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Werner Gitt
Signale aus dem All – Wozu gibt es Sterne?
Tb., 220 Seiten, DM 4,80 / sfr 5,50. Christliche Literaturverbreitung Bielefeld, 1993.

Rezension von Ingo Resch

auch als PDF verfügbar


Buchcover

Der moderne Mensch sieht den Sternenhimmel nicht mehr. Ist er zu Fuß unterwegs, erhellen Neonlampen die Straßen, und über Land befindet er sich meistens im Auto, in der Bahn oder im Flugzeug. Die künstlichen Lichter lassen einen eventuell klaren Sternenhimmel verblassen. Wir brauchen ihn auch nicht mehr; als Wegweiser auf den Meeren oder in weiten Ebenen ist er durch moderne Satelliten längst abgelöst. Sind Signale aus dem All dann nur noch erforderlich, um außerirdische Lebewesen aufzuspüren – doch mit welchem Nutzen?

Werner Gitts Buch läßt uns aufhorchen und gleichzeitig zum Himmel aufblicken – zum schamajim: zum Himmel der Sterne und zum Himmel Gottes. Gitt faßt den Inhalt seines Buches treffend zusammen: "Gott hat den riesigen Sternenhimmel dazu geschaffen, damit wir in den Himmel kommen."

Doch keine Angst! Dieses Buch ist weder eine verklärte Mitternachtsidylle noch eine oberflächliche Betrachtung des für uns verblaßten Himmels. Es werden Fakten und atemberaubende Details dem Leser dargeboten. Man hat das Gefühl, ein Lehrbuch über Astronomie zu lesen, aber die Zusammenhänge werden so leicht verständlich und interessant dargestellt, daß es sich wie ein Kriminalroman liest. Über Größe, Schwere, Oberfläche, Dichte, Temperatur und Entfernung der Gestirne erfährt man so gut wie alles, zumindest was für einen Laien wissenswert ist. In Modellen veranschaulicht Gitt Zusammenhänge, die man sonst kaum verstehen oder sich vorstellen kann. So begnügt er sich nicht, dem Leser nur schwer verdaubare Zahlen zu präsentieren, wie z. B., daß in einem Volumen von 350 Kubiklichtjahren sich im Mittel eine Sonne befindet, sondern er rechnet um und macht Entfernungen anschaulich. So auch mit dem Modell einer kirschengroßen Sonne. Die Erde hätte dann die Größe eines Sandkorns und wäre 1,5 Meter von der Sonne entfernt. Doch der erdnächste Stern, der Alpha Centauri, wäre dann in einer Entfernung von 410 km zu finden. Also eine Kirsche in Hamburg und die andere in Frankfurt – doch dazwischen nichts.

So verdeutlicht Gitt den Wahrheitsgehalt scheinbar gegensätzlicher Aussagen der Bibel: Nämlich den leeren Weltraum (Hiob 26,7) einerseits – eine solche Leere ist auch als künstliches Vakuum im Labor nicht zu erzeugen –, und die Fülle der Sterne, wie es Abraham verheißen war oder wie es in Jeremia 33,22 steht, andererseits. Zur Zeit des Jeremia und noch bis hin zu Galileo Galilei bezifferte man die Zahl der Sterne mit 3.000; bis heute ist die erfaßte Menge auf eine Zahl mit 25 Nullen angestiegen!

Und wozu gibt es nun diese Sterne? Gitt nimmt die Bibel genau und verliert sich so nicht in zeitbedingte und sich überholende naturwissenschaftliche Spekulationen. Die Bibel nennt drei Gründe: sie sollen auf die Erde scheinen (Licht- und Energiegeber), sie sollen Zeitgeber sein und sie sollen Zeichenträger sein.

Damit sind die Sterne zielorientiert für den Menschen geschaffen. Die ersten beiden Punkte sind auch für einen nichtgläubigen Menschen einsichtig, doch der, daß die Sterne Zeichenträger sein sollen, ist nur aus der Bibel richtig zu verstehen. Gitt versucht die 12 Tierkreiszeichen biblisch zu deuten und sie damit ihrer verkehrten Bedeutung der Wahrsagerei zu entkleiden. Er beschreibt die dreimal in der Bibel erwähnte Verdunklung der Sonne, für die es keine astronomische Erklärungen gibt bzw. geben wird: bei der Kreuzigung Jesu, bei der Wiederkunft Jesu und bei der Öffnung des 6. Siegels (Offb 6,12).

Beeindruckend ist auch, wie das Bild von dem Kreuz des Südens verstanden werden kann. Im Norden, so meinte ein Südafrikaner gegenüber dem Autor anläßlich einer Reise, stand das Kreuz von Golgatha; in der südlichen Hemisphäre hat Gott das Kreuz an den Himmel gezeichnet. Faszinierend, weil die Verlängerung dieses Kreuzes des Südens den Drehpunkt der Welt anzeigt, was in diesem Buch mit allen wichtigen astronomischen Details auch erklärt wird.

Mitten im Buch findet sich ein Schlüsselsatz: "Wahrnehmen und Glauben unter scheiden sich aber noch wesentlich." So öffnet uns der Autor den Blick für die atemberaubende Größe und Schönheit der Sternenwelt, aber auch für den, durch den diese geschaffen wurde: für Jesus. Nach dem Streifzug durch die unendlichen und doch endlichen Weiten des Alls führt es uns in die unendliche, aber dennoch nicht grenzenlos verfügbare Liebe von Jesus. Er spekuliert nicht, ob man ggf. ein entferntes Planetensystem erreichen könnte, sondern sagt konkret, wie man zu Jesus finden kann.

Ein Buch, das man gelesen haben sollte, aber auch ein Buch, das sich für suchende und nachdenkliche Zeitgenossen eignet.

aus "Wort und Wissen Info 26" (März 1994)


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Letzte Änderung: 07.07.2009
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