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Der Fall Richard Sternberg - Konsequenzen der Veröffentlichung eines „Intelligent Design“-Artikels in einem Wissenschaftsjournal

„Intelligent Design“ (ID) steht für den Versuch einiger Wissenschaftler, die Entstehung der organismischen Komplexität durch Bezugnahme auf eine intelligente Ursache zu erklären. Kritiker dieses Ansatzes lehnten eine Auseinandersetzung mit ID auf wissenschaftlicher Ebene wiederholt mit der Begründung ab, ID-Befürworter würden ihre Argumente nicht in angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschriften publizieren. Im Jahr 2004 wurde jedoch in einem anerkannten Wissenschaftsjournal ein Artikel von Stephen C. Meyer veröffentlicht, welcher für den ID-Ansatz argumentierte. Der verantwortliche Redakteur des Journals, Richard Sternberg, selbst kein Anhänger von ID, sah sich daraufhin mit heftigen Reaktionen von ID-Kritikern konfrontiert. Seine fachliche Qualifikation wurde in Frage gestellt, es wurde fälschlicherweise behauptet, er habe den Review-Prozess umgangen, seine persönlichen weltanschaulichen Auffassungen wurden zum Gegenstand des Interesses, er verlor seinen Büroplatz, und seine Forschungsarbeit wurde stark behindert. Es wurde sogar Sternbergs Entlassung an seinen Arbeitsplätzen, den National Institutes of Health (NIH) und dem National Museum of Natural History (NMNH), gefordert.
In einer ausführlichen Dokumentation von Christoph Heilig werden diese Vorgänge chronologisch dargestellt (Der Fall des Richard Sternberg). Die Dokumentation zeigt, dass selbst in einer modernen, demokratischen Wissenschaftsnation wie den USA Wissenschaftler aufgrund ihrer (vermeintlichen!) privaten Ansichten massiv diskriminiert werden können. Im Fall von Richard Sternberg ging das soweit, dass sein Arbeitsplatz ernsthaft in Gefahr geriet, obwohl dies anhand der nachgewiesenen Arbeitsleistung nicht begründet werden konnte. Aufgrund dieser inzwischen weithin bekannt gewordenen Vorgänge ist zu befürchten, dass kaum ein Herausgeber eines biologischen Journals es in Zukunft noch wagen wird, einen offen für ID argumentierenden Artikel zu veröffentlichen.

22. 3. 2007


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