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Hauptkonferenz 2007: Altersdatierungen auf dem Prüfstand

Inhalt


In den Naturwissenschaften gilt es als bewiesen, dass die Erde etwa 4,6 Milliarden Jahren alt ist. Dagegen orientieren sich die Mitarbeiter der Studiengemeinschaft Wort und Wissen an der biblischen Überlieferung und den daraus resultierenden Zeitvorstellungen. Demnach hat Gott das Universum mit dem Menschen erst vor größenordnungsmäßig 10.000 Jahren geschaffen. Verschiedentlich wurde eingeräumt, dass es bislang nicht gelingt, die biblischen Zeitvorstellungen mit naturwissenschaftlichen Befunden in Einklang zu bringen, so zum Beispiel im 1996 veröffentlichten Diskussionsbeitrag Die naturwissenschaftliche Forschung von „Wort und Wissen“ – eine Bilanz. Warum hält die Studiengemeinschaft Wort und Wissen den biblischen Zeitrahmen dennoch für eine auch wissenschaftlich fruchtbare Ausgangsbasis?

Die biblische Offenbarung als Motivation


Die wissenschaftlichen Bemühungen der Studiengemeinschaft müssen im Rahmen der biblischen Heilsgeschichte gesehen werden. Die Bedeutung Jesu Christi als Erlöser des sündigen Menschen kann nur vor dem Hintergrund der biblischen Schilderungen der Anfänge verstanden werden (Evolution: Schöpfungsmethode Gottes?). So stellt der Apostel Paulus im Römerbrief einen zentralen Zusammenhang her zwischen der Überwindung von Sünde und Tod durch Jesus Christus und deren Einbruch in die Welt durch den ersten Menschen, Adam. In einem evolutionären Kontext gibt es jedoch weder einen ersten Menschen noch einen Einbruch von Sünde und Tod. Dieser für den christlichen Glauben zentrale Zusammenhang motiviert alles Forschen von „Wort und Wissen“. Und er hat einen direkten Bezug zu den Zeitabläufen in der Schöpfung (dies wird im Diskussionsbeitrag Lehrt die Bibel eine junge Schöpfung? erläutert).

Neue Ergebnisse zur Altersbestimmung


Es gibt darüber hinaus durchaus Befunde, die die etablierten Altersvorstellungen in Frage stellen. Auf der vom 22.-24. Juni 2007 in Schwäbisch Gmünd abgehaltenen Hauptkonferenz stellte Peter Korevaar neue Ergebnisse zur radiometrischen Altersbestimmung vor, aus denen Hinweise dafür gewonnen werden können, dass der radioaktive Zerfall in der Vergangenheit zeitweise deutlich schneller abgelaufen sein könnte als bisher angenommen. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf radiometrische Datierungen. Die betreffenden Untersuchungen bedürfen aber weiterer intensiver Prüfungen und sind bislang zu wenig belastbar. Näheres schildert der Tagungsbericht Stellungnahme zu den Ergebnissen des „RATE-Projekts“ über radiometrische Datierungen.
Michael Brandt referierte über Studien zur Bevölkerungsentwicklung der Menschheit und über menschliche Besiedlungsspuren (vor allem Steinwerkzeuge). Diese beiden voneinander unabhängigen Indizienketten legen sehr deutlich ein Menschheitsalter unter 10.000 Jahren nahe und stehen damit in krassem Widerspruch zu radiometrisch bestimmten Altern menschlicher Fossilien. Auch wenn daraus keine Beweise für biblische Altersvorstellungen abgeleitet werden können, so passen diese Befunde doch zu einer kurzen Menschheitsgeschichte und lassen ein Hinterfragen der radiometrisch bestimmten Alter als berechtigt erscheinen. Vor etwa einem Jahr wurde hierzu vom Referenten das Buch „Wie alt ist die Menschheit“ herausgegeben, in dem die Argumente detailliert vorgestellt und gegen bekannte Kritikpunkte verteidigt werden. Die Fachwelt hat zu diesem Buch bislang geschwiegen. Ebenso spannend sind die Ergebnisse aktueller Untersuchungen von Michael Brandt, die dokumentieren, dass Steinwerkzeuge des Menschen in geologischen zu „alten“ Schichten (z.B. Oligozän) aufgetreten sind. Bestätigen sich diese Befunde – und vieles spricht dafür – ist eine Anomalie belegt, welche die Gültigkeit der gängigen Zeitvorstellungen zur geologischen Säule in Frage stellt.
Während also starke Indizien für eine junge Menschheit vorliegen, ist die Beweislage für eine junge Erde insgesamt nach wie vor dünn. Aufgrund der Bedeutung der biblischen Zusammenhänge ist für Wort und Wissen die Motivation zum Weiterforschen in diesen schwierigen Fragen jedoch ungebrochen. Vielleicht muss an die wissenschaftlichen Daten methodisch anders herangegangen oder es müssen neue Fragen gestellt werden, um wenigstens einige Probleme zu lösen. Außerdem: Wenn Gott, wie es die biblischen Schilderungen bezeugen, in der Geschichte konkret gehandelt hat, wird Forschung an Grenzen ihrer Erkenntnis stoßen, denn Gottes Handeln ist insbesondere während der Schöpfung wissenschaftlich nicht erfassbar. Wo diese Grenzen sind, bleibt offen. Für den nicht mit Gottes Wirken rechnenden Wissenschaftler werden solche Grenzen immer ein „Noch-nicht-Wissen“ bedeuten. Weiteres Forschen mit offenem Ausgang ist aber auch für die bibelorientierten Wissenschaftler von Wort und Wissen angesagt.


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