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Informationen zu „Evolution - ein kritisches Lehrbuch“

Inhalt


Im Herbst 2006 erschien die 6. Auflage von „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“. Angesichts zahlreicher unwahrer Behauptungen in Interviews und Pressetexten (s. u.) werden an dieser Stelle einige Richtigstellungen und Informationen über dieses Buch gegeben.

Besonderheiten des Buches


Dieses Buch stellt einerseits die wichtigsten Inhalte der Evolutionstheorie und ihrer Teilhypothesen dar. Der Bogen spannt sich von der Entstehung des Lebens bis zur Abstammung der Menschheit. Darüber hinaus werden im letzten Teil des Buches sowie in kurzen Textkästen Hinweise auf die Möglichkeit der Deutung biologischer Daten im Rahmen von Schöpfungsanschauungen gegeben. Dem Untertitel „kritisch“ (= „unterscheidend“) entsprechend werden folgende Unterscheidungen vorgenommen:
• Eine saubere Trennung von Daten, Interpretationen und weltanschaulichen Grenzüberschreitungen. Die in der Presse öfter vorgebrachte Behauptung, dass in diesem Buch Wissen und Glauben vermischt würden, stellt die jedem Leser sofort ersichtlichen Tatsachen auf den Kopf. In Wirklichkeit sind die Ausführungen, die über naturwissenschaftliche Aspekte hinausgehen, sogar optisch klar abgesetzt. Sie stellen zudem nur einen sehr kleinen Teil des Buches dar.
• Trennung von Mikroevolution und Makroevolution. Evolvierbarkeit im Sinne von Anpassungs- und Spezialisierungsvorgängen ist eine Grundeigenschaft der Lebewesen. Sie ist vielfach dokumentiert und beruht auf der Existenz von funktionierenden Konstruktionen. Dagegen ist deren erstmalige Entstehung durch die bekannten empirisch nachgewiesenen Variationsprozesse nicht bekannt. Dies wird im Lehrbuch ausführlich begründet.
• Unterscheidung von möglichen und zwingenden Deutungen. Die Daten, die als gemeinhin als „Beweise“ für eine allgemeine Evolution der Lebewesen gelten (Ähnlichkeiten, fossile Bindeglieder u.v.a.) werden auf ihre Stichhaltigkeit geprüft. Die Autoren haben sich um eine faire Darstellung der Daten bemüht. Es wird gezeigt, dass sie zwar – durchaus nicht immer problemlos – im Sinne von Evolution gedeutet werden können, dass daraus aber keine „Tatsache“ einer allgemeinen Makroevolution abgeleitet werden kann.
Weil das Buch auch dazu geeignet ist, die wichtigsten Argumente pro Evolution kennenzulernen, trägt es den Untertitel Lehrbuch zurecht. In diesem Sinne haben sich viele Leser geäußert, auch solche, welche weder die sachlichen Schlussfolgerungen noch die Weltanschauung der Autoren teilen.

Die wichtigsten Neuerungen der 6. Auflage


Gegenüber der 5. Auflage aus dem Jahr 2001 wurden zahlreiche Abschnitte stark überarbeitet, besonders im Bereich Paläontologie (Zwischenformen-Problematik) und Vergleichende Biologie. Davon betroffen sind unter anderem die Abschnitte über Molekulare Stammbäume, die Endosymbionten-Hypothese, die Entstehung der Vierbeiner, die Entstehung der Vögel und die Evolution der Pferde.
Neu verfasst wurde das Kapitel über Entstehung biologischer Information. Gegenüber der letzten Auflage gibt es zusätzliche Abschnitte in den Kapiteln über molekulare Evolutionsmechanismen, über Makroevolution, über neuere Ansatze in der Embryologie sowie über den Ansatz des sog. „Intelligent Design“.
Sachliche Kritik, die die Autoren erreichte, wurde berücksichtigt und trug zur Verbesserung bei. Insbesondere führte die Diskussion über wissenschaftstheoretische Fragen zu einer starken Überarbeitung des 1. Kapitels („Grundlagen aus der Wissenschaftstheorie“).
Eine ausführliche Inhaltsübersicht findet sich unter http://www.evolutionslehrbuch.info. Dort sind auch das Vorwort und ein ausführliches Literaturverzeichnis veröffentlicht. In Inhaltsverzeichnissen der einzelnen Buchteile wird außerdem auf einige weiterführende Texte verlinkt.

Inhaltliche Auseinandersetzung gewünscht


Innerhalb der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie existiert eine lebhafte und kritische Diskussion verschiedener Einzeltheorien, jedoch nur, solange ersichtlich ist, dass die Evolutionstheorie nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Jede Hypothese oder Theorie, die eine naturwissenschaftlich begründete Geltung beansprucht, muss sich der fachlichen Kritik aber auch dann stellen, wenn diese grundsätzlicher Art ist. Es ist auffällig, dass die Evolutionstheorie an dieser Stelle anscheinend eine Ausnahme darstellt. Dies wird u.a. daran deutlich, dass häufig eine Immunisierung gegen die in diesem Lehrbuch vorgetragene naturwissenschaftliche Kritik an der Makroevolutionslehre in öffentlichen Stellungnahmen erfolgt. Dies geschieht durch pauschale Abqualifizierungen wie „Kreationistenfibel“, „zentrales Propagandainstrument“ und „als Schulbuch getarnte Programmschrift“. Sogar ein „kruder Mix aus gefälschten Fakten und Spekulationen“ wurde dem Buch vorgeworfen (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 8. 10. 2006) – auf eine Begründung für diese Beleidigung wurde verzichtet. Es ist naheliegend zu vermuten, dass mit solchen herabsetzenden Äußerungen Leser gezielt davon abgehalten werden sollen, sich mit kritischen Sachargumenten gegen Makro-Evolutionstheorien zu beschäftigen. Wir laden den Leser dazu ein, sich über die Stichhaltigkeit solcher Abqualifizierungen selber ein Bild zu machen.
Die Autoren erheben keinen Anspruch auf Fehlerfreiheit und bitten ihre Leser ausdrücklich um sachliche Kritik. Nicht nur etablierte naturwissenschaftlichen Theorien, sondern auch die gegen sie erhobenen Einwände müssen sich der Kritik stellen. Die Internet-Seite http://www.evolutionslehrbuch.info soll in Zukunft auch dafür genutzt werden, sachliche Leserreaktionen zu diskutieren.

Links


„Evolution – ein kritisches Lehrbuch“

Internetseite des Lehrbuchs

13. 11. 2006


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