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Michael Brandt
Wie alt ist die Menschheit?
Demographie und Steinwerkzeuge mit überraschenden Befunden
Vorwort des Autors zur 3. Auflage
Es ist für den Autor erfreulich, dass dieses Buch nach der Erstveröffentlichung im Mai 2006 nun schon in der dritten Auflage erscheinen kann. Offensichtlich gibt es einen größeren Kreis von Interessenten an diesem brisanten Thema. Leider haben Vertreter der Fachwissenschaft bisher zu der Veröffentlichung, soweit dem Autor bekannt, geschwiegen, obwohl die Ergebnisse sehr kontrovers zur allgemeinen Ansicht sind. Darf dieser Umstand so verstanden werden, dass die grundlegenden Argumentationslinien dieser Publikation fachlich nicht zu beanstanden sind?
Die Diskussion im Internet war dagegen lebhaft, aber oft sachlich nicht fundiert und von einer gewissen Oberflächlichkeit geprägt. Immer wieder wurden Gegenargumente vorgebracht, die im Buch schon ausdrücklich thematisiert und widerlegt waren, ohne auf die Argumentation des Autors einzugehen. Einige bisher nicht thematisierte scheinbare Gegenargumente werden in Fußnote 22 und 24 des ersten Teils und Fußnote 10 des zweiten Teils besprochen.
Da fundierte Einwände gegen die im Buch vorgebrachte These einer notwendigen drastischen Reduktion der Zeitdauer der Steinzeit auf der Basis der untersuchten Fachgebiete bisher nicht vorgelegt wurden, bleibt der Autor davon überzeugt, dass man intellektuell redlich von einer kurzen Geschichte der Menschheit ausgehen kann.
Einleitung
Das Alter der Menschheit wird allgemein auf etwa 2 Millionen Jahre geschätzt. Diese Altersangabe basiert auf radiometrischen Datierungen der geologisch ältesten bekannten Knochenüberreste des echten Menschen.
In Vergleich mit der nur einige tausende Jahre währenden Zivilisationsgeschichte stellt die Millionen Jahre umfassende Vorgeschichte der Menschheit eine ungeheuer lange Zeitepoche dar ein Sachverhalt, der immer wieder großes Erstaunen hervorruft. Falls die radiometrischen Datierungen die Realität wiedergeben, müssen unabhängige Altersabschätzungen ähnliche Altersangaben hervorbringen.
Zwei Themen bieten sich für diese Untersuchung an: die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums und die Menge an hinterlassenen Steinwerkzeugen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesen beiden Themen sind nur spärlich vorhanden und haben in der populären Literatur bisher nahezu kein Echo gefunden.
Teil I dieses Buches beleuchtet die Lebensbedingungen, insbesondere die Ernährungssituation in der Steinzeit und stellt Vergleiche mit heutigen Jäger- und Sammlervölkern an, deren Bevölkerungswachstumsraten bekannt sind.
Teil II widmet sich den hinterlassenen Steinwerkzeugmengen aus der Altsteinzeit und vergleicht sie mit Herstellungszahlen heutiger Steinkulturen. Außerdem werden bekannte und zu erwartende Fundplatzzahlen diskutiert.
Abschließend werden die Ergebnisse von Teil I und II zusammengefasst und bewertet. Auf der gewonnenen Datenbasis wird die Plausibilität einer 2 Millionen Jahre dauernden Menschheitsgeschichte kritisch diskutiert und ein alternativer Kurzzeitrahmen begründet, der den Befunden aus Demographie und Archäologie weitaus besser gerecht wird.
Inhalt
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Einleitung
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| Teil I: |
Bevölkerungsentwicklung und das Alter der Menschheit |
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| 1. |
Entwicklung der Weltbevölkerung |
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| 1.1 |
In historischer Zeit |
| 1.2 |
In der Steinzeit
Rätselhaft niedriges Bevölkerungswachstum im Paläolithikum |
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| 2. |
Demographische Eckdaten anhand von Skeletten bestimmbar? |
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| 2.1 |
Geburtenrate |
| 2.2 |
Lebenserwartung |
| 2.3 |
Ergebnis |
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| 3. |
Lebensverhältnisse in der Steinzeit |
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| 3.1 |
Ernährungssituation Theoretische Überlegungen und Fundplatzüberreste |
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| 3.1.1 |
Rangordnungen der Nahrungsquellen bei Wildbeutern |
| 3.1.2 |
Hochwertige Nahrung im Paläolithikum |
| 3.1.3 |
Bevölkerungsentwicklung und Verschiebung der Nahrungsquellen |
| 3.1.4 |
Schlechte Ernährung der frühen Bauern |
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| 3.2 |
Körpergröße und Lebensqualität |
| 3.3 |
Krankheiten bei Wildbeutern und frühen Bauern |
|
| 3.3.1 |
Epidemiologische Überlegungen |
| 3.3.2 |
Bestätigung durch Skelettuntersuchungen |
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| 3.4 |
Zahnschmelzdefekte als Hinweis auf die Lebensqualität bei Frühmenschen und lebenden Wildbeutern |
| 3.5 |
Zusammenfassung |
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EXKURS: Gibt es ein osteologisches Paradoxon? |
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| 4. |
Lebensbedingungen und Demographie heute lebender Wildbeuter |
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| 4.1 |
Allgemeines |
| 4.2 |
Ernährung |
| 4.3 |
Körpergröße |
| 4.4 |
Demographische Eckdaten |
|
| 5. |
Lebende Wildbeuter als paläolithische Modellbevölkerung |
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| 5.1 |
!Kung als Modell? |
|
| 5.1.1 |
Gibt es einen Überlebensvorteil kleiner Familien? |
| 5.1.2 |
Lebensgewohnheiten als Erklärungsversuch Mangelzustände und körperliche Aktivität
|
| 5.1.3 |
Unfruchtbarkeit durch Geschlechtskrankheiten
Der „Afrikanische Infertilitätsgürtel„
Geschichte der Geschlechtskrankheiten in Zentralafrika
Geschlechtskrankheiten als Ursache der geringen Fruchtbarkeit Einwände und Gegenargumente
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|
| 5.2 |
Ache als Modell |
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| 6. |
Bevölkerungsentwicklung heute und in der Steinzeit Probleme und Erklärungsversuche
|
|
| 6.1 |
Unrealistische demographische Parameter bei Nullwachstum |
| 6.2 |
Entkräftete Erklärungsversuche |
|
| 6.2.1 |
Häufige Kindstötung weltweit und über Jahrhunderttausende? |
| 6.2.2 |
Unzählige Weltbevölkerungszusammenbrüche? |
|
| 6.2.2.1 |
Ernährungssituation der paläolithischen Welt |
| 6.2.2.2 |
Krankheiten allgemein |
| 6.2.2.3 |
Fruchtbarkeitsmindernde Krankheiten doch als Lösung? |
| 6.2.2.4 |
Kriegerische Auseinandersetzungen |
| 6.2.2.5 |
Resümee |
|
| 6.2.3 |
Angeborene Subfertilität der Frühmenschen als Lösung? |
|
| 6.3 |
Zusätzliche Schwierigkeiten |
|
| 6.3.1 |
Minimales Wachstum noch problematischer als stabile Bevölkerung
|
| 6.3.2 |
Verstreute konstante Kleingruppen mit hoher Aussterbewahrscheinlichkeit
|
| 6.3.3 |
Jahrhunderttausende ohne kulturell-technische Entwicklung |
| 6.3.4 |
Größeres Bevölkerungswachstum bei schlechteren Lebensbedingungen
|
| 6.3.5 |
Einführung der Landwirtschaft: Gleichzeitiger Zieleinlauf bei unterschiedlichem Start
|
|
| 6.4 |
Ergebnis |
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| Teil II: |
Steinwerkzeuge und das Alter der Menschheit |
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| 1. |
Haltbarkeit von Knochen und Artefakten verschiedener Materialien |
| 2. |
Steinwerkzeugmengen im Paläolithikum |
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| 2.1 |
Combe Grenal Paradefundplatz für eine Werkzeugmengenabschätzung |
| 2.2 |
Abschätzung von Fundmengen |
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| 2.2.1 |
Asien
China
Indien
Westasien
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| 2.2.2 |
Europa
Deutschland
Südfrankreich/Nordspanien
England besterforschtes Paläolithikum der Welt
|
| 2.2.3 |
Afrika |
| 2.2.4 |
Resümee |
|
|
| 3. |
Steinwerkzeugmengen bei Wildbeutern |
|
| 3.1 |
Beispiele aus jüngerer Zeit und aus dem Paläolithikum |
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| 3.1.1 |
Rezente Wildbeuter in Australien |
| 3.1.2 |
Subrezente Wildbeuter aus der Arktis |
| 3.1.3 |
Jungpaläolithische Wildbeuter Deutschlands und Frankreichs
Eselsburger Tal bei Heidenheim
Abri Pataud
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| 3.1.4 |
Bilanz |
|
| 3.2 |
Hochrechnungen für das Paläolithikum |
| 3.3 |
Resümee |
|
| 4. |
Siedlungsplätze in Mitteleuropa Erwartung und Wirklichkeit |
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| 4.1 |
Bekannte Fundplätze |
| 4.2 |
Zu erwartende Fundplätze |
| 4.3 |
Erklärungsversuche und Gegenargumente |
| 4.4 |
Bilanz |
|
| 5. |
Strittige Jahrhunderttausende und fehlende Hinterlassenschaften |
| 6. |
Das Phänomen der paläolithischen Siedlungsstabilität |
| 7. |
Wenige und gleichzeitige Begehungen von Höhlenstationen in Jahrtausenden
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| Teil III: |
Daten fordern drastische Verkürzung der Menschheitsgeschichte |
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| 1. |
Ungelöste Probleme |
| 2. |
Lösung |
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Danksagung |
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Literaturverzeichnis |
- Bestellhinweis
- 3. Auflage, 2009
-
Format: 16,5 x 24; Hardcover
- 160 Seiten, 43 Abb., 29 Tab.
- 14,95 EUR [D] / 15,40 EUR [A] / 23,20 SFr
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