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Lesenswerte Analyse von „Intelligent Design“

Rezension von Reinhard Junker

Rezension im PDF-Format


Erkki Vesa Rope Kojonen (2014) Intelligent Design: A theological and philosophical analysis. Dissertation, Faculty of Theology at the University of Helsinki, 338 Seiten.



Der finnische Theologe Kojonen E. V. R. liefert mit dieser Dissertation eine gleichermaßen gründliche, um Fairness bemühte und konstruktiv-kritische Analyse des „Intelligent-Design“-Ansatzes (ID) in der Biologie. Er befasst sich mit zahlreichen Aspekten rund um den Design-Ansatz. Nicht nur die 38 Seiten Bibliographie sind ein Indiz für die Gründlichkeit seiner Studie. Der Autor erweist sich auch in wissenschaftstheoretischen Fragen gut informiert und hat eine breite Kenntnis der einschlägigen Literatur pro und contra „Intelligent Design“. Die Dissertation ist unter https://helda.helsinki.fi/bitstream/... frei verfügbar.

Kojonen zieht folgendes Fazit: „Looking back on this study, I am amazed at the multitude of connections between the design argument and other long-standing issues in the philosophy of science, the philosophy of religion and theology. My analysis of Intelligent Design has touched on problems like the relationship of faith, reason and science, the problem of natural evil, the nature of reality and the nature of God. For me, this revelation of the breadth of the factors behind the debate on design arguments has been the one of the greatest rewards of this study“ (300).

Für alle die sich für die Frage interessieren, ob und wie man Gottes Spuren als Schöpfer in seiner Schöpfung entdecken kann bietet Kojonens Analyse eine wertvolle und gewinnbringende Lektüre, gleichgültig, ob sie sich schon intensiver mit der Thematik befasst haben oder ob sie sich erst noch einen Überblick verschaffen wollen. Gegenüber den vielen argumentativ armen, oberflächlichen, verzerrenden Beiträgen rund um dieses interessante und gerade in heutiger Zeit wichtige Thema sticht Kojonens Arbeit umso positiver heraus. Kojonen weist in einigen Fällen nach, dass die ID-Kritiker die kritisierte Position und publizierten Gegenargumente oft nicht oder nur ungenügend kennen (oder ignorieren), etwa in der Kontroverse um den Lückenbüßer-Gott, bezüglich der differenzierten Sichtweise von Michael Behe über „nichtreduzierbare Komplexität“ oder bezüglich der vielseitigen Auseinandersetzung mit Kritikpunkten gegen das klassische Design-Argument von William Paley. Jeder, der die Diskussion um ID auch nur im Ansatz verfolgt, kennt dieses Problem.

Kojonen liefert mit seiner Arbeit nicht einfach eine bloße Verteidigung des Intelligent-Design-Ansatzes, sondern stellt auch viele kritische Aspekte heraus, allerdings nicht ohne Hinweise, wie damit konstruktiv umgegangen werden kann. Die Position des Autors tritt zurück (mir ist sie nicht genauer bekannt), abgesehen davon, dass er dem Design-Ansatz einen berechtigten Platz im Streit um Ursprungfragen in der Biologie gibt. Dieses Zurücktreten ist durchaus eine der Stärken seiner Analyse und unterstreicht den Eindruck einer von einer wissenschaftlichen Einstellung und dem Bemühen um Objektivität gekennzeichneten Arbeit.

Die vollständige Rezension finden Sie hier im PDF-Format


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