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Der privilegierte Planet
Auf der Suche nach Sinn im Universum

Rezension von Daniela Täuber


Ist die Erde nur ein unbedeutender Planet um eine gewöhnliche Sonne in einer der vielen Galaxien im Universum, wie es der Astrophysiker Carl Sagan schrieb? Der privilegierte Planet geht dieser Frage nach und sieht den Grund für die Einschätzung von Sagan darin, dass uns die gewaltigen Weiten des Kosmos mit seinen unvorstellbar vielen Sternen schier erdrücken. In diesen Weiten seien noch viele weitere erdähnlicher, belebter Planeten zu erwarten.Aber muss es wirklich tausende anderer bewohnter Welten geben? Der Astrobiologe Guillermo Gonzales nahm die Bedingungen für komplexes Leben genauer unter die Lupe und kommt zum gegenteiligen Schluss. Er prägte den inzwischen gebräuchlichen Begriff habitable Zone für die Region um einen Stern, in der Leben in komplexer Form überhaupt möglich sein kann. Viele weitere Faktoren schränken die Wahrscheinlichkeit für solches Leben jedoch derartig ein, dass selbst die unvorstellbar große Zahl von Sternen uns kaum Hoffnung auf die Entdeckung bewohnter Welten im All machen kann. Zu viele Zusammenhänge und zu viele physikalische Größen passen in unserem Planetensystem sehr genau, damit wir hier auf der Erde leben können. Diese sogenannte Feinabstimmung wird im Film gut verständlich und anschaulich dargestellt. Sie steht dem sog. kopernikanischen Prinzip von der Beliebigkeit unseres Wohnortes im Universum entgegen und zeichnet unsere Erde als sehr besondern Planeten aus.

Die beeindruckende Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis brachte Gonzales auf einen weiteren Gedanken: Wären Sonne und Mond von der Erde aus gesehen nicht nahezu gleich groß, hätten wir dieses Schauspiel nicht und vielmehr noch, wir könnten nicht solche interessanten physikalischen Erkenntnisse daraus gewinnen. Sollte das bloßer Zufall sein? Oder steckt dahinter vielmehr Gottes Absicht? Der privilegierte Planet zeigt eine Reihe weiterer Umstände auf, die nicht nur das (komplexe) Leben ermöglichen, sondern uns eine ausgezeichnete Beobachterposition im Kosmos einräumen: z.B. die ausgerechnet im sichtbaren Licht durchlässige Erdatmosphäre, die gleichzeitig aber gefährliche kosmische Strahlung abschirmt. Der privilegierte Planet kommt so zu der Schlussfolgerung, dass Gott uns die unermesslichen Weiten des Kosmos zeigen und seine physikalischen Zusammenhänge erforschen lassen will, damit wir über Seine Größe staunen.

Im Gegensatz zum gleichnamigen (englischen) Buch kommt der Film komplett ohne die Behandlung der Frage nach dem Alter des Kosmos aus. Die Aussagen im Film können daher sowohl von Anhängern eines hohen kosmologischen Alters als auch von Befürwortern einer Kurzzeitschöpfung vertreten werden.

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Illustra Media, USA, 2005
Deutsche Bearbeitung Drei Linden Film 2008
DVD, 60 Min., stereo

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Letzte Änderung: 23.04.2008
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