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Evolution für Evangelikale
Friedensschluss zwischen Glaube und Biologie

Rezension von Reinhard Junker

Rezension im PDF-Format


Darrel R. Falk (2012): Evolution für Evangelikale. Friedensschluss zwischen Glaube und Biologie. Buchverlag Dr. Mark Marzinzik. 19,95 Euro.



Darrel R. Falk ist Biologieprofessor, evangelikal orientierter Christ und war zeitweise Präsident von der Vereinigung „BioLogos“, die sich für ein mit der Evolutionsanschauung versöhntes Christentum einsetzt. Sein bereits 2004 publiziertes Buch „Coming to Peace with Science“ wurde von dem Physiker Dr. Mark Marzinzik Ende 2012 auf Deutsch unter dem Titel „Evolution für Evangelikale“ publiziert. Mit dem deutschen Titel macht der Herausgeber deutlich, dass er die Evangelikalen für die Akzeptanz der Evolutionslehre gewinnen möchte. Der Untertitel suggeriert eine Frontstellung zwischen Biologie und Glaube; dabei ist mit „Biologie“ offenbar die Evolutionslehre gemeint. Hier muss betont werden, dass Biologie als Naturwissenschaftsdisziplin und (christlicher) Glaube sind keine Feinde sind, die für einen Friedensschluss erst noch gewonnen werden müssten. Biologie bzw. (im Original-Buchtitel) „Science“ werden fälschlicherweise mit Evolution gleichgesetzt, was sachlich nicht gerechtfertigt ist. Damit schließt sich der Autor der besonders in der Presse häufig gemachten Behauptung an, dass Evolutionskritiker gegen Wissenschaft kämpfen, wenn sie eine allgemeine Evolution der Lebewesen in Frage stellen – ein schwerwiegender Vorwurf.

Titel und Untertitel lassen vermuten, dass es vor allem um theologische Argumente geht, denn wenn für einen Friedensschluss mit der Evolutionstheorie geworben wird, deren Ablehnung vor allem theologisch motiviert ist, kann man dafür eine theologische Begründung erwarten. Das Buch befasst sich jedoch in weiten Teilen mit naturwissenschaftlichen Aspekten, während theologische Ausführungen und exegetische Betrachtungen relativ knapp sind. In den naturwissenschaftlichen Kapiteln sind allerdings an manchen Stellen theologische Ausführungen eingeflochten. Theologisch thematisiert wird vor allem das Bild eines durch Evolution graduell erschaffenden Schöpfers; dagegen werden die mit der Evolutionsfrage verknüpften heilsgeschichtlichen Aspekte kaum behandelt (z. B. weshalb ist der Mensch Sünder, so dass er Jesus Christus als seinen Retter aus Sünde und Tod braucht?).

Die relativ ausführlichen naturwissenschaftlichen Kapitel haben den Zweck, den Leser davon zu überzeugen, dass die Erde alt ist, dass eine Jahrmilliarden währende Evolution der Lebewesen stattgefunden hat und der Mensch tierische Vorfahren besaß. Zweifellos gibt es für diese Sicht mehr oder weniger gute Argumente. Viele relevante Gegenargumente kommen jedoch nicht zur Sprache; so wird z. B. das evolutionstheoretische Problem der kambrischen Explosion des Lebens viel zu unkritisch dargestellt. Eine der wenigen von Falk angeführten Kritikpunkte ist das verbreitete Fehlen von Übergangsformen, was der Autor aber zu entkräften versucht. So gesehen ist das Buch ziemlich einseitig, aber nicht nur das: Überraschenderweise hält der Autor die natürliche Entstehung des Lebens für ein hochgradig wahrscheinliches Ereignis (S. 89 im amerikanischen Original) – eine Behauptung, die nicht durch naturwissenschaftliche Befunde, sondern durch Falks Schöpfungstheologie gestützt wird, wonach Gott die Materie evolutionsfähig geschaffen habe. Hier setzt sich Falk über die naturwissenschaftliche Datenlage hinweg und gelangt dadurch zu einer anderen Einschätzung als die Experten, die auf diesem Gebiet arbeiten.

Falk lehnt nicht nur den Kreationismus, sondern auch den Ansatz des „Intelligent Design“ ab, auch dessen Variante einer gelenkten Evolution.

Die naturwissenschaftlichen Argumente für Evolution werden theologisch durch die Mutmaßung gestärkt, dass naturwissenschaftliche Forschung ein Weg der Offenbarung Gottes über die Welt sein könnte (S. 36). Auch Falks Auffassung, Gott spreche zu uns auch durch den Bereich der Natur und daraus lernen wir von seiner Schöpfung (S. 29), ist wohl so gemeint. Wenn Gott sich also auch durch menschliche Forschung offenbart und diese Forschung vermeintlich Evolution nachweist, dann ist Falks Forderung durchaus folgerichtig, dass die Theologie nicht auf einer Sicht von Gott beruhen dürfe, die eine evolutionäre Erklärung der Entstehung der Lebewesen verhindert (S. 168). Steht damit das (vermeintliche) Wissen damit über dem Wort Gottes? Falk würde das vermutlich verneinen, denn nach seiner Auffassung lässt die Heilige Schrift offen, ob Gott durch direkte Schöpfungsakte oder durch einen graduellen Prozess geschaffen hat (S. 87f.). Aufgrund dieser Offenheit könne man angesichts der heutigen Indizienlage in den Naturwissenschaften eine evolutionäre Entstehung aller Lebewesen akzeptieren, ohne in einen Widerspruch zur Heiligen Schrift zu geraten. Falk verweist darauf, dass im Schöpfungsbericht von einer vermittelten Schöpfung die Rede ist (S. 150): „Die Erde lasse hervorbringen …“ usw. Das ist zwar richtig, aber auch hier wieder einseitig: Denn sowohl im Schöpfungsbericht als auch sonst in der Heiligen Schrift ist nicht durchweg von einer solcherart vermittelten Schöpfung die Rede, insbesondere nicht bei der Erschaffung des Menschen. Vielmehr schildert die Heilige Schrift an vielen Stellen Gottes unmittelbares Schöpferwirken, durch das er in den gewöhnlichen Lauf der Dinge eingreift. Das wird auch durch Jesu Totenauferweckungen und Heilungswunder deutlich, durch die er sich zugleich als der Messias erweist.

Doch davon abgesehen folgt daraus, dass die Erschaffung vermittelt erfolgt, kein Freibrief dafür, diesen Vorgang evolutionär zu füllen. Denn wenn man dies tut, muss man sich der Frage widmen, welche Konsequenzen das nach sich zieht; insbesondere muss der Zusammenhang mit Sünde, Tod und Erlösung in der Schöpfung bedacht werden.1 Das macht Falk nur ausgesprochen stiefmütterlich, indem er kurz (S. 200) darauf hinweist, dass in Röm 5,12ff. und 1. Kor 15,21ff. mit dem Tod der „geistliche Tod“ gemeint sei, was exegetisch aber nicht haltbar ist.2

Falk verweist zwar auf manche Bibelstellen, die einem Verständnis einer durch Evolution sich vollziehenden Schöpfung nicht widersprechen oder dieses sogar nahezulegen scheinen (s. o.), aber die klaren biblischen Aussagen, die in eine andere Richtung weisen, werden nicht berücksichtigt (s. dazu den Anhang).3

Falk schreibt selber, dass die Schöpfungsgeschichte nicht getrennt werden könne von der Geschichte der neuen Schöpfung, nämlich wie wir Menschen nach 2. Kor 5,17 eine neue Schöpfung in  Christus werden (S. 43). Diese „Schöpfung“ verläuft nun aber gerade nicht graduell durch eine Entwicklung, sondern geschieht durch Gottes eingreifendes, neuschaffendes Wirken. Dieser Vergleich stützt Falks Ansatz gerade nicht, was er aber offenbar nicht bemerkt.


Falks Bild von Gott als Schöpfer

Falk unterstellt den Befürwortern einer direkten Schöpfung und des Design-Ansatzes4 ein verengtes Gottesbild, indem sie den Schöpfer durch die „Design-Metapher“ in eine „Box begrenzter menschlicher Erfahrung“ steckten (S. 14, 150). Besser als die Ingenieurs-Analogie sei der Vergleich der Schöpfertätigkeit mit der eines Künstlers, Komponisten oder Dirigenten (S. 15). „The analogy of hovering spirit and guiding light is biblical, while that of master engineer is a product of modern society and the industrial age“ (S. 150; vgl. S. 168). Das klingt gut, aber wenn man sich durch das Buch liest, bleibt immer wieder eine ganz einfache Frage offen: Was tut Gott als Schöpfer eigentlich? Diese Frage stellt sich angesichts der Akzeptanz von Evolution als eines natürlichen Prozesses (z. B. S. 89, 92)5; zudem kann ein natürlicher Prozess kaum mit den oben genannten Metaphern beschrieben werden. Und mit keinem Wort geht Falk darauf ein, dass Schöpfung durch Evolution bedeutet, durch ungerichtete Mutationen (die überwiegend schädlich sind und wieder ausgemerzt werden müssen) und durch erbarmungslose Auslese der konkurrenzfähigsten Formen neue Lebensformen hervorzubringen. Gottes Schöpfertätigkeit ist– so wie Falk sie beschreibt – nebulös. Er spricht z. B. von „anfänglichem Design und Gottes bewahrender Übersicht“ (S. 22) und davon, dass Gott einen graduellen Prozess leite und beeinflusse, der unter seiner Kontrolle sei (S. 87, 102, 168)6. Obwohl er von „Leitung“ spricht, distanziert sich Falk aber vom Ansatz des Intelligent Design (S. 13), dessen Spezifikum gerade die Annahme einer Zielorientierung in der Entstehung der Lebewesen ist. Was also tut Gott und wie würde es sich auswirken, wenn er nicht in der Evolution schöpferisch am Werke wäre?7

Die Meinung, der Design-Ansatz führe zu einem verengten Gottesbild, beruht zudem auf einem Missverständnis. Denn mit der Design-Metapher soll im Rahmen des Design-Ansatzes nur zum Ausdruck gebracht werden, dass zur Erklärung der Herkunft eines Naturgegenstandes (auch) eine geistige Verursachung angenommen werden muss, will man das Erklärungsziel erreichen. „Designer“ steht als Kürzel für geistige, willensgesteuerte, zielorientierte Verursachung, und die Befürworter des Design-Ansatzes haben immer wieder darauf hingewiesen, dass im Rahmen wissenschaftlicher Argumentation nichts Konkretes über den Designer und seine „Methode“ gesagt werden kann. Hier kritisiert Falk einen Strohmann, ohne selber eine klare Alternative anzubieten. Das ist auch dort der Fall, wo Falk Andersdenkenden unterstellt, sie reduzierten die Bibel auf ein wissenschaftliches Lehrbuch, was dazu führe, dass man ihre „tiefsten Wahrheiten“ verpasse (S. 36, vgl. S. 41). Das ist doppelt falsch, zum einen weil niemand die Bibel als Lehrbuch betrachtet, zum anderen weil die tiefsten Wahrheiten der Bibel damit zusammenhängen, dass wirklich passiert ist, was die Bibel schildert.


Fazit

Die relevanten naturwissenschaftlichen Aspekte werden einseitig und unvollständig präsentiert; wesentliche theologische Probleme einer Schöpfung durch Evolution werden z. T. nur stiefmütterlich oder gar nicht behandelt und aus Falks Aussagen über Gott als Schöpfer wird nicht klar, was Gott als Schöpfer überhaupt tut.


Anhang: Jesus Christus als Schöpfer

In der Frage nach dem rechten biblischen Schöpfungsverständnis ist der Blick auf das Handeln Jesu maßgeblich. Wie hat Jesus Christus gehandelt, als er vor 2000 Jahren auf unserer Erde wirkte? Beispielhaft ist hier die Geschichte von der Heilung des Aussätzigen. Im 1. Kapitel des Markusevangeliums wird berichtet: „Da kam ein Aussätziger zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie nieder und bat ihn flehentlich mit den Worten: ‘Wenn du willst, kannst du mich reinigen.’ Jesus hatte Mitleid mit ihm, streckte seine Hand aus, fasste ihn an und sagte zu ihm: ‘Ich will’s: werde rein!’ Da verschwand der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein“ (Mk 1,40-42). Hier wird deutlich, was Schöpfung durch das Wort bedeutet: Augenblicklich geschieht etwas, was durch einen natürlichen Prozess gar nicht oder nur in längerer Zeit ablaufen könnte: Durch das Wort Jesu wird der Leprakranke „sogleich“ geheilt. Das ist ein Schöpfungsakt, denn eine solche Heilung bedeutet, dass anstelle des kranken oder abgestorbenen Gewebes gesundes Gewebe geschaffen wurde. Jesu Wille und sein schöpferisches Befehlswort – „Ich will’s werde rein!“ – bewirken das sonst Unmögliche.

Nicht anders ist es bei den Totenauferweckungen. Jesus ruft dem toten Lazarus zu: „Lazarus komm heraus!“ (Joh 11,43) Dem toten jungen Mann aus Nain befiehlt er: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ (Luk 7,14) und zum toten Mädchen des Jairus: „Mädchen, steh auf!“ (Luk 8,54) Vom Tod zum Leben ist Schöpfung!

Damit erweist sich Jesus als derjenige, der mit göttlicher Macht und Autorität handelt, nicht als ein besonderer Mensch nur unter Berufung auf Gottes Macht, sondern in eigener Autorität. Dadurch ist er als Gottes Sohn ausgewiesen und erkennbar. Denn im Alten Testament wird Gottes Handeln ebenso beschrieben: „Wenn er spricht, so geschieht es, wenn er gebietet, so steht es da“ (Psalm 33,9).

Das schöpferische Wirken Jesu gleicht auch der Schöpfung am Anfang: Und Gott sprach: „Es werde!“ –  „Die Erde bringe hervor!“ –  „Das Wasser wimmle!“

Somit wird deutlich, dass Schöpfung ein Eingreifen in die Abläufe der Natur bedeutet – am Wirken Jesu anschaulich ablesbar. „Schöpfung durch das Wort“ ermöglicht Dinge, die sich auf natürlichem Weg nicht augenblicklich oder gar nicht ereignet hätten. Wir haben in Jesu Handeln deshalb einen bedeutenden Schlüssel zum Verständnis der Erschaffung der ganzen Welt.

Wer Jesus Christus ist, wie er handelt und was Schöpfung bedeutet – all das gehört zusammen. Das wird auch deutlich bei der Sturmstillung. Wie bei der Schöpfung genügt ein kurzes Befehlswort, um den Sturm zum Schweigen zu bringen und die Wogen in kürzester Zeit zu glätten: „Schweig, sei still!“ (Mk 4,39). Und dann folgt die erstaunte Frage der Jünger: „Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorsam sind?“ (Mk 4,41) Die Antwort ist jedem Bibelleser klar: Die Herrschaft über die Naturgewalten hat nur der, der sie geschaffen hat: „Der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker“ (Psalm 65,8; vgl. Ps. 89,10; Ps. 107,29). Die Gottheit Jesu wird daran erkannt, dass er in eigener Autorität auf eine Weise wirkt, wie es im Alten Testament ausschließlich von Gott bezeugt wird.

Was bedeutet das für die theologische Bewertung der Evolutionslehre? Hierzu muss man sich klarmachen, dass Evolution – gemessen an den auf Darwin zurückgehenden Vorstellungen über ihre Mechanismen – im Vergleich zur Schöpfung ein vollkommen anderer Vorgang ist. Demnach wird das Werden des Lebens allein auf natürliche Gegebenheiten zurückgeführt. Konkret: Es beruht auf der Variabilität der Arten und einer Überproduktion der Nachkommen. Daraus folgt zwingend eine Auslese: In der Regel werden diejenigen Formen Nachkommen hervorbringen und ihre Merkmale an die nächste Generation weitergeben, die am besten mit den jeweiligen Umweltbedingungen zurechtkommen (Auslese der Bestangepassten). Das wiederum bedeutet, dass innerartliche Konkurrenz unvermeidlich ist. Mehr noch: Konkurrenz ist in evolutionärer Perspektive sogar eine Triebfeder für den Fortgang der Entwicklung. Die Erzeugung der Variabilität als Reservoir für die Auslese erfolgt letztlich durch Mutationen. Diese sind aber – bis auf spezielle Ausnahmen – ungerichtet. Evolutionstheoretiker betonen immer wieder, dass es im Evolutionsprozess keinerlei Zielorientierung gibt – diese kann es auch gar nicht geben, da Evolution als ein rein natürlicher Prozess verstanden wird. Bloße Naturprozesse können aber keine Ziele verfolgen. Schöpfung dagegen beinhaltet im Gegensatz dazu gerade Zielorientierung, Zweckbestimmung und Ordnung.

Macht man sich also auf der einen Seite klar, was Evolution beinhaltet und auf der anderen Seite, was Schöpfung durch das Wort bedeutet, wie es uns im Alten und Neuen Testament bezeugt wird, ist offenkundig, dass es sich um zwei grundverschiedene Vorgänge handelt, die nicht miteinander harmonisiert werden können. Wird dies gemacht (z. B. durch Versuche einer theistisch interpretierten Evolution), geschieht dies nur unter Preisgabe der für Schöpfung oder für Evolution charakteristischen Kennzeichen.

Literatur

1 Junker R (1994) Leben durch Sterben? Schöpfung, Heilsgeschichte und Evolution. Neuhausen-Stuttgart, 2. Aufl.; Junker R (2012) Theistische Evolution nach Denis Alexander und nach BioLogos
2 Siehe dazu den in Anm. 1 genannten Internetartikel.
3 Dies ist umso erstaunlicher, als Falk selber eine "'one page' version" der Schöpfungsgeschichte (zurecht) kritisiert. In seinem Buch versucht er nicht einmal ansatzweise, einen Überblick über die Schöpfungsaussagen der Bibel darzustellen, sondern pickt einzelne Stellen heraus, die z. T. nicht einmal in einem Schöpfungskontext stehen, sofern sie zu seinem Ansatz passen. (Beispielsweise schließt Falk aus der Tatsache, dass Gott es den Menschen freistellt, seine Errettung anzunehmen, dass er auch Freiheit in der Schöpfung gewährt habe, gleichzeitig aber wie im Leben von Menschen eine Art Supervision ausübe; s. S. 101f.). Aus dem Charakter Jesu will Falk auf die Art und Weise der Schöpfung schließen (S. 150); dabei bemerkt er aber nicht, dass gerade der Verweis auf Jesu Art des Umgangs mit den Menschen einer Schöpfung durch Auslese widerspricht. Diese selektive Vorgehensweise führt dazu, dass Falk nichts in der Heiligen Schrift findet, das die Sicht einer direkten Schöpfung ("from scratch") fordere.
4 Nach dem Design-Ansatz in der Ursprungsforschung tragen die Lebewesen definierte Kennzeichen, die typisch sind für eine geistige Verursachung und somit auf Planung und Zielorientierung einer handelnden Person (Designer, Schöpfer) verweisen. Über diesen Urheber wird nichts Konkretes im Sinne einer Offenbarung gesagt, auch bleibt der genaue Schöpfungsvorgang offen. Daher impliziert der Design-Ansatz keine Vorstellung eines Ingenieurs- oder Bastler-Gottes – entgegen häufig gemachter Unterstellungen (vgl. dazu R. Junker, Das Design-Argument und der Bastler-Lückenbüßer-Gott).
5 Falk lehnt den Design-Ansatz ab.
6 Er bringt die Aussage, dass der Geist Gottes über dem Wasser schwebte (1.Mose 1,2) mit dieser Sicht in Verbindung: Der Geist Gottes schwebte über der Schöpfung (S. 87).
7 Typisch für das Denken von Falk ist folgender Absatz: "When scientists look at this data without the lens of faith, they propose, given the atmospheric conditions and the composition of the earth, that the origin of life is a highly probable natural event. As Christians, we believe that although ist was indeed a highly probable event, its high probability relates to the fact that it was responding to God's command and God's Presence" (S. 89). Hier unterwirft Falk nicht nur sein Schöpferbild der Vorgabe einer natürlichen Entwicklung, sondern auch den Wissensstand in der Biogenese-Forschung. Denn die Behauptung die Entstehung des Lebens sei aus naturwissenschaftlicher Sicht (science meint hier Naturwissenschaft) ein hochgradig wahrscheinliches natürliches Ereignis, ist durch die vorliegenden Daten und Hypothesen ganz und gar nicht gedeckt. Vgl. auch S. 92.

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