine Sicht der Sintflut nicht haltbar. Der Autor wertet sehr unkritisch Funde aus, die zwar interessant sind, aber einer genauen Prüfung unterzogen werden müßten. Leider benutzt er kaum Fachliteratur, sondern stützt sich zum Teil auf fragwürdige Quellen (z.B. E.v. Däniken oder die Bild-Zeitung) und steht esoterischem Denken nahe.12

Es gilt also einen langen Atem zu haben und die Klärung heute noch ungelösterProbleme geduldig abzuwarten. Dabei ist es ganz wichtig, wenn die Geo-Arbeitsgruppe Sie, liebe Freunde, als Beter hinter sich weiß. Gott allein kann vermehrte Erkenntnis schenken. Wir sind auf den angewiesen, der Hiob einst fragte: "Wo warst du, als ich die Erde gründete?" (Hiob 38,4). Sehr wichtig ist uns, daß alle fossilhaltigen Ablagerungsgesteine gemäß dem biblischen Zeugnis nach dem Sündenfall gebildet worden sein müssen. Denn nach Römer 8,19-23 ist auch die außermenschliche Kreatur wegen der Sünde des Menschen der Vergänglichkeit unterworfen worden, und das schließt die Fossilien als ehemalige Lebewesen ein.13 Ohne diese biblischen Rahmenbedingungen, von denen wir abhängig sein wollen, ist unsere Arbeit weder möglich noch sinnvoll.

Ich bitte Sie also, liebe Freunde, mit dem Gebet nicht nachzulassen und für uns als Haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter weiterhin vor Gott einzutreten. Ganz wichtig ist auch die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Diese müssen neben ihrer Fachkenntnis eine klare biblische Sicht und ein festes Stehvermögen besitzen. Bitte beten Sie auch dafür.

In herzlicher Verbundenheit,
Manfred Stephan,
Mitglied des Leitungskreises


Anmerkungen
  1. Zur kurzen Dauer der Urgeschichte des 1. Buches Mose ist empfehlenswert die allgemeinverständliche Schrift von R. Wiskin, Die Bibel und das Alter der Erde, Neuhausen-Stuttgart 1999. Die kurze Urgeschichte wird auch im Neuen Testament vorausgesetzt und es wird damit theologisch argumentiert: Vergleiche die treffende Zusammenfassung von H.W. Beck in seinem Büchlein "Biologie und Weltanschauung – Gott der Schöpfer und Vollender und die Evolutionskonzepte des Menschen", Neuhausen-Stuttgart 1979, Seite 7-9. Zu vergleichen ist noch das umfassende Werk von H.W. Beck, Biblische Universalität und Wissenschaft, Weilheim-Bierbronnen 1994, Seite 227-228, 254-256.
  2. Im Anschluß v.a. an den Vertreter der Historischen Geologie E. Rutte wird versucht, die (katastrophischen) Transporte tertiärer Ablagerungsgesteine, die sich (möglicherweise nach dem Ries-Meteoriteneinschlag) in Südwestdeutschland und der Nordschweiz ereignet haben, mit weiterführenden Erwägungen zur kurzen Dauer der Ereignisse zu diskutieren: M. Stephan, Meteoriteneinschlag und Sedimentbildung. Studium Integrale Journal, 1998, Jahrg. 5, Heft 2, Seite 69-83.
  3. G. Bloos, Süddeutschland im Wandel – 250 Millionen Jahre Erdgeschichte. In: E.P.J. Heizmann (Hg.), Vom Schwarzwald zum Ries, München 1998, Seite 9-36; hier Seite 21.
  4. In einer 1997 initiierten Wanderausstellung sind derzeit wechselweise in erdgeschichtlichen Museen zahlreiche fossile (und heutige) Riffstrukturen zu sehen. Der dazu erhältliche Katalog (Herausgeber: F.F. Steininger & D. Maronde, Städte unter Wasser, Kl. Senckenberg-Reihe, Band 24, Frankfurt/M. 1997) ist reich mit Fotos ausgestattet und kann zur ersten Einführung dienen, ohne das angezeigte Problem jedoch zu diskutieren.
  5. Wichtige Anregungen für Sintflutgeologie-orientierte Fragestellungen bei R. Junker, Leben durch Sterben? Schöpfung, Heilsgeschichte und Evolution, Studium-Integrale, Neuhausen 1994, Seite 227-229.
  6. Der heutigen weltweiten Diskussion z.T. gegensätzlicher sintflutgeologischer Positionen waren 1996/97 zwei Jahrgänge der australischen Zeitschrift Creation Ex Nihilo Technical Journal gewidmet.
  7. Nach dem Geologie-Historiker H. Hölder (Kurze Geschichte der Geologie und Paläontologie, Berlin 1989, Seite 9) sah Steno "in der Flut und ihren Folgen nur eine, freilich sehr wichtige, erdgeschichtliche Episode, ohne die Gesamtheit der Schichtgesteine und ihre Lagerung auf sie zurückzuführen."
  8. Die Abhandlung Hiemers und sein Briefwechsel mit Scheuchzer wurden erst 1994 aus dem Lateinischen übersetzt und kommentiert herausgegeben von H. Hölder (E.F. Hiemers Traktat über das "Medusenhaupt" Schwabens (Seirocrinus subangularis) aus dem Jahr 1724, Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, Nr. 213, Seite 1-29, hier Seite 13-16). Kurz zusammengefaßt wird die Diskussion zwischen Hiemer und Scheuchzer auch in Hölders Beitrag "Über das Werden des erdgeschichtlichen Bildes von Südwestdeutschland" (1998) im Sammelband "Vom Schwarzwald zum Ries" (siehe oben, Anm. 3), Seite 261.270, hier Seite 268. Scheuchzers Bruder hatte 1708 noch alle Schichtgesteine auf die Sintflut zurückgeführt und darüber geschrieben: "Die Auffassung Stenos, sie hätten sich in verschiedenen Zeiten durch verschiedene Ereignisse gebildet, halte ich für unwahrscheinlich..."; Scheuchzer selbst teilte damals wohl noch die Auffassung seines Bruders (Zitat aus H. Hölder, Geologie und Paläontologie in Texten und ihrer Geschichte, Freiburg-München 1960, Seite 132; vgl. zu Scheuchzers eigener Sicht ebd., Seite 133f., 364-366).
  9. Zur vorläufigen Orientierung kann der W+W-Diskussionsbeitrag 1/96 "Die naturwissenschaftliche Forschung von Wort und Wissen 1996 – eine Bilanz" dienen, der in Kurzform auch wichtige geologische Probleme anspricht.
  10. Kürzlich wurde von Vertretern der Historischen Geologie gezeigt, daß entgegen früherer Annahmen auch glutflüssige Schmelzen (Magmen) unter bestimmten Bedingungen von der Unterkruste rasch aufsteigen können. Somit ist durch Zufuhr von Schmelze aus der Tiefe in den Oberteil der Erdkruste die Bildung großer, zeitlich nacheinander aus mehreren Magmen-Körpern entstandener Komplexe (Batholithen), die später abkühlten, in nur "Jahrzehnten bis Jahrhunderten durchaus realistisch". So faßt F. Egli-Arm (Schnelle Intrusion von Granitschmelzen durch Dikes, Studium Integrale Journal, 1998, Jahrg. 5, Heft 1, Seite 6-16, hier Seite 14) die Forschungsberechnungen zusammen. Auch die Umkehr des Erdmagnetfeldes, die während der Erdgeschichte oft stattfand und woran wichtige Probleme geknüpft sind, scheint bedeutend schneller abgelaufen zu sein als früher angenommen wurde (Vergleiche die Kurzbeiträge von O. Beck und K.H. Schweikert in Studium Integrale Journal 4, 1997, Heft 1, Seite 38-39 und 5, 1998, Heft 2, Seite 83-84).
  11. A.& E. Tollmann, Und die Sintflut gab es doch. Vom Mythos zur historischen Wahrheit, München 1993. Vergleiche dazu die kritische Buchbesprechung von T. Fritzsche in W+W-Diskussionsbeitrag 3/94.
  12. H.-J.Zillmer, Darwins Irrtum. Vorsintflutliche Funde beweisen: Dinosaurier und Menschen lebten gemeinsam, München 1998. Der Schlußsatz auf dem Schutzumschlag lautet: "Die Erde ist jung, und deshalb muß es zwangsläufig einen Schöpfer gegeben haben, der Gott sein kann, aber wahrscheinlich eine außerirdische Intelligenz war" (!).
  13. Dazu ist zu vergleichen der W+W-Diskussionsbeitrag 1/94 von R. Junker, "Lehrt die Bibel eine junge Schöpfung?" Detaillierter wird der oben genannte Römerbrieftext ausgelegt in dem in Anm. 5 genannten Buch von R. Junker, Kap. 4.3, besonders Seite 116-118. Dort ist ersichtlich, daß selbst zahlreiche historisch-kritische Theologen den Apostel Paulus so verstehen, daß" seit Adams Fall" die "ganze menschliche und außermenschliche Schöpfung ... unter die Gewalt der Sünde, des Todes und der Vergänglichkeit geraten" ist, wie auch der Neutestamentler P. Stuhlmacher (Biblische Theologie des Neuen Testaments, Bd 1, Göttingen 1992, Seite 269-271; hier Seite 270) den Paulustext erklärt. Allerdings werden in der historisch-kritischen Literatur praktisch nie erd- und lebensgeschichtlichen Konsequenzen gezogen oder auch nur diskutiert.


Fensterscheiben, die nie mehr geputzt werden müssen oder Löffel, an denen Flüssigkeiten vollständig abperlen und die nach Gebrauch sofort sauber sind – das hört sich nach Aprilscherz an. Für viele Pflanzen ist es das nicht. Beispielsweise sind die Blätter der Kapuzinerkresse oder der Lotus-Pflanze stets blitzblank sauber.

Der Botanikprofessor Wilhelm Barthlott und sein Mitarbeiter Christoph Neinhuis gingen der Sache auf den Grund. Wie die "WELT" am 20. April 1999 berichtete, entdeckten sie im Elektronenmikroskop eine noppenförmige Struktur auf der Oberfläche der Blätter; diese läßt Wassertropfen und mit ihnen jeglichen Schmutz abperlen – ein Selbstreinigungsmechanismus, den Barthlott "Lotus-Effekt" nennt. Dieser Mechanismus ist so wirksam, daß sogar Klebstoff von einem Lotusblatt abperlt und nicht an ihm haften bleibt.

Barthlotts Ergebnisse wurden zunächst für so unglaubhaft gehalten, daß seine Arbeiten nicht in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden – ein Beispiel dafür, daß Naturwissenschaftler sehr voreingenommen sein können. Doch es gelang dem Botaniker, den Lotus-Effekt auch bei technischen Oberflächen zu erzielen. Er entwickelte einen Kunststofflöffel, der nach dem Eintauchen in Honig von alleine wieder vollständig sauber wurde.

Inzwischen gibt es als erstes kommerzielles Produkt eine Fassadenfarbe. Wasser und Schmutz perlen vollständig von Hauswänden ab, die mit dieser Farbe gestrichen wurden. Auch Fensterscheiben, Keramiken, Kunststoffoberflächen und Autolacke mit Lotus-Effekt wurden bereits entwickelt.

Der Nutzen ist kaum zu überschätzen, denn Wasser, Energie und Chemikalien zur Reinigung von Oberflächen können gespart werden.

Vermutlich gibt es noch viele solcher Ideen des Schöpfers, die auf Entdeckung und Nachahmung warten. (RJ)



Ramses II  Eroberer Jerusalems zur Zeit Rehabeams, des Sohnes Salomos? (Aus: R. Wiskin, Die Bibel und das Alter der Erde, Neuhausen, 3. Aufl. 1999).

Seit nunmehr 15 Jahren öffnet die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Dresden, Bergmannstraße 19 ihre Türen, um die alljährlich stattfindende Frühjahrstagung der Studiengemeinschaft Wort und Wissen aufzunehmen und ihre Gäste zu bewirten. Ein besonderer Dank –und das sei an dieser Stelle erlaubt – gilt dem Hausmeisterehepaar Münzner, die durch ihren persönlichen Einsatz auch diesmal dafür sorgten, daß neben dem wissenschaftlichen Flair eine gemütliche und familiäre Atmosphäre diesen Tag prägte.

Wer von den rund 150 Besuchern der diesjährigen Jubiläumstagung mit der Vorstellung nach Dresden reiste, Archäologie sei eine staubige und langweilige Wissenschaft, wurde durch die äußert lebendigen Referate Peter van der Veens von diesem Vorurteil befreit.

Peter van der Veen

Der Referent, der mit einem Stipendium von der Studiengemeinschaft für seine Promotion über ein Thema zur judäischen Königsgeschichte unterstützt wird, machte in seinem Eingangsreferat ("Was ist, wenn sich Bibel und Archäologie widersprechen") deutlich, welch große Bedeutung den Ergebnissen seines Fachgebietes bei der Diskussion um die historische Glaubwürdigkeit der Bibel zufallen. Die allgemein akzeptierten archäologischen Konzepte zur Geschichte des Volkes Israel im syropalästinensischen Gebiet von ca. 1700 v. Chr. bis 1000 v. Chr. sprechen den Berichten der Heiligen Schrift jegliche Realitätstreue ab. (Nach biblischen Angaben handelt es sich hierbei um einen Zeitraum beginnend bei Joseph, der Gefangenschaft in Ägypten, des Auszuges aus Ägypten und der Wüstenwanderung, der Inbesitznahme des Landes Kanaan, der Richterzeit bis zu den Königen Saul und David.) Und das geschieht auf der Grundlage zahlreicher und detailliert zusammengestellter archäologischer Daten. So wird zum Beispiel argumentiert, daß Jericho zu dem Zeitpunkt, als Josua diese Stadt mit dem Volk Israel erreichte, bereits ein unbewohntes Trümmerfeld war. Das Gleiche gelte auch für viele andere Städte, die nach den biblischen Berichten im Kampf durch Josua erobert wurden.

Wenn die Bibel also in Bezug auf diese geschichtlichen Zusammenhänge keine verläßlichen Angaben liefert, so die Argumentation weiter, dann seien erst recht die Berichte zur Urgeschichte des Lebens und des Menschen aus den ersten Kapiteln des 1. Buches Mose nur von literarischem Wert.

Wenn so die weltweit akzeptierte Lehrmeinung lautet, bedeutet dies nicht automatisch, daß sie über jeden Zweifel erhaben ist. Historische Wissenschaften sind in ihren Ergebnissen auf die Anzahl und die Qualität von Fundstücken, auf ihre Deutungen und Interpretationen angewiesen, die ihrerseits von subjektiven Grundpositionen und herrschenden Paradigmen kanalisiert werden. Das gilt auch für die Forschung bezüglich der frühen Geschichte Israels. Peter v.d. Veen verwies erstens auf die große Lückenhaftigkeit des archäologischen Fundmaterials und daraus resultierenden Fehlurteilen. Was bisher ausgegraben werden konnte, ist nur ein verschwindend kleiner Teil des eigentlich vorhandenen Materials. Bis zum Beginn der neunziger Jahre z.B. hatte man keinen Beleg in der Archäologie für den biblischen König David, weshalb seine Existenz angezweifelt wurde. Eine aramäische Königsinschrift über einen Kriegszug Syriens gegen Israel und Juda, gefunden auf Tel Dan in 1993 und datiert auf ungefähr das Jahr 825 v. Chr., dokumentiert den Namen David und widerlegt den oben genannten Zweifel.

Zweitens liefern die aktuellen Ausgrabungen immer mehr Hinweise dafür, daß die klassische ägyptische Chronologie, die als Maßstab für die Datierung gilt, fehlerhaft sein könnte. So könnte es sein, daß viele Pharaonen, und sogar ganze Dynastien in Ägypten nicht streng nacheinander (Basis der klassischen Chronologie), sondern nebeneinander existiert haben. Im Vortrag "Auf den Spuren des alten Israel" wurden diese überraschenden Ergebnisse einer Forschungsgruppe um den englischen Archäologen David Rohl (in welcher der Referent mitarbeitet) vorgestellt (vgl. David Rohl, Pharaonen und Propheten – das Alte Testament auf dem Prüfstand. Droemer-Knaur-Verlag, München, 1996). Die erforderliche Neudatierung der ägyptischen Chronologie würde u.a. dazu führen, daß erstaunliche Parallelen zwischen der ägyptischen Geschichte und der Bibel ans Licht kommen. Joseph, Saul und David, deren Existenz man bislang anzweifelte, wären nun in außerbiblischem archäologischem Quellenmaterial erwähnt. Auch die Geschichte der Stadt Jericho stellt sich nach der Neudatierung in den archäologischen Zeugnissen genauso dar, wie sie in der Bibel berichtet wird. Peter v. d. Veen betonte aber, daß die ersten Erfolge der neuen Chronologie nicht dazu verleiten sollten, sie als bewiesen zu deklarieren. Man sieht sich erst am Anfang eines langen Weges. Viel Detailarbeit bleibt zu tun.

Die Tagung machte Mut, an der Wahrheit der Bibel, von der ersten bis zur letzten Seite festzuhalten. Ein treffendes Zitat dazu aus dem Buch von Richard Wiskin "Die Bibel und das Alter der Erde": "Auch wenn die meisten evolutionsorientierten Forscher bis jetzt die biblische Geschichte und Chronologie auf dem Altar der ägyptischen Geschichte geopfert  haben, müssen Bibelgläubige dennoch überhaupt nicht zurückweichen."

Henrik Ullrich



Bibelkennern sind diese merkwürdigen Tiere keine Unbekannten: Im 40. und 41. Kapitel des Hiobbuches werden zwei Tiere namens "Behemot" und "Leviathan" beschrieben, deren Beschreibungen einerseits sehr realistisch wirken, andererseits aber auf kein heute lebendes Tier passen. Diese Tiere werden von Gott dem Hiob neben vielen anderen bekannten Tieren vor Augen gestellt. Was sind das für Geschöpfe?

Schon vielfach wurde in schöpfungsorientierten Publikationen darauf hingewiesen, daß die Beschreibungen erstaunlich gut auf Dinosaurier passen; vor allem die Schilderung des Behemot trifft das Iguanodon sehr gut (vgl. dazu die Ausführungen in "Dinosaurier – faszinierende Geschöpfe"; hgg. von der SG Wort und Wissen). Dagegen findet sich in manchen Bibelübersetzungen die Anmerkung, es handle sich um Tiere, die dem Nilpferd und dem Krokodil glichen. Doch nicht alle Beschreibungen passen darauf. Die Vorstellung, daß es sich bei den beiden Tieren tasächlich um Dinosaurier handelt, paßt freilich ganz und gar nicht zur üblichen Sicht von der Naturgeschichte, wonach diese Tiergruppe viele Millionen Jahre vor dem Erscheinen des Menschen ausgestorben sein soll. Andererseits gibt es eine ganze Reihe von Artefakten und Höhlenbildern, die Menschen mit Dinosauriern zeigen, und die von Menschen gemalt bzw. gefertigt wurden, die die Dinosaurier-Rekonstruktionen der Neuzeit nicht kennen konnten.

Ein vielseitig verwendbares Arbeitsheft (80 S., A 4) zum Thema mit viel Sachinformationen und zahlreichen Kopier- bzw. Folienvorlagen. Für Kinderarbeit (8-12 Jahre)  eine Fundgrube toller Ideen! (mehr Infos)

Nun hat der W+W-Info-Leser und langjährige Freund unserer Arbeit, Hans-Heinrich Kunde aus Ribnitz / Mecklenburg-Vorpommern, einen bemerkenswerten Test durchgeführt. Auf seine Bemühungen hin wurden in drei Schulen von 151 Schülern diese beiden Tiere aufgrund der biblischen Beschreibungen gezeichnet. Kunde bemerkt dazu: "Den Kindern wurde nicht gesagt, aus welchem Buch die Beschreibungen der beiden Tiere sind, und da wir wahrscheinlich die heidnischste Gegend Europas sind, hat wohl auch kein Kind herausgefunden, daß die Merkmals-Beschreibungen aus der Bibel stammen. Die Lehrer wurden darauf eingeschworen, die Kinder nicht zu lenken und zu leiten, damit die Sache möglichst unvoreingenommen gestaltet werden konnte. Da unsere Lehrer ebenfalls weitgehend vom Christentum unbeleckt sind, dürfte also Biblisches keine Rolle gespielt haben."

Von den Kindern wurden 209 Zeichnungen angefertigt. Zwei Drittel davon konnten der Rubrik "Saurier/Monster/Drachen" zugeordnet werden – ein erstaunliches Ergebnis! Nur 5 zeichneten ein Nilpferd und nur eines ein Krokodil. Kunde kommentiert es mit den Worten: "Ich sehe in der Auswertung der Ergebnisse in den Schulklassen eine Möglichkeit, den Kindern zu sagen, was es mit der Bibel auf sich hat und daß die Bibel zwar kein naturwissenschaftliches Lehrbuch ist, daß aber dort, wo sie Bezug auf naturwissenschaftliche Dinge nimmt, dieses duchaus als glaubwürdig hingenommen werden kann."

Hinweis: Eine ausführlichere Darstellung und zahlreiche weitere Kinderzeichnungen finden Sie in "factum" 5/99. Kostenloses Probeheft: Hinterburgstr. 8, CH-9442 Berneck.



"Vielen, vielen Dank für Ihre Dias und Ihre tolle Arbeit! Ich finde es absolut super, daß Gott sich Christen aus allen Bereichen sucht, die ihm an den unterschiedlichsten Stellen dienen! Mir persönlich hat Ihr Buch sehr geholfen, weil ich nach der Lektüre einiger Evolutionsbücher sehr ins Zweifeln gekommen bin über die Wahrheit der Schöpfung, und mich schon mit einem Kompromiß abgegeben hatte (Evolution ja, aber von Gott angestoßen und kontrolliert). Ich bin echt begeistert, daß Gott uns diesen Teil der Bibel auch nachvollziehbar macht, daß wir nicht gegen unseren Verstand glauben müssen. Jetzt kann ich auch mit ganz anderem Nachdruck und Hintergrundwissen für die Schöpfung argumentieren."

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Das Wort und Wissen Info 2/99 (Nr. 47: Juni 1999)

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Letzte Änderung: 23.05.2006
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